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Zu den Kurzbiographien
AUTOR/AUTHOR: Roßteutscher, Sigrid
TITEL: Von Realisten und Konformisten - Wider die Theorie der Wertsynthese
ENGL. TITLE: On Realists and Conformists – A Critique of the Theory of Value Synthesis
QUELLE/SOURCE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 56, 2004, S. 407-431.
KURZREFERAT: Die Theorie der Wertsynthese von Helmut Klages besagt, dass der aktive Realist das „evolutionäre Potential des Wertewandels“ repräsentiert. Er vereint die Hochschätzung traditioneller Leistungs- und Pflichtethik mit einer gleichermaßen ausgeprägten Betonung ‚neuer’ Selbstverwirklichungs- und Partizipationswerte. Damit stellt sich Klages gegen ein bis dato unangefochtenes Credo der Wertetheorie: Bei Parsons, Rokeach und Inglehart ist der kompetent handelnde, vernünftige, ‚bessere’ Bürger nur der, dem es gelingt, die mannigfaltigen und widersprüchlichen Werte der Moderne in eine klare Rangordnung zu übersetzen. Menschen, die dazu nicht in der Lage sind, wird zufälliges, irrationales, chaotisches Handeln prognostiziert. Für Klages dagegen wird die Wertsynthese zum Ausdruck einer reiferen und kompetenteren Persönlichkeit. Auf der Basis einer westdeutschen Repräsentativstudie aus dem Jahr 1992 untersucht dieser Beitrag das Einstellungs- und Handlungspotential des Realisten im Vergleich zu Wertmustern, die auf einer eindeutigen Hierarchisierung von Werten beruhen. Das Ergebnis der empirischen Analyse ist eindeutig und im Einklang mit der klassischen Werttheorie: Werte sind nur dann handlungsanleitend und hilfreich, wenn sie in eine Hierarchie des wichtiger-unwichtiger, besser-schlechter gebracht werden - sonst bleibt nur Hilflosigkeit, Zukunftsangst und vor allem Konformismus.
STICHWORTE: Wertetheorie, Wertewandel, Wertsynthese, Wertehierarchie, Inglehart, Hilflosigkeit, Konformismus, Anomie
ENGL. KURZREFERAT/ABSTRACT: Klages’ theory of value synthesis claims that those people whom he calls “active realists” represent the evolutionary potential to generate a general process of value change. Realists combine high esteem for the traditional values of diligence and law and order with an equally high esteem for the ‘newer’ values of participation and self-determination. As a result, Klages’ approach contradicts the basic assumption of value theory in general: According to Parsons, Rokeach and Inglehart, the competent, rational and ‚better’ citizen is seen as an individual who is able to assign clear priorities to the diverse and contradictory range of modern values. Individuals who lack this ability are supposed to act erratic, patternless and anomic. Klages, by contrast, understands the value synthesis as an expression of a mature and competent personality. Based on a representative survey conducted in 1992, this article examines attitudes and action pre-dispositions of individuals who perform value synthesis compared to individuals who give clear priorities to certain values over other values. The empirical analyses clearly confirm the assumptions of general value theories: values function as guidelines for action only if they are organised hierarchically. Therefore, a synthesis of contradictory values leads to helplessness, fear of the future and, in particular, conformism.
KEYWORDS: value theory, value change, value synthesis, value hierarchy, Inglehart, helplessness, conformity, anomy
KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: Dr. Sigrid Roßteutscher; Universität Mannheim, Fakultät für Sozialwissenschaften, Lehrstuhl für Politische Wissenschaft und International Vergleichende Sozialforschung; Seminargebäude A 5; 68131 Mannheim
E-Mail: srossteutscher@sowi.uni-mannheim.de
AUTOR/AUTHOR: Klein, Markus; Pötschke, Manuela
TITEL: Die intra-individuelle Stabilität gesellschaftlicher Wertorientierungen. Eine Mehrebenenanalyse auf der Grundlage des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP)
ENGL. TITLE: The Internal Stability of Social Value Orientations. A Multi-level-analysis on the Basis of the German Socio-Economic Panel Study (SOEP)
QUELLE/SOURCE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 56, 2004, S. 432-456.
