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Zu den Kurzbiographien
AUTOR/AUTHOR: Srubar, Ilja
TITEL: Sprache und strukturelle Kopplung. Das Problem der Sprache in Luhmanns Theorie
ENGL. TITLE: Language as Structural Coupling. The Problem of Language in Luhmann’s Theory
QUELLE/SOURCE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 57, 2005, S. 599-623.
KURZREFERAT: In der theoretischen Architektur der Luhmannschen Systemtheorie kommt der Betrachtung der Sprache unversehens eine zentrale Bedeutung zu, weil sie für jene strukturelle Kopplung steht, durch die die Co-Evolution von psychischen und sozialen Systemen möglich werden soll. In dem Aufsatz wird daher die Entwicklung der Luhmannschen Sprachkonzeption nachgezeichnet und vor dem Hintergrund von einschlägigen empirischen Studien geprüft. Die Prüfung ergibt, dass Luhmanns Auffassung der Sprache den von ihm selbst an das Konzept der strukturellen Kopplung gestellten theoretischen Anforderungen nicht genügt und in Widerspruch zu seinen zentralen systemtheoretischen Annahmen gerät. Es werden zwei Gründe für diese Defizite ausgemacht: a) Luhmanns Auffassung der Sprache als eines Nichtsystems, b) seine Vernachlässigung der auf Handeln zurückgehenden Sprachstrukturen.
STICHWORTE: Systemtheorie, strukturelle Kopplung, Koevolution, Luhmann, Sprache
ENGL. KURZREFERAT/ABSTRACT: Language gains in Luhmann’s theory of social systems a central position since it represents that structural coupling of psychical and social systems which should provide their co-evolution. Therefore the article reconstructs how Luhmann develops his concept of language and considers this conception against the background of significant empirical studies. As a result it reveals that Luhmann’s understanding of language does not meet the conditions required by his concept of structural coupling and is contradictory to some of the central theses of his theory. These deficiencies can be traced back to Luhmann’s view of language as a non-system as well as to his disregarding of language structures based on action.
KEYWORDS: social systems theory, structural coupling, co-evolution, Luhmann, language
KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: Prof. Dr. Ilja Srubar, Institut für Soziologie, Universität Erlangen-Nürnberg, Kochstr. 4, D-91054 Erlangen
E-Mail: iasrubar@phil.uni-erlangen.de
AUTOR/AUTHOR: Becker, Thomas
TITEL: Liebe: Medium der Kommunikation oder symbolisches Kapital der sozialen Reproduktion? Ein Vergleich zwischen Systemtheorie und Feldsoziologie
ENGL. TITLE: Love: Medium of Communication or Symbolic Capital of Social Reproduction? A Comparison of Systems Theory and Field Theory
QUELLE/SOURCE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 57, 2005, S. 624-643.
KURZREFERAT: Niklas Luhmann hat in seinem Buch Liebe als Passion mit der Herausbildung der passionierten Liebe ein Beispiel für die Beschreibung eines Mediums der Kommunikation vorgestellt, das stratifikatorische Differenzen umgehen kann. Pierre Bourdieu dagegen hat in seinen Äußerungen zum Thema Liebe zu erkennen gegeben, dass sich deren Integrationskraft nicht ohne die unterschiedlichen Kosten der Inklusion je nach Klassenlage und Struktur des symbolischen Kapitals beschreiben lässt. Für den im 17. Jahrhundert entstandenen Liebescode lässt sich mit der feldsoziologischen Methode zeigen, dass eine neue soziale Reproduktion im Feld der Macht entstand, die erst die passionierte Liebe zum Effekt hatte. Die Vererbung ökonomischen Kapitals bedurfte der zunehmenden Legitimation durch kulturelles Kapital. Die im 17. Jahrhundert entstandene Liebesliteratur in den Literatursalons stellte einerseits diese Kultur zur Verfügung, stützte aber auch andererseits die Emanzipation von Frauen und die Integration bürgerlicher Autoren im Feld der Macht. Für die Feldsoziologie wird damit gezeigt, dass ihre Theorie der Differenzierung spezifischer sozialer Felder der Kulturproduktion auch auf das Verständnis vormoderner Gesellschaften anwendbar ist.
