![]() |
AL-Info Nr. 56 Juni 2000 |
|
|
Kampagne gegen Nazi-Musik Rechtsradikale Aktivitäten und rassistische Übergriffe sind hierzulande an der Tagesordnung. Europaweit verzeichnen rechtsradikale Parteien auch auf parlamentarischer Ebene Erfolge. Schützenhilfe, vor allem in rassistischer Hetze, bekommen sie dabei aus dem konservativen Spektrum, dessen Parolen sie teilweise einfach übernehmen können. So wurde "Kinder statt Inder" vom CDU- zum Republikaner-Slogan. Immer bedeutsamer wurde in der letzten Zeit auch die Nazi-Musik-Szene. Konzerte von Bands mit eindeutig rechtsradikaler Aussage finden in Deutschland regelmäßig bis zu 2000 vornehmlich männliche Besucher. Musik ist bestens geeignet, um faschistische Inhalte zu transportieren. Die CDs werden zum Teil in hoher Auflage verkauft und sind problemlos über Versand zu erhalten. So können viele junge Leute erreicht und neue SympathisantInnen gewonnen werden. Längst hat rechte Musik verschiedene Genres erobert und findet unter anderem im Black-Metal- und Dark-Wave-Spektrum Beachtung. Gleichzeitig ist die musikalische Betätigung aber auch ein riesiges Geschäft. Mit dem Verkauf von Merchandising-Produkten und CDs werden hohe Gewinne erzielt. Diese wiederum bilden das finanzielle Polster für politische Aktivitäten. Auch Köln spielt bei diesen Aktivitäten eine große Rolle. So sind im Raum Köln nicht nur Nazi-Bands aktiv, es gibt auch eine Reihe von Musikversandhäusern. Einer der europaweit größten Vertriebe ist Rock-o-Rama in Köln-Braunsfeld. Er wird von dem Brühler Herbert Egoldt geleitet. Weitere Beispiele sind der Alternativ CD-Vertrieb im Kölner Süden, geleitet von Wolfgang Missale, der Midgard-Versand in Köln-Kalk von Ingo Halberstadt (alias Rene Heizer) oder der Versand des Sülzer Neonazis Manfred Rouhs, der Bücher und CDs unter dem Label Signal/Europa Vorn auch übers Internet vertreibt. Um den Nazis etwas entgegen zu setzen, startete daher die Antifa K eine Kampagne unter dem Motto: "Weg mit dem rechten Sound-Dreck!". Mit mehreren Veranstaltungen soll die linke Kultur gestärkt und sowohl Menschen informiert, als auch zum Mitmachen bei antifaschistischen Aktionen angeregt werden. Termine zur Kampagne:
|