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Zu den Kurzbiographien
AUTOR/AUTHOR: Albert, Gert
TITEL: Paretos hermeneutischer Positivismus. Eine Analyse seiner Handlungstheorie
ENGL. TITLE: Paretos Hermeneutical Positivism. An Analysis of his Action Theory
QUELLE/SOURCE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 54, 2002, S. 625-644.
KURZREFERAT: Eine Analyse der Handlungstheorie Paretos unter Heranziehung des praktischen Syllogismus zeitigt als Ergebnis die Unterscheidung einer externalistischen und einer internalistischen Komponente seines Handlungsmodells. Die externalistische Komponente ist positivistischen Charakters und daher heute inakzeptabel. Sie enthält zwei klassische positivistische Positionen: die strikte Abgrenzung zwischen Metaphysik und Wissenschaft und die Verschwörungstheorie des Irrtums. Beide wurden von Karl Popper durchschlagend kritisiert. Die internalistische Komponente enthält das von Donald Davidson später berühmt gemachte Prinzip "Gründe als Ursachen". Bei einem Vergleich mit Max Weber erweist es sich als das Rationalitätsprinzip der verstehenden Soziologie. Unter Einschluss der internen und externen Komponente seiner Handlungstheorie kann Paretos Position damit als hermeneutischer Positivismus bezeichnet werden. Der Artikel beschreibt eine bisher nicht thematisierte Wirkung positivistischer Erkenntnistheorie auf die Soziologie und präzisiert die handlungstheoretischen Grundlagen der verstehenden und erklärenden Soziologie unter Rückgriff auf die moderne analytische Handlungstheorie.
STICHWORTE: Handlungstheorie, kritischer Rationalismus, Vilfredo Pareto, Rationalprinzip, Max Weber, Epistemologie, erklärende Soziologie, hermeneutischer Positivismus
ENGL. KURZREFERAT/ABSTRACT: An analysis of Pareto's action theory making use of practical syllogism has as a result the differentiation of an externalist and an internalist part of his model of action. The externalist part is positivist in character and therefore unacceptable. It contains two classical positivist positions: a strict demarcation between metaphysics and science and the conspiracy-theory of error. Both were rightly criticised by Karl Popper. The internalist part contains the principle "reasons as causes," which subsequently has been elaborated by Donald Davidson. In comparison with Max Weber it is shown that this is the rationality principle of interpretative sociology. Bringing internalist and externalist perspective together Pareto's position can be called hermeneutical positivism. The article describes an hitherto neglected effect of positivist epistemology on sociology, and specifies the action-theoretical bases of interpretative and explanative sociology.
KEYWORDS: action theory, critical rationalism, Vilfredo Pareto, positivism, rationality principle, Max Weber, epistemology, explanative sociology, hermeneutical positivism
KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: Gert Albert, M.A., Universität Heidelberg, Institut für Soziologie, Sandgasse 9, D-69117 Heidelberg
E-Mail: Gert.Albert@urz.uni-heidelberg.de
AUTOR/AUTHOR: Konietzka, Dirk
TITEL: Die soziale Differenzierung der Übergangsmuster in den Beruf. Die "zweite Schwelle" im Vergleich der Berufseinstiegskohorten 1976-1995
ENGL. TITLE: The Social Differentation of Entry Patterns into the Labor Market
QUELLE/SOURCE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 54, 2002, S. 645-673.
KURZREFERAT: Zunehmende Brüche und Risiken werden häufig als prägendes Merkmal des Wandels des Berufseinstiegsprozesses der letzten Jahrzehnte betrachtet. Sie sind allerdings ein heterogenes Phänomen, das einer differenzierten Analyse bedarf. Bezogen auf den Berufseinstieg von Absolventen einer betrieblichen Berufsausbildung werden in diesem Beitrag betriebliche und berufliche Wechsel sowie Arbeitslosigkeit als Indikatoren nichtkonventioneller Übergänge untersucht. Die Analyse der IAB-Beschäftigtenstichprobe 1975-1995 zeigt, dass sich die relativen Gewichte der Übergangsmuster in den Beruf im Kohortenvergleich sehr unterschiedlich entwickelt haben. Die Wahrscheinlichkeiten, einzelne Übergangsmuster zu realisieren, sind sozial- und berufsstrukturell deutlich differenziert. Kombinierte Berufs- und Betriebswechsel implizieren die stärksten Übergangsrisiken an der zweiten Schwelle. Konsistente Anzeichen in Richtung einer Entstrukturierung des Erwerbseinstiegs können nicht beobachtet werden.
