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Zusammenfassungen und English Summaries
Heft 4, Jg. 61, 2009

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Zu den Kurzbiographien

AUTOR/AUTHOR: Markus Pohlmann

TITEL: Globale ökonomische Eliten? Eine Globalisierungsthese auf dem Prüfstand der Empirie

QUELLE/SOURCE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 61, 2009, S. 513-534

ZUSAMMENFASSUNG: Ziel des Beitrages ist die Überprüfung der in der Globalisierungsliteratur häufig formulierten Annahme, dass die Internationalisierung des Managements jener der Unternehmen folge und globale Märkte zu einem verschärften Wettbewerb um die besten Köpfe führten. Anhand empirischer Daten und Analysen zur Internationalisierung des Managements u.a. bei den Top 100 Industrieunternehmen in den USA, Ostasien und Deutschland zeigt der Beitrag auf, dass weder das mittlere Management noch die Spitzenmanager ihre Karrieren im Ausland machen. Vielmehr hat sich eine Entsendedynamik mit eher kurzfristigen Auslandsaufenthalten etabliert, die mit der Bevorzugung von Insidern für Spitzenpositionen kompatibel ist. Je weniger revidierbar eine Rekrutierungsentscheidung erscheint, je stärker Clans oder dominante Koalitionen die Karrieremechanismen zur Statusreproduktion nutzen und je stärker kulturelle „Dunkelfaktoren“ die Karrieresysteme beeinflussen, desto höher ist die Präferenz für Hauskarrieren. Der „brain drain“ zwischen den entwickelten OECD-Ländern hält sich daher in engen Grenzen.

SCHLÜSSELWÖRTER: Globalisierung • Top-Manager • Migration von Hochqualifizierten • Brain Drain • Ostasien • USA • Deutschland • Karrieresysteme

TITLE: Global economic elites? The globalization-hypothesis and its empirical proof

ABSTRACT: Does globalization lead to global markets for managers and international careers? The hypothesis of the globalization literature, that a transnational management is emerging out of a global “war of talents” is examinded by using data on the migration of managers from the U.S., East Asia and Germany. The data show, that no significant brain drain between these countries is taking place and “brain circulation” of insiders with short-term stays abroad is the dominant career pattern. The less likely the exchange of an installed CEO, the more career systems are used for status achievement by Clans and the stronger the influence of informal cultural rules, the higher is the rate of insiders. Thus, between the U.S., Germany and East Asia no significant global markets for managers are evolving.

KEYWORDS: Globalization • Top-Managers • Migration • Brain drain • War of talents • East Asia • USA • Germany • Career patterns

AUTOR/AUTHOR: Yasemin El-Menouar / Martin Fritz

TITEL: Sozioökonomische Entwicklung und Wertvorstellungen in elf Regionen der Türkei

QUELLE/SOURCE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 61, 2009, S.535-561

ZUSAMMENFASSUNG: Die Türkei als EU-Beitritts-Kandidat findet gegenwärtig große Beachtung in der Werteforschung. Im Unterschied zu der Länder vergleichenden Perspektive bisheriger Studien werden in diesem Artikel ausgewählte Regionen der Türkei in den Blick genommen, um dem immensen Entwicklungsgefälle innerhalb der Türkei Rechnung zu tragen. Es wird untersucht, inwieweit sich Wertvorstellungen zwischen Regionen der Türkei unterscheiden und inwieweit diese in Übereinstimmung mit Annahmen der Modernisierungstheorie mit unterschiedlichen Graden an sozioökonomischer Entwicklung einhergehen. Dabei wird zwischen Werten der demokratischen Kultur, Säkularität sowie Familien- und Geschlechtergleichstellung unterschieden. Es wird angenommen, dass weniger liberale Einstellungen, eher intolerante Haltungen und eine Orientierung an Autoritäten in den wirtschaftlich schwach entwickelten Regionen zu finden sind, während wirtschaftlich starke und sozial differenzierte Regionen ein höheres Ausmaß an Toleranz und Befürwortung individueller Autonomie aufweisen. Die Entwicklungsgrade von elf verschiedenen Regionen werden zunächst anhand von Daten aus der amtlichen Statistik der Türkei wie dem BSP, Bildungsniveau, Verstädterungsgrad, der Verteilung von Beschäftigten in den wirtschaftlichen Sektoren und der Anzahl der Kinder pro Frau identifiziert. Auf Grundlage der Daten der europäischen Wertestudie aus dem Jahr 2000 werden dann die Thesen durch die Anwendung multipler Korrespondenzanalysen überprüft. Die Ergebnisse zeigen, dass analog zu den Annahmen der Modernisierungstheorie gravierende Werteunterschiede zwischen den untersuchten Regionen der Türkei in den genannten drei Wertebereichen zu finden sind. Unabhängig vom sozioökonomischen Entwicklungsgrad scheinen aber auch spezifische Kontexteffekte wie die Minderheitensituation und die politische Lage in einer Region Werte zu beeinflussen.

