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Zu den Kurzbiographien
AUTOR/AUTHOR: Bettina Heintz · Tobias Werron
TITEL: Wie ist Globalisierung möglich? Zur Entstehung globaler Vergleichshorizonte am Beispiel von Wissenschaft und Sport
QUELLE/SOURCE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 63, 2011, S. 359-394
ZUSAMMENFASSUNG: Der Aufsatz geht von der Prämisse aus, dass Globalisierung ein unwahrscheinliches Phänomen ist und fragt, unter welchen historischen Konstellationen diese Unwahrscheinlichkeitsschwelle dennoch überwunden werden konnte. Der Erklärungsgegenstand ist nicht faktische Globalisierung im Sinne einer räumlich verstandenen weltweiten Ausdehnung, sondern die Formation potentiell globaler Vergleichszusammenhänge. Wir beantworten diese Frage am Beispiel von (Natur-)Wissenschaft und Sport. Dazu stellen wir in Abschnitt 2 ein allgemeines Erklärungsmodell vor, das sich auf die Entstehungsbedingungen von Globalisierungsdynamiken bezieht. Ausgehend von der Unterscheidung zwischen einer Vernetzungs- und einer Beschreibungsdimension von Globalisierung rückt dieses Modell die Bedeutung öffentlicher Vergleichsdiskurse in den Vordergrund. In Abschnitt 3 wenden wir das Erklärungsmodell auf die beiden Fallbeispiele an und zeigen, dass und weshalb der Schwerpunkt der Entstehung potentiell globaler Vergleichszusammenhänge in beiden Feldern im späten 19. Jahrhundert lag. In Abschnitt 4 formulieren wir einige Vermutungen darüber, inwieweit sich das Modell auch auf andere Felder übertragen lässt und welches Licht es auf faktische globale Expansionsprozesse wirft.
SCHLÜSSELWÖRTER: Globalisierungs- und Weltgesellschaftstheorie · Netzwerkforschung · Soziologie des Vergleichs · Quantifizierung · Wissenschafts- und Sportsoziologie
TITLE: What makes globalization possible? Explaining the emergence of global horizons of comparison in science and sports
ABSTRACT: The article conceives of globalization as a highly improbable phenomenon. In contrast to the mainstream of the globalization literature, we ask under which conditions the globalization of societal fields can potentially become an empirical reality. We proceed in three steps: The second part presents an explanatory model that identifies the conditions under which global horizons of comparison may emerge. Our model is predicated on the assumption that the globalization of societal fields is enabled not only by relational linkages (“ties”) but by public comparative discourses (“cultural linkages”) too. In the third part, we apply this model on the development of modern science and competitive sports, proving the explanatory power of our model and showing that in both cases global horizons of comparison first consolidated in the late 19th century. The article concludes with reflections on commonalities and differences between the two cases, on the applicability of the model to other social fields (e.g, economy) and on its implications for the analysis of globalization processes.
KEYWORDS: Globalization and world society studies · Network theory · Sociology of comparison · Quantification · Sociology of science · Sociology of sport
KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: B. Heintz, T. Werron, Universität Bielefeld, Postfach 10 01 31, 33501 Bielefeld, Deutschland
E-Mail: bettina.heintz@uni-bielefeld.de
E-Mail: tobias.werron@uni-bielefeld.de
AUTOR/AUTHOR: Daniela Grunow · Silke Aisenbrey · Marie Evertsson
TITEL: Familienpolitik, Bildung und Berufskarrieren von Müttern in Deutschland, USA und Schweden
QUELLE/SOURCE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 63, 2011, S. 395-430
ZUSAMMENFASSUNG: Dieser Beitrag widmet sich der beruflichen Entwicklung von Müttern mit ungleichen Bildungsressourcen in international vergleichender Perspektive. Wir untersuchen die Strategien zur Vereinbarkeit von Berufskarrieren und Elternschaft in Deutschland, USA und Schweden für Frauen mit unterschiedlichem Schulbildungsniveau. Die Analysen beruhen auf länderspezifischen Längsschnittdaten (GLHS-West, NLSY, LNU). Mit Hilfe ereignisanalytischer Verfahren untersuchen wir, wie lange Mütter mit unterschiedlichem Bildungsniveau nach der Geburt eines Kindes ihre Erwerbstätigkeit unterbrechen, ob die Rückkehr, so wie in Elternzeit-Programmen vorgesehen, auf dem vorherigen beruflichen Prestigeniveau erfolgt und unter welchen Umständen Müttern mit hohem, mittleren und niedrigen Schulbildungsniveau der berufliche Statuserhalt gelingt. Die hoch gebildeten Mütter zeigen in allen drei Ländern die stärkste Arbeitsmarktbindung. In den USA sind fast die Hälfte der Mütter mit College Ausbildung kontinuierlich erwerbstätig, gegenüber einem Viertel der Mütter ohne High School Diplom. In Schweden unterbrechen Mütter für mindestens ein Jahr, unabhängig vom Bildungsniveau. In Deutschland verzichtet ein Viertel der Mütter mit (Fach-) Abitur auf Elternzeit. Konsequenzen einer gesetzlichen Ausweitung der Unterbrechungszeiten sind in Deutschland und Schweden weitgehend bildungsunabhängig. In den USA kehren mittel- und hochqualifizierte Mütter nach Einführung des FMLA langsamer auf gleichwertige Positionen zurück.
