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Zusammenfassungen und English Summaries
Heft 1, Jg. 59, 2007

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AUTOR/AUTHOR: Fuchs, Marek und Michaela Sixt

TITEL: Zur Nachhaltigkeit von Bildungsaufstiegen. Soziale Vererbung von Bildungserfolgen über mehrere Generationen

ENGL. TITLE: On the sustainability of educational improvement. Social heredity transmission of educational success over multiple generations

QUELLE/SOURCE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 59, 2007, S. 1-29.

KURZREFERAT: Die Bildungsexpansion hat insgesamt zu einer Höherqualifizierung der Bevölkerung und auf individueller Ebene zu Bildungsaufstiegen geführt. Der Beitrag geht der Frage nach, wie nachhaltig diese Bildungsaufstiege sind, ob also die Kinder von Bildungsaufsteigern die gleichen Bildungschancen haben, wie die Kinder der traditionell auf diesem höherem Bildungsniveau Positionierten. Die Ergebnisse zeigen, dass der sozialen Vererbung von Bildungserfolgen ein sich über mehrere Generationen erstreckender Mechanismus zugrunde liegt, so dass auch das Bildungsniveau der Großeltern noch einen beträchtlichen Einfluss auf die Bildungschancen der Enkel ausübt, wobei ein geringes Bildungsniveau der Großeltern die Bildungschancen der Enkel negativ beeinflusst. Auf Basis der Daten des sozio-ökonomischen Panels wird dieses Phänomen zunächst nachgewiesen, bevor – ausgehend von Überlegungen im Anschluss an Bourdieu – eine empirisch abgesicherte Erklärungsskizze entwickelt wird. Die Ergebnisse zeigen, dass die durch die Bildungsexpansion hervorgerufene Aufwärtsmobilität zu einem Teil nur vorübergehender Natur ist, wodurch die Nachhaltigkeit der Bildungsaufstiege in Frage gestellt wird.

STICHWORTE: Bildungsexpansion, Bildungsungleichheit, soziale Herkunft, Generation, Bildungsaufsteiger

ENGL. KURZREFERAT/ABSTRACT: The educational expansion has led as a whole to an upgrade of the educational level of the population and, for the individuals, to educational improvement. This paper examines how sustainable these educational improvements are, in other words if the children of the educationally improved have the same educational opportunities as the children of those whose level of education is traditionally high. The results show that the social heredity transmission of educational success is based on a mechanism that covers several generations, with the result that the educational level of the grandparents still has a considerable effect on the educational opportunities of the grandchildren, a low educational level of grandparents having a negative effect on that of their grandchildren. This phenomenon is demonstrated using the Socio-Economic Panel. An empirically-based outline explanation that takes the theoretical perspectives of Bourdieu as its starting point is then developed. The results show that the upward mobility due to educational expansion is to some degree only transient, which challenges the notion of the sustainability of educational improvement.

KEYWORDS: Keywords: educational expansion, educational inequality, social background, generation, educational climbers

KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: Prof. Dr. Marek Fuchs, Universität Kassel, Fachbereich Gesellschaftswissenschaften, 34109 Kassel

E-Mail: Marek.fuchs@uni-kassel.de

AUTOR/AUTHOR: Kern, Thomas

TITEL: Modernisierung und Demokratisierung: Das Erklärungspotenzial neuerer differenzierungstheoretischer Ansätze

ENGL. TITLE: Modernization and Democratization: The Explanatory Potential of Recent Differentiation Theoretical Approaches

QUELLE/SOURCE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 59, 2007, S. 30-58.

