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Zu den Kurzbiographien
AUTOR/AUTHOR: Jens Beckert und Mark Lutter
TITEL: Wer spielt Lotto? Umverteilungswirkungen und sozialstrukturelle Inzidenz staatlicher Lotteriemärkte
QUELLE/SOURCE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 60, 2008, S. 233-264.
ZUSAMMENFASSUNG: Auf Basis bevölkerungsrepräsentativer Daten untersuchen wir sozialstrukturelle Umverteilungseffekte des staatlichen Lotteriespiels in Deutschland. Lotterien sind hoch besteuerte wirtschaftliche Transaktionen, deren Einnahmen zugleich einen signifikanten Anteil am öffentlichen Haushaltsbudget darstellen. Unsere Analyse zeigt, dass Lotterien eine Form der regressiven Besteuerung darstellen. Ferner zeigen wir am Beispiel der Breitensportförderung, dass die hierfür zweckgebundene Verwendung staatlicher Lotterieeinnahmen die Regressivität der Besteuerung nicht verringert, sondern noch verstärkt. Innerhalb zentraler soziodemografischer Kategorien wie Einkommens-, Bildungs-, Alters- und Migrationsschichten können wir steuerliche Umverteilungswirkungen nachweisen. Von diesen Befunden ausgehend, diskutieren wir im Schlussteil Implikationen zur Verwendung dieser Einnahmen.
STICHWORTE: Lotterie, Glücksspiel, Steuern, Umverteilung
ABSTRACT: On the basis of representative survey data, we examine the distribution effects state lotteries have on the social structure of Germany. Lotteries are highly taxed economic transactions whose proceeds make up a significant share of public fiscal revenues. Our analysis shows that lotteries are a form of regressive taxation. Further, taking the funding of amateur sports as an example, we show that earmarking lottery money increases the regressivity of this tax rather than reducing it. Using key demographic indicators such as levels of income, education, age and migration, we demonstrate the effects of fiscal redistribution. based on these findings, we discuss implications of earmarking lottery revenues.
KEYWORDS: Lotteries, Gambling, Taxes. Redistribution
KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: Jens Beckert, Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung (MPIfG), Paulstr. 3, 50676 Köln
E-Mail: Beckert@mpifg.de
KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: Mark Lutter, Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung (MPIfFG), Paulstr. 3, 50676 Köln
E-Mail: Lutter@mpifg.de
AUTOR/AUTHOR: Johannes Stauder
TITEL: Zur sozialen Vorstrukturierung der Kontaktgelegenheiten am Beispiel des Partnermarkts
QUELLE/SOURCE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 60, 2008, S. 265-285.
ZUSAMMENFASSUNG: Der Beitrag argumentiert, dass eine hinreichende Beschreibung der Handlungsalternativen im Modell der soziologischen Erklärung in vielen Fällen einer vorgelagerten Bestandsaufnahme der Interaktionsgelegenheiten der Akteure bedarf, die durch die konkrete soziale Umgebung der Akteure, die Eigenschaften der dort angetroffenen Personen und die jeweils geltenden institutionellen Rahmenbedingungen in diesen Umgebungen vorstrukturiert und durch die Akteure in engem Rahmen beeinflussbar ist. Hierzu werden insbesondere die Strukturtheorie von Blau und das Konzept der Foki sozialer Aktivität von Feld exploriert. Die soziale Umgebung der Akteure wird dabei als Möglichkeitsraum für die Entstehung von Beziehungen und damit von Beziehungskapital konzipiert. Das analytische Konzept wird beispielhaft auf die operationale Konzeptualisierung des Partnermarkts angewendet.
STICHWORTE: Modell der soziologischen Erklärung, Opportunitäten, Restriktionen, Strukturtheorie, Fokustheorie, Partnermarkt, Interaktion
ABSTRACT: This paper argues that the description of the set of alternatives for action within the model of sociological explanation in many cases needs to analyze the actor’s opportunities for interaction in advance. These opportunities are pre-structured by the actor’s concrete social environment, the characteristics of the persons met and the institutional framework in the individual’s various contexts. Thus the actor may influence his opportunities and restrictions only within narrow limits. The argument explores Blau’s theory of social structure and the concept of foci of social activity by Feld. The actor’s social environment is conceptualized as a space of opportunity for the development of new relationships. It thus may be seen as a set of potential relational capital. The analytical concept is applied to an operational conceptualization of the partner market.
