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AL-Wahlzeitung 2003/2004 |
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Bewegung in den AStA! Für einen aktiven, solidarischen, kritischen und linken AStA! Vom 1. bis 5. Dezember wählen gehen.
Die knapp 60.000 StudentInnen der Universität Köln bilden zusammen eine der größten Interessengemeinschaften in Köln. Entsprechend haben auch ihre demokratisch gewählten Vertretungen - das StudentInnenparlament (StuPa) und der von diesem gewählte Allgemeine StudentInnen-Ausschuss (AStA) - ein großes politisches Potenzial, das nicht ausreichend genutzt wird: Zum einen verzichten viele KommilitonInnen auf ihr Stimmrecht, zum anderen wurde der AStA in den letzten Jahren von den Jusos, den "Unabhängigen" und der "Lust" entpolitisiert. Entsprechend sinkt das studentische Interesse an AStA und StuPa. Politik, Information und Service - das sind die zentralen Aufgaben eines AStA. Wir möchten, dass diese drei Bereiche wieder so ausgefüllt werden, dass sich der Gang zur Wahlurne lohnt - und zwar nicht nur für diejenigen, die gewählt werden, sondern vor allem für die, die vom AStA vertreten werden. Für einen freien Hochschulzugang Die Alternative Liste setzt sich für den unbeschränkten Zugang aller Menschen zur Bildung ein, unabhängig ob Schule, Hochschule, Erwachsenenbildung oder sonstiger Bildungsform. Dafür ist allerdings eine umfangreiche finanzielle und personelle Ausstattung der Bildungseinrichtungen notwendig. Studiengebühren bzw. -konten, unter welchem Etikett auch immer eingeführt, oder an ökonomischen Interessen ausgerichtete Studiengänge und -inhalte verhindern eine selbstbestimmte Bildung für alle. In den Hochschulen wird schon seit langem versucht, jeglichen Rest von selbstbestimmter Bildung und Organisierung zu zerstören. Die staatliche Unterfinanzierung der Hochschulen durch die öffentlichen Haushalte ist kein Zufall oder aus Sachzwängen hergeleitet. Im Gegenteil, die so genannten Sachzwänge, leere Kassen, wurden systematisch geschaffen, um u.a. die Strategie von Privatisierung, Drittmitteleinwerbung und Umbau der Hochschule in unternehmensähnliche Gebilde voran treiben zu können. Die Hochschule ist keine Insel Im Gegensatz zur AStA-Sozialreferentin Ute Spickenheuer ("Die Unabhängigen"), die bei ihrer Wahl verkündete, dass es nicht Aufgabe des AStA sei, den Sozialabbau der Bundesregierung zu kritisieren, ignorieren wir nicht, dass gesellschaftliche Probleme keinesfalls an den Türen der Universität Halt machen. Wir können nicht tatenlos zusehen, wenn sich Nazis breit machen und damit KommilitonInnen ausgrenzen und bedrohen. Auch dürfen wir nicht dulden, wenn ProfessorInnen reaktionäre Ideologien verbreiten oder der Rüstungs-, Atom- oder Gentechniklobby zuarbeiten. Wir gehen davon aus, dass nur eine umfassende Politisierung der Gesellschaft statt bornierter Standesvertretung (etwa das Ausspielen von Studien- gegen Kindergartengebühren, Altenpflege gegen Sportvereinunterstützung etc.) dafür sorgen kann, die weitere Zerstörung von sozialen Absicherungen zu stoppen. Die gegenwärtigen Tendenzen hin zu einem Überwachungsstaat, der mit Instrumenten wie biometrischen Daten in Ausweisen oder flächendeckender Videoüberwachung operiert, missbilligen wir. Die Einführung von Chipkarten und die elektronische Erfassung des Studienverhaltens durch Systeme wie uk-online halten wir für Schritte in die falsche Richtung. Wissen ist Macht