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Zusammenfassungen und English Summaries
Heft 2, Jg. 58, 2006

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AUTOR/AUTHOR: Schwinn, Thomas

TITEL: Konvergenz, Divergenz oder Hybridisierung? Voraussetzungen und Erscheinungsformen von Weltkultur

ENGL. TITLE: Convergence, Divergence or Hybridization? Prerequisites and Forms of World Culture

QUELLE/SOURCE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 58, 2006, S. 201-232.

KURZREFERAT: In der aktuellen Globalisierungsliteratur gibt es verschiedene Thesen zur Entstehung einer Weltkultur. Sie lassen sich schlagwortartig als Konvergenz, Divergenz und Hybridisierung bezeichnen. Dabei wird von unterschiedlichen Wirkungsmechanismen und Voraussetzungen globaler Kulturentwicklung ausgegangen. Um hier zu begründeten Einschätzungen zu kommen, wird ein Modell skizziert, mittels dessen die Beziehungen zwischen der globalen und der lokalen Ebene zu fassen sind. Die drei Thesen zur Entstehung von Weltkultur unterstellen spezifische Konstellationen dieser Ebenen und neigen zu Übergeneralisierungen. Verschiedene dieser Selektions- und Wirkungsbeziehungen werden in den Blick genommen. Es wird gefragt, welche globalen Kultureffekte die mit Modernisierung verbundenen sozialstrukturellen Veränderungen haben. Da kulturelle Prozesse nicht auf strukturelle Bedingungen reduziert werden dürfen, sondern eine Eigenlogik entfalten, müssen die Mischungen zwischen globaler und lokaler Kultur gesondert analysiert werden. Die Herausbildung einer Weltkultur läuft in der alltagsästhetischen, der normativen und der kognitiven Dimension jeweils anders ab. Zum Schluss wird mit der „Standardisierung von Differenzen“ eine These präsentiert, die die globale Kulturentwicklung besser erfasst als die gängigen Annahmen.

STICHWORTE: Weltkultur, kulturelle Globalisierung, Hybridisierung, globale Konstellationen, Mittelschichten, Kulturindustrie, Massenkultur

ENGL. KURZREFERAT/ABSTRACT: There are three theses on the development of world culture in actual debates, convergence, divergence and hybridization, which suppose different causes of and effects on this process. A model is sketched to get a better understanding of the relationship between the global and the local level. Some of the relations are analysed: Which consequences for the global culture result from changes in the social structure, especially from ascending and descending middle classes. Culture must not be reduced to structure hence the specific interaction between the global and the local cultural level has a logic of its own. Three dimensions of a world culture are distinguished which develop in different ways: the aesthetic of everyday life, the normative and the cognitive. Finally a thesis is presented, the standardization of differences, which grasp the development of world culture better than other approaches.

KEYWORDS: world culture, globalization, McDonaldization, hybridization, culture industry, mass culture

KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: Prof. Dr. Thomas Schwinn, Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt, Lehrstuhl für Soziologie I, Ostenstrasse 26, D-85072 Eichstätt

E-Mail: thomas.schwinn@ku-eichstaett.de

AUTOR/AUTHOR: Bude, Heinz, und Ernst-Dieter Lantermann

TITEL: Soziale Exklusion und Exklusionsempfinden

ENGL. TITLE: Social Exclusion and the Perception of Being Excluded

QUELLE/SOURCE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 58, 2006, S. 233-252.

