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Zu den Kurzbiographien
AUTOR/AUTHOR: Stachura, Mateusz
TITEL: Logik der Situationsdefinition und Logik der Handlungsselektion. Der Fall des wertrationalen Handelns
ENGL. TITLE: The Case of the Value Rational Action. The Logic of the Definition of the Situation in the Max Webers Theory of Action
QUELLE/SOURCE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 58, 2006, S. 433-452.
KURZREFERAT: Im Beitrag wird die „Theorie der Frame-Selektion“ von Hartmut Esser unter Bezugnahme auf Max Webers Handlungstheorie einer Revision unterzogen. Das wesentliche Defizit der Theorie von Esser, das im fehlenden Geltungsbezug der Frames besteht, wird in seiner Konzeptualisierung des wertrationalen Handelns besonders deutlich. Es betrifft aber das Gesamtmodell. Um die utilitaristische Verengung der TdFS zu überwinden, wird der Vorschlag gemacht, die Logik der Situationsdefinition von der Logik der Handlungsselektion stärker zu trennen. Die Definition der Situation folgt demnach nicht der Logik der Nutzenmaximierung, sondern der Logik der Wertbeziehung und der Wertgeltung. Beide ebenenspezifischen Selektionsprozesse bleiben aufeinander bezogen. Aber jede Ebene verfügt über eine Eigenlogik, deren Verletzung zu Rationalitätsverlusten des Handelns führt.
STICHWORTE: Handlungstheorie, Wertrationalität, Handlungsrationalität, Definition der Situation
ENGL. KURZREFERAT/ABSTRACT: This article presents a conception of “definition of situation” in reference to the theory of action of Max Weber which is an alternative to Hartmut Essers’ “theory of frame-selection” (TdFS). The basic deficiency of the theory of Esser exists in the absence of the value-reference of the cultural frames what can be observed especially in Essers formalisations of the value-rational action. But the objection is related to the whole TdSF. In order to overcome the utilitarian shortcoming of this model I propose to differentiate between the logic of the situation and the logic of the selection of action. The definition of the situation does not follow the principle of utility-maximizing, but the principle of value-reasoning. Both levels of selection-process are related to each other. But each of these levels has a specific principle of the selection, which cannot be violated without a decrease of the rationality of action.
KEYWORDS: theory of action, value rationality, action rationality, definition of the situation
KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: Mateuz Stachura, Husarenstraße 1-1, D-69121 Heidelberg
E-Mail: mateusz.stachura@soziologie.uni-heidelberg.de
AUTOR/AUTHOR: Rössel, Jörg
TITEL: Kostenstruktur und Ästhetisierung. Zur Erklärungskraft von Lebensstilen
ENGL. TITLE: Cost Structure and Aestheticization? The Explanatory Power of Life Styles
QUELLE/SOURCE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 58, 2006, S. 453-467.
KURZREFERAT: Die Lebensstilforschung hat sich als eigenständiger Zweig der Sozialstrukturanalyse etabliert, der die klassische Ungleichheitsforschung bei der empirischen Erklärung von sozialem Handeln und von Einstellungen systematisch ergänzt. Allerdings zeigen sich in dieser Forschung zwei wichtige Lücken: erstens fehlen theoretische Angebote, um statistische Zusammenhänge zwischen Lebensstilen einerseits, sozialem Handeln und Einstellungen andererseits zu erklären. Zweitens bleibt auch unklar, warum Lebensstile manchmal das Handeln recht gut erklären können und in anderen Fällen fast gar nicht. Hier wird in einem ersten Schritt ein handlungstheoretisches Modell als Grundlage für die Lebensstilforschung entwickelt, womit allerdings ein Wechsel weg vom Begriff des Lebensstils hin zum Konzept der kulturellen Präferenzen verbunden ist. In einem zweiten Schritt werden drei Thesen entwickelt, die relativ genau die Bedingungen für eine hohe bzw. niedrige Erklärungskraft von kulturellen Präferenzen angeben können. Diese werden in einer Sekundäranalyse empirisch getestet, wobei die Ergebnisse für die Anwendbarkeit der hier entwickelten theoretischen Ideen sprechen.
