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Zusammenfassungen und English Summaries
Heft 2, Jg. 56, 2004

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AUTOR/AUTHOR: Ziefle, Andrea

TITEL: Die individuellen Kosten des Erziehungsurlaubs: Eine empirische Analyse der kurz- und längerfristigen Folgen für den Karriereverlauf von Frauen

ENGL. TITLE: The Individual Costs of Parental Leave: An Empirical Analysis of Short- and Longer-Run Consequences for Women’s Careers

QUELLE/SOURCE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 56, 2004, S. 213-231.

KURZREFERAT: Die Studie untersucht den Einfluss des Erziehungsurlaubs auf den weiteren Einkommensverlauf von Frauen mit Kindern. Der empirischen Analyse liegen Karriereverlaufsdaten des Sozio-ökonomischen Panels für die Jahre 1984-1999 zugrunde, die durch Fixed-Effects-Regressionsmodelle analysiert werden. Danach verringern sich mit zunehmender Dauer des Erziehungsurlaubs die weiteren Karrierechancen von Frauen. Dieser Effekt kann durch die Rückkehr zum früheren Arbeitgeber nur teilweise wieder aufgehoben werden. Darüber hinaus zeigen die Ergebnisse, dass die Auswirkungen des Erziehungsurlaubs kumulativ sind und die negativen Folgen sich nicht direkt beim Wiedereinstieg in den Beruf, sondern vor allem in mittel- und längerfristig geringeren Karrierechancen von Müttern auswirken.

STICHWORTE: Erziehungsurlaub, Erwerbstätigkeit, Humankapital, Einkommen, Karriereverlauf, Frauen, Fixed-Effects-Regression, GSOEP

ENGL. KURZREFERAT/ABSTRACT: The paper addresses the impact of parental leave on the subsequent earnings trajectories of mothers. The empirical analyses are based on fixed-effect-regressions of wage data from the German Socio-Economic Panel 1984-1999. The estimates show that subsequent wages are negatively related to length of parental leave. The negative effect of career interruptions is only partly compensated when women are able to return to their previous employer. In addition, the results show cumulative effects of parental leave periods: negative career effects are small at return to work, yet increase over the subsequent career.

KEYWORDS: parental leave, career interruption, human capital, income, career trajectory, women, employment, fixed-effect-regressions, GSOEP

KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: Andrea Ziefle, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, Reichpietschufer 50, D-10785 Berlin

E-Mail: ziefle@wz-berlin.de

AUTOR/AUTHOR: Heintze, Isolde

TITEL: Der Einfluss der Arbeitslosigkeit und der sozialökologischen Kontexte auf die Bildungschancen von Kindern in Ostdeutschland

ENGL. TITLE: The Impact of Unemployment and Socioecologic Contextual Factors on Educational Opportunities of Children in East Germany

QUELLE/SOURCE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 56, 2004, S. 232-256.

KURZREFERAT: Ziel des vorliegenden Beitrages ist es, die Frage zu untersuchen, inwieweit das sozialökologische Umfeld einer Familie bei Arbeitslosigkeit einen Einfluss auf die Bildungschancen der Kinder ausübt. Im Mittelpunkt des Interesses steht dabei, in welcher Weise sozialökologische Kontextfaktoren, wie sozialstrukturelle Merkmale verschiedener Stadtviertel, Wohn- und Wohnumweltbedingungen, soziale Netzwerke oder auch Nachbarschaften im Zusammenhang mit Arbeitslosigkeit auf die intergenerative Transmission von Humankapital einwirken. Für die empirischen Analysen werden Daten einer postalischen Befragung von Dresdner Haushalten verwendet, welche im Herbst 1999 durchgeführt wurde. Die Befunde zeigen, dass der Einfluss sozialökologischer Kontextfaktoren auf die intergenerative Weitergabe von Humankapital nicht überschätzt werden darf. Sozialökologische Kontextfaktoren in der Umwelt der Kinder verlieren durch auftretende Arbeitslosigkeit eines oder beider Elternteile ihre Bedeutung für die Bildungschancen. Daneben leistet die berufliche Stellung der Eltern den größten Erklärungsbeitrag hinsichtlich der Varianz in den Bildungsentscheidungen.

