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Zu den Kurzbiographien
AUTOR: Thomas Bulmahn
TITEL: Das vereinte Deutschland - Eine lebenswerte Gesellschaft? Zur Bewertung von Freiheit, Sicherheit und Gerechtigkeit in Ost und West
ENGL. TITEL: The Unified Germany - a Livable Society? The Assessment of Freedom, Security and Social Justice in East and West
QUELLE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, 52, 2000, S. 405-427.
KURZREFERAT : Im Mittelpunkt dieses Artikels steht die Frage, wie lebenswert die bundesdeutsche Gesellschaft ist. Wie die Untersuchung zeigt, nehmen die Bürger eine ganze Reihe von Problemen wahr: Defizite bei Chancengleichheit und Gleichberechtigung ebenso wie Mängel beim Schutz vor Kriminalität und bei der sozialen Sicherheit. Selbst elementare Freiheitsrechte sehen einige als nicht verwirklicht an. Vor diesem Hintergrund wird untersucht, wie die Gesellschaft insgesamt bewertet wird, und welchen Stellenwert die Aspekte Freiheit, Sicherheit, Gerechtigkeit und Wohlstand haben. Es wird erörtert, warum die Ostdeutschen die gesellschaftlichen Verhältnisse in der Bundesrepublik anders, das heißt vor allem kritischer, beurteilen als die Westdeutschen. Die Diskussion macht deutlich, dass weder die sozialisationstheoretische Deutung noch die situationsbezogene Interpretation überzeugen können. Geeigneter erscheint ein Erklärungsmodell, das objektive und subjektive Momente der Bewertung integriert und diesen Aspekten in Anlehnung an Kosellecks Begriffspaar "Erfahrung" und "Erwartung" eine historische Dimension verleiht.
STICHWORTE: Qualität der Gesellschaft, Bewertung der Gesellschaft, Lebensbedingungen, Freiheitsrechte, soziale Sicherheit, Gerechtigkeit, Wiedervereinigung, Transformationsprozess, Erwartungen
ENGL. KURZREFERAT : This paper focusses on the question how people measure the quality of life in the German society. The analysis shows that citizens perceive a number of problems: lack of equal opportunities and social justice, insufficient protection from crime and deficits in social security. Some people even hold that elementary rights of freedom have not been realized. Against this background, the citizens. overall evaluation of the German society is presented as well as the importance of the aspects of freedom, security, justice and wealth. Finally, the question is discussed why east Germans regard the social conditions in the Federal Republic in a far more critical way than west Germans. It becomes obvious that neither an interpretation based on the theory of socialization nor an interpretation based on the actual situation is apt to provide an adequate explanation of this phenomenon. For this purpose, an alternative model of explanation has been introduced that integrates objective and subjective aspects and gives them a historic dimension, following Koselleck's definition of "experience" and "expectation" .
KEYWORDS: Quality of society, assessment of society, living conditions, freedom, security, social justice, German unification, transformation process, expectation
KORRESPONDENZANSCHRIFT: Dipl.-Soz. Thomas Bulmahn, Wissenschaftszentrum Berlin für
Sozialforschung (WZB), Abteilung "Sozialstruktur und Sozialberichterstattung", Reichpietschufer 50, D-10785
Berlin
E-Mail: bulmahn@medea.wz-berlin.de
AUTOR: Gunter Gebauer
TITEL: Die Konstruktion der Gesellschaft aus dem Geist? Searle versus Bourdieu
ENGL. TITEL: The society as a mental construction? Searle versus Bourdieu
QUELLE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, 52, 2000, S. 428-449.
