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Zu den Kurzbiographien
AUTOR/AUTHOR: Nienke Moor, Wout Ultee and Ariana Need
TITEL: Analogien, Subsistenztechnologien und (nicht-) moralische allmächtige Schöpfergötter in vorindustriellen Gesellschaften
ENGL. TITLE: Analogies, Subsistence Technologies and (Non-) moral Almighty Creator Gods in Preindustrial Societies
QUELLE/SOURCE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 59, 2007, S. 383-409.
KURZREFERAT: In diesem Artikel werden Erklärungen für den Zusammenhang zwischen den Merkmalen von Gesellschaften und den darin Anklang findenden Gottesvorstellungen skizziert und überprüft. Wir erweitern Lenskis Frage über den Glauben an einen einzigen Gott, der erst die Welt erschaffen hat und nun Einfluss ausübt, indem er das Gute belohnt und das Böse bestraft, und zwar dadurch, dass wir auch die Frage nach einem nicht-moralischen allmächtigen Schöpfergott stellen. Wir erweitern Lenskis ökologischen Evolutionismus mit Topitschs Mikrohypothese, nach der Menschen das Unbekannte in Analogien mit dem Bekannten zu begreifen versuchen und dass dieses Bekannte für Menschen aus vitalen Prozessen, sozialen Verhältnissen und technischen Fertigkeiten bestehen kann. Wir entwickeln eine neue Hypothese, die Lenskis Subsistenztechnologie-Niveaus mit Denkmodellen verbindet. Wir induzieren Fortschritte, indem wir eine frühere Untersuchung zur Überprüfung von Hypothesen über Kennzeichen des Zusammenlebens und Gottesvorstellungen durch eine multivariate Analyse der Daten aus Murdocks Standard Cross-Cultural Sample erweitern. Unser Ergebnis ist, dass der Glaube an einen nicht-moralischen Schöpfergott in fortgeschrittenen hortikulturellen Gesellschaften und der Glaube an einen moralischen Schöpfergott in Ackerbau- und Viehwirtschaftsgesellschaften überwiegt. Das Bindeglied zwischen Subsistenztechnologie und Gottesvorstellungen besteht größtenteils aus politischen und ökonomischen Gesellschaftsmerkmalen.
STICHWORTE: Gottesvorstellungen, Subsistenztechnologien, Analogien
ENGL. KURZREFERAT/ABSTRACT: The aim of this paper is to explain the relationship of humans with their god(s) during different stages of technological development. We answer the question under which circumstances what image of God becomes popular. To do so we use Lenski’s ecological evolutionism and combine this macro-theory with Topitsch’ micro-hypothesis that people reason by analogy and explain the unknown in terms of what is known and what is important in a society. The known can consist of a vital process, a social structure or a technological achievement. Using the Standard Cross-Cultural Sample of Murdock’s Ethnographic Atlas, we find that high gods are less common in the technologically less advanced societies. High gods are most likely to occur in the advanced horticultural, herding and agrarian societies. When we distinguish between non-moral and moral high gods we see that non-moral ones are most often found in the advanced horticultural and moral ones in the herding and agrarian societies. The relationship between subsistence technology and godly images is to a large extent mediated by a society’s economical and political structure.
KEYWORDS: godly images, subsistence technology, analogies
KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: Nienke Moor, Radvoud University Nijmegen, Department of Sociology, P.O. Bos 9104, Thomas v. Aquinostraat 4, 6500 HE Nijmegen, Niederlande
E-Mail: n.moor@maw.ru.nl
AUTOR/AUTHOR: Andreas Hadjar and Rolf Becker
TITEL: Unkonventionelle politische Partizipation im Zeitverlauf – Hat die Bildungsexpansion zu einer politischen Mobilisierung beigetragen?
ENGL. TITLE: Unconventional Political Participation in Temporal Perspective: Has Educational Expansion Contributed to a Political Mobilization?
QUELLE/SOURCE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 59, 2007, S. 410-439.
