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Inhalt: Kurs Chemie-Software

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Vorarbeiten

Compute-Server des ZAIK/RRZK

Das ZAIK/RRZK verfügt (u.a.) über mehrere Mehrprozessor-Maschinen, die dem Besitzer eines Server-Accounts für Rechnungen zur Verfügung stehen.
Aufgrund der verschiedenen Architekturen der Systeme müssen die Programme mehrfach installiert sein, der Benutzer findet auf verschiedenen Plattformen jedoch immer die gleiche Verzeichnis-Struktur vor (/vol-Konzept).

Serveraccount/Account im CIP-Pool

Für den Zugang zu den verschiedenen vorgestellten Programmen ist ein Account notwendig. Ein Account für die Rechner im CIP-Raum der chemischen Institute kann bei Frau Börsch-Pulm beantragt werden. Ein sog. Server-Account muss schriftlich beantragt werden. Das notwendige Formular gibt es im postscript- und MS Word6-Format.

Login

Prinzipiell kann man sich von jedem Rechner aus auf den Compute-Servern einloggen. Je nachdem, ob man Anwendungen mit grafischer Ausgabe oder Anwendungen in einer Textkonsole ausführen will, ist hierzu evtl. ein X-Server notwendig (XWinPro oder ExCeed). Auf den Rechnern im CIP-Pool ist ExCeed installiert. Unter Linux oder von Unix-Rechnern aus loggt man sich mit der Secure-Shell ssh ein. Genaueres zur secure-shell findet man im Leitfaden Chemie-Software.
Telnet sollte nicht mehr verwendet werden. Die ssh bietet einen weiteren Vorteil, dass keine DISPLAY-Variable mehr gesetzt werden muss, dies übernimmt die shell.


Chemie-Software am ZAIK/RRZK

Zentraler Anlaufpunkt für Chemie-Software am ZAIK/RRZK ist die Seite Chemie an der Universität zu Köln. Zu Fuss ist diese von der Startseite der Uni-Köln aus über die Links "Institutsübergreifende Sachgebiete" -> "Chemie". Hier findet man aktuelle Hinweise, Verweise auf Linksammlungen, den Leitfaden Chemie-Software und die Seite Software im Bereich Chemie. Eine Übersicht über die im CIP-Pool der chemischen Institute installierten Software gibt es (noch) nicht.


Anleitungen, Hilfen und Tutorials

Die Programme können im Rahmen des Kurses selbstverständlich nicht eingehend behandelt werden. Zusatzinformationen über die Programme erhält man auf der entsprechenden Seite im Internet (ausgehend von Software im Bereich Chemie). Meist findet man auch Verweise auf Tutorials oder die Online-Anleitungen uvm.


Beispiele

Gaussian98 (Nitrobenzol)

In einem Beispiel soll die Verwendung von Gaussian98 unter Windows vorgestellt werden. Das Inputfile nitrobenzene.com wurde mit Gaussview auf der PI1 erzeugt und kann sowohl auf dem PC (G98W) als auch auf den Unix-Servern (Gaussian98.A7) eingesetzt werden.

Es wird eine Geometrieoptimierung (ab initio, Basissatz 6-31g(d)) durchgefürt. Die verwendeten Keywords sind:

    #p opt rhf/6-31g(d) iop(6/7=3) gfinput fcheck=all

Als Ergebnis erhält man unter Unix die folgenden Dateien:

Auf dem PC findet man

Die Dateien mit der Endung .fck oder .fchk heissen "formatierte Checkpointfiles" und sind plattformübergreifend einsetzbar. In diesem Falle enthalten sie die MO-Koeffizienten. Gaussview (pi1, sgi1) kann auf einfache Weise Orbitale darstellen. Ein weiteres interessantes Programm ist gOpenMol, auf das später eingegangen wird.