KURZREFERAT: Über die intra-individuelle Stabilität gesellschaftlicher Wertorientierungen ist in der Empirischen Sozialforschung nur wenig bekannt. Der Hauptgrund hierfür ist der Mangel an langfristigen Panelstudien mit brauchbaren Wertindikatoren. Vor diesem Hintergrund wird das sozio-oekonomische Panel (SOEP) analysiert, das für einen Zeitraum von immerhin zwölf Jahren die Analyse der intra-individuellen Stabilität des Inglehartschen Postmaterialismus ermöglicht. Unter Verwendung von Mehrebenenmodellen für Paneldaten lassen sich dabei Generationseffekte nachweisen sowie außerdem Lebenszykluseffekte bei den Angehörigen der beiden jüngsten Geburtskohorten und bei Befragten mit höherer Bildung.
STICHWORTE: Wertorientierung, Wertewandel, SOEP, Inglehart, Postmaterialismus, Zeitreihenanalyse, Kohorteneffekt, Lebensverlauf, Mehrebenenanalyse
ENGL. KURZREFERAT/ABSTRACT: In empirical social research very little is known about the internal stability of social value orientations. The main reason for this is a shortage of long-time panel studies including usable value indicators. Beyond this background we analyse the German Socio-Economic Panel (SOEP) which enables us to examine the internal stability of Inglehart’s postmaterialism across a time span of at least twelve years. By using multi-level-models for panel data we can demonstrate the existence of cohort effects as well as life cycle effects among the two youngest birth cohorts and among respondents with higher education.
KEYWORDS: value orientation, value change, SOEP, Inglehart, postmaterialism, time series analysis, cohort effect, life cycle effect, multi-level-analysis
KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: Markus Klein, Zentralarchiv für Empirische Sozialforschung der Universität zu Köln, Postfach 410960, 50869 Köln
E-Mail: klein@za.uni-koeln.de
KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: Dr. Manuela Pötschke, EMPAS, Universität Bremen, Celsiusstrasse, FVG, M 1130, D-28359 Bremen
E-Mail: poetsch@empas.uni-bremen.de
AUTOR/AUTHOR: Wagner, Michael; Dunkake, Imke; Weiß, Bernd
TITEL: Schulverweigerung. Empirische Analysen zum abweichenden Verhalten von Schülern
ENGL. TITLE: Truancy. An Empirical Analysis of the Deviant Behavior of Pupils
QUELLE/SOURCE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 56, 2004, S. 457-489.
KURZREFERAT: Ziel des Beitrags ist es, das Ausmaß der Schulverweigerung in Köln zu bestimmen und zu erklären. Aus klassischen Theorien abweichenden Verhaltens (Kontrolltheorie, Anomietheorie, Theorie der städtischen Subkultur) werden Hypothesen abgeleitet und empirisch überprüft. Dies geschieht mit Daten aus einer Untersuchung von Kölner Schülern der achten bis zehnten Klassen aus dem Jahr 1999, die das Max-Planck-Institut für internationales und ausländisches Strafrecht in Freiburg durchgeführt hat. Die Ergebnisse zeigen, dass 7,9 Prozent aller Schüler und Schülerinnen den Schulverweigerern zuzurechnen sind, Jungen häufiger als Mädchen und ältere Schüler häufiger als jüngere. Wichtiger als Geschlecht und Jahrgangsstufe ist die Schulform: Massive Schulschwänzer sind vor allem bei den Haupt- und Sonderschülern anzutreffen. Die empirischen Analysen zeigen, dass zur Erklärung der Schulverweigerung mehrere Theorien herangezogen werden müssen.
