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Zusammenfassungen und English Summaries
Heft 1, Jg. 63, 2011

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AUTOR/AUTHOR: Martin Höpner · Alexander Petring · Daniel Seikel · Benjamin Werner

TITEL: Liberalisierungspolitik. Eine Bestandsaufnahme des Rückbaus wirtschafts- und sozialpolitischer Interventionen in entwickelten Industrieländern

QUELLE/SOURCE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 63, 2011, S. 1-32

ZUSAMMENFASSUNG: Zahlreiche politökonomische Klassiker unterschiedlichster Schulen waren sich darin einig, dass dem Kapitalismus ein sich gesetzmäßig vollziehender Bedeutungsverlust von Marktprinzipien inhärent sei. Der Beitrag unterzieht auf fünf Feldern wirtschafts- und sozialpolitischer Regulierung Indikatoren der Liberalisierungspolitik für 21 OECD-Länder einer deskriptiven Analyse. Wir zeigen auf, dass die westlichen Industrieländer im starken Gegensatz zu den theoretischen Erwartungen der Klassiker der Politischen Ökonomie einem weitgehend konvergenten Trend marktschaffender Politik unterliegen. Spätestens im Verlauf der ersten Hälfte der 1980er Jahre sind die entwickelten Industrienationen in eine neue Phase wirtschaftlicher Liberalisierung eingetreten, die bis in die Gegenwart anhält. Eine methodische Implikation unserer Befunde legt nahe, dass die Methoden der kausalen Analyse konvergenter Liberalisierungspolitik nicht dieselben sein können wie jene, die zur Analyse der Aufbau- und Konsolidierungsphase der unterschiedlichen Nachkriegskapitalismen zur Anwendung kamen.

SCHLÜSSELWÖRTER: Liberalisierung · Politische Ökonomie · Internationale Politikkonvergenz

TITLE: The politics of liberalization - An empirical analysis of economic and social interventions in western democracies

ABSTRACT: Political-economic classics of different schools agreed that capitalism inherently and inevitably leads to a decline of market principles. We analyse indicators of liberalization policies for 21 OECD-countries in five economic and social policy fields and demonstrate that western industrialized countries are subject of a convergent trend towards market-creating policies - in stark contrast to the theoretical expectations of several political economy authors. At the latest during the first half of the eighties, the western democracies entered a new phase of economic liberalization, which continues up to present. A methodological implication of our findings suggests that the methods of causal analysis of convergent liberalization policies may not be the same as those who have been applied for the analysis of development and consolidation of the varieties of capitalism in the postwar era.

KEYWORDS: Liberalization · Political Economy · International policy convergence

KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: M. Höpner · D. Seikel · B. Werner, Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung (MPIfG), Paulstr. 3, 50676 Köln, Deutschland

E-Mail: hoepner@mpifg.de

KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: A. Petring, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB), Reichpietschufer 50, 10785 Berlin, Deutschland

E-Mail: petring@wzb.eu

E-Mail: seikel@mpifg

E-Mail: werner2@mpifg

AUTOR/AUTHOR: Stefan Liebig · Carsten Sauer · Jürgen Schupp

TITEL: Die wahrgenommene Gerechtigkeit des eigenen Erwerbseinkommens: Geschlechtstypische Muster und die Bedeutung des Haushaltskontextes

QUELLE/SOURCE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 63, 2011, S. 33-59