SCHLÜSSELWÖRTER: Berufsmobilität · Mütter · Erwerbskarriere · Lebenslauf · Internationaler Vergleich · Ereignisanalyse
TITLE: Motherhood, family policy, education, and careers in Germany, the U.S., and Sweden
ABSTRACT: This article compares the duration of and consequences for employment interruptions for mothers with distinct educational qualifications in cross-national perspective. We analyze the duration of mothers’ employment interruption and the relative quality of the job after childbirth, for high and low qualified mothers in Germany, Sweden, and the United States. Analyses are based on harmonized national longitudinal data sets (GLHS-West, NLSY, LNU), which allow us to study mothers’ careers over the past 30-35 years. We apply event-history analysis to study how long mothers with distinct educational levels interrupt employment after childbirth, and how the patterns of return to work differ with respect to mothers’ educational level. In all three countries the highly educated display a greater labor market attachment. In the US, almost half of the mothers with some college background, compared to only a quarter of high-school dropouts stay employed continuously after childbirth. In Sweden, basically all mothers take time-out for at least a year. In Germany, 25 percent of mother’s with university entrance qualification do not claim parental leave. In Germany and Sweden consequences of leave extensions seem to operate independent of mother’s educational levels. In the U.S. medium and highly educated mothers tend to return more slowly after the enactment of the FMLA.
KEYWORDS: Occupational mobility · Mothers · Employment career · Life course · International comparison · Event history Analysis
KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: D. Grunow, Universiteit van Amsterdam, Oudezijds Achterburgwal 185, 1012 Amsterdam, Niederlande
E-Mail: d.grunow@uva.nl
KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: S. Aisenbrey, Yeshiva University, 500 West 185th Street, 547 Belfer Hall, New York, NY 10033, USA
KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: M. Evertsson, Swedish Institute for Social Research Stockholm University, SE-10691 Stockholm, Schweden
AUTOR/AUTHOR: Frank Schubert · Sonja Engelage
TITEL: Wie undicht ist die Pipeline? Wissenschaftskarrieren von promovierten Frauen
QUELLE/SOURCE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 63, 2011, S. 431-457
ZUSAMMENFASSUNG: Welche Mechanismen führen dazu, dass der Frauenanteil auf den verschiedenen Stufen der wissenschaftlichen Qualifikation und Karriere bis hin zur Besetzung von Lehrstühlen stetig abnimmt? Das Phänomen der so genannten „Leaky Pipeline“ wird anhand retrospektiv erhobener Bildungs- und Berufsverläufe von Promovierten der Abschlussjahrgänge 1996-2002 in der Deutschschweiz untersucht. Die Ergebnisse zeigen für Frauen eine geringere wissenschaftliche Produktivität und kleinere akademische Netzwerke als bei Männern. Sie sehen sich zudem strukturellen Barrieren im Wissenschaftssystem ausgesetzt. Dennoch verbleiben Frauen häufiger im Hochschulsektor und habilitieren gleich oft wie Männer. Mittels Übergangsratenmodellen kann gezeigt werden, dass es keine geschlechtsspezifischen Unterschiede in den Chancen auf eine erfolgreiche wissenschaftliche Karriere gibt. Da Frauen inzwischen genau so häufig studieren wie Männer, könnten heute wahrgenommen Geschlechterungleichheiten ein Abbild der Vergangenheit darstellen. Für zukünftige Forschung bleibt offen, welche Rolle Frauenförderungsmaßnahmen zukommt und wie sich die für die Wissenschaftskarriere geltenden Ergebnisse auf weibliche Karrieremuster in der Privatwirtschaft übertragen lassen.