STICHWORTE: Sozialökologie, Arbeitslosigkeit, Bildungsvererbung

ENGL. KURZREFERAT/ABSTRACT: The purpose of this paper is to investigate the extent to which the family’s socioecologic contextual factors and parental unemployment influence children’s opportunities for participation in higher education. It is of primary interest how factors of socioecological environment such as living conditions, residential environment, and neighbourhoods in combination with unemployment influence the successful intergenerative transmission of human-capital. For the empirical investigation, data from a postal survey of households conducted in Dresden in autumn 1999 are used. The results show that the influence of socioecologic contextual factors should not be overestimated. The socioecologic contextual factors lose their influence for the educational opportunities of the children as soon as unemployment occurs in the family. Furthermore, the impact of parental professional status on children’s educational achievement is stronger in explaining educational opportunities than socioecologic contextual factors and unemployment.

KEYWORDS: Social ecology, Unemployment, Educational Opporunities of Children

KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: Isolde Heintze, Technische Universität Dresden, Institut für Soziologie, Lehrstuhl für Makrosoziologie, 01062 Dresden

E-Mail: Isolde.Heintze@mailbox.tu-dresden.de

AUTOR/AUTHOR: Windzio, Michael

TITEL: Kann der regionale Kontext zur "Arbeitslosenfalle" werden? Der Einfluss der Arbeitslosigkeit auf die Mobilität zwischen regionalen Arbeitsmärkten in Westdeutschland

ENGL. TITLE: Can Unemployed Persons Become “Trapped” in Local Contexts? The Impact of Local Unemployment on Mobility Between Local Labour Markets in West Germany

QUELLE/SOURCE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 56, 2004, S. 257-278.

KURZREFERAT: Der Beitrag untersucht die Mobilität von Personen zwischen regionalen Arbeitsmärkten. Anhand von Mehrebenenanalysen wird der Frage nachgegangen, wie sich die Arbeitslosigkeit auf die Mobilität zwischen regionalen Arbeitsmärkten auswirkt. Dabei wird zwischen unterschiedlichen Dimensionen der Arbeitslosigkeit unterschieden: erstens die Arbeitslosigkeit als Zustand der Person, zweitens die Dauer einer Arbeitslosigkeitsphase sowie drittens die regionale Arbeitslosenquote. Es wird der Befund geliefert, dass mit steigender Arbeitslosenquote in einer Region die Rate des Wechsels auf den Arbeitsmarkt einer anderen Region zurückgeht – und nicht, wie nach der neoklassischen ökonomischen Theorie zu erwarten gewesen wäre, zunimmt. Insofern wird der regionale Kontext zu einer „Arbeitslosenfalle“, weil auch Arbeitslose unter ungünstigen Bedingungen zur Immobilität tendieren und deren Humankapital dabei entwertet werden könnte.

STICHWORTE: Regionaler Arbeitsmarkt, Arbeitsmarktmobilität, Arbeitsmigration, Arbeitslosigkeit, Mehrebenenanalyse, Ereignisanalyse

ENGL. KURZREFERAT/ABSTRACT: The focus of this paper is on mobility between local labour markets. Using multilevel data, the effect of local unemployment on mobility between local labour markets is investigated. A distinction is made between several dimensions of unemployment: (1) unemployment as a status in the life course at the individual level, (2) unemployment duration, (3) the unemployment rate at the regional level. One of the main results contradicts neoclassical economics: the rate of mobility between local labour markets decreases with increasing local unemployment. In a sense, persons become “trapped” in the local context because under bad labour market conditions unemployed persons, too, tend to immobility. As a result, a devaluation of human capital might be possible.

KEYWORDS: local labour market, labour market mobility, labour migration, unemployment, multilevel analysis, event history analysis

KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: Dr. Michael Windzio, Universität Bremen, EMPAS, Postfach 330440, D- 28334 Bremen

E-Mail: mwindzio@gsss.uni-bremen.de

AUTOR/AUTHOR: Uhlendorff, Arne

TITEL: Der Einfluss von Persönlichkeitseigenschaften und sozialen Ressourcen auf die Arbeitslosigkeitsdauer

ENGL. TITLE: The Influence of Personality Characteristics and Social Resources on Unemployment Duration

QUELLE/SOURCE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 56, 2004, S. 279-303.