STICHWORTE: Arbeitsmarkt, Berufseinstieg, Betriebswechsel, Berufswechsel, Arbeitslosigkeit, Korhortenanalyse
ENGL. KURZREFERAT/ABSTRACT: Growing risks in working lives and in transition to the first job are supposed to be a core characteristic of labor market changes in the last two decades. However, they cover heterogeneous phenomena that have to be treated separately. Regarding the job entry process among in-firm training diploma holders, firm shifts, occupational shifts and unemployment represent distinct indicators of non-standard transitions to the first job. The empirical analyses, using data from the German IAB-employment-subsample 1975-1995, show that transition patterns have changed differently in the respective cohorts. The probability of experiencing specific transition patterns strongly depends on social-structural as well as occupation-specific characteristics. The strongest risks at labor market entry are associated with combined firm and occupational shifts. There is no coherent evidence of a dominant trend towards less structured job entry patterns.
KEYWORDS: labor market, job entry process, firm shift, occupational shift, unemployment, cohort analysis
KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: Dr. Dirk Konietzka, Universität Rostock, Institut für Soziologie und Demographie, Ulmenstr. 69, D-18051 Rostock
E-Mail: dirk.konietzka@wisofak.uni-rostock.de
AUTOR/AUTHOR: Diekmann, Andreas; Wyder, David
TITEL: Vertrauen und Reputationseffekte bei Internet-Auktionen
ENGL. TITLE: Trust and Reputation in Internet-Auctions
QUELLE/SOURCE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 54, 2002, S. 674-693.
KURZREFERAT: Geht man davon aus, dass der Tausch einem Gefangenendilemma oder, falls einer der Akteure eine Vorleistung erbringt, einem sequentiellen Gefangenendilemma bzw. Vertrauensspiel entspricht, dann könnte man prognostizieren, dass anonyme Tauschpartner in Internet-Auktionen mit hoher Wahrscheinlichkeit opportunistisch handeln werden und der Markt kollabieren wird. Dieser Gefahr wird durch eine einfache Institution begegnet. Auf Grund des bei Internet-Auktionen üblichen Ratings von Transaktionen lohnt es sich, in Reputation zu investieren, um zukünftige Austauschchancen wahrnehmen zu können. Anhand von rund 200 Auktionen von Mobiltelefonen gehen wir der Frage nach den Reputationseffekten empirisch nach. Dabei kann die Analyse der nicht-reaktiven Daten allgemein zu einem besseren Verständnis grundlegender sozialer Prozesse des sozialen Austauschs, von Reputation, Vertrauen, Kooperation und dem Einfluss institutioneller Regeln auf das Funktionieren von Märkten beitragen. In unserer Untersuchung werden Ergebnisse zu Effekten der Reputation auf Transaktionsmerkmale wie Verkaufserfolg, Zahlungsmodus und Verkaufspreis berichtet. Insbesondere fragen wir, ob Anbieter eine "Reputationsprämie" erzielen. Im Ergebnis zeigt sich, dass Käufer ihr Risiko durch die Auswahl eines Verkäufers mit Reputation mindern und dafür bereit sind, ein höheres Gebot abzugeben. Der Verkäufer schützt sich dagegen vor betrügerischen Käufern durch eine geeignete Wahl der Zahlungsmodalitäten. Diese einfachen institutionellen Regelungen garantieren ein reibungsloses Funktionieren der Märkte trotz beidseitiger Möglichkeiten opportunistischen Handelns.