KURZREFERAT: Der Beitrag prüft die empirische Brauchbarkeit des zwischen Ungleichheits- und Armutsforschung vermittelnden Exklusionsbegriffs. Dazu wird die Unterscheidung zwischen einer „objektiven“, auf eine prekäre Lebenslage zurückgehende Exklusionskonstellation und einem „subjektiven“, den einzelnen entbettenden Exklusionsempfinden gemacht. Als Dimensionen stressender Prekarität werden die Haushaltsökonomie, die Erwerbssituation, die soziale Vernetzung, das Institutionenvertrauen und das psychophysische Wohlbefinden bestimmt; das Empfinden von Exklusion wird auf die Zugehörigkeit zum gesellschaftlichen Ganzen bezogen. So erhält das Exklusionsempfinden die Bedeutung einer ausschlaggebenden Bedingung, die einzelne Exklusionserfahrungen zu einem die ganze Person erfassenden Exklusionssyndrom zusammenfügt und zuspitzt. Vor diesem konzeptionellen Hintergrund wird über die Ergebnisse einer 2003 durchgeführten bundesweiten Telefonbefragung berichtet. Wie der einzelne sich zum gedachten Ganzen der Gesellschaft verhält, ist nicht einfach Ausdruck seiner sozialen Lage. In Abkehr von allen impliziten Widerspiegelungstheorien wird das Gesamt von externen Ressourcen, stressenden Konstellationen und internen Ressourcen zur Erklärung des Exklusionsempfindens herangezogen. So kann eine begriffliche klare und empirisch stichhalte Unterscheidung zwischen benachteiligender Marginalitätsposition und gefährdender Exklusionsauffassung gezogen werden.

STICHWORTE: Exklusion, Gefühl der Exklusion, Prekarität, soziale Ungleichheit, soziale Lage, soziale Zugehörigkeit, Identität

ENGL. KURZREFERAT/ABSTRACT: This paper examines the empirical usefulness of the exclusion concept, which mediates between research on inequality and investigations on poverty. To this end, a differentiation is made between an „objective” exclusion constellation, which results from a precarious situation in the life of an individual, and the „subjective” perception of exclusion, the feeling that one does not belong. Various factors such as the economic situation of the household, actual employment status, an individual’s social network, trust in institutions, and psycho-physiological wellbeing are identified as dimensions that contribute to the state of precarity and the stress it produces; the perception of being excluded is related to a sense of belonging to society as a whole. The perception of exclusion thus constitutes a decisive precondition for a process in which various discrete forms of experiencing exclusion merge and are reinforced to form a „syndrome of exclusion” that affects the entire individual.

KEYWORDS: exclusion, perception of exclusion, precarity, social inequality, social status, identity

KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: Prof. Dr. Heinz Bude, Universität Kassel, FB 5, Gesellschaftswissenschaften, Nora-Platiel-Straße 1, D-34109 Kassel

E-Mail: heinz_bude@his-online.de

KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: Prof. Dr. Ernst-Dieter Lantermann, Universität Kassel, Fachbereich 07, Institut für Psychologie, Holländische Strasse 36-38, D-34127 Kassel

E-Mail: lantermann@uni-kassel.de

AUTOR/AUTHOR: Becker, Rolf, und Frank Schubert

TITEL: Soziale Ungleichheit von Lesekompetenzen. Eine Matching-Analyse im Längsschnitt mit Querschnittsdaten von PIRLS 2001 und PISA 2000

ENGL. TITLE: Social Inequality of Reading Literacy: A Longitudinal Analysis with Cross-sectional Data of PIRLS 2001 and PISA 2000 Utilizing the Pairwise Matching Procedure

QUELLE/SOURCE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 58, 2006, S. 253-284.

KURZREFERAT: In Anlehnung an das strukturell-individualistische Handlungsmodell von Boudon werden für Deutschland kausale Effekte von individuellen Lernvoraussetzungen, Ressourcen des Elternhauses, sozial selektiven Bildungsübergängen sowie Lehr- und Lernbedingungen in Schulen auf die Entwicklung von Lesekompetenzen und ihre Streuung zwischen Sozialschichten untersucht. Hierbei wird zum einen der Frage nachgegangen, ob neben den Herkunftseffekten die Selektion von Grundschulkindern in die weiterführenden Schulen in der Sekundarstufe I zur allgemeinen Verschlechterung der mittleren Lesekompetenzen beitragen. Zum anderen wird gefragt, ob der sozial selektive Bildungsübergang von der Primar- in die Sekundarstufe eine bedeutsame Ursache für einen Anstieg in der ungleichen Verteilung von Leseleistungen zwischen den Sozialschichten ist. Weil es nicht möglich ist, solche Ursache-Wirkungszusammenhänge mit komparativ-statischen Querschnittsdaten wie PIRLS oder PISA empirisch zu isolieren, konstruieren wir anhand von Daten der beiden Studien PISA-E 2000 und PIRLS 2001 über das Verfahren des „pairwise matching“ Quasi-Längsschnittdaten mit drei Beobachtungszeitpunkten (Leseleistung bei Einschulung, Leseleistung im Alter von 9-10 Jahren und Leseleistung im Alter von 15 Jahren). Die empirischen Befunde belegen zusätzlich zu den Herkunftseinflüssen die Rolle sozial selektiver Bildungsübergänge und damit die Sortier- und Selektionsleistungen des deutschen Bildungssystems. Es wird gezeigt, dass, neben individuellen Lernvoraussetzungen und Ressourcen des Elternhauses, die soziale Selektivität der Bildungsübergänge und damit auch sozial differentielle Lernbedingungen signifikant zur Erklärung der Entwicklung individueller Leseleistung und sozialen Disparität von Lesekompetenzen beitragen.