KURZREFERAT: In den Sozialwissenschaften herrscht heute weitgehend Einigkeit darüber, dass die Demokratie ein Produkt der Moderne ist: Sobald eine Gesellschaft sich auf den Modernisierungspfad begibt, besonders in Sachen Ökonomie, gilt der demokratische Übergang über kurz oder lang als unausweichlich. Je mehr die gesellschaftliche Komplexität zunimmt, desto höher sind die Anforderungen an die Steuerungskapazitäten des Staates. Aus diesem Grund werden autoritäre Entwicklungsdiktaturen langfristig durch liberale Demokratien ersetzt. Die Frage, welche kausalen Ursachen und Mechanismen hinter dem Zusammenhang zwischen Modernisierung und Demokratisierung stehen, ist bislang aber nicht hinreichend beantwortet worden. Während die meisten Erklärungsangebote an funktionalistische Konzepte anknüpfen, nähert sich der vorliegende Artikel diesem Thema aus konstitutionstheoretischer Perspektive. Die Argumentation erfolgt dabei in vier Schritten: Im ersten Schritt werden die Beiträge Parsons’ und Luhmanns zur Erklärung von Demokratisierungsprozessen diskutiert. Im zweiten Schritt folgt ein Überblick über neuere nicht-funktionalistische Ansätze in der Theorie sozialer Differenzierung. Daran anknüpfend wird im dritten Schritt der Zusammenhang zwischen Modernisierung und Demokratisierung am Fallbeispiel Südkoreas (1979–1987) untersucht. Die empirische Analyse erstreckt sich dabei auf soziale Ungleichheitsstrukturen in den Teilsystemen, die Träger und Motive prodemokratischer Proteste und das zeitliche Verlaufsmuster der Auseinandersetzungen zwischen der Demokratiebewegung und dem autoritären Regime. Im vierten Schritt wird das Erklärungspotenzial nicht-funktionalistischer Differenzierungstheorien für die Analyse von Demokratisierungsprozessen diskutiert.

STICHWORTE: Modernisierung, Differenzierung, Demokratisierung, Protest, Korea

ENGL. KURZREFERAT/ABSTRACT: Most social scientists agree that democracy is essentially a product of modernity: As soon as a society follows the path of modernization, especially by implementing economic reforms, a democratic transition seems inevitable. As the complexity of society increases, the demands on the governmental performance of the state rise. Accordingly, authoritarian developmental regimes will be replaced in the long term by liberal democracies. But the causes and mechanisms between modernization and democratization are still unclear. While most studies are based on functionalist concepts, this article explores the subject from a constitution theoretical perspective. The argument is developed in four steps: In the first step, I will discuss the contributions of Parsons and Luhmann to the explanation of democratization processes. In the second step, I will give an overview of recent non-functionalist concepts for the analysis of differentiation processes. In the third step, these concepts are used in order to investigate the relation between modernization and democratization on the case of South Korea (1979–1987). This empirical study focuses on structures of inequality in the social subsystems, the carriers and motives of pro-democratic protests, and finally the temporal patterns of interaction between the South Korean democratization movement and the authoritarian regime. In the fourth step, the explanatory potential of non-functional differentiation theories for the analysis of democratization processes will be discussed.

KEYWORDS: modernization, differentiation, democratization, protest, korea

KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: PD Dr. Thomas Kern, German Institute of Global and Area Studies (GIGA), Leibniz-Institut für Globale und Regionale Studien, Rothenbaumchaussee 32, 20148 Hamburg

E-Mail: Kern@giga-hamburg.de

AUTOR/AUTHOR: Scheuregger, Daniel und Tim Spier

TITEL: Working-class authoritarianism und die Wahl rechtspopulistischer Parteien. Eine empirische Untersuchung für fünf westeuropäische Staaten

ENGL. TITLE: Working-Class Authoritarianism and the Vote for Right-Wing Populist Parties. An Empirical Analysis for five West European Countries

QUELLE/SOURCE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 58, 2006, S. 59-80.

KURZREFERAT: Kann die häufig konstatierte Überrepräsentation von Arbeitern in der Wählerschaft rechtspopulistischer Parteien in Westeuropa durch die Anwendung der so genannten „working-class authoritarianism“-These von S. M. Lipset erklärt werden? Nach dieser These existieren in der Arbeiterklasse spezifische Sozialisations- und Deprivationserfahrungen, die die Ausbildung autoritärer Persönlichkeitsmerkmale begünstigen und die Wahl autoritärer Parteien nahelegen. Auf Basis des European Social Survey von 2002 wird die These für fünf westeuropäische Staaten unter Anwendung des Goldthorpe-Klassenschemas und zweier Autoritarismus-Maße empirisch überprüft. Es zeigt sich, dass Arbeiter stärker zur Wahl einer rechtspopulistischen Partei neigen und höhere Autoritarismus-Werte aufweisen. Auch neigen autoritärere Personen eher zur Wahl derartiger Parteien. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass sich die überproportionale Wahl rechtspopulistischer Parteien in der Arbeiterklasse tatsächlich über deren Autoritarismus vermittelt. Darüber hinaus hat die Klassenzugehörigkeit einen eigenständigen Effekt auf das Wahlverhalten. Überdies wird festgestellt, dass Autoritarismus in der Dienstklasse und der Klasse der nichtmanuellen Routineberufe eine noch größere Bedeutung für die Wahl rechtspopulistischer Parteien hat, in diesen Klassen aber nicht so häufig vorzufinden ist.