SCHLÜSSELWÖRTER: Türkei• Sozioökonomische Entwicklung• Modernisierungstheorie • Regionale Unterschiede• European Values Survey• Werte • Wertorientierungen • Multiple Korrespondenzanalyse

TITLE: Socio-economic development and value orientations in eleven regions of Turkey

ABSTRACT: Being an official EU candidate country since 2005 Turkey has also become an interesting object of investigation for empirical social science, especially in the field of value research. In this article we examine value orientations in different regions of Turkey. Contrary to previous country-comparing studies our regional approach accounts for the immense developmental gaps which exist within Turkey. In line with central assumptions of modernization theory we expect values of tolerance and individual autonomy in high developed regions and, on the other side, dogmatic beliefs, intolerance and authoritarian attitudes being predominant in weaker developed regions.
First, regional stages of modernization are specified using macro indicators like GDP, education, urbanity, the occupational structure, and fertility rate from the official statistics of Turkey. The regional spectrum varies from extremely poor developed rural-agrarian regions in the east to industrialized regions with high degrees of urbanization up to the rich regions in the west with well developed infastructure and service sector.
Second, Multiple Correspondence Analyses carried out with data from the European Values Study 2000 show that value differences concerning democratic culture, religiosity, secularity and sexual tolerance occur as expected according to socio-economic disparities between regions. Additionally, we find evidence that independent from socio-economic factors value orientations of people are also shaped by other influences like the minority situation or political stability in a region.

KEYWORDS: Turkey ● Socio-economic development ● Modernization theory ● Regional disparities ● European Values Survey ● Value orientations ● Multiple Correspondence Analysis

 

AUTOR/AUTHOR: Rolf Becker

TITEL: Wie können „bildungsferne“ Gruppen für ein Hochschulstudium gewonnen werden? Eine empirische Simulation mit Implikationen für die Steuerung des Bildungswesens

QUELLE/SOURCE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 61, 2009, S.563-593

ZUSAMMENFASSUNG: Ausgehend davon, dass es in Deutschland bei einer relativ niedrigen Studienanfänger- und Akademikerquote eine ausgeprägte soziale Ungleichheit beim Hochschulzugang gibt, werden neben den Strukturen des Bildungssystems primäre und sekundäre Herkunftseffekte als Gründe dafür in Betracht gezogen, dass „bildungsferne“ Gruppen an deutschen Hochschulen unterrepräsentiert sind. Empirischen Befunden für Abiturienten zufolge sind eher sekundäre Herkunftseffekte infolge von zwischen Sozialschichten variierenden Bildungs- und Ausbildungsentscheidungen als primäre Herkunftseffekte, die Auswirkungen der sozialen Herkunft auf schulische Performanz und darauf aufbauende Erwartungen, ein Studium erfolgreich bewältigen zu können, ausschlaggebend dafür. Neutralisiert man bei Kontrolle der individuellen Erfolgserwartungen die sekundären Herkunftseffekte, so kann die Studienbeteiligung von Arbeiterkindern sehr viel deutlicher gesteigert werden als über die Neutralisierung der primären Herkunftseffekte. Neutralisiert man zudem die sekundären Herkunftseffekte bei den Übergängen in die Sekundarstufe I und II, so können die Hochschulzugänge „bildungsferner“ Gruppen noch weiter gesteigert werden. Insgesamt sind sowohl die Selektions- und Filterprozesse des deutschen Schulsystems als auch die darauf basierenden Bildungsentscheidungen kontraproduktiv, wenn es darum geht, „bildungsferne“ Gruppen für ein Hochschulstudium zu gewinnen.