KURZREFERAT: In Demokratien wird von vielen Seiten eine zunehmende Abkehr der Bürger und Bürgerinnen von Politik beklagt. Haben die Bildungsreformen der 1960er Jahre, zu deren Grundanliegen auch die Förderung politischen Engagements und die Erziehung zu mündigen Bürgerinnen und Bürgern gehörten, in diesem Punkt versagt? Im Rahmen dieses Beitrags wird der Frage nachgegangen, ob die Bildungsexpansion eine politische Mobilisierung zur Folge hatte, im Zuge derer unkonventionelle politische Partizipationsformen an Bedeutung gewonnen haben. Unter Nutzung kumulierter ALLBUS-Datensätze werden zunächst soziale Hintergrundmechanismen des Zusammenhangs zwischen Bildung und politischer Partizipation auf der individuellen Ebene betrachtet, um dann anhand einer simultanen Modellierung von Alters-, Perioden- und Kohorteneffekt unkonventionelle politische Partizipation im Zeitverlauf zu untersuchen. Im Ergebnis zeigen sich gleich bleibend starke Effekte des Bildungsniveaus sowie Hinweise, dass eine politische Mobilisierung stattgefunden hat.
STICHWORTE: Bildung, Bildungsexpansion, politische Partizipation, Längsschnittanalyse
ENGL. KURZREFERAT/ABSTRACT: A turning away from politics is bemoaned from different sides in democracies. Did the educational reforms in the 1960s, which included the aim of promoting political engagement and educating people to politically mature citizens, failed in this attempt? The paper deals with the question, if educational expansion actually led to a political mobilisation that is characterized by a rising importance of unconventional political participation. By use of cumulated ALLBUS data-sets (1988-2000), at first background mechanisms that are behind the link between education and political participation will be explored to analyze unconventional political participation in temporal perspective. Longitudinal analyses will be carried out including a simultaneous estimation of age, period and cohort effect. Results show constant effects of the educational level. There is evidence indicating a political mobilisation. The more-highly educated people turn out to be the main supporter of this process, whereas the less educated people kept their distinction regarding a low participation level over time.
KEYWORDS: education, educational expansion, political participation, longitudinal analysis
KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: Dr. Andreas Hadjar, Abteilung Bildungssoziologie, Universität Bern, Muesmattstraße 27, 3012 Bern, Schweiz
E-Mail: andreas.hadjar@edu.unibe.ch
AUTOR/AUTHOR: Matthias Pollmann-Schult and Martin Diewald
TITEL: Auswirkungen der Familiengründung auf den Berufsverlauf von Männern
ENGL. TITLE: The Effect of Parenthood on Labour Market Outcomes for Men
QUELLE/SOURCE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 59, 2007, S. 440-458.
KURZREFERAT: Der Beitrag untersucht die Auswirkungen familialer Ereignisse auf das Erwerbsverhalten von Männern. Verschiedene familiensoziologische und -ökonomische Theorieansätze postulieren hier einen positiven Effekt der Familiengründung auf die Einkommenshöhe von Vätern, wogegen Studien zur aktiven Vaterschaft zumindest unter den jüngeren Geburtskohorten eine Abnahme der Arbeitszeit und somit auch der Einkommenshöhe im Zuge der Familiengründung erwarten lassen. Die empirischen Ergebnisse zeigen, dass Väter auch bei Berücksichtigung von Selektionseffekten ein höheres Einkommen erzielen als kinderlose Männer. Dieser positive Einkommenseffekt gründet in erster Linie auf innerbetrieblichen Einkommensaufstiegen. Die Strategie, das Einkommen durch eine Ausweitung der Arbeitszeit oder durch einen zwischenbetrieblichen Wechsel auf einen höher dotierten Arbeitsplatz zu erhöhen, wird von Vätern nicht verfolgt.
STICHWORTE: Job-Mobilität, Einkommensmobilität, Familiensoziologie, Väter
ENGL. KURZREFERAT/ABSTRACT: In this article we use longitudinal data from the German socio-economic Panel to examine the relationship between parenthood and labour market outcomes for men. Both traditional sociological and economical perspectives predict a positive effect of fatherhood on wages, whereas the spreading idea of a modern fatherhood suggests that, at least, fathers of the younger generation tend to reduce their working hours and thus accept wage reductions. Our focus is on the effect of fatherhood on wage growth, hours worked and interfirm mobility. We find that fathers receive higher wages than married men without children, even when controlling for selection into fatherhood. The positive income effect of fatherhood results from greater on-the-job wage growth. However, fathers are not likely to increase their wage by working longer hours or leaving their current employer for a better paid position.