SCHLÜSSELWÖRTER: Leaky Pipeline · Wissenschaft · Karriere · Geschlechterungleichheit · Gender · Promotion · Habilitation · Professur
TITLE: How leaky is the academic pipeline for female PhDs in Switzerland?
ABSTRACT: Which mechanisms lead to the fact, that the proportion of women in the academic career ladder is the smaller the further up the qualification and career to full professorship gets? This phenomenon, known as the ‚leaky pipeline’, is analysed with a unique retrospective dataset of PhDs who graduated between 1996 and 2002 at universities in the German speaking part of Switzerland. Results show women have a lower scientific productivity and smaller academic networks than men. Moreover, they suffer from structural barriers in the scientific system. However, women stay in the sector of higher education more often than men and habilitate as often as their male colleagues. Transition rate models show no gender differences in the chance of a successful academic career. Because meanwhile women start to study as often as men, today’s picture of the leaky pipeline could be a result of gender inequalities of the past. Future research should examine the role of affirmative action for women in academia and how results from scientific careers can be transferred into the private labour market.
KEYWORDS: Leaky pipeline · Gender · Scientific career · Inequalities · PhD · Professorship
KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: F. Schubert, Bundesamt für Statistik, Abt. BILD-S, Espace de l’Europe 10, 2010 Neuchâtel, Schweiz
E-Mail: frank.schubert@bfs.admin.ch
KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: S. Engelage, Pädagogische Hochschule, Riehenstraße 154, 4058 Basel, Schweiz
E-Mail: sonja.engelage@fhnw.ch
AUTOR/AUTHOR: Thomas Klein
TITEL: „Durch Dick und Dünn“. Ergebnisse des Partnermarktsurvey 2009
QUELLE/SOURCE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 63, 2011, S. 459-479
ZUSAMMENFASSUNG: Der Beitrag untersucht die Einflüsse einer Partnerschaft und des Partnermarkts auf das Körpergewicht. Datengrundlage ist der Partnermarktsurvey 2009, eine für Deutschland repräsentative Befragung der 16- bis 55-jährigen Bevölkerung, mit der erstmals die Partnermarktopportunitäten und -restriktionen, an denen sich die Motivation zur Gewichtskontrolle orientiert, unter Bezug auf die soziale Einbindung der Individuen erhoben wurden. Die Ergebnisse bestätigen sowohl eine negative Protektion, wonach eine Partnerschaft mit einer Zunahme des Körpergewichts einhergeht, als auch eine Selektion auf dem Partnermarkt, wonach niedrigeres Gewicht die Chancen verbessert, einen Partner zu finden. Eine neue Erkenntnis ist allerdings, dass der Gewichtsunterschied zwischen Personen mit und ohne Partner je nach der Konkurrenz auf dem Partnermarkt variiert: Je größer der Konkurrenzdruck auf dem Partnermarkt, umso stärker fällt der Gewichtsunterschied zugunsten der Partnerlosen aus. Eine weitere neue Erkenntnis ist, dass die BMI-Ähnlichkeit von Partnern nur auf der Partnerwahl beruht, nicht auf Anpassungsprozessen während der Partnerschaft. Da keine Anpassung des BMI an den des speziellen Partners stattfindet, hat die Partnerwahl keinen Einfluss auf das Körpergewicht.
SCHLÜSSELWÖRTER: Körpergewicht · Body Mass Index · Partnerschaft · Partnermarkt · Partnerwahl
TITLE: Relationship Status, Marriage Market, and Body Weight
ABSTRACT: This article analyzes how body weight is associated with the existence of an intimate partner and with the sex ratio in the marriage market. The data rely on a representative sample of the 16-55 years old population in Germany, carried out in 2009 (Partner Market Survey 2009). In this data set, individuals’ mating opportunities for the first time are measured by their integration in a network of friends as well as in foci of activity as conceptualized by Scott Feld. Results confirm a weight increase after an intimate relationship has started (negative protection) and they also confirm a mating disadvantage corresponding to high weight (selection). Further results lead to the discovery that the weight difference between individuals with and without a partner varies according to the sex ratio in the marriage market: higher competition in the marriage market obviously corresponds to relatively lower weight of individuals without partner. Moreover, similar BMI of partners is not a result of adaption between partners over time but solely is a result of assortative mating. Consequently, mating patterns with respect to obesity have no effect on the individuals’ weight.
