| | Home | | Aktuell | | Archiv | | Suche | | Konventionen | | Materialien | | Links | | Gremien |
Zum Inhaltsverzeichnis
Zu den Kurzbiographien
AUTOR/AUTHOR: Stein, Petra
TITEL: Soziale Mobilität und Lebensstile: Anwendung eines Modells zur Analyse von Effekten sozialer Mobilität in der Lebensstilforschung
ENGL. TITLE: Social Mobility and Life-styles: Use of a Model for the Analysis of Effects of Social Mobility in the Life-style Research
QUELLE/SOURCE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 57, 2005, S. 205-229.
KURZREFERAT: In diesem Beitrag wird untersucht, ob und inwieweit Mobilitätsprozesse Lebensstile beeinflussen. Ziel ist die Beantwortung der in der Lebensstilforschung bisher offenen Frage, ob und wie stark Lebensstile durch die soziale Herkunft und wie stark durch die biographische Entwicklung und die aktuell eingenommene Position einer Person beeinflusst werden. Der gegenwärtig ausgeübte Lebensstil wird aus einer diachronen Perspektive betrachtet, indem nicht nur die aktuell eingenommene Position sondern auch die soziale Herkunft als Einflussfaktor mit berücksichtigt wird. Theoretische Grundlage liefert das Habituskonzept von Pierre Bourdieu. Zentrale Aspekte des Konzepts wie die Inkorporations- und Stabilitätsannahme werden einer empirischen Überprüfung zugänglich gemacht. Zur Modellierung der Einflüsse werden Modelle vorgestellt, die zur Analyse von Effekten sozialer Mobilität entwickelt wurden und in der internationalen Forschung häufig verwendet werden. Es werden die zentralen methodischen Probleme bei der Anwendung dieser Modelle diskutiert und es wird aufgezeigt, wie diese Probleme gelöst werden können. Es wird ein allgemeines Modell entwickelt, das u.a. die Einbeziehung von theoretischen Konstrukten wie beispielsweise Lebensstile ermöglicht. Datengrundlage ist der ALLBUS 1998. Die Ergebnisse der Analyse werden für das Hochkulturschema präsentiert.
STICHWORTE:Effekte sozialer Mobilität, Lebensstil, "diagonal mobility"-Modell, Modellierung sozialer Prozesse
ENGL. KURZREFERAT/ABSTRACT: This article examines life-styles in the context of mobility processes. It does not deal with the analysis of the changing life-style in the life process of a person. My purpose is to answer the question if life-styles are determined by the social origin, the biographic development and the current position of a person. This question has not yet been answered in the life-style research. The current life-style is regarded from a diachronic perspective by considering the current position and the social origin as qualifier. The theory is based on Pierre Bourdieu’s concept of habitus. Central aspects of the concept like the incorporation and stability assumption are made accessible for an empirical examination. For the modelling of the influences of social origin and mobility, I will present models for the analysis of these effects which were developed and commonly used in international research. Furthermore the main problems with implementation of these models and how these problems can be solved are discussed. For this purpose a general model is developed, which makes the inclusion of theoretical constructs like life-styles possible. The generalized model is used for the analysis of the effects of social origin and social mobility in the life-style research. Data basis is the ALLBUS 1998. The results are presented for the advanced culture pattern.
KEYWORDS: social mobility, life-style, „diagonal mobility“ model, modelling of social processes
KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: Prof. Dr. Petra Stein, Universität Duisburg Essen, FB Gesellschaftswissenschaften, Institut für Soziologie, Lotharstr. 65, D-47058 Duisburg
E-Mail: p.stein@uni-duisburg.de
AUTOR/AUTHOR: Kohler, Ulrich
TITEL: Statusinkonsistenz und Entstrukturierung von Lebenslagen. Empirische Untersuchung zweier Individualisierungshypothesen mit Querschnittsdaten aus 28 Ländern
ENGL. TITLE: Status Inconsistency and De-Structuralization of Life Situations: Empirical Test of two Individualization Hypotheses Using Cross Sectional Data from 28 Countries
QUELLE/SOURCE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 57, 2005, S. 230-253.