KURZREFERAT: Untersucht wird der Einfluss des Humankapitals, der Arbeitsmarktlage, der familiären Situation sowie der Persönlichkeitseigenschaften und sozialen Ressourcen auf die individuelle Arbeitslosigkeitsdauer anhand des Sozioökonomischen Panels (SOEP) in West- und Ostdeutschland. Es wird eine unproportionale Cox-Regression mit Interaktionseffekten ausgewählter Prädiktoren mit der Zeit geschätzt. Die Ergebnisse vergleichbarer Analysen werden bestätigt und es zeigt sich, dass die Berücksichtigung der üblicherweise vernachlässigten Persönlichkeitseigenschaften und sozialen Ressourcen neue Erkenntnisse liefert. In Westdeutschland finden mobile und internal kontrollüber-zeugte Arbeitslose schneller eine neue Beschäftigung, während in Ostdeutschland soziales Kapital positive Auswirkungen auf die Beschäftigungswahrscheinlichkeit hat.

STICHWORTE: Arbeitslosigkeitsdauer, Persönlichkeit, Kontrolleinstellungen, soziales Kapital, Ereignisanalyse, GSOEP, Regressionsanalyse

ENGL. KURZREFERAT/ABSTRACT: The influence of human capital, the local unemployment rate, the family situation, personality characteristics and the social resources on the individual length of unemployment in Germany are analysed with data from the German Socio-Economic Panel (GSOEP). Because of interactions of some covariables with time, an unproportional Cox-regression is estimated. This analysis confirms the results of previous studies, and the consideration of often neglected personality characteristics and social resources leads to interesting additional findings. In West-Germany mobile persons and actors with internalised control attitudes find a job more easily while in East-Germany social capital has a positive influence on the probability of reemployment.

KEYWORDS: unemployment duration, personality, social capital, internal control, event history analysis, GSOEP, regression analysis

KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: Arne Uhlendorff, Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), Königin-Luise-Str. 5, D-14195 Berlin

E-Mail: auhlendorff@diw.de

AUTOR/AUTHOR: Feuchter, Annette; Funke, Joachim

TITEL: Positive Effekte sozialen Faulenzens beim Lösen komplexer Probleme

ENGL. TITLE: Positive Effects from Social Loafing on Solving Complex Problems

QUELLE/SOURCE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 56, 2004, S. 304-325.

KURZREFERAT: Mit dem Begriff „Soziales Faulenzen“ sind Motivations- und Leistungsverluste in Gruppen bezeichnet worden, die durch sinkende Verantwortlichkeit der Gruppenteilnehmer für das Leistungsergebnis entstehen. Neuere Studien ließen daran Zweifel aufkommen und postulierten ein paradoxes Verhältnis von Motivation und Gruppenleistung derart, dass bei geringerer Motivation höhere Leistung zu erwarten sei. Die vorliegende Arbeit dient der Klärung dieser Frage. Es werden zwei Experimente berichtet, in denen jeweils 60 Personen in Dreiergruppen ein computersimuliertes Waldbrand-Szenario (Networked Fire Chief) bearbeiteten. Variiert wurden die Schwierigkeit (leichte versus schwierigere Version) sowie die Verantwortlichkeit (koaktiv versus kollektiv). Während in Experiment 1 die Teilnehmenden nur auf dem ihnen zugewiesenen Spielfeld-Teil agieren konnten, konnten sie in Experiment 2 auf allen Teilfeldern agieren. Gemessen wurden Anstrengung und Leistung auf individu-eller wie Gruppenebene. Im Ergebnis zeigt sich unter Bedingungen kollektiver Verantwortlichkeit er-wartungsgemäß ein Nachlassen der Anstrengung. Interessanterweise führt dies jedoch nicht zu einem Abfall der Leistung; unter der schwierigeren Bedingung zeigt sich vielmehr paradoxerweise eine erhöh-te Leistung bei sinkender Anstrengung. Diskutiert werden die Konsequenzen für die Theorie kollektiver Anstrengung von Karau und Williams, deren Modell um weitere Einflussfaktoren ergänzt werden muss.