KEYWORDS: Body weight · Body mass index · Relationship status · Marriage market · Assortative mating
KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: T. Klein, Institut für Soziologie, Universität Heidelberg, Bergheimer Straße 58, 69115 Heidelberg, Deutschland
E-Mail: thomas.klein@soziologie.uni-heidelberg.de
AUTOR/AUTHOR: Cornelia Weins
TITEL: Gruppenbedrohung oder Kontakt? Ausländeranteile, Arbeitslosigkeit und Vorurteile in Deutschland
QUELLE/SOURCE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 63, 2011, S. 481-499
ZUSAMMENFASSUNG: Im Beitrag wird der Einfluss des Anteils der Nicht-EU 15-Ausländer und der Arbeitslosenquoten auf Vorurteile untersucht. International-vergleichende Untersuchungen zeigen ein größeres Ausmaß der Vorurteile in Staaten mit höherem Anteil „kulturell fremder“ Bevölkerung. Bisherige Analysen für die Bundesrepublik widersprechen diesen Befunden, nehmen allerdings keine Differenzierung nach der Herkunft vor. Im vorliegenden Beitrag wird die Herkunft der Ausländer ebenso berücksichtigt wie die Arbeitslosenquote als Indikator der ökonomischen Lage in einem Gebiet. Die Analyse beruht auf Daten des ALLBUS 2006, der auf Kreisebene um amtliche Daten ergänzt wurde. Mehrebenenanalysen zeigen, dass 1) das Ausmaß der Vorurteile mit steigendem Anteil kulturell fremder Ausländer zunächst sinkt und ab einem hohen Niveau wieder ansteigt, und dass 2) ein Einfluss der Arbeitslosenquote nicht feststellbar ist. Der Einfluss des Ausländeranteils auf Vorurteile ist 3) über interethnische Kontakte vermittelt, die Vorurteile reduzieren. Höhere Vorurteile in ostdeutschen Kreisen resultieren schließlich 4) aus geringeren Kontakten, nach den vorliegenden Ergebnissen aber nicht aus einer höheren Arbeitslosenquote. Die Ergebnisse sprechen gegen die in den international-vergleichenden Analysen bevorzugte These der Gruppenbedrohung und für die Kontakthypothese.
SCHLÜSSELWÖRTER: Vorurteile · interethnische Kontakte · Ausländeranteil · Arbeitslosenquote · Gruppenbedrohung
TITLE: Group threat or interethnic contact? Relative size of minority, unemployment and prejudice in Germany
ABSTRACT: International-comparative research shows a positive relationship between the proportion of “culturally distant” foreigners and the extent of prejudice in countries. Contrary to these international results, there seems to be no positive relationship between the percentage of foreigners and prejudice in German districts. However, German studies do not discriminate between countries of origin to capture the relative size of culturally distant foreigners though this has shown to be important in international research. Additionally, the impact of the economic situation in a district has not yet been analyzed. This article considers the relative size of the culturally distant minority as well as economic indicators at the district level. Multilevel analyses are performed using the German General Social Survey (ALLBUS) and official statistics on the size of non-EU-15-nationals and the unemployment rate at level of districts. The analyses show that 1) prejudice diminishes with the relative size of non-EU 15-nationals and only increases after the relative size exceeds a high level, 2) the unemployment share has no effect on prejudice, 3) the impact of the relative size of non-EU 15-foreigners is mediated by interethnic contact, which in turn reduces prejudice, 4) the higher extent of prejudice in East Germany results from lower interethnic contacts and not from the higher unemployment share. The results of the analyses support contact theory and are not in line with group threat theories favoured by international comparative studies.
KEYWORDS: Prejudice · Interethnic contact · Group threat · Relative size of minority · Unemployment
KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: C. Weins, Fakultät für Sozialwissenschaften, Lehrstuhl für Empirische Sozialforschung, Ruhr-Universität Bochum, Universitätsstraße 150, 44801 Bochum, Deutschland
E-Mail: cornelia.weins@rub.de
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