STICHWORTE: Lebensstile, Theorie der beschränkten Wahl, Geschmack, Erklärungskraft, Hoch- und Niedrigkostensituationen
ENGL. KURZREFERAT/ABSTRACT: Life style research has become an independent branch of social structure analysis, that systematically complements classical research on social inequality in the explanation of social action and of attitudes. However, there are important theoretical gaps in life style research: firstly, there is a lack of theoretical proposals to explain the statistical connection between life styles on the one hand and social action and attitudes on the other hand. Secondly, it remains unclear, why life styles sometimes are very good predictors of social action and at other times they are not. In a first step this articles puts forward an action theoretic framework as foundation for life style research, that implies a conceptual shift from life styles to cultural preferences. In a second step I develop three theses, that state relatively precisely the conditions for a high or low explanatory power of cultural preferences. They are empirically tested in a secondary data analysis, that supports the applicability of the theoretical ideas developed in the paper.
KEYWORDS: lifestyles, theory of constrained choice, taste, explanatory power, high- and low cost situations
KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: Prof. Dr. Jörg Rössel, Universität Erfurt, Lehrstuhl für Allgemeine Soziologie, Staatswissenschaftliche Fakultät, Nordhäuser Str. 63, 99089 Erfurt
E-Mail:joerg.roessel@uni-erfurt.de
AUTOR/AUTHOR: Brandt, Martina
TITEL: Soziale Kontakte als Weg aus der Erwerbslosigkeit
ENGL. TITLE: Finding a Job via Social Contacts
QUELLE/SOURCE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 58, 2006, S. 468-488.
KURZREFERAT: Gerade Erwerbslose werden selten berücksichtigt, wenn es um die Untersuchung des Nutzens sozialer Kontakte für die Verbesserung der Arbeitsmarktposition geht. In diesem Artikel wird anhand der Längsschnittdaten des deutschen Niedrigeinkommens-Panels 1998-2002 gezeigt, dass sich Granovetters These der „Stärke schwacher Beziehungen“ (1973) modifizieren und auf Erwerbslose mit niedrigem Einkommen übertragen lässt. Etwa ein Drittel der arbeitslosen Befragten findet einen neuen Job mithilfe sozialer Kontakte. Ereignisanalysen zeigen, dass der Ausstieg aus Erwerbslosigkeit in der Beobachtungszeit umso eher stattfindet, a) je mehr enge Kontakte ein Erwerbsloser besitzt und b) je breiter seine Beziehungen gestreut sind. Der signifikante positive Effekt der sozialen Netzwerke bleibt unter Kontrolle von wichtigen Prädiktoren für den Arbeitsmarkterfolg wie Dauer der Arbeitslosigkeit, Gesundheitszustand, Bildung, Geschlecht, Alter und Aktivitäten der öffentlichen Arbeitsvermittlung stabil.
STICHWORTE: Erwerbslosigkeit, Niedrigeinkommen, Jobsuche, soziales Netzwerk, starke Beziehungen, soziale Einbettung, Panel, Ereignisdaten
ENGL. KURZREFERAT/ABSTRACT: When the usefulness of social ties for the improvement of an individual’s labour market position is analysed, the unemployed are hardly ever considered. In this article it is shown how Granovetter’s “strength of weak ties”-theory (1973) can be modified to examine the likelihood of labour market entry of initially unemployed people with low incomes. Using longitudinal data of the German low-income-panel (“Niedrigeinkommens-Panel”) 1998-2002, it is found that almost one third of the formerly unemployed respondents got their new job through social contacts. Event History Analyses show that a) the more strong social ties jobless have and b) the more heterogeneous their relationships are, the higher the probability that they find a job within the observed period. The significant positive effects of social network features also hold when well-known predictors for labour market performance such as duration of unemployment, health, education, gender, age and support by public employment services are controlled for.
KEYWORDS: unemployment, low income, job search, social network, strong ties, embeddedness, panel, event history data
KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: Martina Brandt, Universität Zürich, Soziologisches Institut, Andreasstr. 15, CH-8050 Zürich
E-Mail:brandt@soziologie.unizh.ch
AUTOR/AUTHOR: Sachweh, Patrick; Ullrich, Carsten G.; Christoph, Bernhard
TITEL: Die gesellschaftliche Akzeptanz der Sozialhilfe. Eine Untersuchung aus moralökonomischer Perspektive
ENGL. TITLE: The Societal Acceptance of Social Assistance. An Empirical Investigation from a Moral Economy Perspective
QUELLE/SOURCE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 58, 2006, S. 489-509.
