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Zusammenfassungen und English Summaries
Heft 3, Jg. 57, 2005

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Zu den Kurzbiographien


AUTOR/AUTHOR: Albert, Gert

TITEL: Moderater methodologischer Holismus. Eine weberianische Interpretation des Makro-Mikro-Makro-Modells

ENGL. TITLE: Moderate Methodological Holism. A Weberian Interpretation of the Macro-micro-macro-model

QUELLE/SOURCE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 57, 2005, S. 387-413.

KURZREFERAT: Der Aufsatz nimmt eine undeutlich gebliebene anti-reduktionistische Tendenz der Weberschen Soziologie auf, Handlungs- und Ordnungsebene gleichberechtigt nebeneinander zu stellen. Vor diesem Hintergrund wird vorgeschlagen, die methodologische Position eines moderaten Holismus als adäquaten Standpunkt für das Weber-Paradigma anzunehmen. Er verbindet eine Ontologie begrenzt holistischen Charakters mit dem individualistischen Makro-Mikro-Makro-Modell der Erklärung, das sich aber im Detail von dem Modell in der Version Hartmut Essers unterscheidet. Der moderate methodologische Holismus wird von drei anderen methodologischen Positionen auf der Grundlage neuerer emergenztheoretischer Überlegungen unterschieden und am Beispiel der Protestantischen Ethik und der Weberschen Herrschaftssoziologie als Hintergrund eines adäquaten Erklärungsmodells vorgestellt. Weiterhin wird demonstriert, dass jede Handlungstheorie im Sinne Webers mit dem Prinzip „Gründe als Ursachen“ eine holistische Grundorientierung besitzt, die konsequenter Weise auf der Ordnungsebene nicht außer Kraft gesetzt werden sollte. Diese Version des Weber-Paradigmas hat eine ontologisch begründete Nähe zu einer historisch und empirisch ausgerichteten Soziologie.

STICHWORTE: Max Weber, Emergenz, Holismus, methodologischer Individualismus, Erklärung, Verstehen, Mikro-Makro-Problem

ENGL. KURZREFERAT/ABSTRACT: This paper focusses on an unarticulated tendency of Weberian sociology to examine action and order equitable. The methodological position of moderate holism seems to be adequate for the Weber-paradigm. Moderate methodological holism encompasses a holistic ontology and the individualistic macro-micro-macro-model of explanation. In detail it is different of Hartmut Esser’s version of this model. On the basis of emergence-theoretical thinking moderate methodological holism is distinguished from three other methodological positions. It is demonstrated that moderate methodological holism is the background for adequate models of explanation of Weber’s protestant ethic and his sociology of domination. It is shown that every action-theory in the Weberian sense has a holistic orientation based on the principle “reasons as causes”. The holistic orientation should be hold as regards the macro-level of order, too. This version of the Weber-paradigm has a historical and empirical orientation for ontological reasons.

KEYWORDS: Max Weber, emergence, holism, methodological individualism, explanation, micro-macro problem

KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: Dr. Gert Albert, Universität Heidelberg, Institut für Soziologie, Sandgasse 9, D-69117 Heidelberg

E-Mail: Gert.Albert@urz.uni-heidelberg.de

AUTOR/AUTHOR: Hillmert, Steffen and Marita Jacob

TITEL: Institutionelle Strukturierung und inter-individuelle Variation: Die Entwicklung herkunftsbezogener Ungleichheiten im Bildungsverlauf

ENGL. TITLE: Institutional Structuring and Inter-individual Variation: The Development of Social Inequality Along the Educational Career

QUELLE/SOURCE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 57, 2005, S. 414-442.