STICHWORTE: Soziales Faulenzen, Trittbrettfahren, komplexes Problemlösen, Networked Fire Chief, Motivation, Leistung

ENGL. KURZREFERAT/ABSTRACT: The term „social loafing“ refers to a decrease in motivation and achievement in group work due to sinking responsibility of the individual for the groups’ outcome. Recent studies assume a paradoxical relation between motivation and outcome, which should produce better outcome with decreased motivation. The current study addresses this question. Two experiments with N=60 subjects working in groups of 3 are reported. Subjects had to deal with a computer simulated scenario of a fire fighting situation. There was a simple and a more complex version; also, individual responsibility for the groups’ outcome was either given (coactive condition) or not (collective condition). During experiment 1, subjects could only deal with their own section of the scenario; in experiment 2, they were allowed to work on the whole field. Dependent variables were effort (in terms of commands given) and achievement (in terms of space saved). It turned out that under collective responsibility effort was reduced but this did not lead to decreased achievement. Under the complex condition, with decreased effort even an increase in achievement could be demonstrated. Implications for the collective effort model presented by Karau and Williams are discussed.

KEYWORDS: social loafing, free-riding, complex problem solving, networked fire chief, motivation, achievement

KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: Prof. Dr. Joachim Funke, Psychologisches Institut der Universität Heidelberg, Hauptstr. 47-51, D-69117 Heidelberg

E-Mail: joachim.funke@psychologie.uni-heidelberg.de

AUTOR/AUTHOR: Bühlmann, Marc; Freitag, Markus

TITEL: Individuelle und kontextuelle Determinanten der Teilhabe an Sozialkapital. Eine Mehrebenenanalyse zu den Bedingungen des Engagements in Freiwilligenorganisationen

ENGL. TITLE: Individual and Contextual Factors Explaining the Share of Social Capital. A Multi-Level Analysis of the Conditions for Membership in Social Organisations

QUELLE/SOURCE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 56, 2004, S. 326-349.

KURZREFERAT: In diesem Beitrag fragen wir nach Bedingungen, welche die Beteiligung in Freiwilligenorganisationen als Horte sozialen Kapitals beeinflussen. Neben individuellen Merkmalen stehen dabei vor allem die politischen, gesellschaftlichen und ökonomischen Rahmenbedingungen individueller Wahlhandlungen im Mittelpunkt des analytischen Interesses. Die Einflüsse der Individual- und der Kontextebene werden simultan in unterschiedlichen Mehrebenenmodellen geschätzt. Es wird deutlich, dass sich Mitgliedschaften in Vereinigungen nicht allein auf individuelle Eigenschaften, wie ein ausgeprägtes Vertrauen in andere Menschen, einen hohen Bildungsgrad, eine starke Kirchenbindung, eine innige Verbundenheit mit der Nachbarschaft, ein mittleres Alter oder das männliche Geschlecht zurückführen lassen. Darüber hinaus erleichtern zudem ein katholisches Umfeld sowie insbesondere di-rektdemokratische Beteiligungsmöglichkeiten das Engagement in Freiwilligenorganisationen.

STICHWORTE: Sozialkapital, Mitgliedschaften, soziale Organisation, Verein, sozialer Kontext, Individualebene, Kontextebene, Mehrebenenanalyse

ENGL. KURZREFERAT/ABSTRACT: We ask for conditions influencing membership in social organisations as strongholds of social capital. Beside individual characteristics, contextual factors such as political, social, or economic settings are also taken into consideration to explain individual decisions to participate in social organisations. The influences of individual and contextual level factors are tested simultaneously in several multi-level analyses. The results show that membership in social associations on the one hand is affected by individual characteristics such as marked trust in others, high level of education, church attendance, strong ties with the neighbourhood, age and sex, and on the other hand by contextual factors such as a catholic social context and institutional settings. In particular, Swiss direct democracy offering larger possibilities of participation facilitates membership in social organisations.

KEYWORDS: social capital, membership, social organisation, voluntary association, social context, individual level, contextual level, multi-level analysis

KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: Marc Bühlmann, Institut für Politikwissenschaft, Universität Bern, Unitobler, Lerchenweg 36, CH-CH-3000 Bern 9; Prof. Dr. Markus Freitag, Humboldt-Universität zu Berlin, Institut für Sozialwissenschaften, Unter den Linden 6, D-10099 Berlin

E-Mail: marc.buehlmann@ipw.unibe.ch; markus.freitag@sowi.hu-berlin.de

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Datei aktualisiert am 04.06.2004 in der Redaktion der KZfSS