STICHWORTE: Lesekompetenzen, Bildungsungleichheit, soziale Herkunft, Längsschnittanalyse

ENGL. KURZREFERAT/ABSTRACT: In accordance to Boudon’s structural-individualistic action model, it is the objective of the current paper to investigate the causal effects of individual abilities, resources of the parental home, socially selective education transitions as well as teaching and studying conditions in schools on the development of reading competences and their dispersion between social classes. It is assumed that the socially selective „streaming” into the secondary school tracks contributes to the general deterioration of the mean reading literacy when controlling for social origin and individual achievement. The socially selective transition from primary to secondary school contributes to the increase of social inequality of reading literacy among social classes. Since it is not possible to isolate these causes with comparative static data like PIRLS or PISA empirically, we use a design of generating quasi-longitudinal data with three time references (reading literacy at enrolment in elementary school, at the age of 9-10 years, and at the age of 15 years) by pairwise matching of „twins” with identical status criteria. The empirical analysis of the German data of PISA 2000 and PIRLS 2001 confirm the effects of the individual abilities depending on social origin, the social selectivity of transition into the secondary schools, the sorting and selection performances of the school system, the allocation of children into different learning contexts, and the schooling on both the individual development of reading competences and the social inequality of reading literacy.

KEYWORDS: reading literacy, educational equity, social origin, longitudinal analysis

KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: Rolf Becker und Frank Schubert, Universität Bern, IfE - Abteilung Bildungssoziologie, Muesmattstrasse 27, CH-3012 Bern

E-Mail: rolf.becker@edu.unibe.ch

E-Mail: frank.schubert@edu.unibe.ch

AUTOR/AUTHOR: Lüdemann, Christian

TITEL: Kriminalitätsfurcht im urbanen Raum. Eine Mehrebenenanalyse zu individuellen und sozialräumlichen Determinanten verschiedener Dimensionen von Kriminalitätsfurcht

ENGL. TITLE: Fear of Crime in Urban Neighborhoods - A Multilevel Analysis

QUELLE/SOURCE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 58, 2006, S. 285-306.

KURZREFERAT: Ziel ist die Erklärung von Kriminalitätsfurcht auf verschiedenen Dimensionen (affektiv, kognitiv, konativ). Es werden drei theoretische Modelle zur Erklärung von Kriminalitätsfurcht empirisch überprüft (Viktimisierungsmodell, Disorder-Modell, Modell sozialer Integration). Auf der Grundlage einer postalischen Bevölkerungsumfrage (N = 3612) in 49 Hamburger Stadtteilen werden Mehrebenenmodelle getestet. Dabei zeigt sich, dass die Kriminalitätsfurcht zwischen den Stadtteilen signifikant variiert. In der Mehrebenenanalyse bestätigen sich Effekte von Individualvariablen (perzipierte physical und social incivilities, persönliche und indirekte Viktimisierungen, Vertrauen zu Nachbarn, perzipierte Polizeistreifen, Alter, Geschlecht) und Kontextvariablen (problematische Sozialstruktur, Bevölkerungsdichte) auf die verschiedenen Dimensionen der Kriminalitätsfurcht.