KURZREFERAT : Philosophie und Soziologie beschreiben die Welt auf unterschiedliche Weisen, obwohl sie sich teilweise auf die gleichen Gegenstände zu beziehen scheinen. Am Beispiel von John Searle und Pierre Bourdieu werden verschiedenartige Denkweisen, die für diese beiden Disziplinen typisch sind, exploriert. In Searles Sichtweise wird die soziale Welt aus intentionalen Akten konstruiert; diese können als besondere Sprechakte logisch formalisiert dargestellt werden. Mit Hilfe "kollektiver Intentionalität" werden aus "rohen" Tatsachen gesellschaftliche Tatsachen konstruiert. Gegen die Searlesche Grundannahme einer aus geistigen Akten hervorgebrachten sozialen Wirklichkeit steht bei Bourdieu ein komplexes, in materiellen Handlungen fundiertes Zusammenspiel von Habitus und sozialer Praxis, die eine eigene Feldlogik besitzt. Insbesondere auf Grund der Vermittlungsleistung des Körpers verinnerlicht das Subjekt die Gesellschaft, die ihrerseits durch die Handlungen der Subjekte immer wieder von neuem erzeugt wird. Ebenso wie Bourdieu verwirft Searle den Gedanken, die sozialen Subjekte folgten bei ihrem regelhaften Handeln inneren Repräsentationen der Regelstruktur der sozialen Welt. Searle schlägt statt eines Regelfolgens eine neuartige Lösung vor: Das handelnde Subjekt erzeugt mit seinem "Hintergrund" Fähigkeiten und Fertigkeiten, die der Regelhaftigkeit der sozialen Welt funktional äquivalent sind. Das Konzept der funktionalen Äquivalenz lässt sich mit Gewinn auf den Habitus übertragen. Für die Beschreibung von "Hintergrund" und Habitus muss der Regelbegriff aufgegeben werden, aber für eine Kennzeichnung des normativen Aspekts sozialer Handlungen ist er nicht nur für die Philosophie, sondern auch für die Soziologie unverzichtbar.
STICHWORTE: Sprechakte, Intentionalität, logischer Aufbau der Welt, Habitus, soziales Feld, soziale Regeln, Regelhaftigkeit, funktionale Äquivalenz, Normativität sozialen Handelns
ENGL. KURZREFERAT : Philosophy and sociology, though partly appearing to refer to the same objects, differ in their ways of describing the world. Taking John Searle and Pierre Bourdieu as examples, the different ways of thinking typically of these disciplines are explored. In Searle's perspective, the social world is constructed by intentional acts which can be represented, in formal logic, as a particular kind of speech acts. Guided by a "collective intentionality", social facts are constructed by means of "brute" facts. Contrary to Searle's basic assumption of social reality being produced by mental acts, Bourdieu proposes a complex interplay, based on material acts, of habitus and social practice, which itself is being governed by the specific logic of social fields. Essentially relying on the mediating activity of the body, subjects internalize a society which itself is perpetually re-created by subjects "acts" Like Bourdieu, Searle rejects the idea of social subjects being guided, in their regular actions, by interior representations of the rule structure of the social world. Rather than rule following, Searle proposes an original solution: relying on their specific backgrounds, subjects in acting create abilities and competencies which are a functional equivalent of the regularity of the social world. This concept of functional equivalence can be transferred to and made fruitful for the concept of habitus. While the concept of rule must be abandoned for the description of background and habitus, it is indispensable, in philosophy as well as sociology, for the characterization of the normative aspects of social acts.
KEYWORDS: Speech acts, intentionality, logical structure of the world, habitus, social field, social rules, regularity, functional equivalence, normativity of social actions
KORRESPONDENZANSCHRIFT: Prof. Dr. Gunter Gebauer, Freie Universität Berlin, Institut
für Philosophie, Schwendener Straße 8, D-14195 Berlin
E-Mail: ggebauer@zedat.fu-berlin.de
AUTOR: Rolf Becker
TITEL: Klassenlage und Bildungsentscheidungen. Eine empirische Anwendung der Wert-Erwartungstheorie
ENGL. TITEL: Social Class and the Choice of Education. An Empirical Application of the Subjective Expected Utility Theory
QUELLE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, 52, 2000, S. 450-474.