STICHWORTE: Rechtspopulismus, Parteien, Wahlverhalten, Arbeiter, Autoritarismus, Lipset, working-class authoritarianism

ENGL. KURZREFERAT/ABSTRACT: May the often stated over-representation of workers in the electorates of right-wing populist parties in Western Europe be explained by the so-called “working-class authoritarianism”-thesis by S.M. Lipset? Following this thesis, there are specific socialisation and deprivation experiences in the social situation of the working-class, favouring the development of authoritarian traits and making class-members more susceptible to authoritarian parties. On the basis of the European Social Survey of 2002 the thesis is tested empirically by using the Goldthorpe class scheme and two measures of authoritarianism. It is shown that workers are more inclined to vote for right-wing populist parties and have higher levels of authoritarianism. Furthermore, persons with high levels of authoritarianism are more likely to vote for such parties. The authors conclude that disproportionately high shares of votes for right-wing populist parties from the working-class are, indeed, mediated by authoritarianism. In addition to this, class affiliation has an independent effect on voting behaviour. Finally, it is found that authoritarianism has an even stronger impact on the vote for right-wing populist parties in the service class and the class of routine non-manual workers, though being less frequent there.

KEYWORDS: right-wing populism, parties, voting behaviour, workers, authoritarianism, Lipset, working-class authoritarianism

KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: Daniel Scheuregger, M.A., Graduiertenkolleg „Die Zukunft des Europäischen Sozialmodells“, Humboldtallee 3, D-37073 Göttingen

E-Mail: d.scheuregger@web.de

AUTOR/AUTHOR: Klein, Markus und Rosar, Ulrich

TITEL: Wirkungen des TV-Duells im Vorfeld der Bundestagswahl 2005 auf die Wahlentscheidung. Eine empirische Analyse unter besonderer Berücksichtigung von Medieneinflüssen auf die Siegerwahrnehmung und subjektiven Erwartungshaltung an die Debattenperformance der Kandidaten

ENGL. TITLE: Effects of the TV-Duel in the Run-Up to the German Federal Election 2005 on the Voting Decision. An Empirical Investigation with Special Regard to Media Influences on the Winner Perception and Subjective Expectations towards the Debate Performance of the Candidates

QUELLE/SOURCE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 59, 2007, S. 81-104.

KURZREFERAT: Während des Wahlkampfs zur Bundestagswahl 2005 trafen der amtierende Kanzler Gerhard Schröder und seine Herausforderin Angela Merkel im Rahmen einer TV-Debatte aufeinander, dem sog. „TV-Duell“. Diese Debatte wurde von ungefähr einem Drittel der Wahlberechtigten verfolgt. Es wird untersucht, ob die Wahrnehmung des TV-Duell-Gewinners einen Einfluss auf die Wahlentscheidung ausgeübt hat. Im Rahmen der empirischen Analysen wird besondere Aufmerksamkeit auf die Stabilität der Siegerwahrnehmung bis zum Wahltag sowie die subjektiven Erwartungen an die Debattenperformance der Kandidaten gerichtet. Die analysierten Daten wurden mittels einer neuartigen Befragungstechnologie über den Fernsehschirm der Befragten erhoben. Es wird gezeigt, dass die Siegerwahrnehmung weitgehend stabil war und nur geringfügig durch die dem TV-Duell nachfolgende Medienberichterstattung beeinflusst wurde. Die subjektiven Erwartungshaltungen an die Debattenperformance der Kandidaten erwiesen sich als ohne Bedeutung für die Wahlentscheidung. Der Effekt der Siegerwahrnehmung auf die Wahlentscheidung war vermittelt über veränderte Kandidatenorientierungen.

