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AL-Wahlzeitung 2003/2004


 

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Begrenzte Freiheit

Ausländische StudentInnen auf dem Abstellgleis


Die Situation ausländischer StudentInnen ist in vielerlei Hinsicht durch besondere Nachteile und Diskriminierungen gekennzeichnet. Sie sind nicht nur vom allgemein gegenwärtigen Rassismus betroffen, sondern werden auch durch Sonderregelungen auf rechtlichem, studienorganisatorischem, ökonomischem, gesellschaftlichem, sozialem und kulturellem Gebiet benachteiligt. Dies gilt insbesondere für StudentInnen aus den Ländern Asiens, Afrikas, Lateinamerikas, Mittel- und Osteuropas, deren rechtliche und ökonomische Situation am schlechtesten ist.

So wird die Anerkennung vieler ausländischer Studienabschlüsse in der BRD verweigert. AsylbewerberInnen haben fast überhaupt keine Chance, ein Studium aufzunehmen. StudienbewerberInnen müssen ein Studienkolleg und Sprachkurse absolvieren, in denen sie ihre Studierfähigkeit nachzuweisen haben. Gleichzeitig werden von der Hochschule zu wenig kostenlose Sprachkurse angeboten.

Vielen ausländischen StudentInnen wird nur eine beschränkte Aufenthaltsdauer bewilligt. Sie müssen zudem ein ordnungsgemäßes und zügiges Studium nachweisen. Fehlt ihnen z.B. ein Leistungsnachweis oder wird eine Teilprüfung nicht bestanden, droht die Ausweisung.

Außerdem haben viele von ihnen Probleme, ihr Studium in der Bundesrepublik Deutschland zu finanzieren. Unter anderem aufgrund der Verschlechterung der Situation in ihren Herkunftsländern und den hohen Kosten des Studiums in der BRD sind ausländische StudentInnen oftmals auf die Arbeitsaufnahme, Stipendien oder andere Unterstützungen angewiesen. Dagegen wird ihnen durch die so genannte Vorrangigkeitsregelung im Arbeitserlaubnisrecht der Zugang zu vielen Jobs zugunsten von Menschen mit deutschem Pass verweigert. Wir fordern eine unbeschränkte Arbeitserlaubnis auch für ausländische StudentInnen.

Generell ist die rechtliche Stellung von ausländischen und deutschen StudentInnen anzugleichen. Wir fordern die Abschaffung aller diskriminierenden Sondergesetze gegen Menschen ohne deutschen Pass. Offene Grenzen für alle!

Ausländische StudentInnen dürfen bei allgemeinen sozialen Leistungen nicht benachteiligt werden. Die Regelungen, die eine bestimmte Gruppe der ausländischen StudentInnen von der Mitgliedschaft in gesetzlichen Krankenversicherungen ausschließt, muss rückgängig gemacht werden.

Gerade ausländische StudentInnen haben es besonders schwer auf dem so genannten freien Wohnungsmarkt; das StudentInnenwerk bringt sie vorzugsweise in besonders heruntergekommenen, alten Wohnheimen unter. Es müssen mehr Wohnheimplätze und eine Mindestquote für ausländische StudentInnen geschaffen werden.

Das Autonome AusländerInnen-Referat ist ein wichtiger Anlaufpunkt zur Selbstorganisation und Interessenvertretung von ausländischen StudentInnen und muss vom AStA ausreichend finanziell unterstützt werden. Alle im StudentInnenparlament vertretenen Gruppen außer der Alternativen Liste haben in den letzten Jahren immer wieder die vom Autonomen AusländerInnen-Referat beantragten Mittel gekürzt. Auch bemühte sich der AStA lange Zeit nicht darum, nach der Kündigung einer AusländerInnenberaterin die frei gewordene Stelle im Einvernehmen mit dem AusländerInnen-Referat neu zu besetzen, um diese Lücke wieder zu schließen.

Webtipps

www.wusgermany.de
world university service

www.femigra.de
FeMigra - die Internetplattform für minorisierte Frauen

www.proasyl.de
Pro Asyl

www.auslaenderinnen.de
"AusländerInnen"liste an der FU Berlin

bas@uni-trier.de
Bundesverband ausländischer Studierender (BAS)

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Netzseiten der Alternativen Liste, zuletzt aktualisiert am 01.12.2003. Kontakt: AL-Plenum@uni-koeln.de