KURZREFERAT: Der Beitrag diskutiert die Möglichkeiten der Analyse der Entwicklung sozialer Ungleichheiten im Bildungsverlauf und beschreibt solche Entwicklungen exemplarisch anhand der Bildungsdaten einer westdeutschen Geburtskohorte. Konzeptionell werden zunächst zwei wesentliche chronologische Dimensionen im Bildungsverlauf unterschieden: zum einen die institutionalisierte Sequenz der Bildungsstufen, zum anderen das Lebensalter. Beide Dimensionen hängen zusammen, die individuelle Bandbreite unterschiedlicher Pfade und Übergänge innerhalb einzelner Bildungsstufen er-laubt aber keine einfache Gleichsetzung. Vor diesem Hintergrund werden Theorien verglichen, die Veränderungen in herkunftsbezogenen Ungleichheiten im Bildungsverlauf zu erklären versuchen und Konsequenzen für die empirische Messung von Bildungsungleichheiten im Lebensverlauf (bezüglich Übergängen und Bildungsverteilungen) erläutert. Im zweiten Teil des Beitrags wird auf der Grundlage aktueller Daten der Westdeutschen Lebensverlaufsstudie die Entwicklung herkunftsbedingter Bil-dungsreproduktion im Lebensverlauf einer Kohorte beschrieben. Die Analysen beziehen sich dabei auf den „akademischen Pfad“ von höherer Sekundarschule und Hochschule. Die gemessene Un-gleichheit variiert zwischen verschiedenen institutionell definierten Bildungsübergängen, kann sich a-ber auch innerhalb institutionell definierter Bildungsphasen verändern.

STICHWORTE: Bildung, soziale Ungleichheit, Lebensverlauf, Analysekonzept, Übergänge

ENGL. KURZREFERAT/ABSTRACT: How does social inequality in educational attainment develop along the life course? In this paper, we give a theoretical and empirical discussion of this typical aspect of educational careers. We distinguish two main chronological dimensions in educational trajectories: first, the institutionalized sequence of transitions in the educational system; second, the age axis which allows inter-individual variation in passing these different steps during the educational career. Furthermore, differences between analyses of transitions in contrast to analyses of participation are demonstrated. Following these distinctions, we discuss the conceptual perspective of conventional approaches to identify educational inequality. As an empirical case, we describe the development of social inequality along the way to university within the German educational system. To give an up-to-date account of educational inequality, we draw upon detailed longitudinal data of the most recent part of the West German Life History Study. It turns out that the amount of social differentiation varies both between and within institutionalized stages of the educational career.

KEYWORDS: education, social inequality, life course, measurement concept, transitions

KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: Dr. Steffen Hillmert, Lehrstuhl für Soziologie I, Universität Bamberg, Postfach 1549, D-96045 Bamberg

E-Mail: steffen.hillmert@sowi.uni-bamberg.de

AUTOR/AUTHOR: Franzen, Axel and Dominik Hangartner

TITEL: Soziale Netzwerke und beruflicher Erfolg.Eine Analyse des Arbeitsmarkteintritts von Hochschulabsolventen

ENGL. TITLE: Social Networks and Occupational Success: An Analysis of the Labor Market Entrance of College Graduates

QUELLE/SOURCE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 57, 2005, S. 443-465.

KURZREFERAT: Der Beitrag beschäftigt sich mit der Hypothese von Granovetter (1973, 1974 und 1995), dass die Vermittlung durch persönliche Netzwerke vorteilhaft für die Platzierung auf dem Arbeitsmarkt ist. Während diese These in der Soziologie lange Zeit als unbestritten galt, scheinen neuere empirische Studien sie überraschenderweise nun zu widerlegen. Allerdings beschränken sich die meisten Studien auf die Analyse der monetären Konsequenzen der Jobfindung durch Sozialkontakte. Wir konzentrieren uns dagegen zusätzlich auf die Analyse nicht-monetärer Arbeitsplatzmerkmale, wie z.B. der Ausbildungsadäquatheit. Datengrundlage sind die Angaben von 8.000 Schweizer Universitätsabsolventen, die ein Jahr nach Studienabschluss zwischen Ende 2000 und Anfang 2001 ihre Erwerbskarriere begonnen haben. Die Ergebnisse zeigen, dass die Suche nach einem Arbeitplatz über persönliche Beziehungen weit verbreitet ist. Einerseits zeigen auch unsere Analysen, dass Absolventen, die einen Arbeitsplatz über persönliche Netzwerke fanden, keinen Einkommensvorteil erzielen können. Andererseits legen die Ergebnisse nahe, dass die Platzierung durch soziale Netzwerke mit einer höheren Ausbildungsadäquatheit verbunden ist. Ausserdem werden Arbeitsplätze, die über soziale Kontakte gefunden wurden, häufiger als Karriereinvestment bezeichnet, in denen die Absolventen ihre Fähigkeiten besser einsetzen können als an Arbeitsplätzen, die durch formale Suchstrategien erreicht wurden. Zusätzlich geht die Suche über Sozialkontakte mit geringeren Suchkosten einher. Insgesamt scheinen damit vor allem die nicht-pekuniären Aspekte von Arbeitsplätzen bei Vermittlung durch persönliche Netzwerke vorteilhafter zu sein.