Orbitaldarstellung mit Gaussview

Man loggt sich auf der pi1 ein:

    Windows: ExCeed starten, Konsole öffnen, dann
    > ssh pi1
    Linux, Unix:
    > ssh pi1.

und startet Gaussview:

    > /vol/chemie/bin/gaussview

Nach dem Start wählt man im "File -> Open"-Dialog die entsprechende fck-Datei aus. Um Orbitale darzustellen, wechselt man in den "Results -> Surfaces"-Dialog. Die Liste der darstellbaren Orbitale ist noch leer. Durch Klicken auf "Generate" gelangt man in ein Fenster, in dem man z.B. die Zahl 32 in "Orbital=" einträgt. Dies entpricht dem HOMO (Highest Occupied MO) von Nitrobenzol. Durch Klick auf "Okay" wird die Berechnung angestoßen.

Nach erfolgter Berechnung (kann dauern...) wird das Orbital ausgewält und mit Klick auf "Okay" dargestellt.

Nitrobenzol MO=32 (HOMO)

Orbitaldarstellung mit gOpenMol

Diese Prozedur ist ein wenig komplizierter, liefert aber bessere Ergebnisse. Die Darstellung eines Orbitals z.B. beinhaltet folgende Punkte:

  • i. Erzeugen eines ".cube-files" (bzw. ".data-files", standard-Eingabeformat von gOpenMol)
  • ii. Umwandeln des ".cube-files" in ein ".plt-file", das von gOpenMol als "Contour-file" zur Eingabe dient.
  • iii. Importieren der Koordinaten (Gaussian fck/fchk-Datei)
  • iv. Importieren des/der .plt-Dateien
  • ad i.
    Das .cube-File wurde in diesem Fall mit f:\library\G98W\cubegen.exe von G98W erzeugt. Der Aufruf erfolgt von Gaussian98 für Windows aus oder direkt per DOS-Box, die Syntax kann in der Hilfe-Datei nachgelesen werden. Unter Unix sollten die fchk-files nach /scratch/user kopiert/verschoben werden, da cubegen sonst evtl. Probleme mit "broken pipes" bekommen könnte.
    Nach einiger Zeit erhält man die Datei nb_pc_homo.data (6.7 Mb) (nb_pc_homo.data.zip (2.3 Mb)).

  • ad ii.
    Man öffnet gOpenMol über das Icon "runGOpenMol". Unter dem Menüpunkt "Run" wählt man das Programm gCube2plt/g94cub2pl(cube) aus. Im Nachfolgenden Dialog wird das oben genannte nb_pc_homo.data-file angegeben, und ein Name für das zu erzeugende .plt-file wird erfragt. Weiterhin muss die Nummer des Orbitals angegeben werden (in diesem Fall 32). Mit "Apply" startet man die Umwandlung. Den Dialog mit "Dismiss" verlassen.

  • ad iii.
    Die Koordinaten des Nitrobenzols werden mit "File->Import->Coords..." eingelesen. Man wählt im folgenden Dialog "Gaussian" als Format und wählt mit dem Button "Browse" die Eingabedatei aus (das FChk-file). Mit "Apply" und "Dismiss" wird der Dialog verlassen. Auf dem Ausgabefenster sollte nun das Nitrobenzolmolekül zu sehen sein.

  • ad iv.
    Mit dem Dialog "View->Contour" gelangt man in den Contour-Control-Dialog. Hier wählt man mit "Browse" die Kontur-Datei aus, die man zuvor mit gCube2plt erzeugt hat. Nach der Auswahl muss mit dem Button "Import File" bestätigt werden.
    Jetzt folgen einige Einstellungen zu den Werten der Konturflächen in der Tabelle unterhalb des eingelesenen Konturfiles.
    In der ersten Spalte (erste Zeile): -0.02, Farbe Blau (Colour(1)),
    in der ersten Spalte (zweite Zeile): 0.02, Farbe Rot (Colour(2)).
    Nach "Apply" sollte das Orbital 32 (HOMO) zu sehen sein.
    Die nachfolgenden Bilder verdeutlichen die Möglichkeiten dieses Programmes. Es ist auch möglich, über eine Tcl-Schnittstelle Animationen zu erzeugen (hier nicht gezeigt).