STICHWORTE: Bourdieu, Luhmann, Systemtheorie, Feldtheorie, passionierte Liebe, Geschlecht, 17. Jahrhundert
ENGL. KURZREFERAT/ABSTRACT: Niklas Luhmann gave us an example of a medium of communication with his historical description of the evolution of the passionate love: Love as a medium of communication is able to overcome the differences of stratification. But Pierre Bourdieu has a quite different conception about love: The power of integration with love cannot be explained without the different costs of this power in different classes and social fields. One can show with Bourdieu’s field theory that the code of intimacy was an effect of a new structure of social reproduction in the field of power: The heritage of economic power needed a better legitimization with cultural capital. The love literature in the 17th century produced not only this culture capital but was in the same time a base for the emancipation of women and the integration of the non-aristocratic author in the field of power. Bourdieu’s conception of social fields can be showed by this description as a theory which is valuable for the analysis of pre-modern societies as well.
KEYWORDS: Bourdieu, Luhmann, systems theory, field theory, code of intimacy, passionate love, gender, 17th-Century France
KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: PD Dr. Thomas Becker, Institut für Kulturwissenschaft, Philosophische Fakultät III der Humboldt-Universität zu Berlin, Sophienstr. 22a, D-10178 Berlin
E-Mail: thomas.feld@snafu.de
AUTOR/AUTHOR: Rippl, Susanne and Baier, Dirk
TITEL: Das Deprivationskonzept in der Rechtsextremismusforschung. Eine vergleichende Analyse
ENGL. TITLE: The Concept of Deprivation in the Tradition of Right-Wing Extremism Research. A Comparative Analysis
QUELLE/SOURCE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 57, 2005, S. 644-666.
KURZREFERAT: Zustände ökonomischer Deprivation, insbesondere von Arbeitslosigkeit, sind – vor allem in der öffentlichen Diskussion – ein populäres Modell, wenn es um die Erklärung von Rechtsextremismus geht. In der wissenschaftlichen Diskussion wird die Erklärungskraft des Konzeptes allerdings sehr unterschiedlich bewertet. Die Ergebnisse empirischer Studien reichen von mittleren bis hin zu gar keinen Effekten. Diese Uneinheitlichkeit der Befunde hängt offenbar mit der Unterschiedlichkeit der jeweils verwendeten Deprivationskonzepte zusammen. Im vorliegenden Beitrag wird deshalb versucht, eine Systematisierung vorhandener Konzepte zu entwickeln. Im Rahmen der empirischen Analysen wird dann die Leistungsfähigkeit der unterschiedenen Ebenen und Inhalte von Deprivation vergleichend betrachtet. Es zeigt sich, dass in erster Linie kollektive Deprivation, die emotional konnotiert ist, einen bedeutsamen Einfluss auf die Ausprägung nationalistischer, fremdenfeindlicher Einstellungen hat. Individuelle Deprivation hingegen zeigt nur dann eine Wirkung, wenn der soziale Kontext durch reale Konkurrenzsituationen gekennzeichnet ist.
STICHWORTE: Deprivation, Rechtsextremismus, Begriffsanalyse, empirische Analyse, ethnozentrische Einstellungen
ENGL. KURZREFERAT/ABSTRACT: Economic deprivation and unemployment is – especially in the public debate – a very popular model if one tries to explain the development of right wing extremism. In the scientific discussion the evaluation of the concept is controversial. The results of empirical studies range from median to no effects at all. One reason for this heterogeneity of results may be due to the variance of different concepts that are in use. Therefore the present study tries to develop a systematic view on different concepts of deprivation. In the empirical analyses a comparative test of the explanatory power of these concepts is presented. It is shown that only collective, especially collective emotional deprivation has a significant impact on ethnocentric attitudes. However, deprivation on the individual level is related to ethnocentrism if social contexts are framed by situations of real economic conflicts.