KURZREFERAT: Individualisierung impliziert mit dem Wohlstandsniveau ansteigende Statusinkonsistenz und Entstrukturierung von Lebenslagen. Zur Untersuchung dieser beiden Implikationen der In-dividualisierungsthese wird das Ausmaß der Statusinkonsistenz und der Entstrukturierungsgrad in 28 Ländern ermittelt und dann in Abhängigkeit vom Bruttoinlandsprodukt dieser Länder untersucht. Dabei zeigt sich, dass die Statuskristallisation in den wohlhabenderen Ländern stärker ist als in den ärme-ren. Bei der Strukturierung von Lebenslagen zeigt sich dagegen das aus der Individualisierungsthese erwartete Muster. Die Befunde werden dahingehend gedeutet, dass es Individualisierung als umfas-senden, alle Lebensbereiche einschließenden Prozess nicht gibt. Vielmehr gehen mit dem wirtschaft-lichen Wachstum gleichermaßen Strukturierung und Entstrukturierung einher.
STICHWORTE: Individualisierung, Statuskristallisierung, Lebensituation, Lebenszufriedenheit, Gesundheit, Wohnungsbau, Pluralisierung
ENGL. KURZREFERAT/ABSTRACT: Individualization implies increasing inconsistency of vertical social positions and a decreasing impact of social classes on life situations. To analyze these implications of individualization theory the inconsistency of social positions and the class impact on dimensions of life situations for 28 countries are calculated. The resulting measures were then analyzed regarding the wealth of the nations. The results show that status inconsistency does not increase with the gross domestic product (GDP), while the class-impact on living does decrease. Based on these findings, it is concluded that individualization cannot be seen as a general social process. Instead, the development of societies is accompanied by both, structuralization and de-structuralization.
KEYWORDS: individualization, status crystallization, life-situations, life-satisfaction, health, housing, pluralization
KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: Dr. Ulrich Kohler, Wissenschaftszentrum Berlin, Abteilung Ungleichheit und soziale Integration (USI), Reichpietschufer 50, D-10785 Berlin
E-Mail:kohler@wz-berlin.de
AUTOR/AUTHOR: Isengard, Bettina
TITEL: Freizeitverhalten als Ausdruck sozialer Ungleichheiten oder Ergebnis individualisierter Lebensführung? Zur Bedeutung von Einkommen und Bildung im Zeitverlauf
ENGL. TITLE: Leisure as Result of Social Inequality or Individualised Lifestyle? The Influence of Income and Education Over Time
QUELLE/SOURCE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 57, 2005, S. 254-277.
KURZREFERAT: In den modernen Gesellschaften ist die Freizeit eine Dimension des Lebens, die immer mehr an Bedeutung gewinnt und die Erklärung von Unterschieden im Freizeitverhalten soziologisch interessant macht. Die „subjektzentrierte“ Lebensstilforschung vertritt die Ansicht, dass sozio-ökonomische Unter-schiede aufgrund der langfristigen Verbesserung der materiellen Lebensumstände an Bedeutung verloren haben und das Freizeitverhalten weitgehend von der sozialen Lage entkoppelt ist. Nach Ansicht der klassischen Ungleichheitstheorien und lageorientierter Lebensstilansätze sind dagegen Unterschiede in der Gestaltung der freien Zeit nach wie vor Ausdruck der sozialen Lage. Wodurch Unterschiede im Freizeitverhalten erklärt werden können, wird empirisch mit Hilfe von Random-Effects-Modellen für 1990 und 2003 auf Basis des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) analysiert. Es zeigt sich, dass die klassischen Ungleichheitsmerkmale Einkommen und Bildung neben Alter und Geschlecht nicht nur wichtige Einflussfaktoren sind, sondern dass im Zeitverlauf sogar eine Zunahme der Bedeutung des Einkommens zu verzeichnen ist. Die These, dass Unterschiede im Freizeitverhalten zunehmend losgelöst von der sozialen Lage sind, kann somit nicht bestätigt werden.
STICHWORTE: Sozialstruktur, Lebensstilforschung, Einkommen, Sozioökonomischer Status
ENGL. KURZREFERAT/ABSTRACT: Leisure is an important domain of life in modern societies. To find out who participates in what leisure activities, two different theoretical approaches are available. Classical inequality theories and some lifestyle concepts posit that differences in leisure activities are strongly connected with social position. In contrast, different lifestyle concepts argue that socio-economic differences have lost their impact with the overall rise in living standards and that leisure activities are increasingly independent of socio-economic determinants. With data from the German Socio-Economic Panel study (SOEP) we can empirically test which theoretical concept best describe differences in leisure activities. By using random-effects-models for the years 1990 and 2003, we observe that individual leisure activities depend strongly on income and education along with age and gender. Over time, the influence of income also increases. In sum, it appears that differences in leisure are indeed strongly connected with socio-economic status.