KEYWORDS: Model of Sociological Explanation, Opportunities, Restrictions, Structural Theory, Focus Theory, Marriage Market, Interaction
KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: Johannes Stauder, Universität Heidelberg, Institut für Soziologie, Sandgasse 9, 69117 Heidelberg, Deutschland
E-Mail: Johannes.stauder@soziologie.uni-heidelberg.de
AUTOR/AUTHOR: Joscha Legewie
TITEL: Zum Einfluss regionaler Arbeitslosigkeit auf Einstellungen zur sozialen Gerechtigkeit
QUELLE/SOURCE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 60, 2008, S. 286-313.
ZUSAMMENFASSUNG: Im Vordergrund des Beitrags steht die Erweiterung der bisherigen Erklärungsansätze zu Einstellungen zur sozialen Gerechtigkeit, welche sich vornehmlich auf rationale Motive im Hinblick auf die soziale Position und normative Wertvorstellungen aus dem kulturellen Kontext beziehen. Diese traditionellen Ansätze werden um Einflüsse der regionalen Arbeitslosigkeit ergänzt. Eine zentrale Rolle nimmt dabei zunächst die theoretische Auseinandersetzung mit dem Einfluss des regionale Kontextes auf Einstellungen und Handlungen im Allgemeinen ein. Ausgehend von Boudons cognitivist model werden diese Mechanismen anschließend in ein umfassendes theoretisches Konzept zusammen mit den rationalen und normativen Einflussfaktoren integriert. In einem zweiten Schritt wird das erweiterte theoretische Modell mit Hilfe von Mehrebenenmodellen empirisch überprüft. Datenbasis sind zum einen die Umfragedaten des International Social Justice Project aus 2006 und zum anderen die Informationen zu Raumordnungsregionen der Arbeitsmarktstatistik der Bundesagentur für Arbeit. Die empirischen Analysen unterstützen weitgehend die Untersuchung von regionalen Einflussfaktoren neben individuellen Merkmalen.
STICHWORTE: Empirische Gerechtigkeitsforschung, Verteilungsgerechtigkeit, Einstellungsforschung, regionaler Kontext, Arbeitslosigkeit, Mehrebenenanalyse
ABSTRACT: The paper focuses on the expansion of hitherto explanations of attitudes towards distributive justice which have emphasized rational and normative motives. These traditional influences are extended by factors which take into account regional differences especially in regard to the unemployment rate. A central part is devoted to the elaboration of a mechanism which explains the influence of the regional context on attitudes in general. Referring to Boudon’s cognitivist model, the derived social mechanism is integrated into a comprehensive theoretical model together with the traditional factors. The second part of the paper implements the theoretical model and tests it by means of a multilevel model. The analyses is based on survey data from the Iternational Social Justice Project 2006 and the local unemployment rate provided by the german Bundesagentur für Arbeit. The empirical results largely support the investigation of regional influences next to individual characteristics.
KEYWORDS: Empirical Justice Research, Distributive Justice, Regional Context, Unemployment Rate, Multilevel Modelling
KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: Joscha Legewie, International Social Justice Project (ISJP), Humboldt-Universität zu Berlin, Institut für Sozialwissenschaften, Lehrbereich Empirische Sozialforschung, Unter den linden 6, 10099 Berlin, Deutschland
E-Mail: Jpl2136@columbia.edu
AUTOR/AUTHOR: Henning Best
TITEL: Die Umstellung auf ökologische Landwirtschaft.
QUELLE/SOURCE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 60, 2008, S. 314-338.