STICHWORTE: Kooperation, Austausch, Reputation, Vertrauen, Internet-Auktion, oppurtunistisches Verhalten, Markteffizienz
ENGL. KURZREFERAT/ABSTRACT: In internet auctions the exchange between two anonymous actors corresponds to a one-shot prisoner's-dilemma-like situation. In such a situation there is a high risk that both actors will cheat and that the market will collapse. The solution to attaining mutual cooperation is the simple and very efficient institution of a public rating system. By this institution sellers have an incentive to invest in reputation in order to enhance future chances of business. Using data from about 200 auctions of mobile phones we analyse the effects of the reputation system by empirical methods. In general the analysis of non-obtrusive data from auctions may help to gain a deeper understanding of basic social processes of exchange, reputation, trust and cooperation, and of the impact of institutions on the efficiency of markets. In this study we report empirical estimations of the effects of reputation on characteristics of transactions like the probability of a successful deal, the mode of payment, and the largest bid or auction price. Particularly, we ask whether sellers receive a "premium" for reputation. Results show that buyers are ready to pay higher prices for reputation to diminish the risk of exploitation. On the other hand, sellers protect themselves against cheating by choosing of a proper mode of payment. Simple institutional settings lead to cooperation, relatively rare events of fraud, and efficient markets despite the risk of mutual opportunistic behavior.
KEYWORDS: cooperation, exchange, reputation, trust, internet auction, opportunistic behavior, efficiency of markets
KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: Prof. Dr. Andreas Diekmann, Universität Bern, Institut für Soziologie, Unitobler, Lerchenweg 36, CH-3000 Bern 9
E-Mail: Andreas.Diekmann@soz.unibe.ch
AUTOR/AUTHOR: Pfeiffer, Manfred; Gelau, Christhard
TITEL: Determinanten regelkonformen Verhaltens am Beispiel des Straßenverkehrs: Variablen der Norminternalisierung im Zusammenwirken mit Effekten polizeilicher Überwachungstätigkeit
ENGL. TITLE: Determinants of Rule Compliant Behavior in Road Traffic. Variables of Norm Internalisation and their Interaction with Effects of Police Enforcement
QUELLE/SOURCE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 54, 2002, S. 694-713.
Anhang zum Beitrag von Pfeiffer und Gelau
KURZREFERAT: Polizeiliche Überwachung und Sanktionierung von Regelverstößen stellen erwiesenermaßen eine Grundvoraussetzung für die Aufrechterhaltung und Steigerung der Straßenverkehrssicherheit dar. Als zu Grunde liegender Wirkmechanismus von Maßnahmen der polizeilichen Überwachung wird üblicherweise ein Abschreckungseffekt angenommen. Demgegenüber wurde aus einer soziologischen Perspektive heraus wiederholt die Bedeutung der Norminternalisierung als Prädiktor regelabweichenden Verhaltens betont. Ziel des vorliegenden Beitrags ist es daher, die jeweiligen Einflüsse der Norminternalisierung und der den Abschreckungseffekt determinierenden Variablen auf regelkonformes Verhalten im Straßenverkehr einander gegenüberzustellen. Auf Grund einer Sekundäranalyse von Daten eines Projekts zu Determinanten der Wirksamkeit polizeilicher Überwachung (N=1.757), das im Auftrag der Bundesanstalt für Straßenwesen vom Institut für angewandte Verkehrs- und Tourismusforschung (IVT) durchgeführt wurde, wird im vorliegenden Beitrag eine Operationalisierung des Konstrukts Allgemeine Normorientierung vorgeschlagen und in bivariaten und multivariaten Analysen mit den Modellvariablen der Oppschen Theorie der Gesetzesbefolgung in Beziehung gesetzt. In den Ergebnissen zeigt sich eine zufriedenstellende interne Konsistenz (a=0,82) der hier entwickelten Skala Allgemeine Normorientierung sowie erwartungskonforme Korrelationen mit Modellvariablen der Oppschen Theorie, die auch auf Grund der durchgeführten multivariaten Analysen weitgehende Bestätigung erfährt. Die Ergebnisse werden hinsichtlich praktischer Konsequenzen für die Verhaltensbeeinflussung von Autofahrern diskutiert.
STICHWORTE: Regelkonformes Verhalten, Abschreckung, Norminternalisierung, polizeiliche Überwachung, Geschwindigkeitsübertretung, Fahren unter Alkoholeinfluss, allgemeine Normorientierung
ENGL. KURZREFERAT/ABSTRACT: The main role of traffic police enforcement can be seen as preventing road users from committing offences leading to road crashes and injuries. As the operating principle underlying the impact of police enforcement a deterrence effect has been discussed repeatedly, whereas from a sociological perspective the importance of "Norm Internalization" has been emphasised. Thus, the present paper aims at comparing the influence of "Norm Internalization" and the variables constituting the deterrence effect on compliance with rules in road traffic. Based on a secondary analysis of data from a project on behavioral determinants of police surveillance carried out by the "Institute of Applied Transport and Tourism Research" (IVT) on behalf of the Federal Highway Research Institute (BASt) an operationalization of the construct "General Norm Orientation" is developed. In several subsequent steps of statistical analysis patterns of correlations with variables from Opp's "Theory of Law Obedience" are revealed. Results show a sufficiently high internal consistency (a=0,82) of the scale "General Norm Orientation" and significant correlations with variables from Opp's theory. The directions of these correlations are as expected and confirmed by multivariate analyses. Results are discussed with respect to their implications for influencing road users' behavior.