KEYWORDS: job mobility, mobility of income, sociology of families, fathers
KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: Prof. Dr. Martin Diewald, Universität Bielefeld, Fakultät für Soziologie, Postfach 10 01 31, 33501 Bielefeld
E-Mail: mpollmann-schult@uni-bielefeld.de
AUTOR/AUTHOR: Hans-Jürgen Andreß and Till Seeck
TITEL: Ist das Normalarbeitsverhältnis noch armutsvermeidend? Erwerbstätigkeit in Zeiten deregulierter Arbeitsmärkte und des Umbaus sozialer Sicherungssysteme.
ENGL. TITLE: Is the Traditional German Employment Relationship Still Preventing Poverty? Employment in Times of Labor Market Deregulation and Welfare State Modernization
QUELLE/SOURCE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 59, 2007, S. 459-492.
KURZREFERAT: Anhand einer Längsschnittanalyse der Armutsquoten der erwerbstätigen Bevölkerung über einen Zeitraum von insgesamt 14 Jahren (1991 bis 2004) wird die Vermutung überprüft, dass der Abbau sozialer Sicherungsleistungen und die Deregulierung des Arbeitsmarktes das Armutsrisiko der Arbeitnehmer erhöht haben. Die Grundannahme ist dabei, dass neben individuellen Armutsrisiken (z.B. fehlende Ausbildungsabschlüsse) vor allem Veränderungen der Rahmenbedingungen (soziale Sicherungssysteme, Arbeitsmarkt, Haushaltsstrukturen) die Entwicklung der Armutsquote erklären. Mit Daten des Sozio-ökonomischen Panel wird gezeigt, dass veränderte Arbeitsmarktbedingungen sowie Steuern und Abgaben das Armutsrisiko erhöhen und dass zusätzliche Einkommensquellen (Staat, Familie) und abnehmende Einkommensbedarfe aufgrund zunehmend kleinerer Haushalte dieses Risiko nicht dämpfen. Im Ergebnis steigt im Untersuchungszeitraum die Armutsquote der unbefristeten Vollzeitbeschäftigten, insbesondere in Ostdeutschland.
STICHWORTE: Armut, Erwerbstätigkeit, Working Poor, Einkommen
ENGL. KURZREFERAT/ABSTRACT: The article tests the hypothesis that welfare state retrenchment and labor market deregulation have increased poverty within the German working population using a time series of poverty ratios based on different income concepts for a period of 14 years (1991-2004). The basic assumption is that changes in the societal context (welfare state, labor market, household structures), besides individual risk factors, explain the development of poverty over time. Using data from the German Socio-Economic Panel Study it is shown that changing labor market conditions and tax regulations have increased poverty, and this has not been attenuated by additional income sources (welfare state, household members) or by recent changes in household composition. As a result, poverty has increased for full-time employees during the observation period, especially so in Eastern Germany.
KEYWORDS: poverty, employment, working poor, income
KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: Prof. Dr. Hans-Jürgen Andreß, Universität zu Köln, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät, Lehrstuhl für Empirische Sozial- und Wirtschaftsforschung, Herbert-Lewin-Str. 2, 50931 Köln
E-Mail: hja@wiso.uni-koeln.de
AUTOR/AUTHOR: Alexandra Nonnenmacher
TITEL: Eignen sich Stadtteile für den Nachweis von Kontexteffekten? Eine empirische Analyse am Beispiel von Disorder und Kriminalitätsfurcht
ENGL. TITLE: Are Neighborhoods Suitable for Proving Contextual Effects? An Empirical Analysis of Disorder and Fear of Crime
QUELLE/SOURCE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 59, 2007, S. 493-511.
KURZREFERAT: Kontexteinflüsse des Wohnumfelds auf individuelle Einstellungen und Verhaltensweisen werden häufig mit Hilfe von Merkmalen überprüft, die auf der Basis von administrativ festgelegten Gebietseinheiten wie Stadtteilen oder census tracts berechnet werden. Das Problem bei der Verwendung solcher Merkmale ist, dass sie sich auf Gebiete beziehen können, die zu groß sind, um für den Nachweis von Kontexteffekten geeignet zu sein. Der vorliegende Beitrag zeigt für drei deutsche Großstädte (Hamburg, Kiel und München) am Beispiel des Einflusses von Disorder im Stadtteil auf die individuelle Kriminalitätsfurcht, dass sich ein solcher Effekt nur für kleinflächige Stadtteile mit einer Größe von weniger als sechs bis acht Quadratkilometern nachweisen lässt. Die Betrachtung von größeren Stadtteilen kann zu einer massiven Unterschätzung des Kontexteffektes führen.