STICHWORTE: Stichworte: Kriminalitätsfurcht, Stadtteile, Mehrebenenanalyse, postalische Befragung

ENGL. KURZREFERAT/ABSTRACT: The bulk of fear-of-crime research has concentrated on three basic models explaining fear of crime among neighborhood residents: a victimization model, a disorder model and a model pertaining to the social integration of residents. Hierarchical linear models are tested with survey data (N = 3612) from 49 districts of the city of Hamburg. Multilevel analyses indicate that indicators of fear of crime vary significantly across neighborhoods. The results of two-level hierarchical linear analyses show that micro-level variables (perceived physical and social incivilities, personal and indirect victimization, trust to neighbors, perceptions of police patrol, age, gender) and macro-level variables (concentrated disadvantage, population density) are good predictors of different dimensions of fear of crime (affective, cognitive, behavioral) among neighborhood residents.

KEYWORDS: fear of crime, neighborhood, multilevel analysis, postal survey

KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: PD Dr. Christian Lüdemann, Institut für Sicherheits- und Präventionsforschung (ISIP); Troplowitzstr. 7; 22529 Hamburg

E-Mail: chluedemann@t-online.de

AUTOR/AUTHOR: Hirtenlehner, Helmut

TITEL: Kriminalitätsfurcht - Ausdruck generalisierter Ängste und schwindender Gewissheiten? Untersuchung zur empirischen Bewährung der Generalisierungsthese in einer österreichischen Kommune

ENGL. TITLE: Fear of Crime – Expression of Generalized Anxieties and Eroding Certainties? An Examination of the Generalization Thesis in an Austrian City

QUELLE/SOURCE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 58, 2006, S. 307-331.

KURZREFERAT: Die vorliegende Studie ist mit der empirischen Überprüfung der Generalisierungsthese in der Kriminalitätsfurchtforschung befasst. Nach der Generalisierungsthese handelt es sich bei Kriminalitätsfurcht nicht um eine spezifische Reaktion auf Kriminalitätsrisiken, sondern um eine Projektion sozialer und existenzieller Ängste, die aus gesellschaftlichen Transformationsprozessen gespeist werden. Kriminalität dient dabei als Metapher, um die transformationsbedingten Ängste artikulierbar zu machen. Anhand von Befragungsdaten aus einer österreichischen Stadt kann gezeigt werden, dass ein solches Verständnis der Entstehung kriminalitätsbezogener Unsicherheitsgefühle durchaus angemessen ist. Ein aus der Generalisierungsthese abgeleitetes Strukturgleichungsmodell kann die Daten besser reproduzieren als ein konkurrierendes „disorder“-Modell.

STICHWORTE: Kriminalitätsfurcht, Generalisierungsthese, Unsicherheit

ENGL. KURZREFERAT/ABSTRACT: The study presented here is concerned with the empirical examination of the generalization thesis of the development of crime-related insecurities. According to the generalization thesis fear of crime is not a specific reaction of victimization risk but a projection of social and existential anxieties resulting from societal tranformation processes. Crime works as metaphor allowing people to articulate their broader anxieties. A survey in an Austrian city supports such a notion of the formation of crime-related fears. A structural equation model deduced from the generalization thesis can reproduce the data better than a competing disorder model.

KEYWORDS: fear of crime, generalization thesis, insecurity

KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: Dr. Helmut Hirtenlehner, Johannes Kepler Universität Linz, Institut für Strafrechtswissenschaften, Altenberger Straße 69- A-4040 Linz, Österreich

E-Mail: helmut.hirtenlehner@jku.at

AUTOR/AUTHOR: Klages, Helmut, und Thomas Gensicke

TITEL: Wertesynthese – funktional oder dysfunktional?

ENGL. TITLE: Value Synthesis - Functional or Dysfunctional?

QUELLE/SOURCE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 58, 2006, S. 332-351.

KURZREFERAT: Der Beitrag knüpft an den Kommentar zu einem Artikel von Sigrid Roßteutscher durch Helmut Thome an (vgl. der Beitrag „’Wertesynthese’: Ein unsinniges Konzept?“ in KZfSS 57: 333-341). Er setzt der Grundsatzkritik Sigrid Roßteutschers an der „Wertesynthese“ (vgl. die Beiträge „Von Realisten und Konformisten – Wider die Theorie der Wertesynthese“ in KZfSS 56: 407-432 und „Kein unsinniges Konzept, sondern traurige Realität“ in KZfSS 57: 543-549) eine Beschreibung der Entstehungsgeschichte des Konzeptes der Wertesynthese und ihrer theoretischen Grundlagen entgegen. Weiterhin erfolgt eine Darstellung des aktuellen Erkenntnisstandes zur Wertesynthese. Es soll gezeigt werden, dass Konzept und Realität der „Wertesynthese“ eine aussichtsreiche Forschungs- und Gesellschaftsperspektive eröffnen.