ZUSAMMENFASSUNG: Die zunehmende Erwerbsbeteiligung von Frauen und die Ausbreitung "atypischer" Beschäftigungsverhältnisse hat zur Folge, dass der Anteil an Haushalten, in denen der Mann der alleinige Ernährer der Familie ist, abnimmt und der Anteil an Zweiverdienerhaushalten seit Jahren ansteigt. Vor diesem Hintergrund fragt dieser Beitrag, welche Bedeutung Haushaltskontexte, in denen das traditionelle male-breadwinner-Modell noch existiert oder bereits in Frage gestellt ist, für die Bewertung der Gerechtigkeit des eigenen Erwerbseinkommens haben. Dazu werden in einem ersten Schritt drei Beurteilungskriterien der Gerechtigkeit des eigenen Einkommens hergeleitet: Kompensation erbrachter Leistungen, Bedarfsabsicherung und Ermöglichung sozialer Wertschätzung. In einem zweiten Schritt wird erläutert, warum die Gerechtigkeitsurteile von Männern und Frauen maßgeblich von der spezifischen Situation im jeweiligen Haushalt bestimmt sind. Die daraus abgeleiteten Annahmen zu geschlechtstypischen Mustern von Gerechtigkeitseinstellungen werden mithilfe von Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) aus den Jahren 2007 und 2005 überprüft. Die Ergebnisse zeigen, dass in Zweiverdienerhaushalten geschlechtstypische Muster bei der Bewertung des eigenen Einkommens verringert und verstärkt werden: Verringert werden sie, weil Frauen in Zweiverdienerhaushalten höhere Ansprüche an ihr Lohnniveau haben, und versärkt werden sie, weil Männer die Bewertung ihres Erwerbseinkommens davon abhängig machen, ob es sie in die Lage versetzt, den traditionellen Geschlechternormen und den darin transportierten Vorstellungen über "Männlichkeit" entsprechen zu können.

SCHLÜSSELWÖRTER: Einkommensgerechtigkeit · Geschlecht · Zweiverdienerhaushalte · Geschlechternormen · Einkommensunterschiede

TITLE: The perceived justice of personal income: gender-specific patterns and the importance of the household context

ABSTRACT: The rise in female labor market participation and the growth of "atypical" employment arrangements has, over the last few decades, brought about a steadily decreasing percentage of households. Against this backdrop, the paper investigates how household contexts in which the traditional "male breadwinner" model still exists or has already been challenged affect individuals' subjective evaluations of the justice of their personal earning. In the first step we derive three criteria used by individuals to evaluate the fairness or justice of their personal earnings: compensation for services rendered, coverage of basis needs, and the opportunity to earn social approval. In the second step, we apply considerations from household economics and new approaches from gender research to explain why men's and women's evaluations of justice are determined to a considerable degree by the specific situation within their household. The assumptions derived regarding gender-specific patterns in justice attitudes are then tested on data from the German Socio-Economic Panel Study (SOEP) from 2007 and 2005. The results support our central thesis that gender-specific patterns in the evaluation of personal earnings are both reduced and increased in dual-earner households. They are reduced because women in dual-income households tend to have higher income expectations that challenge the existing gender wage gap. At the same time, gender-specific patterns are increased because men evaluate the equity of their personal income in relation to their ability to fulfill traditional gender norms and thus their capacity to live up to corresponding notions of "masculinity".

KEYWORDS: Income equality · Gender · Dual-earner households · Gender norms · Wage gap

KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: S. Liebig, Soziale Ungleichheit und Sozialstrukturanalyse/Fakultät für Soziologie, Universität Bielefeld, Postfach 10 01 31, 33501 Bielefeld, Deutschland

E-Mail: stefan.liebig@uni-bielefeld.de

KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: C. Sauer, DFG-Projekt "Der faktorielle Survey als Instrument zur Messung von Einstellungen in Bevölkerungsumfragen", Universität Bielefeld, Postfach 10 01 31, 33501 Bielefeld, Deutschland

E-Mail: carsten.sauer@uni-bielefeld.de

KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: J. Schupp, Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung, Mohrenstraße 58, 10117 Berlin, Deutschland

E-Mail: jschupp@diw.de

AUTOR/AUTHOR: Martin Schröder

TITEL: Vom Experiment zur Praxis: Wie moralische Argumente wirtschaftliche Selbstinteressen beeinflussen

QUELLE/SOURCE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 63, 2011, S. 61-81