STICHWORTE: TV-Duell, Bundestagswahl 2005, Wahlforschung, Politische Soziologie, Web-TV-Panel

ENGL. KURZREFERAT/ABSTRACT: During the election campaign to the German Federal Election 2005 the incumbent chancellor Gerhard Schröder and his challenger Angela Merkel met one another on the occasion of a televised debate, the so-called ‘TV-duel’. This debate was viewed by roughly one third of the German electorate. It is analyzed, whether the perception of the TV-duel winner has had an influence on the voting decision. In the empirical analyses special regard is given to the stability of the winner perception until election day and the influence of subjective expectations towards the debate performance of the candidates. The data analyzed were collected by means of a new interviewing technology via the television screen of the respondents. It is shown, that the winner perception was largely stable and only marginally influenced by the media coverage following the debate. Subjective expectations towards the debate performance of the candidates turn out to be of no importance for the voting decision. The effect of the winner perception on voting behaviour was mediated by changing candidate orientations.

KEYWORDS: TV-Debate, German Federal Election 2005, Electoral Research, Political Sociology, Web-TV-Panel

KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: PD Dr. Markus Klein, Zentralarchiv für empirische Sozialforschung der Universität zu Köln, Postfach 410960, 50869 Köln

E-Mail: Klein@za.uni-koeln.de

AUTOR/AUTHOR: Gerhards, Jürgen; Offerhaus, Anke und Jochen Roose

TITEL: Die öffentliche Zuschreibung von Verantwortung. Zur Entwicklung eines inhaltsanalytischen Instrumentariums

ENGL. TITLE: The Public Attribution of Responsibility. Developing an Instrument for Content Analysis

QUELLE/SOURCE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 59, 2007, S. 105-124.

KURZREFERAT: Ob Akteure Fehler gemacht oder Erfolge erreicht haben und ob sie für die Lösung von gesellschaftlichen Problemen überhaupt zuständig sind, hängt u. a davon ab, ob ihnen öffentlich die Verantwortung für ihr Handeln zugeschrieben wird. Die Attribution von Verantwortung ist ein Kernelement öffentlicher Diskurse. Die Sozialwissenschaften verfügen aber bis dato über kein Instrumentarium der systematischen Erhebung von Attributionsaussagen. Ziel des Beitrags ist die Darstellung einer inhaltsanalytischen Methode, die zur Analyse der öffentlichen Zuschreibung von Verantwortung entwickelt wurde. In einem ersten Schritt geben wir einen kurzen Überblick über die Entwicklungen sowohl der qualitativen wie auch der quantitativen inhaltsanalytischen Methoden. Im zweiten Schritt wird die Methode einer systematischen Erhebung von Attributionsaussagen erläutert. Eine Attributionsaussage besteht aus der Trias von Attributionssender (a), der mit seiner Aussage einen Attributionsadressaten (b) in Bezug auf einen bestimmten Attributionsgegenstand (c) verantwortlich macht. Dieses Grundschema von Attributionsaussagen haben wir weiter verfeinert. Im dritten Kapitel berichten wir von den Erfahrungen mit dem entwickelten Instrumentarium und von allgemeinen Strukturmerkmale von Attributionsaussagen.

STICHWORTE: Öffentlichkeit, öffentlicher Diskurs, Attribution von Verantwortung, Öffentlichkeit und Politik, Europäische Öffentlichkeit

ENGL. KURZREFERAT/ABSTRACT: Whether actors failed or succeeded in their political efforts, even who is in charge of finding solutions in the first place, depends on the public attribution of responsibility. The attribution of responsibility is one of the key elements of public discourse. However, social sciences by now failed to provide an instrument for systematic content analysis concerning attribution statements. The article presents an instrument which was developed for the systematic coding of claims on responsibility. Firstly, we give an overview on content analysis methods both, quantitative and qualitative. Secondly, we unfold our concept. We define a statement of responsibility attribution as consisting of three parts: the attribution sender (a), who directs a claim of responsibility at the attribution addressee (b) concerning a specified issue (c). This basic concept is further differentiated. In the final section we report our experiences during the coding phase.