STICHWORTE: Kontextanalyse, Stadtteil, Kriminalitätsfurcht, Disorder, Mehrebenenanalyse
ENGL. KURZREFERAT/ABSTRACT: Contextual influences of the neighborhood on individual attitudes and behaviors are often tested by means of characteristics of officially defined areas, e. g. boroughs or census tracts. Using such measures can cause problems if the chosen areas are too big to allow for analyzing contextual effects. The study finds that mean neighborhood disorder increases fear of crime only if this effect is tested for small neighborhoods (Stadtteile) of less than six to eight square kilometers, using data on three German cities (Hamburg, Kiel and Munich). Analyzing bigger neighborhoods can lead to serious underestimation of the contextual effect.
KEYWORDS: contextual analysis, neighborhood, fear of crime, disorder, multilevel analysis
KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: Alexandra Nonnenmacher, M.A., An der Steinenporz 7, 51503 Rösrath
E-Mail: nonnenmacher@wiso.uni-koeln.de
AUTOR/AUTHOR: Rolf Becker
TITEL: Wie nachhaltig sind die Bildungsaufstiege wirklich? Eine Realanalyse der Studie von Fuchs und Sixt (2007) über die soziale Vererbung von Bildungserfolgen in der Generationenabfolge
ENGL. TITLE: How Sustainable is the Educational Expansion actually? A Reanalysis of the Results by Fuchs and Sixt (2007) on the Social Inheritance of Educational Success over Consecutive Generations
QUELLE/SOURCE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 59, 2007, S. 512-523.
KURZREFERAT: In ihrem Beitrag über die Nachhaltigkeit von Bildungsaufstiegen untersuchen Fuchs und Sixt (2007) Struktur und Mechanismen der sozialen Vererbung von Bildungserfolgen über drei Generationen. In theoretischer Hinsicht vermuten sie, dass Kinder von Bildungsaufsteigern geringere Bildungschancen haben als Kinder von Eltern, die über Generationen bereits das Bildungsniveau aufweisen, das die Bildungsaufsteiger erreicht haben. Mit Hilfe der Daten des Sozioökonomischen Panels (SOEP) für den Zeitraum von 1984 bis 2000 können die Autoren mittels Schätzung binärer logistischer Regressionen ihre These bestätigen und stellen die Nachhaltigkeit der Bildungsexpansion in Frage. Die vorliegende Reanalyse mit Kohortendaten der deutschen Lebensverlaufsstudie kommt unter Verwendung der multinomialen Logit-Regression hingegen zum Ergebnis, dass die Befunde von Fuchs und Sixt ein statistisches Artefakt infolge von Multikollinearität sind. Es konnte zudem gezeigt werden, dass gerade Bildungsaufsteiger in der Elterngeneration dann ihre Bildungserfolge an ihre Kinder weitergeben können, wenn sie ihre Bildungsgewinne in Statusaufstiege umsetzen können. Über diese Mechanismen der sozialen Mobilität ergeben sich Eigendynamik und Nachhaltigkeit der Bildungsexpansion in Westdeutschland.
STICHWORTE: Bildungsexapnsion, Bildungsungleichheit, intergenerationale Mobilität
ENGL. KURZREFERAT/ABSTRACT: In their article on the sustainability of educational upward mobility, Fuchs and Sixt (2007) investigate both the structure and the mechanisms of social inheritance of educational success across three generations In theoretical respect the authors assume that children of educational climbers might have less educational chances than children of parents and grandparents with a long academic tradition. Utilizing data of the German Socio-Economic Panel as well as applying binary logistic regression they confirm their hypothesis calling the sustainability of educational expansion in question. In the present reanalysis data of the German Life History Study on educational histories of several generations are analysed by multinomial logistic regression. It can be demonstrated that the results by Fuchs and Sixt seems to be a statistical artefact because of multicollinearity. Additionally there are significant indications that educationally upward mobile parents are able to transfer their educational success to their children provided that these parents are also able to realize upward mobility in the status hierarchy or in the class structure. These both mechanisms of social mobility are essential for both the self-dynamic and the sustainability of the educational expansion in West Germany.