ZUSAMMENFASSUNG: Wie beeinflussen moralische Argumente wirtschaftlich selbstinteressiertes Handeln? Laborexperimente von Verhaltensökonomen untersuchen dies, doch ihre zentralen Ergebnisse wurden noch nicht in der Praxis getestet. Ein Forschungsprojekt rekonstruierte anhand von Fallstudien, wie moralische Argumente in Diskussionen um Produktionsverlagerung wirtschaftliche Selbstinteressen beeinflussen. Es zeigt sich, dass moralisches Verhalten, welches im Diktator-, Ultimatum- und Kollektivgutspiel nachgewiesen wird, auch reales wirtschaftliches Handeln beeinflusst. Menschen verzichten auf die Maximierung ihres materiellen Nutzens, um moralischen Verhaltensregeln zu entsprechen. Die Ergebnisse verhaltensökonomischer Experimente, aber auch die Rekonstruktion wirtschaftlichen Handelns, verweisen somit auf ein Akteursmodell, das Gegenseitigkeit und auch gesellschaftliche Rolle beachtet und dadurch wirtschaftliches Handeln in vielen Situationen präziser erklärt als bisher vorherrschende Modelle. Dieses Modell wiederum in Laborexperimenten zu testen, wird aufgrund der Ergebnisse dieses Artikels nahegelegt.

SCHLÜSSELWÖRTER: Verhaltensökonomie · Empirische Wirtschaftsforschung · Experimentelle Wirtschaftsforschung · Moral · Reziprozität

TITLE: From behavioral experiments to case studies: how moral arguments influence economic self-interest

ABSTRACT: How do moral arguments influence economic self-interests? Behavioral economists try to answer this question using experiments, but their central results have not yet been tested in real economic life. A research project therefore reconstructed how moral arguments influenced economic self-interests in case studies of discussions about relocation. The results indicate that an orientation towards morality, as in the dictator-, ultimatum- and collective goods game, also seems to influence how interests are defined and pursued in real economic life. Instead of maximizing economic self-interest, actors behave reciprocally. Results of behavioral experiments as well as the observation of case studies of economic behavior therefore hint towards economic actors that are influenced by reciprocity and social roles. This allows for a more precise understanding of economic behavior in many situations. Testing this in experiments of behavioral economics is in turn advocated based on the results of this article.

KEYWORDS: Behavioral economics · Empirical economic-research · Experimental economic-research · Morality · Reciprocity

KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: M. Schröder, Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung, Paulstr. 3, 50676 Köln

E-Mail: schroeder@mpifg.de

AUTOR/AUTHOR: Daniel Lois

TITEL: Wie verändert sich die Religiosität im Lebenslauf? Eine Panelanalyse unter Berücksichtigung von Ost-West-Unterschieden.

QUELLE/SOURCE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 63, 2011, S. 83-110

ZUSAMMENFASSUNG: Der Beitrag untersucht mit Daten des Sozio-oekonomischen Panels und Fixed-Effects-Regressionsmodellen die Veränderung der Kirchgangshäufigkeit im Lebensverlauf. Im Zeitraum 1992–2007 ist altersübergreifend ein leichter Rückgang zu beobachten. Dieser im Sinne einer Säkularisierung interpretierbare Periodeneffekt wird durch einen positiven Alterseffekt konterkariert. Der positive Einfluss des Lebensalters schwächt sich jedoch mit fortlaufender Kalenderzeit tendenziell ab. Dies kann ebenfalls als eine Form von Säkularisierung interpretiert werden. Vertiefende Analysen zeigen, dass der Übergang in den Ruhestand sowie in Westdeutschland die erste Eheschließung, Kinder im Schulalter und eine Verwitwung, jeweils zu einem Anstieg der Kirchgangshäufigkeit beitragen und den positiven Alterseffekt somit teilweise vermitteln. Eine Erhöhung des individuellen Bildungsniveaus und Erwerbsumfangs, die erste Scheidung (in Westdeutschland) und der Übergang in eine nichteheliche Lebensgemeinschaft (in Ostdeutschland) wirken dem positiven Alterseffekt jedoch entgegen und verstärken somit den altersübergreifenden Säkularisierungstrend.

SCHLÜSSELWÖRTER: Religiosität · Kirchgangshäufigkeit · Lebensverlauf · Familienzyklus · Säkularisierung

TITLE: How does religiosity change across the life course? - A panel analysis considering differences between East and West Germany

ABSTRACT: Using data from the German Socio-Economic Panel and fixed-effects regression models, this paper examines church attendance rates across the life course. For 1992–2007, the overall frequency of churchgoing shows a slight decrease (secularization). This period effect is continuously thwarted by a positive age effect. However, this positive age effect becomes weaker over the recent years which also might be interpreted as a kind of secularization. In-depth analyses show that, in West Germany, the age-specific increase of church attendance rates is paralleled by gradual increases in the frequency of churchgoing after transition into first marriage, when children reach school-age and after the transition to widowhood. However, reaching a higher educational level and an increase in labor market participation, as well as a first divorce (in West Germany) and the transition into a non-marital cohabitation (in East Germany) contribute to a decrease of religious participation.