nb_homo1.jpg
nb_dens_pot.jpg

Spartan (NT,Unix)

Spartan ist in der Version 5.1.3 auf der pi1 installiert. Das ZAIK/RRZK besitzt eine Kombilizenz (3 remote, 1 lokal). Im CIP-Pool der chemischen Institute ist Spartan für Windows in der Version 1.5.3 auf fuenf Rechnern zugänglich. Es bestehen Unterschiede zwischen beiden Versionen. Einige Funktionen stehen nur auf der pi1 zur Verfügung (wie z.B. die Berechnung von Energien entlang von Trajektorien in variablen Schrittweiten). Für erste Schritte und mehr reicht die Windows-Version jedoch völlig aus. Spartan für Windows hat den Vorteil einer schnellen und hochwertigen grafischen Ausgabe, die sonst nur lokal auf der pi1 zu bewundern ist.

Die Firma Wavefunction ist Herausgeber einiger Bücher, die z.T. auch im ZAIK/RRZK entliehen werden können. Der Spartan User's Guide und das Spartan-Tutorial stehen auch online zur Verfügung. Beide Bücher sind Übersichtlich und insbesondere das Tutorial ist dem Einsteiger sehr zu empfehlen. Es vermittelt anhand von einfachen und interessanten Beispielen den Umgang mit Spartan.

Hier soll ein Beispiel des Spartan-Tutorials, Propylene oxide, einmal durchexerziert werden.

Nach der Durchführung sollte das Ergebnis in etwa so aussehen:

propyleneoxide_321g_dens_pot_b.jpg

Das auf dieser Seite nachfolgende Beispiel, das 3-Cyanocyclohexylradikal auf dem AM1-Level, liefert folgende Ausgabe:

3cyanocyclohexenylrad_am1_b.jpg

Datenbanken

ICSD/Webinterface

Auf der dialog ist die "Inorganic Chemistry Structure Database (ICSD)" installiert. Sie beinhaltet zur Zeit 53372 Einträge, ein Update auf die neueste Version steht an (57195 Einträge). Die ICSD kann entweder mit dem Tool Crystin durchsucht werden, hierzu gibt es eine (zugegeben etwas ältere) Manpage sowie ein Online-Manual, der Schwerpunkt soll hier auf dem Web-Interface liegen.

Zunächst wählt man die Größe des zur Verfügung stehenden Displays. Im Normalfall entscheidet man sich für "normal screen". Der folgende Schirm ist dreigeteilt, wobei oben die Eingabemaske liegt, in der Mitte eine Statusanzeige und unten das Ergebnisfenster.

Als Beispiel soll hier nach Verbindungen gesucht werden, welche Barium, Yttrium, Lanthan und Sauerstoff enthalten. Hierzu gibt man in der Maske an der Stelle "Elements" ein> "ba,y,la,o" und klickt auf den Button "Go". Im mittleren Frame erscheint nun die Meldung "15 selected". Mit "List_Entries" erreicht man, dass die Einträge im unteren Frame aufgelistet werden. Wir markieren den Eintrag "1988 Mazumder - Ba1.8Lao0.2Y0.94Cu3O7. [PMMM]" und klicken auf "Structure".

In einem neuen Fenster erscheint der Eintrag, und man kann nun unten auf "Display" klicken, um sich die Struktur als VRML-Datei anzusehen. Mit ein paar Einstellungen erhält man folgende Grafik.

baylao_b.jpg

Sollte Ihr Browser nicht in der Lage sein, VRML-Dateien darzustellen, muss ein VRML-Viewer eingerichtet werden. Unter Win9x/NT/2000 empfielt sich der Cosmo-Player. Auf der Dialog ist vrweb installiert und wird beim Aufruf einer .wrl-Datei (hoffentlich) gestartet.