KURZREFERAT: Die vorliegende Untersuchung ist ein empirischer Beitrag zur Erklärung der klassenspezifischen Bildungsungleichheit beim Übergang von der Grundschule auf die weiterführenden Schullaufbahnen in der Sekundarstufe I. Neueren Erklärungsansätzen zufolge basiert die Bildungsungleichheit neben historischen Bedingungen und institutionellen Regelungen des Bildungssystems vor allem auf Entscheidungen der Eltern. Demnach hängen klassendifferenzierende Bildungschancen mit klassenspezifischen Unterschieden in der Kosten-Nutzen-Abwägung für höhere Bildung und darauf basierenden Bildungsentscheidungen zusammen, die dann - vermittelt über die Selektions- und Allokationsfunktion des Bildungssystems und den Ressourcen des Elternhauses - zur sozialen Ungleichheit von Bildungschancen führen. Für die empirische Überprüfung der Modellaussagen wird ein zwei-stufiges Entscheidungs- und Prozessmodell vorgeschlagen. Mit Hilfe von Paneldaten und logistischen Regressionen wird unter besonderer Berücksichtigung von sozialer Herkunft zunächst die Entstehung von Bildungsabsichten und danach der tatsächliche Bildungsübergang detailliert untersucht. Insgesamt bestätigen die empirischen Befunde die von den werterwartungs- und entscheidungstheoretischen Erklärungsansätzen angenommenen Mechanismen und Prozesse der Bildungsentscheidung und des Bildungsübergangs. Weitgehend offen ist jedoch die Frage nach der historischen Dauerhaftigkeit der klassenspezifischen Bildungsungleichheit trotz Bildungsexpansion und Schulreformen.
STICHWORTE: Bildungsungleichheit, Klassenlage, Entscheidungsmodelle, Rational-Choice-Theorie, Wert-Erwartungs-Theorie
ENGL. KURZREFERAT : This empirical study seeks to contribute to the explanation of class differences in educational opportunities in the transition from primary to secondary education. According to recent theoretical explanations the social inequality in education results - apart from the historical conditions and institutions of the educational system - from rational choices of parents about the continuation of their children. s education. There is a nexus between class specific evaluation of costs and benefits of higher education and educational choice, which depends on the parents. resources and the selection and allocation function of the educational system. This interrelationship results in unequal educational attainment among the children of different social classes. These hypotheses are tested by employing a two-step model of the dynamics of choices and actual transition. Using panel data and logistic regression as well as considering the children's social origin the rise of educational aspirations and the following transition to higher education tracks are analyzed. The results lend support to the mechanisms and processes assumed by the subjective expected utility approach. However, there is an open question about the historical persistence of class differences in education in spite of educational expansion and school reforms.
KEYWORDS: Educational inequality, social class, decision models, rational choice theory, subjective expected utility theory
KORRESPONDENZANSCHRIFT: Dr. Rolf Becker, Technische Universität Dresden,
Institut für Soziologie, Mommsenstraße 13, D-01069 Dresden
E-Mail: becker-r@rcs.urz.tu-dresden.de
AUTOR: Stefan Bender, Dirk Konietzka und Peter Sopp
TITEL: Diskontinuität im Erwerbsverlauf und betrieblicher Kontext
ENGL. TITEL: Continuity in Work Life and the Firm
QUELLE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, 52, 2000, S. 475-499.
KURZREFERAT : In diesem Aufsatz untersuchen wir den Einfluss des betrieblichen Kontexts und der Erwerbsvorgeschichte auf die Kontinuität der Erwerbstätigkeit zwischen 1993 und 1995. Für die Rekonstruktion der Erwerbsvorgeschichte greifen wir auf Angaben aus der Beschäftigtenstichprobe des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zurück. Der betriebliche Kontext beruht auf Angaben aus dem Betriebspanel des IAB der Jahre 1993 bis 1995. Aus diesen beiden Datensätzen haben wir einen "linked employer-employee" Datensatz erstellt. Damit sind die Merkmale des Betrie-bes unabhängig von den Angaben der Individuen erfasst. Als konkurrierende Risiken haben wir Betriebswechsel, Unterbrechung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung und Arbeitslosigkeit unterschieden. Die Analysen zeigen den eigenständigen Einfluss der Form des vorhergehenden Er-werbsverlaufs auf die Wahrscheinlichkeit, im Zeitraum 1993 bis 1995 wieder die Erwerbstätigkeit zu unterbrechen bzw. arbeitslos zu werden. Zudem erhöhen die Größe und das Ausbildungsverhalten des Betriebes sowie vorhergehende innerbetriebliche Berufswechsel neben individuellen Merkmalen die Wahrscheinlichkeit, den Betrieb lückenlos zu wechseln. Insgesamt weisen unsere Ergebnisse auf eine Reproduktion von Diskontinuität im Erwerbsverlauf hin.