KEYWORDS: public sphere, public discourse, attribution of responsibility, public and politics, European public sphere

KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: Prof. Dr. Jürgen Gerhards, Freie Universität Berlin, Institut für Soziologie, Garystraße 55, 14195 Berlin

E-Mail: Gerhards@zedat.fu-berlin.de

AUTOR/AUTHOR: Jansen, Dorothea; Wald, Andreas; Franke, Karola; Schmoch, Ulrich und Torben Schubert

TITEL: Drittmittel als Performanzindikator der wissenschaftlichen Forschung. Zum Einfluss von Rahmenbedingungen auf Forschungsleistung

ENGL. TITLE: Third Party Research Funding and Performance in Research. On the Effects of Institutional Conditions on Research Performance of Teams

QUELLE/SOURCE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 59, 2007, S. 125-149.

KURZREFERAT: Ressourcen innerhalb und zwischen Universitäten und in der außeruniversitären Forschung werden angesichts der Finanzknappheit im Wissenschaftssystem zunehmend in Abhängigkeit von Forschungsleistungen verteilt. Hiermit bekommen Evaluationsverfahren und die Messung von Forschungsleistungen einen neuen Stellenwert. Drittmitteleinkommen als relativ einfach zu erhebender Performanzindikator spielt in allen neuen leistungsbasierten Verteilungsverfahren eine große Rolle. Ziel dieses Beitrags ist es, die Aussagekraft von Drittmitteln für die Bewertung von Forschungsleistungen zu untersuchen. Auf der Grundlage von quantitativen und qualitativen Daten zu Forschungsgruppen aus drei sehr unterschiedlichen Forschungsfeldern wird der Zusammenhang von Strukturindikatoren, Drittmitteleinkommen als weiterem Inputfaktor und dem Output der wissenschaftlichen Produktion betrachtet. Hierbei zeigt sich, dass der Einsatz von Drittmitteln als Performanzindikator nur unterhalb eines von disziplinspezifischen Produktionsbedingungen bestimmten Schwellenwertes sinnvoll ist. Ferner ergibt die weitergehende Analyse, dass Forschungsperformanz mehrdimensional ist, Publikationen also nicht der einzig sinnvolle Indikator für Performanz sein können. Schließlich zeigt sich, dass die Bedingungen wissenschaftlicher Produktion zwischen den Fachgebieten so unterschiedlich sind, dass Performanzvergleiche nur innerhalb homogener Forschungsfelder sinnvoll einsetzbar sind. Abschließend werden die forschungspolitischen Implikationen für Forschungsfinanzierung und Forschungsevaluation diskutiert sowie weiterer Forschungsbedarf aufgezeigt.

STICHWORTE: Forschung, Evaluation, Forschungsleistung, Drittmittel, Drittmittelförderung, Forschungsförderung, Wissenschaftspolitik

ENGL. KURZREFERAT/ABSTRACT: Resources within and between higher education and research institutions are increasingly allocated according to scientific performance. Evaluation exercises and the measurement of research performance take on a new role in this context. Third party research income is a performance indicator which is rather easy to measure and is used in most of the new performance-based evaluation procedures. This paper sets out to scrutinize the meaning and validity of third party research income. We studied research teams from three different research fields with a mixed quantitative/ qualitative approach. The focus is on the causal relations between institutional/ input indicators, third party research income as another input indicator, and a variety of output indicators of scientific production. An important result is that third party money has a positive effect on performance only below a certain and discipline-specific threshold. Further analysis shows that output performance is to a great extent field-specific. The context conditions for scientific production differ greatly, so that comparative performance assessments are only valid within homogeneous research fields. Another important result is that output performance is multidimensional and cannot be measured by bibliometric indicators only. These findings have implications for the rationality of the evaluation assessment exercises as well as for the funding decisions of science foundations, ministries of science and – increasingly, the heads of universities and departments. These topics are discussed in the last chapter as well as the implications for further research.

KEYWORDS: Science indicators, science policy, third party funding, evaluation, peer review, performance of research teams, optimal size of research teams

KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: Prof. Dr. Dorothea Jansen, Deutsche Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer, Lehrstuhl für Soziologie der Organisation, Postfach 1409, 67324 Speyer

E-Mail: Ls_jansen@dhv-speyer.de

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Datei aktualisiert am 08.02.2007 in der Redaktion der KZfSS