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AL-Wahlzeitung 2001/2002 |
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Holocaust geleugnet "Den Holocaust hat es nie gegeben", war in Berlin über mehrere Wochen auf riesigen Plakaten zu lesen. Eine öffentlich geführte Debatte über das Plakat und speziell diesen Satz ließ nicht lange auf sich warten. Die InitiatorInnen verteidigten diese Form der Öffentlichkeitsarbeit, indem sie auf die erklärenden Bemerkungen im unteren Teil des Bildes verwiesen. Sie hätten mit dieser Zuspitzung lediglich auf die Eröffnung des jüdischen Museums in Berlin aufmerksam machen wollen. KritikerInnen hingegen lehnten jegliche Nutzung Holocaust-leugnender Elemente ab - unabhängig von erklärenden Zusätzen. Das Plakat wurde letztlich zurückgezogen. Während die UnterstützerInnen des Berliner Museums natürlich nicht zu den Holocaust-LeugnerInnen zu rechnen sind, ist für die Rechte gerade die Negierung des Holocaust ein zentraler Aspekt. Der Bekannteste ist sicherlich der britische Historiker David Irving, der Anfang der Neunzigerjahre vom "so genannten Holocaust" beziehungsweise von einem Mythos sprach und diese Aussagen seitdem in unterschiedlichen Variationen immer wieder aufgreift. Zudem sprach Irving - ebenfalls Anfang der Neunzigerjahre - vom Holocaust als Big Business. Ein Begriff, der in der Abwandlung Holocaust Industry zentraler Aspekt der so genannten Finkelstein-Debatte war, die sich an das Erscheinen des gleichnamigen Buches von Norman Finkelstein anschloss. In diesem warf Finkelstein jüdischen Organisationen vor, den Holocaust zu instrumentalisieren, um eigene Interessen zu vertreten beziehungsweise um Israel zu stützen. Im Gegensatz zu Irving und anderen LeugnerInnen stellt er das historische Ereignis jedoch nicht in Frage. Finkelsteins These stieß bei der Rechten in Deutschland auf großen Zuspruch. So sprach beispielsweise Horst Mahler (NPD) von dem Respekt, der Finkelstein entgegengebracht werden müsse, da er "der Welt den Betrug und die Erpressung aufgezeigt hat, mit denen von jüdischen Organisationen aus dem Deutschen Volk durch Einsatz der Auschwitzkeule Milliarden und Abermilliarden herausgepreßt werden." Zugleich lässt sich aber - wie bereits in der so genannten Walser-Debatte - an der Diskussion um die Thesen Finkelsteins ein weiterer Rechtsruck der bürgerlichen Mitte erkennen. Bereits nach der Rede von Martin Walser 1999 hatte beispielsweise Außenminister Joschka Fischer den Bundeswehreinsatz als Teil des NATO-Angriffskrieges gegen Jugoslawien unter anderem mit der Begründung gerechtfertigt, dass ein weiteres "Auschwitz" verhindert werden müsse. Mehr als eine Andeutung war auch die Aussage von Verteidigungsminister Rudolf Scharping, in Jugoslawien gäbe es "Lager". Die Alternative Liste spricht sich gegen jegliche Relativierung des Holocaust aus, mit der dessen Singularität in Frage gestellt wird. Hierzu gehört auch die Totalitarismustheorie, die den nationalsozialistischen Genozid an JüdInnen unter anderem mit dem stalinistischen Gulag gleichsetzt. Auch weist die AL jeden Vorwurf zurück, der Holocaust werde von Überlebenden oder von jüdischen Organisationen in irgendeiner Form instrumentalisiert. mmmmmmmmm mmmmmmm mmmmmm mmm mmm mmm mmm mmm mmmm mmm mm mmm mmm mmmm mm mm mmmm mm mm |