KEYWORDS: Religiosity · Church attendance · Life course · Fmily cycle · Secularization

KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: D. Lois, Institut für Soziologie, TU Chemnitz, 09107 Chemnitz, Deutschland

E-Mail: daniel.lois@soziologie.tu-chemnitz.de

AUTOR/AUTHOR: Sonja Schulz · Stefanie Eifler · Dirk Baier

TITEL: Wer Wind sät, wird Sturm ernten. Die Transmission von Gewalt im empirischen Theorienvergleich

QUELLE/SOURCE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 63, 2011, S. 111-145

ZUSAMMENFASSUNG: Der vorliegende Beitrag nimmt eine theorienvergleichende empirische Analyse der intergenerationalen Transmission von Gewalt vor. Es werden die Selbstkontrolltheorie (Gottfredson und Hirschi 1990) und die soziale Lerntheorie (Bandura 1979a, b) herangezogen, um zu klären, aufgrund welcher Mechanismen das Erleben von elterlicher Gewalt in der Kindheit die Anwendung von Gewalt im Jugendalter begünstigt. Als Grundlage der Studie dienen Daten einer Befragung von Neuntklässlern an allgemeinbildenden Schulen in Dortmund und Stuttgart (n = 4583), die durch das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN) im Jahr 2005 erhoben wurden. Die Datenanalyse erfolgt anhand von linearen Strukturgleichungsmodellen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Transmission von Gewalt zu einem überwiegenden Teil auf Lernprozesse und zu einem geringeren Teil auf eine Schwächung der Selbstkontrolle von Jugendlichen zurückgeführt werden kann. Im empirischen Theorienvergleich erweist sich die Erklärung der sozialen Lerntheorie als der Selbstkontrolltheorie überlegen. die Implikationen dieser Befunde für die weitere Theorieentwicklung werden diskutiert.

SCHLÜSSELWÖRTER: Kreislauf der Gewalt · Transmission von Gewalt · Empirischer Theorienvergleich · Selbstkontrolltheorie · Soziale Lerntheorie

TITLE: They sow the wind and reap the whirlwind - An empirical theory comparison of explanatory mechanisms in the cycle of violence

ABSTRACT: The present study deals with the theoretical and empirical analysis of the intergenerational transmission of violence. Within the framework of a systematic theory comparison, the self-control theory (Gottfredson und Hirschi 1990) and the social learning theory (Bandura 1979a, b) are used to analyze the mechanisms relating the experience of parental violence in childhood to the use of violence in adolescence (the so-called cycle of violence). The analyses are based on a survey of ninth-graders from schools in Dortmund and Stuttgart (n = 4583) conducted by the Criminological Research Institute of Lower Saxony (KFN) in 2005. Data analyses are carried out based on linear structural equation modeling. The results reveal that both self-control and social learning processes mediate between the experience of violent parenting and the prevalence of juvenile violence; however, a greater relative share of the cycle of violence can be traced back to social learning processes. The systematic theory comparison points out that the social learning theory provides the superior explanation of the cycle of violence. The results of the study are discussed with regard to their implications for further theory development.