STICHWORTE: Sozialkapital, soziale Netzwerke, Job-Search-Strategien, Arbeitsmarkteinstieg, Hochschulabsolventen

ENGL. KURZREFERAT/ABSTRACT: This contribution discusses Granovetter’s hypothesis that social networks help individuals to find better jobs. The hypothesis was held valid for a long time but has been criticized by recent studies. However, most of these studies are restricted to the analysis of monetary consequences. Instead we propose a model that predicts that networks are helpful for non-pecuniary job characteristics but not with respect to the monetary payoffs. We test our model empirically by analyzing data of 8000 Swiss university students that graduated in 2000 and entered the labor market thereafter. The analysis shows that the use of personal networks is a common job search strategy in Switzerland. Furthermore, the results suggest in accordance with our model that graduates who used their personal networks to find a job do not receive higher incomes. However, the results also show that graduates who received their jobs through social contacts tended to get jobs that are more related to their educational degree indicating a better match. Moreover, using personal networks for finding a job is related to lower search costs. Graduates using their network reported lower search times as well as a lower number of applications und job interviews. The results suggest that networks improve rather the non-pecuniary characteristics but not the monetary payoffs.

KEYWORDS: social capital, social networks, job-search strategies, labor market entrance, college graduates

KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: Prof. Dr. Axel Franzen, Institut für Soziologie, Eilfschornstraße 7, D-52062 Aachen

E-Mail: Axel.Franzen@soziologie.rwth-aachen.de

AUTOR/AUTHOR: Achatz, Juliane, Hermann Gartner und Timea Glück

ENGL. TITLE: Bonus or Bias? Mechanisms of Sex Specific Wage Compensation

TITEL: Bonus oder Bias? Mechanismen geschlechtsspezifischer Entlohnung

QUELLE/SOURCE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 57, 2005, S. 466-493.

KURZREFERAT: In welchem Ausmaß ist das Lohngefälle zwischen vollzeitbeschäftigten Frauen und Männern auf Produktivitätsunterschiede zurückzuführen? Welchen Anteil hat die Diskriminierung von Arbeit-nehmerinnen, und wie wirken sich betriebliche Merkmale auf die Lohnunterschiede aus? Diese Fragen untersuchen wir mit einem verbundenen Arbeitnehmer-Arbeitgeber Datensatz des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung für das Jahr 2000. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich die Geschlechterzusammensetzung von Berufsgruppen in Betrieben (Jobzellen) auf die Lohnhöhe auswirkt. Um zwischen Ausstattungs- und Entlohnungseffekten trennen zu können, wird eine von Oa-xaca und Blinder vorgeschlagene Zerlegung des Lohndifferentials vorgenommen. Wie sich zeigt, kann nur etwa ein Drittel der Lohnlücke zwischen Frauen und Männern durch die Unterschiede im gemes-senen Humankapitalbestand erklärt werden. Mit steigendem Frauenanteil in den Jobzellen sinken die Löhne, wobei die Lohnabschläge von Frauen höher ausfallen als die von Männern. Diskriminierung, so die Folgerung, greift insbesondere bei der geschlechtsbasierten Zuweisung von Arbeitsplätzen. Mit dem Vorhandensein von Betriebsräten steigen die Löhne, was vorrangig den beschäftigten Frauen zu Gute kommt.

STICHWORTE: Geschlechtsspezifische Lohnungleichheit, berufliche Geschlechtersegregation, Diskriminierung

ENGL. KURZREFERAT/ABSTRACT: To what extent is the gender wage gap of fulltime employees due to differences in productivity-related characteristics, to discrimination of female employees, and how is the wage gap affected by firm specific features? To analyze these problems we use a linked employer-employee database in 2000, made available by the German Institute for Labour Market Research. In particular, we address the effect on wage levels of the sex composition of occupations within firms (job cells). Our estimations rely on the decomposition of the wage differential proposed by Oaxaca and Blinder. We find that only one third of the gender gap in wages is explained by human capital differences between men and women. With increasing proportions of women within job cells we observe decreasing wage levels for men and women but with higher rates of decline for women than for men. While works councils are shown to have a positive impact on wage levels, women are found to profit most from their presence within firms.