KURZREFERAT: Im vorliegenden Beitrag wird untersucht, auf welche Gründe und Motive sich die Akzeptanz eines sozialpolitischen Minderheitenprogramms wie der Sozialhilfe innerhalb der deutschen Bevölkerung stützt. Hierzu werden auf der Basis eigener Umfragedaten Hypothesen zum Zusammenhang des Eigeninteresses der wohlfahrtsstaatlichen Adressaten an der Sozialhilfe, ihrer Gerechtigkeitsüberzeugungen und ihrer victimisierenden Wahrnehmungen von Sozialhilfeempfängern mit zwei verschiedenen Indikatoren für die Akzeptanz der Sozialhilfe mittels linearer Regressionsanalysen empirisch überprüft. Ein zentrales Ergebnis ist, dass sich die beobachteten Effekte im Sinne des Konzepts der ‚Moralökonomie’ interpretieren lassen, da sowohl die Gerechtigkeitsüberzeugungen der Adressaten wie auch die Wahrnehmungen der Sozialhilfeempfänger mit den in der Sozialhilfe institutionalisierten normativen Prinzipien korrespondieren.
STICHWORTE: Sozialhilfe, Armut, Moralökonomie, Wohlfahrtsstaat
ENGL. KURZREFERAT/ABSTRACT: This article examines on which grounds the German population is willing to support a social policy program targeted towards minorities such as social assistance. Using our own survey data and applying linear regression analysis, we test several hypotheses concerning the influence of self-interest, justice-orientations, and victim-blaming attitudes towards welfare recipients on two indicators of support for social assistance. A central finding is that the effects can be interpreted in line with the concept of a "moral economy", in that the justice orientations of the respondents as well as their attitudes towards welfare recipients correspond with the norms incorporated in the institutional architecture of social assistance.
KEYWORDS: social assistance, poverty, moral economy, welfare state
KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: Patrick Sachweh, Graduate School of Social Sciences (GSSS), Universität Bremen, Postfach 330 440, 28334 Bremen
E-Mail:psachweh@gsss.uni-bremen.de
AUTOR/AUTHOR: Gattig, Alexander
TITEL: Klasseneinflüsse auf das Wahlverhalten und die Wahlbeteiligung. Resultate aus der Bundesrepublik Deutschland und den USA
ENGL. TITLE: Class effects on voting and turnout: empirical results from Germany and the USA
QUELLE/SOURCE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 58, 2006, S. 510-533.
KURZREFERAT: Die These einer sinkenden Erklärungskraft sozialstruktureller Charakteristika für nicht-resourcengebundenes Verhalten ist in der Soziologie weithin akzeptiert. Einen zentralen Bestandteil dieser These bildet die postulierte Abnahme des Klassenwahlverhaltens in den meisten industrialisierten Ländern. Hierzu existiert eine Vielzahl von empirischen Studien, die Mechanismen dieser Abnahme werden jedoch erheblich seltener untersucht. Der vorliegende Aufsatz überprüft die These einer Substitution zwischen Klasseneffekten auf das Wahlverhalten und der Wahlteilnahme anhand von Wahlstudien aus der Bundesrepublik Deutschland und den Vereinigten Staaten. In beiden Ländern nahm das Klassenwahlverhalten nach dem Zweiten Weltkrieg ab, dieser Effekt ging jedoch einher mit einem Anstieg des Effektes der Klassenlage auf die Wahlbeteiligung. Untersuchungen der einzelnen Klassen in den beiden Ländern zeigen eine zunehmende Diskrepanz in der Wahlneigung zwischen den nicht-manuellen und den manuellen Klassen. Dieser Befund stützt die These, dass die Abnahme des Klassenwahlverhaltens auf eine zunehmende Frustration der manuellen Klassen über die Auswirkungen politischer Umverteilung zurückzuführen ist.
STICHWORTE: Klassenwahlverhalten, politische Soziologie, Wahlbeteiligung, Ländervergleich
ENGL. KURZREFERAT/ABSTRACT: The thesis of a declining impact of social class is widely accepted in the social sciences. A central tenet of this thesis is that in particular the impact of social class on voting has declined. Despite a plethora of empirical studies concerning this issue the mechanisms leading to this postulated decline have been relatively less explored. The current paper investigates the thesis of a substitution between class effects on voting and class effects on turnout. Under study are the United States of America and the Federal Republic of Germany. Using multinomial logit and logistic regression models for both countries a decline in class voting could be observed, but class effects on turnout increased in both countries. More specifically, the propensity to vote relatively to the non-manual classes has declined among the manual classes. In conjunction with the observation that class voting is higher among the manual classes this result supports the theory that the decline of class voting is due to an increasing political frustration within the manual classes. This reasoning suggests a substitution between class effects on voting and turnout.
KEYWORDS: social class, political sociology, class voting, turnout, international comparison
KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: Dr. Alexander Gattig, Universität Bremen, Institut für empirische und angewandte Sozialforschung (EMPAS), Celsiusstraße / Gebäude FVG, 28359 Bremen
E-Mail:gattig@empas.uni-bremen.de
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