SCHLÜSSELWÖRTER: höhere Bildung ● Hochschulzugang ● primäre und sekundäre Herkunftseffekte ● soziale Ungleichheit ● Bildungschancen ● Ausbildungsentscheidung

TITLE: What could be done in order to motivate the working classes for university education? An empirical simulation with implications for educational policies

ABSTRACT: Against the background of the relatively low enrolment of students at universities, the minor proportion of academics at the population, and the distinctive social inequality at the transition to the tertiary education in Germany, it is assumed that – additionally to the structure of the educational system – primary and secondary effects of social origin are responsible for that the working class children are underrepresented at German universities. According to empirical findings for high-school graduates, their subjectively expected success in university training in general as well as their educational decision on continuing tertiary education, in particular, are crucial for this empirical fact of persistent inequalities of university education. If one cancels out the secondary effects of social origin, the participation of working class children could be increased more significantly than by neutralizing the primary effects. If one neutralizes also the secondary effects at both, the first and the second transition in the individuals’ educational course, the individuals’ transition to the sector of tertiary education could be increased additionally. Both, the selection and filter processes of the Germany school system as well as individuals’ educational choices provide the counterproductive effect that the talented offspring from socially disadvantaged classes will be diverted away from the higher education and the universities

KEYWORDS: Higher education ● Tertiary training ● Primary and secondary effects ● Social inequality of educational opportunities ● Educational decision

 

AUTOR/AUTHOR: Holger Seibert / Sandra Hupka-Brunner /Christian Imdorf

TITEL: Wie Ausbildungssysteme Chancen verteilen. Berufsbildungschancen und ethnische Herkunft in Deutschland und der Schweiz unter Berücksichtigung des regionalen Verhältnisses von betrieblichen und schulischen Ausbildungen

QUELLE/SOURCE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 61, 2009, S.595-620

ZUSAMMENFASSUNG: Dieser Beitrag untersucht, ob und inwieweit das regionale Verhältnis von betrieblichen und schulischen Berufsausbildungen die Ausbildungschancen von ausländischen und einheimischen Jugendlichen in Deutschland und der Schweiz beeinflusst. Betriebliche und schulische Berufsaubildungen unterscheiden sich durch ihre Selektionsverfahren bei der Bewerberauswahl. Berufliche Vollzeitschulen berücksichtigen stärker die bisher erbrachte Schulleistung. Sie zeichnen sich im Vergleich zu den Ausbildungsbetrieben durch einen höheren Formalisierungsgrad aus, was deren Bewerber eher vor benachteiligenden ethnischen Zuschreibungen schützt. Sofern Jugendliche mit Migrationshintergrund über ausreichende Schulabschlüsse verfügen, sollten ihre Ausbildungschancen daher zunehmen, je höher der regionale Anteil der vollzeitschulischen gegenüber dualen Angeboten ausfällt. Diese Hypothese wird an verschiedenen Datensätzen Deutschlands (Mikrozensus) und der Schweiz (Zensus, TREE) vergleichend überprüft. Die Ergebnisse sprechen für komplexe Benachteiligungslagen, mitunter eine Ethnisierung von Ausbildungschancen durch das Ausbildungsangebot: Ausländische Jugendliche, insbesondere Männer, haben in stark dual geprägten Systemen auch bei Kontrolle der Schulabschlüsse schlechtere Ausbildungschancen. In stärker vollzeitschulisch geprägten Systemen wird ihnen der Zugang zur Ausbildung häufig wegen ihrer im Vergleich zu den Einheimischen niedrigeren Schulabschlüsse verwehrt.

SCHLÜSSELWÖRTER: schulische vs. betriebliche Berufsausbildung ● regionale Ausbildungschancen ● Ausländer ● Migration ● Deutschland ● Schweiz

TITLE: How VET systems provide educational opportunities - Educational opportunities and ethnicity in Germany and Switzerland taking into consideration the regional structure of VET supply

ABSTRACT: This paper examines if and to what extent educational opportunities of immigrant and native youth are affected by the regional proportion of firm- versus school-based vocational education and training (VET) in Germany and Switzerland. As school-based VET systems, compared to training firms, select their applicants on grounds of school grades rather than ascriptive attributes, educational opportunities of immigrant students are expected to be higher in areas with a more school-based VET system. This assumption should at least hold true on condition that they provide sufficient secondary school certificates. The hypothesis is empirically tested using microcensus data from Germany and census as well as TREE data from Switzerland. The results point to complex structures of occasionally ethnic disadvantage fabricated through the VET system: Whereas immigrant students, particularly males, tend to be excluded in highly firm-based VET systems, they face problems to access more school-based VET systems because they can’t provide the required school certificates.