KEYWORDS: deprivation, right wing extremism, conceptual analysis, empirical analysis, ethnocentric attitudes
KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: Dr. Susanne Rippl, Institut für Soziologie, Technische Universität Chemnitz, D-09107 Chemnitz
E-Mail: susanne.rippl@phil.tu-chemnitz.de
AUTOR/AUTHOR: Freitag, Markus
TITEL: Labor Schweiz: Vergleichende Wahlbeteiligungsforschung bei kantonalen Parlamentswahlen
ENGL. TITLE: The Swiss as Laboratory: A Comparative Analysis of Voting Participation in Parliamentary Elections of the Swiss Cantons
QUELLE/SOURCE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 57, 2005, S. 667-690.
KURZREFERAT: Wie lässt sich die unterschiedliche Beteiligung bei den kantonalen Parlamentswahlen in den Schweizer Gliedstaaten erklären? Die vorliegende Arbeit beantwortet diese Frage und präsentiert die erste systematisch vergleichend angelegte Untersuchung zur Wahldemokratie in den eidgenössischen Kantonen. Im Mittelpunkt steht dabei die empirische Überprüfung sowohl institutioneller als auch makrosoziologischer, kultureller und sozioökonomischer Bestimmungsgründe. Gemäß den statistischen Schätzverfahren fällt die Beteiligung bei kantonalen Wahlen in denjenigen Gliedstaaten überdurchschnittlich aus, die eine Regelung zur Wahlpflicht aufweisen, stark katholisch geprägt sind, über einen hohen Anteil an Parteimitgliedern verfügen und eine niedrige Wahlhürde zur Erringung eines Mandates aufstellen. Darüber hinaus wird in den vorliegenden Analysen deutlich, dass direktdemokratische Beteiligungsmöglichkeiten keinen systematischen Einfluss auf die Partizipationsrate bei Wahlen in den Schweizer Gliedstaaten ausüben.
STICHWORTE: Wahlbeteiligung, direkte Demokratie, subnationaler Vergleich, Schweizer Kantone, politische Institutionen, politische Kultur
ENGL. KURZREFERAT/ABSTRACT: How to explain different levels in voting turnout among the Swiss sub-national units? To answer this question, this study presents the first comparative and macro-quantitative investigation of the voting participation in parliamentary elections of the Swiss Cantons between 1982 und 2004. The paper evaluates political institutions, socio-economic factors, and cultural foundations. According to our statistical inquiry we present four main determinants of cross-cantonal variance in voting turnout: mandatory voting laws, electoral thresholds, the coverage of partisan membership, and a culture of Catholicism. Moreover, the estimations reveal that there is no systematic influence of patterns of direct democracy on the voting participation in parliamentary cantonal elections.
KEYWORDS: Electoral participation, direct democracy, sub-national comparative method, Swiss cantons, political institutions, political culture
KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: Prof. Dr. Markus Freitag, Universität Konstanz, Fachbereich Politik- und Verwaltungswissenschaft, Vergleichende Kommunal- und Regionalpolitik, Postfach D84, D-78457 Konstanz
E-Mail: markus.freitag@uni-konstanz.de
AUTOR/AUTHOR: Schittenhelm, Karin
TITEL: Primäre und sekundäre Effekte kultureller Praktiken. Der Ausbildungseinstieg junger Migrantinnen im interkulturellen Vergleich
ENGL. TITLE: Primary and Secondary Effects of Cultural Practices. A Cross-cultural Approach to the School-to-work Transition of Young Immigrant Women
QUELLE/SOURCE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 57, 2005, S. 691-713.
KURZREFERAT: Kulturelle Einflussfaktoren auf soziale Ungleichheiten sind Gegenstand neuerer Debatten in der Soziologie, die vor allem exklusive Funktionen von „Kultur“ hervorheben. Auf der Basis einer interkulturell vergleichenden Untersuchung analysiert der Beitrag, inwieweit kulturelle Praktiken und Stile für berufliche Orientierungen und Ausbildungschancen junger Migrantinnen eine Rolle spielen. Junge Migrantinnen und einheimische junge Frauen haben demnach parallele Formen gefunden, um den Übergang zwischen Schule und Ausbildung zu bewältigen. Eine Umsetzung beruflicher Orientierungen und Stilpräferenzen ist aufgrund eingeschränkter Chancen für alle Vergleichsgruppen nicht grundsätzlich gegeben. Doch unterscheidet der qualitative Forschungsansatz, inwiefern kulturelle Praktiken per se oder erst über ihre gesellschaftliche Bewertung für den Verlauf der Statuspassage zwischen Schule und Berufsausbildung relevant werden. Auf diese Weise stehen primäre und sekundäre Effekte von „Kultur“ zur Diskussion.