KEYWORDS: Cycle of Violence · Intergenerational transmission of violence · Theory comparison · Self-control theory · Social learning theory

KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: S. Schulz, Fakultät für Sozialwissenschaften, Universität Mannheim, A5, 68131 Mannheim, Deutschland

E-Mail: sonja.schulz1983@gmail.com

KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: S. Eifler, Institut für Soziologie, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Adam-Kuckhoff-Straße 41, 06108 Halle (Saale), Deutschland

E-Mail: stefanie.eifler@soziologie.uni-halle.de

KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: D. Baier, Kriminologisches Forschungsinstitut Niedersachsen, Lützeroderstr. 9, 30161 Hannover, Deutschland

E-Mail: baier@kfn.uni-hannover.de

AUTOR/AUTHOR: Patrick Riordan · Christian Ganser · Tobias Wolbring

TITEL: Zur Messung von Forschungsqualität. Eine kritische Analyse des Forschungsratings des Wissenschaftsrats

QUELLE/SOURCE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 63, 2011, S. 147-172

ZUSAMMENFASSUNG: Im vorliegenden Beitrag wird das Forschungsrating des Wissenschaftsrat (RWR) im Fach Soziologie behandelt. Mit dieser Pilotstudie versuchte der Wissenschaftsrat ein Verfahren zu testen, welches eine differenzierte Bewertung der Forschungseinrichtungen in Deutschland ermöglicht. Zwei Thesen werden gegen das RWR vorgebracht und anschließend anhand empirischer Daten geprüft. Einerseits wird vermutet, dass die Ergebnisse aufgrund der impliziten Bewertungen durch Gutachter weder objektiv, reliabel noch valide sind. Andererseits wird gefragt, ob sich die Ergebnisse des RWR mit Hilfe eines kostengünstigeren, auf wenigen quantitativen Indikatoren basierenden Modells der Forschungsqualität reproduzieren lassen. Hierfür werden Daten des RWR und eine Befragung zur Reputation deutscher Forschungsstandorte ausgewertet. Darüber hinaus wurden mit Mitgliedern der Bewertungsgruppe Interviews durchgeführt. Im Ergebnis zeigt sich, dass Probleme hinsichtlich der Gütekriterien, insbesondere der Auswertungsobjektivität, nicht ausgeschlossen werden können. Das Fazit bezüglich der Reliabilität, beschränkt auf die innere Konsistenz der quantitativen Indikatoren, fällt insgesamt positiv aus. Eine Reproduktion der Ergebnisse mit ausschließlich quantitativen Daten gelingt nicht in befriedigender Art und Weise. Dies wird als Anzeichen eher geringer Validität interpretiert. Es wird gefolgert, dass hinsichtlich des Umfangs und der Qualität der erhobenen Daten sowie der Standardisierung der Auswertung Verbesserungsbedarf besteht.

SCHLÜSSELWÖRTER: Forschungsrating · Forschungsqualität · Wissenschaft · Forschung · Wissenschaftssoziologie · Methodologie

TITLE: Measuring the quality of research - A critical analysis of the Forschungsrating of the German Wissenschaftsrat

ABSTRACT: This paper deals with the Forschungsrating (RWR) by the German Wissenschaftsrat (WR) in sociology. The WR's objective in conducting this pilot study was to test a practice which allows a sophisticated assessment of the research facilities in Germany. Basically, two theses are exhibited toward the RWR in this paper: First, it seems possible that the published results are neither objective, nore reliable or valid because of implicit assessment procedures by the reviewers. Second we ask, whether a simple model of scientific quality, composed of a few quantitative indicators, yields similar results compared with the RWR. To empirically address these aspects, data of the RWR and our own standardized survey on the reputation of German research facilities is analyzed. Furthermore we conducted interviews with members of the group of reviewers. The results show that problems concerning the objectivity of analysis cannot be excluded. Our general conclusion about the reliability of the measurement, limited to the inner consistency of the quantitative indicators, is positive. A satisfactory reproduction of the RWR's results solely based on quantitative indicators cannot be archieved. This is interpreted as a sign of minor validity. It is concluded that the amount and quality of data collected in the RWR, as well as the standardization of the rating process need to be improved.

KEYWORDS: Forschungsrating · Research quality · Science · Research · Sociology of Science · Methodology

KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: P. Riordan, C. Ganser, T. Wolbring, Institut für Soziologie, LMU München, Konradstr. 6, 80801 München, Deutschland

E-Mail: patrick.riordan@soziologie.uni-muenchen.de

E-Mail: christian.ganser@soziologie.uni-muenchen.de

E-Mail: tobias.wolbring@soziologie.uni-muenchen.de

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Datei aktualisiert am 21.03.2011 in der Redaktion der KZfSS