ZUSAMMENFASSUNG: Anhand einer empirischen Untersuchung der Umstellung auf ökologische Landwirtschaft werden verschiedene Hypothesen zum Zusammenhang von Umweltbewusstsein und Umweltverhalten überprüft. Die Untersuchung basiert auf Daten einer postalischen Befragung von Landwirten, die 2004 in Hessen, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen durchgeführt wurde (n=657). Die Ergebnisse zeigen, dass es sowohl einen direkten als auch einen indirekten Effekt des Umweltbewusstseins gibt. Die indirekte Wirkung besteht in einer Verstärkung der Präferenz für umweltfreundliche Handlungskonsequenzen, wodurch umweltfreundlichen Alternativen ein höherer Nutzen zugewiesen wird. Zudem beeinflusst das Umweltbewusstsein Entscheidungen direkt: Auch unter Kontrolle von Nutzenerwägungen erhöht sich die Wahrscheinlichkeit umweltfreundlichen Verhaltens, wenn die Akteure umweltbewusst sind. Umweltbewusstsein ist jedoch nur dann von Relevanz für die Entscheidung, wenn das umweltfreundliche Verhalten mit Zusatzkosten verbunden ist. Hiervon abgesehen ist der Effekt des Umweltbewusstseins jedoch unabhängig vom Ausmaß der zusätzlichen Kosten umweltfreundlicher Handlungsalternativen. Damit hat sich die Low-Cost-Hypothese in dieser Studie empirisch nicht bewährt.
STICHWORTE: Umweltbewusstsein, Umweltverhalten, Einstellungen, Rational Choice, ökologische Landwirtschaft
ABSTRACT: Utilizing data from a recent postal survey of farmers in western Germany (n=657), this paper studies the influence of environmental concern on environmental behaviour in a rational choice context. The analyses reveal both an indirect and a direct effect of environmental concern. First, environmental concern increases the preference for environmentally friendly consequences leading to a higher expected utility of environmentally friendly alternatives. Second, even controlling for the influence of utility expectations, environmental concern increases the probability of environmentally friendly behaviour, indicating a direct influence over and above the indirect effect. The direct effect of environmental concern, however, can be observed only if environmentally friendly action alternatives are associated with higher behavioural cost than environmentally degrading alternatives. Apart from that, the effect of environmental attitudes is not moderated by utility considerations and the cost structure of the respective alternatives. In sum, these results do not lend support to the low cost hypothesis.
KEYWORDS: Environmental Concern, Environmental Behavior, Environmental Behaviour, Attitudes, Rational Choice, Organic Farming, Low Cost
KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: Henning Best, Fakultät für Sozialwissenschaften, LS Methoden der empirischen Sozialfoschrung und angewandte Soziologie, Universität Mannheim, 68131 Mannheim, Deutschland
E-Mail: Best@uni-mannheim.de
AUTOR/AUTHOR: Dirk Thomas, Urs Fuhrer und Claudia Quaiser-Pohl
TITEL: Akteure der Gentrification und ihre Ortsbindung. Eine Studiue in einem städtischen Sanierungsgebiet in Ostdeutschland.
QUELLE/SOURCE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 60, 2008, S. 339-366.
ZUSAMMENFASSUNG: Anhand der Daten einer schriftlichen Befragung wurden Zusammenhänge zwischen Wohnqualität und Ortsbindung der Akteure, die am Prozess der Gentrification in einem ostdeutschen Altbauviertel beteiligt waren, untersucht. Die Stichprobe umfasste N = 295 Personen aus dem städtischen Sanierungsgebiet Magdeburg-Buckau, die im Rahmen eines prozessbegleitenden Monitorings befragt wurden. Die wahrgenommene Wohnqualität wurde über eine adaptierte deutsche Fassung der „Residential Satisfaction Scale“ (Bonaiuto et al. 1999), die Ortsbindung mit einer modifizierten deutschen Fassung der „Neighbourhood Attachment Scale“ (Bonaiuto et al. 1999) erfasst. Die Befunde zeigen, dass gentrificationsrelevante Wohnpräferenzen, wie die Ästhetik der Gebäude und die Verfügbarkeit von Park- und Grünanlagen, sich bei Gentrifiern und Pionieren als signifikante Prädiktoren für Ortsbindung erwiesen. Für alle Gruppen zeigte sich die soziale Kohäsion als bedeutsamer Prädiktor für Ortsbindung. Die Wohndauer erwies sich lediglich bei den Alteingesessenen (den sozial Schwachen und den gut Situierten mit hohem Bildungsniveau) als bedeutsamer Prädiktor für Ortsbindung.