KEYWORDS: rule compliant behavior, deterrence, norm internalization, police enforcement, speeding, alcohol-impaired driving, general norm orientation
KORRESPONDENZANSCHRIFTEN/ADDRESSES:Dipl.-Soz. Manfred Pfeiffer, Institut für angewandte Verkehrs- und Tourismusforschung e.V., M 4, 10, D-68161 Mannheim
Dr. Christhard Gelau, Bundesanstalt für Straßenwesen, Brüderstraße 53, D-51427 Bergisch Gladbach
E-Mail: Pfeiffer@ivt-mannheim.de
Gelau@BAST.de
AUTOR/AUTHOR: Eckhard, Jan
TITEL: Arbeitsteilung in Stieffamilien. Die Bedeutung der Familienform und der Art der Elternschaft für die familiale Arbeitsteilung
ENGL. TITLE: Division of Labor in Stepfamilies. The Significance of the Type of Family and Parenthood for Intra-familial Division of Labor
QUELLE/SOURCE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 54, 2002, S. 714-732.
KURZREFERAT: Im Vergleich zu anderen Familien tendieren Familien mit Stiefkindern verstärkt zu nicht-traditionalen Formen familialer Arbeitsteilung. Aus verschiedenen Erklärungsmodellen zur familialen Arbeitsteilung können verschiedene Thesen zur Erklärung dieses Unterschiedes zwischen Familien mit und ohne Stiefkindbeziehungen abgeleitet werden. Diese Thesen werden anhand der Daten des Familiensurvey 1988 geprüft. Hierbei zeigt sich, dass die Art der Elternschaft (leibliche gegenüber nicht-leibliche Elternschaft) für die Partizipation einer Person an der familialen Arbeit bedeutungslos ist. Es wird vorgeschlagen, die Tendenz der Stieffamilien zu nicht-traditionalen Formen der Arbeitsteilung vor allem auf das Fehlen diesbezüglicher sozial vermittelter Verhaltensmuster für Elternteile in Stieffamilien zurückzuführen.
STICHWORTE: Familie, Elternschaft, Stieffamilie, Arbeitsteilung
ENGL. KURZREFERAT/ABSTRACT: In comparison to other families, families featuring stepchild-relations are more inclined to practice non-traditional forms of intra-familial division of labor. A number of hypotheses to account for the differences between families with stepchild-relations and families without stepchild-relations can be deduced from various middle-range-theories concerning intra-familial division of labor. These hypotheses are examined using the German Family Survey (Familiensurvey) 1988 data. It is shown that hypotheses which assume the type of parenthood (natural or non-natural parenthood) as determining one's participation in familial labor cannot be confirmed. It is suggested to regard the tendency towards non-traditional forms of division of labor in stepfamilies as deriving from a lack of socially mediated patterns of behavior for parents in stepfamilies.
KEYWORDS: family, parenthood, stepfamiliy, division of labor
KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: Jan Eckhard, B5, 16, D-68159 Mannheim
E-Mail: jan_eckhard@web.de
AUTOR/AUTHOR: Franzen, Axel; Hecken, Anna
TITEL: Studienmotivation, Erwerbspartizipation und der Einstieg in den Arbeitsmarkt
ENGL. TITLE: Student Effort, Labor Market Participation, and Labor Market Entry
QUELLE/SOURCE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 54, 2002, S. 733-752.
