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AL-Wahlzeitung 2002/2003 |
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Warum AL wählen(Achtung Satire!)Aufruf zur Wahl des StudentInnenparlamentes 2003Warum geht es mit der Umwelt bergab? Weil die USA das Kyoto-Protokoll nicht unterschrieben haben! Wer hat der zivilisierten Welt den Krieg erklärt? Osama Bin Laden! - ein Mann, der vermutlich ein Dialysegerät hinter sich her zieht. Wer ist wahrhaft schuld am 11. September? Der CIA und der Mossad! Wer ist der Unruhestifter im Nahen Osten? Israel! Wer ist schuld am Finanzloch? Die LangzeitstudentInnen! Warum liegt Köln am Rhein? Vier Millionen Arbeitslose! Ideologien, Schuldzuweisungen, monokausale Erklärungen - keine Alternativen erlaubt. Ein Menetekel dieser Logik stellt heute besonders Jürgen W. Möllemann dar. Ariel Sharon und Michel Friedman sind als die Schuldigen ausgemacht! Schließlich muss sich Friedman mal entscheiden - entweder arrogant oder Jude; beides geht in der BRD nicht. Wir wollen witzige Jüdinnen und Juden! Wie Hans Rosenthal: Der ist komisch, der darf bleiben. Die anderen raus! Dabei ist Möllemann gar kein Antisemit. Nein, er ist nur sauer, weil seine Eltern ihren Job nicht vernünftig gemacht haben - wie es die Pflicht einer und eines jeden Deutschen gewesen wäre. Möllemann trauert. Trauert um die Verbrechen seiner Vorfahren. Allerdings haben jene Vorfahren lebendige Jüdinnen und Juden übergelassen, und diese Überlebenden maßen es sich jetzt an, ihn zu kritisieren. Ja, wo kommen wir denn da hin, dass uns Opfer vorschreiben, wie wir um sie zu trauern haben? Und dann benehmen die sich auch noch unangemessen. Sind keine Musterjuden, sondern auch mal nationalistisch oder konservativ. Das geht zu weit! Gerade sie hätten doch aus der Geschichte lernen müssen. Jaja, die gute alte Verdrehung der Moral. Die Opfer haben aus der Vergangenheit zu lernen; nicht die TäterInnen. Und wenn selbst die nichts daraus lernen, dann sind wir auch nicht dazu verpflichtet. Eine perfekte Inszenierung zur Abschüttelung der eigenen Verantwortung. Verantwortung, das ist der zentrale Begriff der Alternativen Liste. Gerade dem linken Spektrum wird immer eine ideologische Blindheit vorgeworfen, eine Art Fanatismus. Aber hier gilt es, Bertolt Brechts "Maßnahme" abzuwandeln: "Die Fanatiker nennen uns fanatisch". Bei der Alternativen Liste arbeiten und kandidieren Menschen aus verschiedenen Gruppierungen: Der Arbeitskreis kritischer JuristInnen (AKJ), die Linke an der WiSo (LAW), studentische Antikriegsorganisationen, das autonome Frauen- und Lesbenreferat, FeministInnen, GewerkschafterInnen, ÖkologInnen, der Bund demokratischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler (BdWi) und viele andere streiten und konstruieren gemeinsam an einer emanzipatorischen Hochschul- und Bildungspolitik. Dabei werden verschiedene Diskurse eröffnet. Natürlich wird da oft klar, dass sich gewisse Forderungen auch mal beißen können, aber das ist nun mal der Sinn einer wahren Alternative. Nicht Ideologien bestimmen die Politik, sondern der gegenseitige Respekt und die Möglichkeit, in konstruktiver und dekonstruktiver Auseinandersetzung eine Politik zu fördern, die Ungleichheiten und Diskriminierungen abschafft und ein menschenwürdiges Leben fördert. Alternativ ist die AL nicht nur, weil sie ein Gegenmodell zu den anderen Vertretungen darstellt, sondern auch, weil sie innerhalb ihrer eigenen Reihen Raum für verschiedenste Vorschläge lässt. Somit ist die AL die wahrhaft unabhängige Instanz im StudentInnenparlament, die mit Lust und sozialer Überzeugung ein Klima gegenseitigen Vertragens fördert - im Vertrag wohnt die Anerkennung, nicht in der Ideologie. Es ist die AL, die in dieser Zusammensetzung Arbeiten übernommen hat, zu denen eigentlich der AStA verpflichtet wäre, der sie aber tapfer ignoriert hat. Ohne die finanziellen Möglichen des AStA bietet die AL Stipendien-Infos, BAföG- und Sozialberatungen an und unterstützt verschiedene Aktionen von Demonstrationen über Kundgebungen bis Unterschriftenkampagnen. Die Uni ist keine Insel, sondern eine Bildungsstätte, in die gesellschaftliche Konflikte hinein- und hinausragen. Es wird wieder Zeit, dass ein AStA unter Mitwirkung der AL die Verantwortung und die Aufgaben übernimmt und sich nicht allein auf Bespaßung beschränkt. Im Sinne der Vertragsphilosophie habe ich nun für die Vorzüge der Alternativen Liste geworben. Jetzt liegt es an Euch. Geht wählen! Gerd Buurmann
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