STICHWORTE: Kultursoziologie, qualitative Sozialforschung, Bildung, Migration, soziale Ungleichheit
ENGL. KURZREFERAT/ABSTRACT: The influence of cultural factors on social inequality have been the subject of current debates in sociology, stressing “culture” as an excluding function. This article, based on a cross-cultural study, analyses if and how cultural styles and practices play a part in educational opportunities and occupational choices of young migrant women. According to this study, the young migrant women and comparable indigenous women found parallel forms of coping with the passage from school to vocational training. Due to limited chances of the groups compared, a successful transformation of life-style preferences and occupational orientation into reality can generally not be taken for granted. The qualitative approach differentiates to what extend cultural practices or rather the social values attributed to them become relevant for the course of the status passage between school and occupational training. In this way both primary and secondary effects of “culture” can be discussed.
KEYWORDS: sociology of Culture, qualitative methods, education, migration, social inequality
KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: Prof. Dr. Karin Schittenhelm, Universität Siegen, FB 1 / Soziologie, Adolf-Reichwein-Str. 2, D-57068 Siegen
E-Mail: schittenhelm@soziologie.uni-siegen.de
AUTOR/AUTHOR: Diehl, Claudia and Dixon, David
TITEL: Zieht es die Besten fort? Ausmaß und Formen der Abwanderung deutscher Hochqualifizierter in die USA
ENGL. TITLE: The Best Ones Leave? Emigration of the Highly Skilled from Germany to the US
QUELLE/SOURCE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 57, 2005, S. 714-734.
KURZREFERAT: Gegenstand des Beitrags sind die Wanderungsbewegungen deutscher Hochqualifizierter in die USA seit Beginn der 1990er Jahre. Um Ausmaß und Entwicklung dieses Phänomens zu analysieren, werden deutsche Auswanderungsdaten, amerikanische und deutsche (Mikro-) Zensusdaten sowie Daten der amerikanischen Einwanderungsbehörden herangezogen. Es wird gezeigt, dass die Auswanderung deutscher Hochqualifizierter in die USA vor allem seit Mitte der 1990er Jahre an Bedeutung gewonnen hat. Dieser Befund muss aber in zweierlei Hinsicht relativiert werden. Zum einen lassen sich absolut betrachtet nur wenige Deutsche dauerhaft zu Erwerbszwecken in den USA nieder. Zum anderen ist der Anstieg in der Zahl der hochqualifizierten Auswanderer in erster Linie eine Folge des Anstiegs der zeitlich befristeten US-Aufenthalte. Darüber hinaus gibt es keine Hinweise darauf, dass das Risiko der Verstetigung dieser temporären Aufenthalte im Untersuchungszeitraum substanziell zugenommen hat.
STICHWORTE: brain drain, Migration, Hochqualifizierte, USA, Deutschland
ENGL. KURZREFERAT/ABSTRACT: The article tackles the question whether or not the emigration of German researchers and highly skilled professionals to the US has increased over the last decades. We analyze German emigration data, US and German (micro-) census data, and US immigration data in order to assess the scope and development of the phenomenon since the early 1990s. Results show that the emigration of highly skilled Germans to the US increased, especially since the mid-1990s. Besides, the rise in the skill level of the German born living in the US was more substantial than the according change in Germany. However, more detailed analyses show that these findings need to be qualified in two important regards. On the one hand, the absolute numbers of Germans moving to the US for work related purposes are small. On the other hand, the increase in the number of highly skilled Germans who settle in the US permanently is mostly a consequence of the substantial increase in the number of highly skilled temporary visitors from Germany. There is little evidence that the “risk” of these temporary visitors to become permanent resident aliens increased substantially over time.
KEYWORDS: brain drain, migration, highly skilled, USA, Germany
KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: Dr. Claudia Diehl, Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung, Friedrich-Ebert-Allee 4, D-65185 Wiesbaden
E-Mail: claudia.diehl@destatis.de
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