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AL-Info Nr. 57 Oktober 2000


 

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Rechter Dachverband gegründet


Der Ring Christlich Demokratischer Studenten (RCDS) bläst zum Angriff gegen den studentischen Dachverband freier zusammenschluss von studentInnenschaften (fzs). In den letzten sieben Jahren war der fzs der einzige Dachverband, in dem sich StudentInnenschaften bundesweit in einer Organisation zusammengefunden hatten. Die meisten der fzs-Mitglieds-Asten werden von Mitte-Links-Koalitionen gestellt, daher hat auch der Gesamtverband eine eher linke Ausrichtung. Dies war dem RCDS schon lange ein Dorn im Auge. Ohne das StudentInnenparlament zu fragen, trommelte der Kölner Uni-AStA bundesweit vier weitere rechte Asten zusammen, um dem "fzs den Todesstoss" zu versetzen, wie der Bundesvorsitzende des RCDS, Carsten Schwarz, prognostiziert.

So gründeten im September ASten aus Köln, Duisburg, Bremen, Göttingen und Kiel den Bundesverband der Studierendenschaften (BVS), wie die fünf Gründungsmitglieder ihre fzs-Konkurrenz tauften. Bisher ist nicht viel davon in Erfahrung zu bringen, was denn den rechten Dachverband auszeichnen soll. Auf der BVS-Homepage herrscht entsprechend gähnende Leere.

Aus den verschiedenen Presseberichten allerdings ist zu entnehmen, dass der RCDS-nahe Verband vor allem das Politische Mandat ablehnt. Den StudentInnenschaften wird von RCDS, Burschenschaften und PolitikerInnen das Recht abgesprochen, sich zu politischen Themen äußern zu dürfen. Wie aber soll man mehr Geld für Bildung verlangen, ohne zu sagen, wo das Geld herkommt? Warum darf man Bildungskürzungen nicht als Teil der Sozialabbaupolitik einordnen? Und will man sich erst gegen Neonazis und Rassismus aussprechen, wenn an der Universität nicht nur - wie bereits geschehen - Linke, sondern auch AusländerInnen und andere Randgruppen angegriffen werden? Die Hochschule ist keine gesellschaftliche Insel. Doch munter und resistent gegen Argumente polemisiert Lars Kasischke (RCDS), Bildungspolitikreferent des AStA Uni Köln und Sprecher des BVS, gegen das Politische Mandat, da sich seiner Auffassung nach linke Organisationen wie der fzs "mehr um Castor und Castro als um Hochschulrahmengesetz und Dienstrechtsreform" kümmerten.

Bleibt zu befürchten, dass es der BVS hingegen dem RCDS gleichtun wird und auf seinen Versammlungen Lars Kasischkes RCDS-Liederbuch hervorholt und wie "es schöne Sitte und Brauch (ist), sich gemeinsam, oder aber auch im Wettstreite dem deutschen Liedgut zu widmen..."

Markus Struben

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Netzseiten der Alternativen Liste, zuletzt aktualisiert am 18.03.2003. Kontakt: AL-Plenum@uni-koeln.de