KURZREFERAT: Vor dem Hintergrund steigender Studierendenzahlen wird in der bildungspolitischen Debatte immer wieder der Vorschlag diskutiert, die Studiendauer an Universitäten zu reglementieren, bzw. längere Studienzeiten mit höheren Studiengebühren zu bestrafen. Dabei wird implizit davon ausgegangen, dass sich die Studierenden dem Studium vollzeitlich widmen. Wir untersuchen in diesem Beitrag, in welchem Umfang und aus welchen Motiven Studierende neben dem Studium einer Erwerbstätigkeit nachgehen und welche Konsequenzen diese für die Studiendauer und den Übergang in den Arbeitsmarkt hat. Die Datenbasis unserer Analysen ist zum einen eine Befragung von Studierenden der Universität Bern im Sommersemester 2001 (N=3360) und zum anderen eine landesweite Befragung unter allen Schweizer Hochschulabsolventen des Jahres 2000 (N=7005). Die Analysen zeigen, dass die teilzeitliche Erwerbspartizipation das Studium zwar geringfügig verlängert, aber die Stellensuchzeit deutlich reduziert, wenn die Erwerbsarbeit einen inhaltlichen Bezug zum Studium aufweist. Außerdem zeigt sich, dass das Einstiegsgehalt von Absolventen mit Berufserfahrung 4 Prozent höher ist als dasjenige der Vergleichsgruppe. Selbst die Erwerbspartizipation ohne inhaltlichen Studienbezug wirkt sich nicht negativ auf den Übergang in den Arbeitsmarkt aus. Die Untersuchung kommt daher zu dem Schluss, dass die Erwerbspartizipation während des Studiums tendenziell mehr Vorteile als Nachteile für die Studierenden hat. Vor diesem Hintergrund ist eine Reglementierung der Studienzeiten fragwürdig, bzw. sollten solche Reglemente die Möglichkeit der Erwerbspartizipation berücksichtigen.
STICHWORTE: Student, Universität, Studienreform, Studiendauer, Arbeitsmarkt, Teilzeitarbeit, Erwerbstätigkeit, Arbeitsmarkteintritt
ENGL. KURZREFERAT/ABSTRACT: Increased student enrollment in public universities has led to a debate on curricula reform with a view to limiting the length of study, particularly by introducing tuition fees for long-time students. It is implicitly assumed in this debate that all students are full-time students. We investigate why and to what extent students participate in the labor market. Furthermore, we study the effects of part-time work on the time it takes to graduate, to find employment and on the level of earnings. We analyze two data sets, first, a survey among students enrolled at the University of Bern conducted during summer 2001 (N=3360) and secondly, a survey of all university graduates in Switzerland conducted in 2001 (N=7005). The results show that labor market participation increases the time it takes students to reach graduation. However, labor market experience reduces the time it takes graduates to find employment and increases their earnings by 4 percent if their experience was related to the subject being studied. Labor market participation bearing no relation to university studies has no negative effects on graduate entrance into the labor market. Thus, the study suggests that student participation in the labor market has more beneficial effects than disadvantages. In light of these results curricula reforms should take into account the possibility of gaining labor market experience.
KEYWORDS: student, university, curriculum reform, length of study, labor market participation, part-time work, employment, labor market entry
KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: Axel Franzen und Anna Hecken, Institut für Soziologie, Universität Bern, Lerchenweg 36, CH-3012 Bern
E-Mail: axel.franzen@soz.unibe.ch
AUTOR/AUTHOR: Wilkesmann, Uwe; Blutner, Doris; Meister, Claudia
TITEL: Der Fußballverein zwischen e.V. und Kapitalgesellschaft. Wie Profifußballvereine das Dilemma zwischen Mitgliederrepräsentation und effizienter Zielverfolgung institutionell lösen
ENGL. TITLE: Between Membership Association and Joint Stock Company. How Professional Soccer Clubs Overcome the Dilemma Between Member Representation and Efficient Goal Attainment by Institutional Changes
QUELLE/SOURCE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 54, 2002, S. 753-774.