KEYWORDS: educational expansion, inequality of educational opportunities, intergenerational mobility
KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: Prof. Dr. Rolf Becker, Universität Bern, Institut für Erziehungswissenschaft, Abteilung Bildungssoziologie, Muesmattstrasse 27, 3012 Bern, Schweiz
E-Mail: rolf.becker@edu.unibe.ch
AUTOR/AUTHOR: Marek Fuchs and Michaela Sixt
TITEL: Bildungsmobilität über drei Generationen. Was genau bewirken Bildungsaufstiege für die Kinder der Aufsteiger? Replik auf den Diskussionsbeitrag von Rolf Becker
ENGL. TITLE: Educational mobility over three generations. Effects of educational climbing on the climbers’ children. Response to a discussion by Rolf Becker
QUELLE/SOURCE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 59, 2007, S. 524-535.
KURZREFERAT: Ausgehend von Daten des Sozio-Ökonomischen Panels hatten wir die Auffassung vertreten (Fuchs/Sixt 2007), dass die Kinder von Bildungsaufsteigern nicht über die gleichen hohen Bildungschancen verfügen, wie die Kinder von bildungsnah etablierten Eltern. Zwar weisen Aufsteigerkinder eine höhere Abiturientenquote auf, als die Kinder auf dem Ausgangsniveau der aufgestiegenen Eltern, aber ihre Quote erreicht nicht das auf dem jeweiligen von den Aufsteigern neu erreichten hohen Bildungsniveau Übliche. Als Ursachen dieser Bildungsbenachteiligung haben wir unter Rekurs auf Bourdieu das geringer ausgeprägte soziale, kulturelle und ökonomische familiale Kapital der Aufsteiger, die weniger privilegierte Einmündung der Aufsteiger auf dem Arbeitsmarkt und die im Durchschnitt zum Zielniveau geringer qualifizierten Partner identifiziert. Rolf Becker hat unseren Ansatz und die entsprechenden Analysen mit dem SOEP einer kritischen Diskussion unterzogen und auf Diskrepanzen zu seinen bisherigen Befunden zu den Bildungschancen der Aufsteiger hingewiesen. In der vorliegenden Replik auf Beckers Diskussion lösen wir den von Becker vorgetragenen scheinbaren Widerspruch zwischen seinen Analysen und unseren Ergebnissen auf und zeigen anhand vergleichender Analysen mit dem SOEP, dass die scheinbar diametralen Ergebnisse der spezifischen Analyseperspektive Beckers geschuldet sind, aber problemlos vereinbar ist: Während Becker aufzeigen kann, dass die Kinder der Aufsteiger durch den Aufstieg gegenüber dem sozialen Ausgangsniveau ihrer Eltern eine Verbesserung ihrer Bildungschancen erfahren (positive Effekte des Aufstiegs), können wir darüber hinaus gehend nachweisen, dass die Verbesserung der Bildungschancen durch den Aufstieg die ursprünglichen Benachteiligungen nicht auszugleichen vermag und dass die Aufsteigerkinder hinsichtlich ihrer Bildungschancen nicht das Niveau der bildungsnah Etablierten erreichen (negativer Effekt des Aufstiegs).
STICHWORTE: Bildungsaufsteiger, Bildungsbenachteiligung, soziale Herkunft, Aufstiegseffekte
ENGL. KURZREFERAT/ABSTRACT: In a previous article in this journal (Fuchs/Sixt 2007) based on an analysis with the Socio-Economic Panel (SOEP) we have argued that children of educational climbers do not have educational opportunities similar to the typical educational opportunities of children on the newly achieved educational level. Even though we could demonstrate that the climbers’ children are subject to an increase of their educational opportunities compared to the level from which their parents originate, they do not reach the average of the destination level. Based on the theoretical reasoning provided by Bourdieu we argue that this educational disadvantage is caused by the lower furnishing of their families with social, cultural, and economic capital, by climbers’ employment position which is less advantageous, and also by the lower educational level of the climbers’ partners. In his detailed discussion of our analysis Rolf Becker has identified conflicting findings compared to his previous analysis based on the data of the German Lebensverlaufsstudie. In response to his critical discussion we will solve this ostensible caveat. Using again data from the SOEP we demonstrate that his seemingly contradictious findings are due to the specifics of his analytical approach. While Becker shows that the climbers’ children reach educational opportunities that are higher compared to the opportunities of children from the climbers’ level or origin (positive effect of climbing), our results indicate that their educational opportunities do not reach the level that is typically seen on the higher level of education that the educational climbers have reached for the first time (negative effect of climbing).
KEYWORDS: educational climbers, educational inequality, social background, effects of climbing
KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: Michaela Sixt, Universität Kassel, Fachbereich Gesellschaftswissenschaften, 34109 Kassel
E-Mail: michaela.sixt@uni-kassel.de
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