STICHWORTE: Schulverweigerung, Schulschwänzen, Theorie abweichenden Verhaltens, Schulabsentismus, abweichendes Verhalten, Anomietheorie, Kontrolltheorie, städtische Subkulturen
ENGL. KURZREFERAT/ABSTRACT: The aim of this article is to describe the extent of truancy in Cologne and to identify the relevant predictors. Hypotheses are deduced from classical deviance theories (control theory, anomy theory, theory of urban subcultures) and tested empirically. Our analysis is based on a survey of pupils in Cologne from grade 8 to 10 which was conducted in 1999 by the Max Planck Institute for Foreign and International Criminal Law in Freiburg. Our results show that 7.9 percent of all respondends can be defined as truants. Boys play truant more than girls, and the higher the age, the more pupils bunk off school. More important than gender and age is the type of secondary school. We find the highest amount of truants at Hauptschulen and Sonderschulen. It is shown that truancy is a multidimensional phenomenon that cannot be explained by just one single theory.
KEYWORDS: Truancy, school absenteeism, deviance theory, deviance, anomie theory, control theory, subculture theory
KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: Korrespondenzanschrift: Prof. Dr. Michael Wagner, Imke Dunkake, M.A., und Bernd Weiß, M.A., Forschungsinstitut für Soziologie, Universität zu Köln, Greinstr. 2, D-50939 Köln
E-Mail: mwagner@wiso.uni-koeln.de; dunkake@wiso.uni-koeln.de; bernd.weiss@wiso.uni-koeln.de
AUTOR/AUTHOR: Rössler, Patrick; Scharfenberg, Nadeschda
TITEL: Wer spielt die Musik? Kommunikationsnetzwerke und Meinungsführerschaft unter Jugendlichen - eine Pilotstudie
ENGL. TITLE: Opinion Leaders and Communication Networks of Adolescents. Communicating about Contemporary Music: A Pilot Study
QUELLE/SOURCE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 56, 2004, S. 490-519.
KURZREFERAT: Massenmedien spielen heute eine entscheidende Rolle für die Entwicklung von Kindern und Heranwachsenden, neben den Einflüssen von Eltern, Familie und Freunden. Mit Blick auf ein für Jugendliche wichtiges Thema – zeitgenössische Musik – untersucht diese Pilotstudie die Bedeutung von Massenmedien und interpersonaler Kommunikation, basierend auf dem Ansatz eines Mehrstufenflusses der Kommunikation. Sie beruht auf einer im Jahr 2001 durchgeführten mündlichen und telefonischen Schneeball-Befragung von 72 deutschen Schülern im Alter zwischen 14 und 16 Jahren, die insgesamt 687 Beziehungen zu Netzwerkpartnern angaben. Der Fragebogen umfasste einen Netzwerk-Generator mit sieben Items, Einschätzungen der einzelnen Beziehungen und die dabei eingenommenen Kommunikationsrollen sowie weitere Kontrollvariablen wie beispielsweise die Mediennutzung und die Kenntnisse im Bereich Musik. Unseren Ergebnissen zufolge kann das Meinungsführer-Konzept sinnvoll auf die Beziehungen in Schulklassen angewendet werden, und der Netzwerkansatz erlaubt genauere Einblicke in das jeweilige Kommunikationsverhalten. Die durchschnittliche Netzgröße lag zwischen sieben und 12 Personen, wobei die meisten Netzwerke als dicht zu beschreiben und durch starke Beziehungen gekennzeichnet sind. Die immer noch wichtige Funktion der Eltern für Netzwerke in diesem Alter bedingt, dass eine eher geringe Alters- und Bildungshomogenität vorliegt. Es lassen sich zum Thema Musik Meinungsführer identifizieren, die durch zentrale Positionen in den Klassenverbänden gekennzeichnet sind, neben weiteren (aus der Netzwerkforschung zu Erwachsenen bekannten) Rollen wie Stars, Brücken, Liaisons, strukturelle Löcher und Isolierte. Andererseits ergeben sich kaum Hinweise auf substanziell andere Mediennutzungsmuster durch Meinungsführer unter Heranwachsenden, was nicht im Einklang mit den Grundannahmen des Mehrstufen-Flusses der Kommunikation steht.