KURZREFERAT: In diesem Aufsatz wird gezeigt, wie das Dilemma zwischen Integration der Mitgliederinteressen und effizienter Zielverfolgung zu einem Organisationsentwicklungsprozess bei den Profifußballvereinen führt. Nachdem das Problem aus der Sicht der Rational-Choice-Theorie beleuchtet wurde, werden drei Muster aus der deutschen Fußballbundesliga diskutiert, in denen das Dilemma unterschiedlich überwunden wird. Die drei Muster werden an drei Fallbeispielen aus dem Ruhrgebiet illustriert. In der klassischen Vereinsstruktur bleibt das Dilemma institutionell ungelöst, wird aber situativ durch die Kontrolle über die Ressource "Kapitalbeschaffung" zu Gunsten der Zieldurchsetzung überwunden. In dem Muster der AG-Struktur ohne Kapitalgesellschaftsform wird die Entscheidungsbeteiligung der Mitglieder nur noch repräsentativ über einen Aufsichtsrat gewährleistet. So können allerdings interne Willensbildungsprozesse (in der Kleingruppe des Aufsichtsrates) und deren Durchsetzung erleichtert werden. In der Kapitalgesellschaftsform der GmbH & Co. KGaA beschränken sich die Beteiligungsmöglichkeiten der Mitglieder auf symbolische Akte. Insgesamt führt dieser Organisationsentwicklungsprozess die deutschen Profifußballvereine zu einer partizipativ-flexiblen Organisationsform.
STICHWORTE: Verein, Organisationsentwicklung, Mitgliederrepräsentation, Zielerreichung, Fussball, Sport
ENGL. KURZREFERAT/ABSTRACT: The overcoming of the dilemma of member contribution and efficient goal attainment leads German soccer clubs to an organizational development process. Three patterns of overcoming this dilemma in clubs of the first German soccer league are discussed. After analyzing theoretical problems of clubs from the point of view of rational-choice-theory, we focus on the three patterns of overcoming the dilemma and illustrate each with a case study. For the case studies we choose three soccer clubs from the Ruhr-area. The three patterns are: (1) The classical German club structure: In this case the control of the resource 'provision of capital' solves the dilemma ad hoc in favor of goal attainment. (2) The stock company structure without a joint investment structure: This pattern preserves the participation of the members only by representatives through the introduction of a supervisory board. (3) A limited liability company as the general partner of a public limited company (a typical German form of a joint stock company): In this pattern the soccer club is transformed into a company, which restricts the members' participation possibilities to symbolic acts in favor of goal attainment. The organizational development process of the German soccer clubs leads in general to a democratic-flexible form of organization.
KEYWORDS: clubs, organizational development, member representation, goal attainment, soccer, sport
KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: PD Dr. Uwe Wilkesmann, Ruhr-Universität Bochum, Fakultät für Sozialwissenschaft, GB 04/146, D-44780 Bochum
E-Mail: Uwe.Wilkesmann@ruhr-uni-bochum.de
AUTOR/AUTHOR: Windzio, Michael
TITEL: Über den Vergleich von Koeffizienten zwischen den Zielzuständen im "Competing Risk" Modell. Richtigstellung einer Koeffizienteninterpretation in "Die 'ökologische Dynamik' der Sozialstruktur in Organisationen"
ENGL. TITLE: Comparing Effects in Competing Risk Models. Correcting the Interpretation of Coefficients in "The 'Ecological Dynamics' of the Social Structure in Organizations"
QUELLE/SOURCE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 54, 2002, S. 775-776.
KURZREFERAT: Vergleicht man in einem Competing Risk Modell die Effektstärken über die Zielzustände hinweg, sollte man aus dem der Modellschätzung zu Grunde liegenden Datensatz eine Zufallsstichprobe ziehen, die so gewichtet ist, dass die Ereigniszahlen annähernd gleich sind. Dies wurde in dem Originalbeitrag nicht praktiziert; wird in dieser Ergänzung aber angewendet. Es ergibt sich nach der Neuberechnung, dass die Modellschätzungen und Schlussfolgerungen des Artikels nicht korrigiert werden müssen.
STICHWORTE: competing risk-Modell, Zufallsstichprobe
ENGL. KURZREFERAT/ABSTRACT: Researchers who compare effects in competing risk models should draw a random sample from the data set that has been used for the estimation. This random sample must be weighted in a way that leads to nearly the same number of events for each directional transition of interest. In the original article this weighting has not been applied. It is now demonstrated in the complement. A new estimation based on a comparable number of events leads to the result that neither the estimation done nor the conclusions drawn in the article need to be corrected.
KEYWORDS: competing risk model, random sample
KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: Michael Windzio, Universität Bremen, EMPAS, Postfach 33 04 40, D-28334 Bremen
E-Mail: mwindzio@gsss.uni-bremen.de
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