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AL-Wahlzeitung 1998/1999


 

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"Gemäß Engagement und Kompetenz"

Interview mit der 2. AStA-Vorsitzenden Maria Venhoff (AL)


Leute aus vielen Fachschaften und aus SprecherInnenräten, dem AKJ (Arbeitskreis Kritischer JuristInnen), aus den ASten und Fachschaften von PH/AfH, der UniFSK (Uniweite Fachschaftenkoordination), aus Basis- und Aktionsgruppen an der Hochschule, dem TÖB (Türkischer StudentInnenverband) und dem AStA der Uni Köln, Aktive aus antifaschistischen, internationalistischen und ökologischen Initiativen aus Köln und linke Feministinnen, JungdemokratInnen/Junge Linke und Ökologische Linke

?: Wie kommt man eigentlich in einen AStA?

!: Naja, ich hatte Lust, an der Uni was zu machen. Dann habe ich eine Einladung zu einem Kennenlern-Plenum der AL gesehen. Die gefiel mir von den politischen Inhalten her, und ich bin da vor einem Jahr mal hingegangen - und geblieben. Ein paar Monate später hieß es, wir brauchen eine zweite AStA-Vorsitzende, willst Du das nicht machen? Und da hab ich's gemacht.

?: Und was machst Du da?

!: Der Vorstand ist vor allem dafür da, daß der ganze Laden läuft. Das heißt, für Organisationstätigkeiten aller Art, für die Regelung von Arbeitsabläufen und so weiter.

Darüber hinaus arbeite ich noch in einem politischen Projekt des AStA, nämlich dem Antipatriarchatsreferat (vgl. den Beitrag "Männer sind gleicher", d. Red.).

?: Wozu ist der AStA gut?

!: Der AStA ist die uniweite Vertretung der StudentInnenschaft. Er ist in drei - miteinander verschränkten - Bereichen tätig, nämlich Politik, Information und Service. Unter Service fallen z.B. die AStA-Beratungen: BAföG-, Sozial-, Rechts- und AusländerInnenberatung. Wir betreiben einen Schreibwarenladen mit günstigen Preisen, auch für den StudentInnensport ist der AStA verantwortlich und so weiter. In Sachen Information gibt es mehrere Broschüren. So ist beispielsweise das Sozialinfo neu herausgekommen, und wir haben unsere wöchentliche Zeitung "Rückmeldung" sowie ein Internetangebot. Schließlich ist der AStA die politische Vertretung der StudentInnenschaft. Da geht es zum einen um Lobbyarbeit, vor allem im Bildungspolitik- und im Sozialreferat. Zum anderen haben wir als linker AStA den Anspruch, eine politische Diskussionskultur an der Uni zu fördern und zu verschiedensten Themen von links her Stellung zu beziehen. So etwas geschieht z.B. in den Arbeitsbereichen Antifaschismus/-rassismus. Im nächsten Jahr wollen wir uns als AL und ggfs. im AStA u. a. mit zwei für Köln wichtigen Themen befassen: der Wehrmachtsausstellung und den beiden Gipfeln (Weltwirtschafts- und EU-Gipfel, d.Red.).

?: Bist Du mit der AL zufrieden?

!: Sehr. Besonders gut finde ich, daß wir uns in der AL systematisch mit Themen beschäftigen. Z.B. ist Bildungspolitik stets wichtig für uns, und da läuft es wie bei allen Themen: Wir haben den Anspruch, daß sich nicht nur ein, zwei Leute zufällig nach Laune mit irgendwas befassen, sondern daß wir gemeinsam besprechen, was jetzt anliegt, und daß wir dann zusammen daran arbeiten. Mit diesem Stil sind wir unter den verschiedenen Gruppen an der Uni recht einzigartig, wie mir scheint, und das führt auch dazu, daß wir in Sachen Hochschulpolitik die umfassendste Kompetenz haben. Zu sehen ist das daran, daß wir momentan im AStA in beinahe allen Arbeitsbereichen entweder mitarbeiten oder sie meistens sogar alleine betreuen - und das nicht, weil wir andere nicht dabeihaben wollen, sondern weil wir offensichtlich die einzigen sind, die bereit sind, sich damit zu beschäftigen. Aus der "Rückmeldung" wird das hoffentlich auch deutlich.

?: Du bist noch gar nicht so lange bei der AL oder in der Unipolitik aktiv. Gab es da keine Probleme als stellvertretende AStA-Vorsitzende?

!: Im Grundsatz nicht. Im Einzelfall wußte ich hier und da mal nicht, wie irgendeine Sache vor fünf Jahren entstanden ist und sich seitdem entwickelt hat. Dann hat mir die AL aber stets unter die Arme gegriffen, und dann war's in Ordnung. Sowieso finde ich es wichtig, daß AStA-Posten nicht nach Dienstalter oder so vergeben werden, sondern daß geschaut wird, wer hat Lust dar, wer hat gute Ideen.

?: Wie war Dein Verhältnis zu den anderen linken Hochschulgruppen? Mitunter entsteht der Eindruck, Ihr streitet Euch nur...

!: Nö, tun wir nicht. Das Verhältnis zu Grünen, Rosa Liste und Jusos war immer recht gut. Eine Gruppe gibt's aber, von der ich maßlos enttäuscht bin, nämlich die "Lust". Da versammeln sich über hundert FachschafterInnen auf einer Liste, aber das Ergebnis ist so, daß sich jede Fachschaft dafür schämen müßte. Die meisten SP-Mitglieder der "Lust" wissen überhaupt nicht, was sie wollen, ändern alle zwei Minuten ihre Meinung und interessieren sich eigentlich für gar nichts. Jetzt behaupten sie sogar, sie hätten den AStA toleriert. Aber weißt Du, wessen Wahl in den AStA sie im StudentInnenparlament mit Unabs, RCDS & Co blockiert haben? Zwei FachschafterInnen von der Phil, die bei der AL sind. Da faßt Du Dir an den Kopf, wenn Du mit denen zu tun hast.

?: Machst Du im nächsten Jahr im AStA weiter? Was sind deine Pläne?

!: Weitermachen würde ich gerne, aber das hängt natürlich vom Wahlergebnis ab, ob das geht. Hoffentlich haben die linken Gruppen eine Mehrheit, und dann ist es mein Ziel, endlich einmal schnelle Koalitionsverhandlungen hinzubekommen. Das kann nicht so weitergehen, daß von zwölf Monaten Amtszeit drei für Verhandlungen draufgehen. Leider hängt das nicht nur von der AL ab...

?: Dein Wunsch für die Wahl?

!: Daß die AL ein Stimmenergebnis gemäß Engagement und Kompetenz kriegt. Also mehr Sitze!

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Netzseiten der Alternativen Liste, zuletzt aktualisiert am 18.03.2003. Kontakt: AL-Plenum@uni-koeln.de