KEYWORDS: School- vs. firm-based vocational education ● Regional educational opportunities ● Ethnicity ● Migration ● Germany ● Switzerland

AUTOR/AUTHOR: Ulrich Rosar/ Markus Klein

TITEL: Mein(schöner)Prof.de.Die physische Attraktivität des akademischen Lehrpersonals und ihr Einfluss auf die Ergebnisse studentischer Lehrevaluationen

QUELLE/SOURCE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 61, 2009, S.621-645

ZUSAMMENFASSUNG: Die Evaluation der akademischen Lehre gewinnt im Rahmen des universitären Qualitätsmanagements immer mehr an Bedeutung. Diese Entwicklung ist dann unproblematisch, wenn man davon ausgehen kann, dass studentische Lehrveranstaltungsevaluationen die Qualität der Lehre valide erfassen. Angesichts der Tatsache, dass wiederholt ein Einfluss der physischen Attraktivität des Lehrpersonals auf die Bewertung von Lehrveranstaltungen nachgewiesen wurde, ist dies aber fraglich. Mit der Annahme einer validen Leistungsmessung wäre ein solcher Effekt nur dann vereinbar, wenn attraktive Lehrpersonen echte Produktivitätsvorteile in der akademischen Lehre besitzen und nicht einfach nur besser bewertet werden. Auf der Grundlage von Daten der Online-Plattform MeinProf.de wird gezeigt, dass Produktivitätsvorteile attraktiver Lehrpersonen aller Wahrscheinlichkeit nach nicht existieren. So wirkt sich insbesondere die Attraktivität weiblicher Lehrpersonen in nicht-erwartungskonformer Weise auf die Bewertung ihrer Lehrveranstaltungen aus.

SCHLÜSSELWÖRTER: Evaluation • physische Attraktivität • Geschlecht • Diskriminierung

TITLE: Mein(schöner)Prof.de. The physical attractiveness of academic staff and its influence on evaluations by students

ABSTRACT: Evaluations of academic teaching have become an instrument for the quality management in universities of constantly growing importance. This process is unproblematic as long as the quality of teaching is rated validly by the evaluations of students. The validity of the rating, however, becomes questionable as an influence of the teaching staffs’ physical attractiveness on the evaluation of teaching has been proved. This effect would only be compatible with an assumed valid rating of the teaching performance if attractive teachers would in fact show a better performance in academic teaching and are not just better rated for their attractiveness. We analyzed data from the German online platform MeinProf.de for the evaluation of academic teachers. The results show that attractive teachers very probably do not perform better. The attractiveness of female teachers does not have the expected influence on the evaluation of their teaching.

KEYWORDS: evaluation • physical attractiveness • gender • discrimination

 

AUTOR/AUTHOR: Susanne Strauß

TITEL: Ehrenamt in Deutschland und Großbritannien – Sprungbrett zurück auf den Arbeitsmarkt?

QUELLE/SOURCE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 61, 2009, S.647-670

ZUSAMMENFASSUNG: Untersucht wird der Einfluss von ehrenamtlichem Engagement auf die Wiederbeschäftigungschancen von Arbeitslosen in Deutschland und Großbritannien. Auf der Basis des deutschen Sozioökonomischen Haushaltspanels (SOEP) und der British Household Panel Study (BHPS) wird mit Hilfe von Random Effects Logit Modellen ein positiver Einfluss von freiwilligem Engagement auf die Arbeitsmarktchancen insbesondere von jungen britischen Männern gezeigt. Mit Hilfe von Human- und Sozialkapitaltheorien sowie dem Varieties of Capitalism Ansatz wird eine theoretische Erklärung entwickelt, die eine differenzierte Betrachtung der Arbeitsmarktrelevanz des Ehrenamts in Bezug auf das Geschlecht und das Alter der Engagierten sowie die institutionellen Rahmenbedingungen auf dem Arbeitsmarkt ermöglicht.

SCHLÜSSELWÖRTER: Ehrenamt ● Arbeitslosigkeit ● Wiederbeschäftigung ● SOEP ● BHPS

TITLE: Volunteering in Germany and Great Britain – spring-board back to the labour market?

ABSTRACT: The article examines the influence of volunteering on re-employment chances of the unemployed in Germany and Great Britain. On the basis of the German Socio-Economic Panel (GSOEP) and the British Household Panel Study (BHPS), random effect logit models are used to show a positive influence of volunteering on the labour market chances mainly for young unemployed British males. The article develops a theoretical explanation for these findings based on human and social capital theories as well as on the Varieties of Capitalism approach. This enables the relevance of volunteering in the labour market to be evaluated, not only with respect to the volunteer’s sex and age but also with respect to the institutional context factors.

KEYWORDS: Volunteering ● unemployment ● re-employment ● SOEP ● BHPS

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Datei aktualisiert am 24.07.2009 in der Redaktion der KZfSS