STICHWORTE: Erwerbstätigkeit, Betriebswechsel, Unterbrechung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung, Arbeitslosigkeit, Diskontinuität im Erwerbsverlauf
ENGL. KURZREFERAT : The influence of the firm and the former work life on the probability to interrupt one. s current employment between 1993 and 1995 is analyzed. For reconstructing individual work lifes, we use data from the . German Employment Statistic Register Sample 1975-1995. of the Institute of Employment Research (IAB). Characteristics of the firm were taken from the "firm panel" (Betriebspanel) of the same institution between 1993 and 1995. Both samples were merged to create a "linked employer-employee" data-set. Therefore, firm related variables like number of employees, economic situation and industry are independent of individual characteristics. In our empirical model we included the change of the employer, the interruption of work and unemployment as competing risks. Our analysis shows that the former work life has an independent influence on the risk of interrupting work or to become unemployed between 1993 and 1995. Furthermore, qualified persons who experienced job shifts within their last firm and who are employed by larger employers which invest in their employees have a greater probability to move directly to another employer. In sum, our results indicate a "reproduction" of discontinuous employment patterns over the work life.
KEYWORDS: Individual work lifes, change of employer, interruption of work, unemployment, discontinuous employment patterns
KORRESPONDENZANSCHRIFT: Dipl. Soz. Stefan Bender, Institut für Arbeitsmarkt- und
Berufsforschung der Bundesanstalt für Arbeit, Regensburger Str. 104, D-90327 Nürnberg
E-Mail: Stefan.Bender@iab.de
Dr. Dirk Konietzka, Dipl. Soz. Peter Sopp, Institut für Soziologie, Universität Rostock, August-Bebel-Str. 28,
D-18051 Rostock
E-Mail: dirk.konietzka@wisofak.uni-rostock.de; peter.sopp@wisofak.uni-rostock.de
AUTOR: Anke Hassel, Martin Höpner, Antje Kurdelbusch, Britta Rehder und Rainer Zugehör
TITEL: Zwei Dimensionen der Internationalisierung: Eine empirische Analyse deutscher Großunternehmen
ENGL. TITEL: Two Dimensions of Internationalization. An Empirical Analysis of the Internationalization of Firms
QUELLE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, 52, 2000, S. 500-519.
KURZREFERAT: Um den Einfluß wirtschaftlicher Internationalisierung auf nationale Institutionengefüge zu überprüfen, werden geeignete Messverfahren zur Messung von Internationalisierung benötigt. Der Beitrag stellt ein Verfahren zur Messung der Internationalisierung von Unternehmen vor. Dabei wird davon ausgegangen, dass die Internationalisierung von Unternehmen mehrere unterscheidbare Dimensionen hat. Die realwirtschaftliche Dimension beschreibt die güter- und produktionswirtschaftliche grenzüberschreitende Expansion der Unternehmen, während die kapitalmarktbezogene Dimension die Orientierung der Unternehmen an internationalen Kapitalmärkten abbildet. Anhand einer Untersuchung über den Internationalisierungsgrad der 100 größten deutschen Unternehmen werden beide Internationalisierungsdimensionen empirisch überprüft. Die Faktorenanalyse unterstützt die Annahme, dass sich beide Dimensionen empirisch deutlich voneinander unterscheiden lassen. Anhand der vorgestellten Messmethoden lassen sich die Unternehmen eindeutig in stark und schwach internationalisierte Unternehmen einteilen.
STICHWORTE: Internationalisierung von Unternehmen, Indexkonstruktion, Produktionsorientierung, Kapitalmarktbezug, Grade der Internationalisierung
ENGL. KURZREFERAT: In order to analyze the impact of internationalization on national institutions, methods of measuring the degree of internationalization are required. The article presents a method for measuring the degree of internationalization of firms. We assume that the internationalization of firms has several dimensions which cannot be combined into one index, and therefore, have to be distinguished. The first dimension refers to the production activities of firms abroad; the second is measured by the proximity of the firm to international capital. Using a group of the 100 largest German companies both dimensions are empirically tested. Factor analysis supports the assumption that both dimensions, the product-oriented and the financial dimension, do not co-vary and can be separated. Using the measurements we can rank firms into higher and lower degrees of internationalization.