Sowohl die Fachschaften als auch die StudentInnen müssen Zugang zu den Informationen bekommen. Die AL möchte daher verstärkt Informations- und Diskussionsveranstaltungen sowie Informationsbroschüren anbieten. Dabei wollen wir uns nicht nur auf bildungs- und sozialpolitische Themen beschränken. Eine wichtige Informationsquelle für StudentInnen sind auch die Fachschaften. Deren eigenständige Arbeit möchten wir im Gegensatz zu allen anderen Hochschulgruppen fördern, uns aber nicht in deren Belange einmischen, indem ihre Gelder gekürzt und ihnen nicht gewollte Strukturen übergestülpt werden. Gerade rechte oder sich unpolitisch nennende Hochschulgruppen werben damit, dass sie ihre Energien nicht in politische Arbeit, sondern in StudentInnenservice steckten. Schaut man sich aber das Service-Angebot der letzten Jahre an, sieht man die Auswirkungen, die entstehen, wenn Gruppen Servicearbeit als lästiges Nebenprodukt oder als Werbemaßnahme für die eigene Hochschulgruppe betreiben: Das Angebot wurde quantitativ und qualitativ abgebaut. So ist das Konzept der derzeitigen AStA-Zeitung "Rückmeldung" dringend überarbeitungsbedürftig. Statt einer Zusammenstellung von Mensaspeiseplänen, Terminen und halbgaren Artikeln streben wir ein konzeptionell überarbeitetes, informatives und kritisches Magazin an, das nicht nur wegen der Speisepläne gelesen wird. Auch die Partyreihe "Le Debut" zeigt, was gerade die "Unabhängigen" unter Service verstehen. Natürlich veranstalten ASten, Fachschaften oder auch die AL Partys. Aber wozu muss der AStA ein hohes finanzielles Risiko eingehen, um eine von Dutzenden Mainstream-Massenpartys in Köln zu veranstalten, die noch nicht mal preiswerter als die Konkurrenz ist? Der hohe Arbeitsaufwand wäre besser aufgehoben, würde man beispielsweise das AStA-Café nutzen, um studentischen oder anderen Newcomer-Bands die Chance eines Auftritts zu geben. Für eine solidarische Politik Die KandidatInnen der AL trugen im vergangenen Jahr eigenständig, mit anderen politischen Initiativen gemeinsam und in den Gremien der Verfassten StudentInnenschaft außerhalb des AStA viele Impulse in die Hochschule. - wir arbeiteten gegen Studienkonten und -gebühren - wir setzten uns kritisch mit fach- und fakultätsspezifischen Erscheinungsformen der Bildungsmisere (Stellenstreichungen, Seminarteilnahmebeschränkungen etc.) auseinander - wir mobilisierten zu Demonstrationen gegen Sozialabbau oder Krieg - wir beteiligten uns an antirassistischen und antifaschistischen Aktivitäten (Unterstützung des Grenzcamps in Köln, Mobilisierung zu Antifa-Demonstrationen) - wir führten Veranstaltungen u.a. zum Krieg im Irak oder über das Finanzgebaren der WestLB in Ecuador durch - wir vertreten studentische Interessen u.a. im StudentInnenwerk oder im Aktionsbündnis gegen Studiengebühren (ABS) Linke Politik muss erfahrbar sein. Für uns ist Servicearbeit daher praktische Solidarität. Der qualitative und quantitative Ausbau der Beratungsangebote, ein kompetentes und umfassendes BAföG- und Sozialinfo sowie zahlreiche Informationsveranstaltungen gehören zu unseren Zielen der AStA-Arbeit. Sie sind Teil unseres Einsetzens für ein solidarisches Miteinander. Politik, Information und Service kann man nicht trennen. Wir treten an, damit die Universität wieder einen aktiven, streitbaren, kompetenten, linken und solidarischen AStA bekommt. mmmmmmmmm mmmmmmm mmmmmm mmm mmm mmm mmm mmm mmmm mmm mm mmm mmm mmmm mm mm mmmm mm mm |