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Zusammenfassungen und English Summaries
Heft 4, Jg. 63, 2011

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AUTOR/AUTHOR: Marc Szydlik

TITEL: Erben in Europa

QUELLE/SOURCE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 63, 2011, S. 359-394

ZUSAMMENFASSUNG: Erbschaftsforschung ist Generationenforschung. Die meisten Erbschaften stammen von den Eltern. Die Bedeutung der Nachlässe geht allerdings weit über den engen Familienkreis hinaus. Für die Erbchancen sind neben Opportunitäten, Bedürfnissen und Familienstrukturen insbesondere gesellschaftliche Kontexte von großer Tragweite. Allerdings sind gerade internationale Vergleiche zum Erbgeschehen Mangelware. Die vorliegende Studie umfasst 14 europäische Länder, von Schweden bis Italien, von Irland bis Polen. Es werden sowohl bisherige als auch zukünftig erwartete Erbschaften in den Blick genommen. Dabei zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Ländern: In Schweden, Dänemark, Belgien und in der Schweiz wird besonders häufig geerbt, in den ehemals sozialistischen Staaten besonders selten. Große Diskrepanzen existieren auch zwischen West- und Ostdeutschland. Darüber hinaus bestätigen die Befunde länderübergreifend das Matthäus-Prinzip: Wer hat, dem wird gegeben.

SCHLÜSSELWÖRTER: Erbschaft · Generationen · Ländervergleich · Europa

TITLE: Inheritance in Europe

ABSTRACT: Inheritance research is intergenerational research. Most inheritances stem from parents. However, the importance of inheritance goes far beyond the narrow family circle. Apart from opportunities, needs and family structures, societal contexts are of particular importance for inheritance chances. Nonetheless, especially international comparisons are scarce. This study includes 14 European countries, from Sweden to Italy, from Ireland to Poland. It investigates both previous and future inheritances. The analyses prove striking differences between countries: whereas the frequency of inheritances in Sweden, Denmark, Belgium and Switzerland is quite high, it is significantly lower in former socialist states. There are also large discrepancies between West and East Germany. Furthermore, the empirical results confirm Matthew’s principle: To him that hath shall be given.

KEYWORDS: Inheritance · Generations · International comparison · Europe

KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: M. Szydlik, Zürich, Schweiz

E-Mail: szydlik@soziologie.uzh.ch

AUTOR/AUTHOR: Susanne Strauß ∙ Steffen Hillmert

TITEL: Einkommenseinbußen durch Arbeitslosigkeit in Deutschland: Alters- und geschlechtsspezifische Differenzen im Vergleich

QUELLE/SOURCE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 63, 2011, S. 395-430

ZUSAMMENFASSUNG: Der Beitrag analysiert die Folgen von Arbeitslosigkeit für das Erwerbseinkommen nach dem Wiedereinstieg in Beschäftigung. Größenordnung und Veränderungen dieser Effekte im Lebensverlauf werden auf Basis vorhandener Untersuchungen und mittels eigener Analysen beschrieben. Letztere basieren auf Daten der Versicherungskontenstichprobe (VSKT) 2006 der Deutschen Rentenversicherung. Da sich bisherige Studien sowohl hinsichtlich der Abgrenzung der Stichprobe als auch bezüglich der verwendeten Verfahren der Kausalanalyse unterscheiden, wird die eigene Analyse altersgruppen- und geschlechterspezifischer Effekte auf Basis eines einheitlichen Datensatzes und mit unterschiedlichen Verfahren durchgeführt. Es zeigt sich, dass die Einkommens- sowie Lohneinbußen durch Arbeitslosigkeit mit dem Alter deutlich zunehmen. Die gesamten finanziellen Einbußen von Frauen sind insbesondere in der jüngsten Altersgruppe deutlich höher als die von Männern.

SCHLÜSSELWÖRTER: Arbeitslosigkeit · Einkommen · Lebensverlauf · Kausalanalyse · soziale Ungleichheit

TITLE: Income loss after unemployment in Germany: Comparing age- and gender-specific differences

ABSTRACT: The article analyses the consequences of unemployment for earned income after reentering employment. The magnitude of these effects and their changes over the life course are described on the basis of existing research as well as own empirical analyses. The latter are based on administrative data from the German Pension Insurance (Versicherungskontenstichprobe VSKT 2006). Since previous studies differ with regard to both, sample definitions and the applied methods of causal analysis, our own empirical analysis of age- and gender-specific effects is based upon various methods of analysis while using a common dataset. We can show that income and wage penalties due to unemployment increase significantly with age. Moreover, women’s overall financial losses are higher than men’s, especially in the youngest age group.