STICHWORTE: Meinungsführer, Mehrstufenfluss der Kommunikation, Kommunikationsnetzwerk, Netzwerkanalyse, Jugendliche, Musik, Mediennutzung
ENGL. KURZREFERAT/ABSTRACT: Media play a crucial role in the development of children and young people, together with the influence of parents, family and peer groups. Looking at an important topic in adolescents’ lives, i.e. contemporary music, this pilot study analyzes the relationship between media and interpersonal communication. Its theoretical grounds refer to the notion of a multi-step flow of communication. Based on a snowball sample of 72 pupils, aged between 14 and 16 and coming from different schools in Germany, 687 relations between respondents and their communication partners could be identified. Interviews were conducted face-to-face and by telephone in 2001. The questionnaire included a network generator based on seven items, an assessment of relationship characteristics and communication roles taken with each partner and several controls such as media use patterns or relevance and expertise in the field of music. According to our results, the concept of opinion leadership can be applied to the roles of pupils in the classroom, and the social network approach allows for a distinct view on their communication patterns. The size of pupils’ networks was between seven and 12 persons in average, most of the networks being dense and consisting of strong relationships. Due to the still important role of the parents, the homogeneity in age and education was rather low. The results also indicate the presence of opinion leaders among groups of adolescents, characterized by central positions within the communication network in class. The case study could identify several roles, e.g. stars, bridges, liaisons, structural holes and isolated persons. On the other hand, there is no evidence for a substantially different type of media use by opinion leaders, which challenges the original assumption of a multi-step-flow of communication.
KEYWORDS: opinion leader, multi-step-flow of communication, communication network, network analysis, adolescents, music, media use pattern
KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: Prof. Dr. Patrick Rössler, Universität Erfurt, Philosophische Fakultät/Kommunikationssoziologie und –psychologie, Postfach 900 221, D-99105 Erfurt E-Mail: patrick.roessler@uni-erfurt.de
E-Mail: patrick.roessler@uni-erfurt.de
AUTOR/AUTHOR: Lang, Frieder R.; Neyer, Franz J.
TITEL: Kooperationsnetzwerke und Karrieren an deutschen Hochschulen - Der Weg zur Professur am Beispiel des Faches Psychologie
ENGL. TITLE: Networks of Cooperation and Career Opportunities in German Universities: The Road to Professorship in Psychological Science
QUELLE/SOURCE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 56, 2004, S. 520-538.
KURZREFERAT: Aus lebenslauftheoretischer Sicht beeinflussen neben Leistung und Produktivität vor allem Kooperations- und Netzwerkbeziehungen den Verlauf von Hochschulkarrieren. In einer umfangreichen Archiv- und Datenbankanalyse wurden die Hochschulkarrieren deutscher Promotionsabsolventen im Fach Psychologie der Jahrgänge 1980-81 und 1985-86 recherchiert (N = 579). Datengrundlage waren öffentlich zugängliche Literaturdatenbanken, der Psychologen-Kalender des Hogrefe Verlags sowie das Internet. Neben Informationen zur Stellenbiografie und Institutsmerkmalen wurden auch die Größe, Dichte und Produktivität der Kooperationsnetzwerke recherchiert. Die Befunde zeigen, dass der Weg zur Professur an deutschen Hochschulen sowohl durch Indikatoren der Produktivität als auch durch die Art der Kooperationsbeziehungen determiniert werden. So erweisen sich die Institutsgröße (bei Promotion) und die Dichte des Kooperationsnetzwerks als wichtigste Prädiktoren der Hochschulprofessur. Die Befunde unterstreichen die Wirkung der aktiven Netzwerkgestaltung auf berufliche Karriereverläufe.
STICHWORTE: career opportunity, university career, network of cooperation, productivity, density, network management
ENGL. KURZREFERAT/ABSTRACT: From a life-course theoretical perspective, university careers may not only depend on performance and productivity, but also on characteristics of cooperation and professional networks. Building on an extensive archive analysis we investigated university careers of four cohorts of German psychologists, who obtained their doctoral degree in the years 1980-81 and 1985-86 (N=579). Data were obtained from public reference archives (e.g. PSYCHLit), a German yearbook of psychologists (Hogrefe publishers), and the internet. In addition to university positions and characteristics of institutes, we generated information on the size, density, and productivity of cooperation networks. Findings indicate that attainment of a professor position depends on individual productivity as well as on cooperation networks. In particular, the size of university institutes (at the time when finishing the dissertation work) and the density of coauthor networks proved as strongest predictors of tenured professorship. The findings strongly underscore the important role of network management in the course of professional careers.
