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Rassismus bekämpfen!

Überfälle und Mordanschläge von Nazigruppen auf Flüchtlinge, Menschen mit anderer Hautfarbe, Jüdinnen und Juden sind seit den Neunzigerjahren deutsche Normalität. Dieser offen gewalttätige Rassismus ist aber nur der auch von Staat und bürgerlicher Öffentlichkeit ungewollte Teil der rassistischen Ideologie, die in ihren Grundstrukturen gesellschaftlicher Konsens ist. Auch wenn der Begriff "Rasse" aus dem deutschen Diskurs nach 1945 entfernt wurde und "(Leit-)Kultur" an seine Stelle trat, bleibt der Rassismus, der Menschen Gruppenidentitäten überstülpt und ihnen dann eine "kulturelle Identität" als unveränderliches Merkmal zuschreibt. Diese rassistische Ideologie bildet den Überbau, unter dem die EU zur Festung ausgebaut wird, in der Menschen nach ihrer Herkunft, ihrer ethnischen Zuordnung und ihrer ökonomischen Verwertbarkeit selektiert, schikaniert und getötet werden.

Für die staatliche Politik geht es niemals darum, Rassismus grundsätzlich zu bekämpfen. Lediglich eine bestimmte Spielart davon soll zurückgedrängt werden, nämlich das offene Auftreten von Nazis. Die rassistische Ideologie ist aber sehr funktional, um Menschen anderer Hautfarbe, "legale" und "illegale" MigrantInnen, seien sie Reingungspersonal an der Universität Köln oder TomatenpflückerInnen in Spanien, leichter ausbeuten zu können. Rassismus hat hier die Funktion, eine stigmatisierte Schicht zu schaffen und deren Erwartungen einzuschränken, um letztendlich soziale Ungleichheit in der Gesellschaft zu rechtfertigen. Angesichts dieses rassistischen Konsenses darf sich antirassistische Kritik und Praxis nicht nur auf den Kampf gegen Nazis beschränken. Auch der Rassismus aus der Mitte der Gesellschaft, nationaler und EU-weiter staatlicher Rassismus in Behörden, Ausländerämtern und Arbeitsämtern, an Grenzen, in Abschiebeknästen und Abschiebelagern muss angegriffen werden.

Solange Menschen sich als Nationen und Ethnien definieren, wird es Rassismus geben. Solange soziale Errungenschaften in Territorien eingeschlossen werden, wird es "legale" und "illegale" Migration geben. Deswegen setzt sich die AL ein für eine Welt ohne Grenzen, freie Migration, Papiere und Bleiberecht für alle, die Abschaffung aller rassistischen Sondergesetze und soziale Gleichheit. Wer den rassistischen Konsens in der BRD und das EU-Migrationsregime für unerträglich hält, wer an der Hochschule antirassistisch arbeiten möchte und Leute sucht, um gegen Rassismus zu mobilisieren, ist bei der AL an der richtigen Stelle.

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Netzseiten der Alternativen Liste, zuletzt aktualisiert am 27.09.2003. Kontakt: AL-Plenum@uni-koeln.de