KEYWORDS: Internationalisation of firms, index construction, production orientation, capital orientation, degrees of internationalization
KORRESPONDENZANSCHRIFT: Dr. Anke Hassel, Max-Planck-Institut für
Gesellschaftsforschung, Paulstr. 3, D-50676 Köln
E-Mail: Hassel@mpi-fg-koeln.mpg.de
AUTOR: Gero Lenhardt, und Manfred Stock
TITEL: Hochschulentwicklung und Bürgerrechte in der BRD und der DDR
ENGL. TITEL: Higher Education and Civil Liberties in the Federal Republic of Germany and in the German Democratic Republic
QUELLE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, 52, 2000, S. 520-540.
KURZREFERAT: Die Hochschulen in der BRD expandieren mehr oder weniger kontinuierlich bis heute; in der DDR stagnierten sie dagegen seit 1971. In diesen Verlaufsmustern kommen gesellschaftliche Ordnungs-vorstellungen zum Ausdruck. Das war in der DDR der materialistische Glaube an objektive Gesetzmäßigkeiten der gesellschaftlichen Entwicklung. Er fand in der Bildungs- und Arbeitskräfteplanung institutionellen Ausdruck und manifestierte sich in der Sozialkategorie der Intelligenz. Die wissenschaftliche Bildung nahm dabei partikularen Charakter an und wurde zum Opfer gesellschaftlicher Konflikte. In der BRD setzte sich dagegen die normative Vorstellung des individuellen Bildungsinteresses durch. Die zunächst noch ständisch exklusive Hochschulbildung wird verallgemeinert, und in der Arbeitswelt erhält die Berufskultur des Professionalismus eine Entwicklungsmöglichkeit. Die Hochschulbildung wird damit allmählich zum Inhalt eines allgemeinen gesellschaftlichen Interesses.
STICHWORTE: Hochschulbildung, Universität, Bildungspolitik, Arbeitskraftnachfrage, Professionalisierung, DDR, BRD
ENGL. KURZREFERAT: The universities in the Federal Republic of Germany are expanding more or less continuously since the 1950s; the expansion of those in the German Democratic Republic, by contrast, stagnated since 1971. The two patterns of educational development are due to different normative concepts of the social order. Educational policy in socialist East Germany gave institutional expression to the belief in objective laws of social development and hence in an objective demand for highly qualified manpower. In this normative context higher education took on particularist meaning and functions, provoked serious social conflicts and was finally reduced by political decree. In the Federal Republic, by contrast, freedom of educational and occupational choice prevailed, and the former elitist academic education was popularized. At the same time the culture of professionalism expanded in the world of work. In this process higher education turned into a matter of universal social interest.
KEYWORDS: Higher education, university, educational policy, manpower demand, professionalization, German Democratic Republic, Federal Republic of Germany
KORRESPONDENZANSCHRIFT: Dr. Gero Lenhardt, Max-Planck-Institut für Bildungsforschung,
Lentzeallee 94, D-14195 Berlin
E-Mail: Lenhardt@mpib-berlin.mpg.de
Dr. Manfred Stock, Hufelandstr. 24, 10407 Berlin
E-Mail: mstock@zedat.FU-Berlin.de
AUTOR:Stefan Sacchi
TITEL: Messung von Wertorientierungen: Ranking oder Rating? Kritische Anmerkungen zum Beitrag von Klein und Arzheimer
ENGL. TITEL: The Measurement of Value Orientations: Ranking or Rating? A Critical Discussion of Klein and Arzheimer's Study
QUELLE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, 52, 2000, S. 541-552.
KURZREFERAT: Markus Klein und Kai Arzheimer haben vor kurzem in dieser Zeitschrift (in Heft 3, Jg. 51, 1999: 550-564) die Eignung von Rating-Skalen und Rangierungsverfahren zur Messung von Wertorientierungen am Beispiel der Postmaterialismus-Dimension untersucht. Sie sind dabei zum Schluss gekommen, dass eine Messung mittels Rating-Skalen den häufiger angewandten Rangierungen vorzuziehen ist. Im vorliegenden Beitrag vertrete ich die These, dass diese Schlussfolgerung auf einer überzogenen Interpretation der empirischen Befunde und einer problematischen Untersuchungsanlage beruht. Insbesondere wird die Frage nach der Validität der beiden konkurrierenden Verfahren ausgeklammert, obschon keineswegs gesichert ist, dass sie dieselbe kognitive Dimension erfassen. Ich schlage deshalb ein alternatives Untersuchungsdesign vor, mit dem Validität und Zuverlässigkeit der beiden Verfahren umfassend geklärt werden können. Solange dazu keine gesicherten empirischen Erkenntnisse vorliegen, bleiben theoretische Überlegungen, wie ich sie abschließend skizziere, für die Wahl des adäquaten Messverfahrens entscheidend.