KEYWORDS: social structure, lifestyle research, income, German Socio-Economic Panel Study
KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: Bettina Isengard, DIW Berlin, Königin-Luise-Strasse 5, D-14195 Berlin
E-Mail: bisengard@diw.de
AUTOR/AUTHOR: Schnabel, Annette
TITEL: Gefühlvolle Entscheidung und entscheidende Gefühle. Emotionen als Herausforderung für Rational Choice-Theorien
ENGL. TITLE: Emotional Decisions and Deciding Emotions. Emotions Challenging Rational-Choice-Theories
QUELLE/SOURCE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 57, 2005, S. 278-307.
KURZREFERAT: Es ist Ziel der Ansätze der Rational Choice-Theorie, Entscheidungen von Akteuren als rationale Wahl zwischen Alternativen zu modellieren und zu prognostizieren. Angesichts vielfältiger Emotionen, die im Alltag Entscheidungen beeinflussen, stellt sich die Frage, ob eine solche Modellierung Emotionen zwangsläufig ausschließen muss oder nicht. Der vorliegende Artikel soll der komplexen Verzahnung von Emotionen und Entscheidungsfindung Rechung tragen und Möglichkeiten aufzeigen, Emotionen systematisch in die RC-Theorie zu integrieren. Dabei werden theoriegeleitet sowohl individuelle Entscheidungen als auch Entscheidungen im Rahmen von Interaktionen darauf hin untersucht, inwieweit sie sich durch eine Erweiterung um Emotionen präziser modellieren lassen und inwieweit eine systematische Berücksichtigung von Emotionen dazu beiträgt, offene Fragen der Theorie und Er-klärungsanomalien zu lösen.
STICHWORTE: Rational Choice-Theorie, Emotionen, individuelle Enscheidungen, Interaktionen
ENGL. KURZREFERAT/ABSTRACT: It is one of the mayor goals of rational choice-theories to analyse individual decisions as a rational choice between alternative courses of action. In the light of emotions shaping decisions and action in everyday life the question rises if these models of rational decision making are able to cope with emotional interferences of decision making. Is the concept of rationality underlying rational choice-theories actually compatible with emotions? Might an emotion-sensible modification of the theories help to overcome anomalies and prediction errors? The article argues in favour for broadening the theories by emotions to extend the focus of the theories, to answer still open questions and to avoid anomalies.
KEYWORDS: rational choice theory, emotion, rational decision-making, interaction
KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: Dr. Annette Schnabel, Universität Bielefeld, Fakultät für Soziologie, Institut für Soziologie, Postfach 10 01 31, D-33501 Bielefeld
E-Mail: annette.schnabel@uni-bielefeld.de
AUTOR/AUTHOR: Werle, Raymund
TITEL: Institutionelle Analyse technischer Innovation
ENGL. TITLE: Institutional Analysis of Technical Innovation
QUELLE/SOURCE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 57, 2005, S. 308-323.
KURZREFERAT: In verschiedenen sozialwissenschaftlichen Teildisziplinen wird die Entstehung und Ausbreitung technischer Innovationen aus einer institutionellen Perspektive analysiert. Wichtige Ansätze finden sich in der sozio-ökonomischen Forschung über nationale In-novationssysteme, der politökonomischen Forschung über die Spielarten des Kapitalismus und der Techniksoziologie, auch wenn in der Mehrzahl dieser Studien technische Innovatio-nen nicht den zentralen Fokus bilden. Die Arbeiten gehen oft von einfachen Unterscheidungen zwischen bestimmten Typen von technischen Innovationen (z.B. radikal/inkrementell) aus, die sie in der Regel nicht sehr viel weiter entwickeln. Dieses „black-boxing“ kann es er-leichtern, generalisierbare Zusammenhänge zwischen institutionellen Konstellationen und technischen Innovationen aufzuzeigen. Das ist bisher aber auch deshalb nur selten gelungen, weil ein Defizit hinsichtlich der theoretischen Konzeptualisierung von institutionellen Arrangements besteht und gleichzeitig ein institutioneller Determinismus vorherrscht. Die Analyse von Wechselwirkungen zwischen technischen und institutionellen Neuerungen als Prozessen der Koevolution und Interaktion könnte Abhilfe schaffen.