KEYWORDS: gender wage gap, occupational sex segregation, discrimination

KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: Dipl.-Soz. Juliane Achatz, Institut für Soziologie, Ludwig-Maximilians-Universität, Konradstr. 6, D-80801 München

E-Mail: juliane.achatz@soziologie.uni-muenchen.de

AUTOR/AUTHOR: Klein, Markus

TITEL: Die Entwicklung der Beteiligungsbereitschaft bei Bundestagswahlen. Eine Mehrebenenanalyse auf der Grundlage der Politbarometer-Trenderhebungen der Jahre 1977 bis 2002

ENGL. TITLE: The Development of the Readiness to Participate in German Federal Elections. A Multi Level Analysis on the Basis of the Polibarometer Trend Surveys from the Years 1977 to 2002

QUELLE/SOURCE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 57, 2005, S. 494-522.

KURZREFERAT: Die Wahlbeteiligung bei Bundestagswahlen wies in den letzten Jahrzehnten einen rückläufigen Trend auf. Die vorliegenden empirischen Analysen der Mechanismen hinter diesem Rückgang schöpfen das Analysepotential der verfügbaren Trenddaten nur unvollkommen aus. Am Beispiel der Politbarometer-Befragungen der Jahre 1977 bis 2002 wird gezeigt, wie man Trenddaten mit Hilfe der Mehrebenenanalyse einer stringenteren Auswertung unterziehen kann. Die rückläufige Verbreitung der Parteiidentifikation und die zunehmende Unzufriedenheit mit den politischen Parteien erweisen sich dabei als Hauptursachen der rückläufigen Beteiligungsbereitschaft. Die Mobilisierungswirkungen von Wahlkämpfen nehmen im Zeitverlauf an Stärke zu.

STICHWORTE: Wahlen, Wähler, Bundestagswahlen, Wahlbeteiligung, Mehrebenenanalyse, Parteien, Parteiidentifikation

ENGL. KURZREFERAT/ABSTRACT: During the last decades, turnout at the German federal elections showed a declining trend. The existing empirical analyses of the mechanisms behind this decline do not completely exhaust the potential of the available trend data. Using the so called Politbarometer surveys of the years 1977 to 2002 it is shown how trend data can be analyzed more rigorously by means of multi level analysis. The declining spreading of party identification and the increasing discontent with political parties prove as the main causes of the declining participation readiness. The mobilization effects of election campaigns increase in strength over time.

KEYWORDS: elections, voter, German federal elections, turnout, multi level analysis, parties, party identification

KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: PD Dr. Markus Klein, Zentralarchiv für Empirische Sozialforschung der Universität zu Köln, Postfach 410960, D-50869 Köln

E-Mail: klein@za.uni-koeln.de

AUTOR/AUTHOR: Richter, Dirk

TITEL: Das Scheitern der Biologisierung der Soziologie: Zum Stand der Diskussion um die Soziobiologie und anderer evolutionstheoretischer Ansätze

ENGL. TITLE: Why the Biologicization of Sociology has Failed: About the Controversy on Sociobiology and other Evolutionary Theories

QUELLE/SOURCE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 57, 2005, S. 523-542.

KURZREFERAT: Unter dem Titel „Soziobiologie“ tritt seit den 1970er Jahren eine einflussreiche Wissenschaftsrichtung mit dem Ziel einer Vereinheitlichung vieler Wissenschaftsbereiche an. Unter einer naturwissenschaftlichen Ausrichtungen sollten im Rahmen einer Synthese auch die Sozialwis-senschaft und insbesondere die Soziologie „biologisiert“ werden. Diese Vereinheitlichung kann heute als gescheitert gelten, obwohl die Soziobiologie und andere evolutionäre Theorien sich insgesamt be-hauptet haben und in diversen Disziplinen anschlussfähig wurden. In diesem Beitrag wird die These vertreten, dass der Erfolg der Soziobiologie wesentlich auf dem Verzicht weitreichender theoretischer Implikationen basiert. Nach dem Referat früherer kontroverser Positionen zur Soziobiologie werden die gegenwärtigen evolutionstheoretischen Ansätze vorgestellt (E.O. Wilson, Evolutionspsychologie, Mem-Theorie). Anhand der menschlichen Monogamie wird anschließend beispielhaft beschrieben, wie sich Merkmale der sozialen Evolution über die biologischen Faktoren legen können. Es wird ge-schlussfolgert, dass die Reichweite evolutionstheoretischer Ansätze letztlich empirisch zu bestimmen ist, gegenwärtig aber viele soziologische Gegenstandsbereiche und insbesondere makrosoziologische Phänomene nicht soziobiologisch erklärt werden können.