STICHWORTE: Messung von Wertorientierungen, Postmaterialismus-Skala, Ranking-Verfahren, Rating-Verfahren, Validierung, Methodenexperiment, alternatives Untersuchungsdesign
ENGL. KURZREFERAT: In a methodological study recently published in this journal (No. 3, Vol. 51, 1999: 550-564), Klein and Arzheimer compared two competing methods for the measurement of personal value orientations, namely, rating and ranking. Focussing on postmaterialist value orientations, they concluded that ratings are superior. In this article, it is argued that this conclusion is based on a misleading interpretation of findings and a questionable research design. In particular, the authors do not address the validity of the two measurement methods, implicitly assuming that they both capture the same cognitive dimension. Since it is unclear whether or not this assumption holds, a broader research approach is suggested here, which allows assessment of both the validity and the reliability of the competing methods. Given the lack of empirical evidence regarding these points, theoretical considerations, briefly outlined in the last section, are crucial for the selection of an appropriate measurement strategy.
KEYWORDS: Measurement of value orientations, postmaterialism scale, ranking, rating, validation, methodological experiment, alternative research approach
KORRESPONDENZANSCHRIFT: Dr. Stefan Sacchi, Professur für Soziologie,
ETH Zentrum/SEW E27, Scheuchzerstr. 70, CH-8092 Zürich
E-Mail: sacchi@soz.gess.ethz.ch
AUTOR: Markus Klein und Kai Arzheimer
TITEL: Einmal mehr: Ranking oder Rating? Über die adäquaten Messung von gesellschaftlichen Wertorientierungen. Eine Erwiderung auf Stefan Sacchi
ENGL. TITEL: Once Again: Ranking or Rating? The Adequate Measurement of Social Value Orientations. A Rejoinder to Stefan Sacchi
QUELLE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, 52, 2000, S. 553-563.
KURZREFERAT: Stefan Sacchi stellt in seiner Replik auf unseren Aufsatz . Ranking- und Ratingverfahren zur Messung von Wertorientierungen, untersucht am Beispiel des Inglehart-Index. (Klein und Arzheimer 1999) die Angemessenheit des dort berichteten Methodenexperiments in Frage. In dieser Antwort zeigen wir, dass Sacchis Kritik unserer Analyse nicht in jedem Punkt gerecht wird, u.a. deshalb, weil er von unangemessenen theoretischen Annahmen ausgeht. Darüber hinaus ist sein eigenes, modifiziertes Untersuchungsdesign nicht geeignet, die Frage zu entscheiden, ob das Ranking- oder das Ratingverfahren besser für die Messung von Wertorientierungen geeignet ist.
STICHWORTE: Messung von Wertorientierungen, Inglehart-Index, Ranking-Verfahren, Rating-Verfahren, Untersuchungsdesign, theoretische Annahmen
ENGL. KURZREFERAT : In his discussion of our article . Ranking and Rating Procedures for the Measurement of Values, Analyzed with an Example of the Inglehart-Index. Empirical Results of a Methodological Experiment. (KZfSS 51, 1999: 550-564) Stefan Sacchi questions the appropriateness of the methodological experiment described in our paper. In this rejoinder we show that Sacchi's criticism does not do justice to our analysis in all respects, because - among other things - he starts from inappropriate theoretical assumptions. In addition, his own modified research design is not suitable to decide the question whether the method of ranking or of rating is more appropriate for the measurement of value orientations.
KEYWORDS: Measurement of value orientations, Inglehart index, ranking, rating, research design, theoretical assumptions
KORRESPONDENZANSCHRIFT: Markus Klein, M.A., Zentralarchiv für empirische
Sozialforschung an der Universität zu Köln, Bachemer Str. 40, D-50931 Köln
E-Mail: klein@za.uni-koeln.de
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