Dies ist selbsverständlich nur ein Teil der Fähigkeiten des Webinterfaces. Wählt man in der Ergebnismaske statt "Structure" beispielsweise "Details" oder "Pattern", werden in einem neuen Fenster Details zum Datensatz (mit der Möglichkeit, Datensätze zu exportieren!) bzw. das Reflex-Pattern der Strukturuntersuchung dargestellt.

CSD

Die Cambridge Structural Database (CSD) ist eine Datenbank mit organischen und metallorganischen Röntgenstrukturen. Oligomere mit mehr als 25 Struktureinheiten sowie polymere Strukturen sind nicht erfasst. Derzeit beinhaltet die Datebank etwas über 215000 Einträge;. Sie ist nur über die dialog verfügbar.

Weitere Informationen zur CSD gibt es auf den CSD-Seiten des Rechenzentrums, dort auch das Online-Handbuch.

Die CSD wird mit der Software quest entweder im Text- oder Grafikmodus durchsucht. Daten können in verschiedenen Formaten ausgegeben und weiterverarbeitet werden.

Des weiteren gibt es mit conquest eine neue Software, die weiter unten behandelt wird.

Struktursuche mit quest

Quest erlaubt die Suche in den Datensätzen der CSD. Neben einer textbasierten Interaktion kann auch eine grafische Oberfläche genutzt werden. Hier soll ein kurzes Beispiel für beide Modi gezeigt werden.

    a. Textbasierte Suche

    Aufruf von Quest auf der Dialog mit

      > quest -j azt

    -- wobei azt ein frei gewählter Name für die Suche ist.

    Es erscheinen Informationen über die Datenbank und der Eingabeprompt "> ".

    Hier gibt man nun folgendes ein:

      > stoplimit 4
      > save postscript
      > t1 *name AZT

    Die Suche wird gestartet mit

      > quest t1

    Der erste Eintrag ist Piazthiole, den weisen wir ab (R, reject). Die nächsten vier übernehmen wir mit "K" wie "keep". Da wir mit stoplimit 4 die Anzahl der zu suchenden Datensätze auf vier limitiert haben, ist die Suche hier beendet und wir beantworten die Frage

      Do you want to exit QUEST? [Y]

    mit "Y". Quest schreibt die gefundenen Datensätze als postscriptfile in das Arbeitsverzeichnis.

    Dieses können wir uns mit

      > gv azt.ps

    ansehen.

    b. Suche mit grafischen Interface

    Zunächst ruft man wie oben quest auf, allerdings mit einem anderen Namen.

      > quest -j azt2

    Mit

      > term x

    teilen wir quest mit, welche Umgebung wir verwenden. Die grafische Benutzeroberfläche wird mit

      > menu

    gestartet.

    Den auf dem folgenden Fenster erscheinenden Text quittiert man mit einem Mausklick. Die Aufteilung des Fensters ist etwas ungewönlich, aber nicht schwierig zu beherrschen. Wir wollen die gleiche Suche wie unter a hier nochmal durchführen. Die grafische Benuzeroberfläche erlaubt auch, Strukturen zu zeichnen, darauf gehen wir aber nicht ein - ein weiteres Beispiel hierzu findet sich in einer Einfürung in die Benutzung von Quest von Rasmus Plewe.

    Klicken Sie auf die Fläche "TO-SEARCH" (oben rechts). Wählen Sie dann unter "Retrieve" den Schalter "Text". Links erscheinen nun einige Punkte, die man für die Suche ausfüllen kann. Uns reicht hier "*NAME". Durch einen Klick wird unten nach einer Texteingabe gefragt, geben sie "AZT" ein und bestätigen Sie mit der [Enter]-Taste. Danach klickt man wie aufgefordert auf "TO-SEARCH" (oben rechts).

    Nun müssen wir noch das Ausgabeformat angeben. Klicken Sie auf "FDAT" im "SAVE"-Fenster.