KEYWORDS: network theory, life-course-theory, university career, reaching full professorship, network density, cooperation, mentorship
KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: Prof. Dr. Frieder R. Lang, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Fachbereich Geschichte, Philosophie und Sozialwissenschaften, Institut für Psychologie, Brandbergweg 23, D-06099 Halle/Saale
E-Mail: flang@psych.uni-halle.de
AUTOR/AUTHOR: Liebe, Ulf
TITEL: Problem- und Konfliktlösung in wirtschaftlichen Transaktionen: Die Konstruktion einer Konfliktpyramide am Beispiel des Einkaufs von EDV-Produkten
ENGL. TITLE: Problem-Solving and Conflict-Resolution in Economic Transactions: The Development of a Dispute Pyramid
QUELLE/SOURCE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 56, 2004, S. 539-562.
KURZREFERAT: Ziel des Beitrages ist es, eine theoretische Herangehensweise und empirische Resultate zur Erklärung des Verlaufs der Problemlösung in wirtschaftlichen Austauschbeziehungen vorzustellen. Da es sich hierbei um einen bisher wenig betrachteten Untersuchungsgegenstand handelt, mangelt es an einer robusten theoretischen Grundlage. Mit Hilfe von Konzepten aus der Rechtssoziologie (litigation theory) kann abgebildet werden, dass dem Problemlösungsprozess spezifische Schritte – von der Kommunikation des Problems bis hin zur Anrufung von Gerichten – inhärent sind, die aufeinander folgend durchlaufen werden (Konfliktpyramide). Der Einkauf von EDV-Produkten in Abnehmer-Lieferanten-Beziehungen aus Sicht des Abnehmers dient als Anwendungsbeispiel. Zur empirischen Analyse werden Daten von 1019 Transaktionen klein- und mittelständischer Unternehmen im Raum Halle/Leipzig und München herangezogen. Mit Hilfe des Skalierungsverfahrens nach Mokken wird gezeigt, dass der Problemlösung ein spezifischer Verlauf unterliegt. Obwohl es nur in sehr wenigen Fällen zu einem Rechtsstreit kommt, verläuft die Problemregulierung durchaus konflikthaltig. Damit wird gezeigt, dass es nicht ausreicht, sich allein der Absicherung und Stabilisierung von Austauschbeziehungen zu widmen. Vielmehr muss sich die Wirtschaftssoziologie auch der Frage nach der Handhabung von Destabilisierungen in zwischenbetrieblichen Beziehungen öffnen.
STICHWORTE: Wirtschaftssoziologie, zwischenbetriebliche Beziehungen, ex-post-Management, Konfliktpyramide, Mokken-Skalierung
ENGL. KURZREFERAT/ABSTRACT: The aim of the paper is to present a theoretical approach and empirical results concerning the explanation of problem resolution processes in economic transactions. This topic is rarely examined. Thus, a well developed theoretical foundation is needed. Theoretical concepts from the law and society approach (litigation theory) are utilized to visualize and explain the problem resolution process. Specific sequential steps – from grievances to legal dispute – characterize the process. To illustrate this, the purchasing of information technology products in buyer-supplier-relations is investigated from the perspective of the buyer. Empirical analyses of survey data of 1019 transactions concerning small and medium sized enterprises in the German areas Halle/Leipzig and Munich support the hypothesis of a typical sequence of problem resolution. Although most problems are not finally settled in courts, their resolution may often still involve a conflict, like imposing sanctions. These results show that it is not sufficient to explain just formal and informal contracting in economic transactions. Economic sociology has to answer questions regarding the governance of destabilized business to business relations.
KEYWORDS: eonomic sociology, business to business relations, ex-post-management, dispute pyramid, Mokken analysis
KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: Dipl.-Soz. Ulf Liebe, Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Institut für Soziologie, Colonel-Kleinmann-Weg 2, D-55099 Mainz
E-Mail: liebe@uni-mainz.de
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