STICHWORTE: Soziobiologie, Evolutionspsychologie, soziale Evolution, Sozialwissenschaften, Wissenschaftstheorie

ENGL. KURZREFERAT/ABSTRACT: Since the 1970s sociobiology has tried to build a new synthesis of scientific fields under a biological regime. This unification of scientific disciplines has failed, although sociobiology and other evolutionary theories have gained much influence in several research fields. In this article the hypothesis is developed that the sociobiological success is mainly based on the renunciation of earlier strong theoretical implications. After having described the early controversial perspectives on sociobiology, contemporary evolutionary theories are elaborated (E.O. Wilson, evolutionary psychology, mem-theory). Based on the example of human monogamy it is then shown how elements of social evolution are covering biological evolutionary aspects. It is concluded that the range of evolutionary theories has to be evaluated empirically. However, at present many sociological topics, and especially macrosociological phenomena can not be explained sociobiologically.

KEYWORDS: sociobiology, evolutionary psychology, social evolution, social sciences, scientific theory

KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: PD Dr. Dirk Richter, Westfälische Klinik Münster, Postfach 202 252, D-48103 Münster

E-Mail: dirk.richter@uni-muenster.de

AUTOR/AUTHOR: Roßteutscher, Sigrid

TITEL: Wertsynthese: Kein unsinniges Konzept, aber traurige Realität. Replik zur Kritik von Helmut Thome (in KZfSS 57, 2, 2005, S. 333–341)

ENGL. TITLE: Value Synthesis: Not A Useless Concept but a Sad Reality. Reply to the Criticism of Helmut Thome (in KZfSS 57, 2, 2005, S. 333-341)

QUELLE/SOURCE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 57, 2005, S. 543-549.

KURZREFERAT: In Heft 2, Jg. 57, 2005 der KZfSS (S. 333-341) publizierte Helmut Thome eine Kritik zu meinem Beitrag „Von Realisten und Konformisten – Wider die Theorie der Wertsynthese“, abgedruckt in Heft 3, Jg. 56, 2004, S. 407-432. In dieser Replik wird mein Argument zunächst knapp rekapituliert, um dann auf die zentralen Punkte in Thomes Kritik einzugehen und sie zu widerlegen. Ich stimme schließlich zu, dass es dringend nötig ist, das Verhältnis von Wertsynthese, Anomie und Kon-formismus theoretisch und empirisch näher zu beleuchten. Allerdings bleibe ich dabei, dass wenig Grund besteht, den durch die Wertsynthese geprägten Realisten - wie Klages dies tut - als den über-legenen Sozialcharakter der Modernen zu betrachten. Er stellt eher eine traurige Realität komplexer moderner Gesellschaften dar.

STICHWORTE: Wertsynthese, Wertewandel, Wertetheorie, Anomie, Konformismus, Demokratie

ENGL. KURZREFERAT/ABSTRACT: In a previous issue of this journal (KZfSS 2/2005, pp. 333-341) Helmut Thome published a review article on my contribution „On Realists and Conformists – A Critique of the Theory of Value Synthesis“ (KZfSS 3/2004, pp. 407-432). In this reply I provide a brief resume of my main argument and a more detailed response to Thome’s criticism. While I completely agree with Thome that there is much need to disentagle and further investigate the relationship between value synthesis, on the one hand and anomia and conformism, on the other. I conclude that, for the time being, there is little reason to see the value synthesis as a “silver rising on the horizon” as Klages does, but, rather, as a sad reality of complex, modern times.

KEYWORDS: value synthesis, value change, value theory, anomia, conformism, democracy

KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: Dr. Sigrid Roßteutscher, Universität Mannheim, Fakultät für Sozialwissenschaften und Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung (MZES), D 7, 27, D-68131 Mannheim

E-Mail: rossteut@rumms.uni-mannheim.de

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Datei aktualisiert am 14.09.2005 in der Redaktion der KZfSS