STICHWORTE: Institutionelle Theorie, Technische Innovation, Nationales Innovationssystem, Techniksoziologie, Spielarten des Kapitalismus
ENGL. KURZREFERAT/ABSTRACT: Different subdisciplines of the Social Sciences analyze the evolution and diffusion of technical innovations from an institutional perspective. Important approaches are provided by socio-economic studies of national systems of innovation, by political-economic research on the varieties of capitalism and by the sociology of technology – even though technical innovations are not the central focus of the majority of these studies. They often start from rather simple distinctions between types of technical innovations (e.g. radical/incremental) which they usually do not elaborate on. Such “black-boxing” by and large facilitates detecting generalizable relations between institutional constellations and technical innovations. But it has hardly ever succeeded because a deficit is encountered concerning the theoretical concepts of institutional arrangements and, at the same time, institutional determinism prevails. Analyzing mutual adjustment of technical and institutional innovations as processes of coevolution and interaction could help.
KEYWORDS: institutional theory, technical innovation, national system of innovation, sociology of technology, varieties of capitlism
KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: Dr. Raymund Werle, Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung, Paulstraße 3, D-50676 Köln
E-Mail: werle@mpifg.de
AUTOR/AUTHOR: Thome, Helmut
TITEL: "Wertsynthese": ein unsinniges Konzept? Kommentar zu dem Artikel von Sigrid Roßteutscher "Von Realisten und Konformisten - Wider die Theorie der Wertsynthese" (KZfSS 3/2004, S. 407-432)
ENGL. TITLE: „Value Synthesis“: A Useless Concept? Commentary to Sigrid Rossteutscher‘s Article „On Realists and Conformists - Arguing Against the Theory of Value Synthesis“
QUELLE/SOURCE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 57, 2005, S. 333-341.
KURZREFERAT: Der Beitrag setzt sich kritisch mit der von Sigrid Roßteutscher vertretenen These auseinander (vgl. den Aufsatz „Von Realisten und Konformisten - Wider die Theorie der Wertsynthese“ in KZfSS 3/2004, S. 407-432), nur durchgängig hierarchisierte Werte seien zur Orientierung von Handlungen tauglich, Klages‘ Konzept der „Wertsynthese“ sei deshalb unsinnig. Die Gegenposition wird sowohl mit theoretischen als auch mit methodologischen und empirischen Argumenten entwickelt. Es wird u.a. gezeigt, dass die von Roßteutscher konstruierte Wertetypologie mit der von Klages vorgeschlagenen nicht kompatibel ist. Außerdem wird argumentiert, dass die vorgelegten (und vom Autor ergänzten) empirischen Befunde nicht die These belegen können, Klages „Realisten“ seien anomieanfälliger und konformistischer als die Nicht-Realisten. Gleichwohl wird eingeräumt, dass auch Klages‘ Konzeption der Wertsynthese einige problematische Aspekte aufweist, die weiterer Klärung bedürfen.
STICHWORTE: Werte-Theorie, Wertwandel, Wertsynthese, Wertmessung, Wertetypologie
ENGL. KURZREFERAT/ABSTRACT: In her acrticle (cf. „Von Realisten und Konformisten - Wider die Theorie der Wertsynthese“, KZfSS 3/2004, p. 407-432) Sigrid Rossteutscher starts with the assumption that values fail to sufficiently orient human action unless they are hierarchically ordered prior to the situation in which the action takes place. She consequently rejects Klages‘ concept of „value synthesis“. Based on theoretical and methodological considerations, the present commentary takes issue with this position. It is argued that the typology of values constructed by Rossteutscher is not compatible with the approach taken by Klages. It further argues that the empirical evidence offered by the original article (and amended by the present author) does not proof that „realists“ are more likely than non-realists to fall victim to anomie or engage in conformist behaviour. It is conceded, however, that Klages‘ ideas on value synthesis bear several problematic aspects that need further clarification.
KEYWORDS: value theory, value change, value synthesis, measurement of values, typology of values
KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: Prof. Dr. Helmut Thome, Martin-Luther-Universität, Institut für Soziologie, Emil-Abderhalden-Straße 7, D-06108 Halle
E-Mail: thome@soziologie.uni-halle.de
| | Home | | Aktuell | | Archiv | | Suche | | Konventionen | | Materialien | | Links | | Gremien |