STICHWORTE: Gentrifikation, Ortsbindung, Wohnqualität, Sanierungsgebiet, Ostdeutschland
ABSTRACT: Relations between residential quality and place attachment of people involved in the gentrification process of an old inner city housing area in East Germany were asked by a questionnaire. As part of a neighbourhood monitoring process, a total of N = 295 subjects of the urban revitalization area of Magdeburg-Buckau participated in the study. Perceived residential quality was measured with an adapted German version of the “Residential Satisfaction Scale” (Bonaiuto et al. 1999), place attachment with a German version of Bonaiuto et al. (1999) “Neighbourhood Attachment Scale”. The empirical findings revealed that those residential preferences which are relevant for gentrification, such as buildings’ aesthetic pleasantness and presence of green areas, are significant predictors of both pioneers’ and gentrifiers’ place attachment. For all residential groups social cohesion was a significant predictor of place attachment, whereas the length of residence was a significant predictor of place attachment only for those who had lived in the area for a long time (i.e., lower class people and high-class people of high education).
KEYWORDS: Gentrification, Place Attachment, Perceived Residential Quality, Revitalization Area, East Germany
KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: Dirk Thomas, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Institut für Psychologie I, Postfach 4120, 39016 Magdeburg, Deutschland
E-Mail: Dirk.Thomas@gse-w.uni-magdeburg.de
KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: Urs Fuhrer, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Institut für Psychologie I, Postfach 4120, 39016 Magdeburg, Deutschland
E-Mail: urs.fuhrer@ovgu.de
KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: Claudia Quaiser-Pohl, Institut für Psychologie, Universität Koblenz-Landau, Campus Koblenz, Universitätstr. 1, 56070 Koblenz, Deutschland
E-Mail: quaiser@uni-koblenz.de
AUTOR/AUTHOR: Mike S. Schäfer
TITEL: Diskurskoalitionen in den Massenmedien. Ein Beitrag zur theoretischen und methodischen Verbindung von Diskursanalyse und Öffentlichkeitssoziologie
QUELLE/SOURCE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 60, 2008, S. 367-397.
ZUSAMMENFASSUNG: Diskursanalysen in der Tradition Michel Foucaults und die am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) entwickelte Öffentlichkeitstheorie sind die beiden zentralen Ansätze, die zur soziologischen Analyse öffentlicher und massenmedialer Kommunikation in Anschlag gebracht werden. Beide Ansätze weisen auf relevante Aspekte gesellschaftlicher Kommunikation hin. Sie werden aber bislang nicht zu verbinden versucht. Dies ist das Anliegen des vorliegenden Artikels: Zunächst wird gezeigt, dass die theoretischen Prämissen beider Ansätze Parallelen aufweisen. Anschließend wird versucht, mittels des Konzepts der „Diskurskoalitionen“ eine theoretische Brücke zwischen Diskursanalyse und WZB-Öffentlichkeitstheorie zu schlagen, und es wird vorgeschlagen, Diskurskoalitionen mittels multipler Korrespondenzanalysen zu rekonstruieren. In der Folge wird die Berichterstattung deutscher Leit-Printmedien über zwei biowissenschaftliche Themen exemplarisch untersucht. Für die beispielhaft analysierten Fälle, die Humangenomforschung und die Stammzellforschung, zeigen sich jeweils plausibel interpretierbare Diskurskoalitionen, die ein unterschiedliches Ausmaß an Diskursmacht zu besitzen scheinen.
STICHWORTE: Öffentlichkeit, Massenmedien, Diskursanalyse, Inhaltsanalyse, Biotechnologie, Korrespondenzanalyse
ABSTRACT: Two of the most highly developed analytical approaches to public and mass media debates are discourse analyses in the tradition of Michel Foucault and the theory of the public sphere that has been developed at the Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB). Both approaches emphasize relevant and complementary aspects of societal communication, but so far, there has been no attempt to combine the two. This is the aim of this article: First, it is shown that both approaches are based on similar assumptions. Second, the concept of “discourse coalitions” is employed in order to bridge discourse analyses and the WZB model. Third, I propose to reconstruct discourse coalitions statistically using multiple correspondence analysis. Fourth, two examples will be considered in order to demonstrate discourse coalitions in a concrete mass media debate. In the cases of human genome research and stem cell research, three discourse coalitions can be shown, each having a different weight and therefore, a different discursive “power” in the coverage.
KEYWORDS: Public Sphere, Mass Media, Discourse Analysis, Content Analysis, Biotechnology, Correspondence Analysis
KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: Mike S. Schäfer, Freie Universität Berlin, Institut für Soziologie, Garystrasse 55, 14195 Berlin, Deutschland
E-Mail: mike.schaefer@fu-berlin.de
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