    Das Stoplimit setzen wir auf 1 (Knopf "STOP-LIMIT" etwa in der Mitte rechts, Eingabe von "1" und bestätigen mit [Enter])

    Die Suche kann beginnen: Starten Sie die Suche mit dem Knopf "QUEST...". In einem neuen Fenster erscheint unsere Auswahl "T1 *NAME AZT", diese klickt man an und startet mit dem Schalter "START-SEARCH".

    Der erste erscheinende Datensatz entspricht wieder dem Piazthiole, den wir wieder mit Reject abweisen. Den nächsten (FIXGAU02) behalten wir ("KEEP").

    Wir werden wieder aufgefordert, Quest zu beenden, tun Sie dies mit der Eingabe von "Y" und der [ENTER]-Taste.

    Nach dem Verlassen von Quest finden wir in unserem Verzeichnis eine Datei namens "azt2.dat".

Struktursuche mit conQuest

Conquest ist die neue grafische Benutzeroberfläche für die CSD. Sie hat u.a. den Vorteil, etwas intuitiver zu sein und das Format .res (xtaldat) zu schreiben, das z.B. von Schakal99 verstanden wird.

Conquest wird auf der Dialog mit

    >conquest

aufgerufen.

Wieder wollen wir nach Einträgen zum Thema AZT suchen. Klicken Sie auf die Schaltfläche "Compound Name". Nachdem Sie "AZT" eingegeben haben, können Sie die Suche direkt mit "Search" beginnen.

Nach kurzer Zeit erhalten wir fünf Ergebnisse. Schauen Sie sich die Strukturen auch im "3D-Visualizer" (rechts im Fenster) an.

Markieren Sie die Struktur NOMLAC und gehen Sie im Menue auf "File -> Export Entries as...".

Wo jetzt "CIFMIF: Combined DIF and MIF file" steht, können Sie "SHELX: simulated SHELX .res file" auswälen, klicken noch im "Select what to export" auf "Current entry only" und geben weiter unten einen Namen an, vielleicht azt3.res. Mit [save] wird die Datei geschrieben.

Beilstein Crossfire

Beilstein Crossfire ist ein Client für den Zugang zur Beilstein-Datenbank, bisher (meines Wissens nur für Windows-Plattformen erhältlich). Der Datenbank-Server ist (für den Kölner Zugang) in Dortmund. Beilstein Crossfire ermöglicht u.a. die Suche mit Hilfe am Bildschirm gezeichneter Moleküle. Beilstein liefert Informationen:

  • über die Synthese der Verbindungen
  • über Reaktionen, an denen die gefundene Verbindung beteiligt ist
  • zur Pharmakologie der Verbb.
  • ...

und das alles brav mit Literatur etc. Suchen per Hand im Beilstein konnten schon mal etwas länger dauern - eine Suche heute Online dauert meist nur ein paar Sekunden.

Der Beilstein Commander kann von von jedem innerhalb des Netzes der chemischen Institute verwendet werden. Die Software ist frei erhätlich. Über die Installation informiert man sich wieder auf der RRZK-Seite zum Beilstein-Commander.

Hier wird eine Suche nach Verbindungen durchgeführt, welche das Grundgerüst des AZT besitzen.

Nach dem Start des Commanders muss man Verbindung zur Datenbank aufnhemen, dies geschieht durch den Menuepunkt

    Application -> Crossfire

Den folgenden Dialog bestätigt man mit [OK].

Nun öffnet man den Struktureditor mit einem Doppelklick auf das mit [Structure] betitelte Fenster. Alternativ kommt man dorthin durch Klick auf das Symbol mit einem Benzolring und einem Stift, oberhalb des Structure-Fensters der dritte Knopf von rechts, oder über den Menuepunkt Task -> Structure-Editor.

