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Welcome! Wintersemester 2000/2001 |
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Bildung für alle! Verfolgt man die aktuellen Debatten in der Bildungspolitik, stößt man immer wieder auf scheinbare Widersprüche. So werden allein in Nordrhein-Westfalen (NRW) 2000 Stellen an den Hochschulen gestrichen, und bei der Wiedereinführung von Studiengebühren wird nur noch über die konkrete Ausgestaltung gestritten. Während aber Personal, Sachmittel und die Zahl der StudentInnen reduziert werden, wird gleichzeitig auf den enormen Bedarf des "Standorts Deutschland" an HochschulabsolventInnen verwiesen. Ein Widerspruch? "Verfehlte" Politik? Mitnichten! Nach Willen von Industrie und Politik sollen Hochschulen gezielt zu Dienstleistungsunternehmen umstrukturiert werden, StudentInnen gelten nicht mehr als Mitglieder ihrer Hochschule, sondern als deren KundInnen. Das Menschenrecht Bildung wird zur Ware degradiert. Die Logik der Marktgesetze setzt sich in der Bildungspolitik durch. Hochschulen sollen vor allem zwei Ressourcen bereitstellen: industriell verwertbares Wissen und preiswerte qualifizierte Arbeitskräfte. Daher fließen zunehmend industrielle Mittel sowohl in meist staatlich unterstützte Neugründungen von Elitehochschulen als auch in Form von Drittmitteln in profitträchtige Fachbereiche staatlicher Hochschulen, was ebenfalls mit staatlichen Mitteln belohnt wird. Andere Fachbereiche gehen doppelt leer aus. Die Schwerpunkte von Lehre und Forschung verschieben sich nach Marktbedarf, nicht nach demokratischen Entscheidungen. Auch die StudentInnen sollen qualitativ und quantitativ reguliert werden. Durch Zulassungsbeschränkungen wie Numerus clausus und Aufnahmetests, Zwangsberatungen, Zwangsexmatrikulationen und Studiengebühren soll die Verweildauer an der Hochschule nicht allein der Entscheidung der Betroffenen überlassen werden. Die geplanten BAföG-Erhöhungen sorgen dabei weniger für mehr "soziale Gerechtigkeit", wie Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) behauptet. Dass nicht zu viele aufgrund sozialer Kriterien vom Studium ausgeschlossen werden, ist eine gezielte Investition: Schließlich ist das Studium von BAföG-EmpfängerInnen durch die geforderten Leistungsnachweise und die zeitliche Begrenzung der Förderung besonders leicht zu reglementieren. Ebenso tragen strukturelle Änderungen der Studiengänge dazu bei, Studienzeiten zu limitieren und die Qualifikation der AbsolventInnen an Arbeitsmarktkriterien auszurichten. Diplom- und Magisterstudiengänge werden zunehmend durch Bachelor- und Masterstudiengänge ersetzt. Die Massen werden mit dem Billigabschluss Bachelor abgespeist. Nur wenige sollen danach als auserwählte zukünftige Spitzenkräfte ihr Studium mit einem Master krönen. Die AL setzt sich auch weiterhin für das Recht auf Bildung für alle Menschen ein. Daher engagieren wir uns - im Gegensatz zum AStA - weiter im bundesweiten Aktionsbündnis gegen Studiengebühren (ABS) und in lokalen Bündnissen wie zuletzt im Sommer, als wir gemeinsam mit vielen Fachschaften gegen die Stellenkürzungen an den Hochschulen in NRW kämpften. mmmmmmmmm mmmmmmm mmmmmm mmm mmm mmm mmm mmm mmmm mmm mm mmm mmm mmmm mm mm mmmm mm mm |