STICHWORTE: Wertewandel, Wertesynthese, Gesellschaftsideologien, Wertehierarchien, sozialer Wandel, Konformismus, Pflicht- und Akzeptanzwerte, Selbstentfaltung

ENGL. KURZREFERAT/ABSTRACT: The paper shows in contrast to the critique of the theory of value-synthesis by S. Roßteutscher („On Realists and Conformists – A Critique of the Theory of Value Synthesis”, in KZfSS 57:543-549) that the concept of value-synthesis corresponds with fundamental trends of the process of value change in modern societies. According to the paper it reflects moreover a promising way of coping successfully with the challenges of globalization. The paper traces the development of the concept, and outlines its theoretical background.

KEYWORDS: value change, value synthesis, social ideologies, value hierarchies, social change, conformism, duty orientation, self-actualisation

KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: Prof. Dr. Helmut Klages, Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer, Freiherr-v.-Stein-Str. 2, D-67346 Speyer

E-Mail: Klages@dhv-speyer.de

KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: Dr. Thomas Gensicke, TNS Infratest Sozialforschung, Landsberger Str. 338, D-80687 München

E-Mail: thomas.gensicke@tns-infratest.com

AUTOR/AUTHOR: Esser, Hartmut

TITEL: Eines für alle(s)? Das Weber-Paradigma, das Konzept des moderaten methodologischen Holismus und das Modell der soziologischen Erklärung

ENGL. TITLE: One for All? The Weber Paradigm, the Moderate Methodological Holism Concept and the Sociological Explanation Model

QUELLE/SOURCE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 58, 2006, S. 352-364.

KURZREFERAT: Der Beitrag antwortet auf den in dieser Zeitschrift erschienenen Artikel „Moderater methodologischer Holismus. Eine weberianische Interpretation des Makro-Mikro-Makro-Modells“ von Gert Albert (Jg. 57, 2005, S. 387-414) und die dort vertretene Hypothese, dass das Modell der soziologischen Erklärung weder die Berücksichtigung makrosozialer Strukturen, noch den Einbezug historischer Prozesse erlaube. Es wird gezeigt, dass diese These allenfalls für die von Coleman vertretene Version des Modells zutrifft, nicht aber für die inzwischen vorliegende Erweiterung, insbesondere vor dem Hintergrund der darin an zentraler Stelle vorkommenden Konzepte der sozialen Produktionsfunktionen, des Modells der Frame-Selektion und der Entwicklung von idealtypischen Strukturmodellen historisch-spezifischer Zusammenhänge.

STICHWORTE: Max Weber, Holismus, Mikro-Makro-Problem, soziologisches Erklärungsmodell

ENGL. KURZREFERAT/ABSTRACT: This is a response to the article „Moderate Methodological Holism. A Weberian Interpretation of the Macro-micro-macro-model” by Gert Albert, published earlier in this journal (KZfSS 57: 387-413), in which Albert defends the hypothesis that the sociological explanation model permits neither the consideration of macrosocial structures nor the inclusion of historical processes. It is shown here that this thesis holds true at best for the version of the model propounded by Coleman but not for the now available extension, and particularly not against the background of its central concepts: social production functions, the model of frame selection, and the development of typical ideal structural models of historically specific relationships.

KEYWORDS: Max Weber, methodological holism, methodological individualism, micro-macro-problem, sociological explanation model, rational choice theory

KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: Prof. Dr. Hartmut Esser, Universität Mannheim, Fakultät für Sozialwissenschaften, Lehrstuhl für Soziologie und Wissenschaftslehre, D-68131 Mannheim

E-Mail: esser@sowi.uni-mannheim.de

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Datei aktualisiert am 06.06.2006 in der Redaktion der KZfSS