Wir benutzen übliche Methoden zum Zeichnen der AZT-Struktur. Es ist z.B. eine Strategie, das Grundgerüst zunächst ausschließlich mit Kohlenstoff zu zeichnen und nachträglich durch Klicken auf die C-Atome andere Kerne auszuwählen. Den Bindungsgrad kann man durch Klicken auf die Bindung verändern. Es ist möglich, den Bindungsgrad bestimmter Bindungen bei der Suche "frei" zu lassen, also nicht festzulegen, ob es sich um eine Einfach-, Doppel- oder Dreifachbindung etc. handelt. Hierzu weist man den Bindungen den Typ "Any" zu. So kann man auch mit Kernen oder Substituenten verfahren.

Das Fenster sieht dann z.B. so aus, wobei die Bindungen zwischen den Stickstoffen auf "Any" gesetzt sind.

Statt selber zu zeichnen, kann man die Datei azt.bsd auch lokal abspeichern und im Beilstein Commander öffnen.

Den Struktureditor verläßt man über das Menue "Task -> Beilstein Commander".

Mit dem Menuepunkt "Task -> Start" wird die Suche in der Datenbank gestartet. In diesem Fall werden 18 Einträge gefunden. Man gelangt dann mit "Display Hits" zu den Ergebnissen der Suche.

Alternativ kann z.B. im Fact-Editor gezielt nach Verbindungen mit bestimmten Eigenschaften gesucht werden.


Anderes

Während des Kurses wurden die Programme ChemOffice, ACD-NMR und molden vorgestellt. ChemOffice und ACD-NMR sind im CIP-Pool Chemie installiert, Molden steht für verschiedene Plattformen im WWW (Molden Homepage) zur Verfügung.

Auf die Programme ACD-NMR und ChemOffice wird hier nicht weiter eingegangen. Beide enthalten Tutorials und durchdachte Hilfefunktionenen. Schwieriger zu handhaben ist molden, daher sollen die Fähigkeiten dieses Programms kurz vorgestellt werden.

Molden

Molden ist ein Programm zur Darstellung der Ergebnisse quantenchemischer Berechnungen. Molden versteht die Ausgabedateien (.log) von Gaussian. Wichtig ist, dass Gaussian Input-files in der Route-Section zusätzlich foldende Informationen beinhalten:

#p iop(6/7=3) gfinput

"p" sorgt für die Angabe zusätzlicher Informationen (z.B. über die SCF-Konvergenz); "iop(6/7=3)" schaltet die Ausgabe aller MO's an und "gfinput" zeigt Basissatzinformationen. Eine Liste der sog. Overlays (iops) findet man bei Gaussian.

Ein Beispiel für ein geeignetes Gaussian-Jobfile ist nitrobenzene_am1.com. Nach der Berechnung erhält man die Datei nitrobenzene_am1.log, welche von molden gelesen werden kann.

Nach dem Start von molden klickt man auf die Schaltfläche "Read" und gibt im erscheinenden Fenster die .log-Datei an. Zur Darstellung der Orbitale und Dichteverteilungen gelangt man mit dem Knopf "Dens.Mode". Standardmäßig ist nun das Molekül zu sehen, mit dem HOMO als Graph-Repräsentation dargestellt. Nun kann man eine 3D-Volumendarstellung wählen, indem man den Knopf "Space" klickt. Als Contour Value (Abfrage des folgenden Fensters) bietet sich 0.015 an. Statt des HOMO können natürlich alle Orbitale dargestellt werden (Plot Function), ebenso Potentiale etc.

Interessant ist auch die Möglichkeit, Vrml- und PovRay-Dateien zu exportieren (Schalter mit einem V und einem R). über den Umgang mit PovRay möge man die PovRay Homepage konsultieren.

Die folgende Grafik wurde mit PovRay erzeugt.

molden.jpg - PovRay

Klicken Sie auf molden.wrl. Sollte Ihr Browser vrml 1.0 nicht unterstützen, schauen Sie mal bei Cosmo-Software vorbei.


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Mailingliste für Fragen und Probleme zur Chemiesoftware: chemie-software@rrz.uni-koeln.de


Lars Packschies
Letzte Änderung: 2000-10-04