KEYWORDS: Unemployment · Income · Life course · Causal analysis · Social inequality

KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: S. Strauß, S. Hillmert, Universität Tübingen, Wilhelmstraße 36, 72074 Tübingen, Deutschland

E-Mail: susanne.strauss@uni-tuebingen.de

E-Mail: steffen.hillmert@uni-tuebingen.de

AUTOR/AUTHOR: Jörg Dollmann

TITEL: Verbindliche und unverbindliche Grundschulempfehlungen und soziale Ungleichheiten am ersten Bildungsübergang

QUELLE/SOURCE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 63, 2011, S. 431-457

ZUSAMMENFASSUNG: Während der Einfluss unterschiedlicher individueller und familiärer Merkmale auf soziale Disparitäten im Bildungserfolg in zahlreichen Studien untersucht wurde, ist die Bedeutung institutioneller Rahmenbedingungen für den Bildungserfolg verschiedener sozialer Gruppen bislang nur vereinzelt betrachtet worden. An dieser Stelle setzt die vorliegende Studie an und geht der Frage nach der Bedeutung einer unterschiedlich ausgeprägten Verbindlichkeit der Grundschulempfehlung auf soziale Unterschiede im Übergangsverhalten nach. Hierzu werden bislang einzigartige Daten herangezogen, die eine Variation dieser institutionellen Rahmenbedingung im Sinne eines natürlichen Experiments zulassen. Es werden zwei Übergangskohorten in Nordrhein-Westfalen betrachtet, die vor und nach der Änderung der Übergangsregelung im Jahr 2006 auf eine der nachfolgenden Schularten gewechselt sind. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass eine verbindliche Übergangsregelung den Einfluss der sozialen Herkunft auf das Entscheidungsverhalten nach der Grundschule reduzieren kann. Dieser Effekt zeigt sich insbesondere bei der Wahl zwischen der Realschule und dem Gymnasium.

SCHLÜSSELWÖRTER: Erster Bildungsübergang ∙ Grundschule ∙ Sekundäre Herkunftseffekte ∙ Soziale Ungleichheit ∙ Institutionelle Rahmenbedingungen ∙ Verbindliche und unverbindliche Bildungsempfehlung

TITLE: Mandatory and non-mandatory teacher recommendations and social inequalities at the transition from primary to secondary education

ABSTRACT: While the influence of numerous individual and family characteristics on social disparities ineducational achievement is examined in several studies, the relevance of institutional conditions on the attainment of different social groups is comparatively unclear. The present study adds to this debate and analyses the effect of mandatory and non-mandatory teacher recommendations on social disparities in educational participation after primary school. This is done by using unique data from North Rhine-Westphalia, where the degree of obligation of the teacher recommendation varied in terms of a natural experiment. Two transition cohorts are considered, one before and one after the change of a non-mandatory to a mandatory setting of the teacher recommendation in 2006. The results reveal that a mandatory teacher recommendation reduces the influence of social origin on the transition from primary to secondary school. This effect is especially apparent when families choose between the medium and the highest track in the German educational system, the Realschule and the Gymnasium.

KEYWORDS: First educational transition ∙ Primary school ∙ Secondary effects ∙ Social inequality ∙ Institutional conditions ∙ Mandatory and non-mandatory teacher recommendation

KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: J. Dollmann, Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung (MZES), Universität Mannheim, Postfach, 68131 Mannheim, Deutschland

E-Mail: joerg.dollmann@mzes.uni-mannheim.de

AUTOR/AUTHOR: Bernhard Kittel ∙ Diana Lindner

TITEL: Der soziale Hintergrund von Sprachwahlen in Belarus. Eine sprachsoziologische Analyse der „gemischten Rede“

QUELLE/SOURCE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 63, 2011, S. 459-479

ZUSAMMENFASSUNG: Der Artikel untersucht das Sprachverhalten in der bilingualen Gesellschaft von Belarus. Dazu werden Sprachwahlen in Abhängigkeit von individuellen Werthaltungen betrachtet, wobei deren Entstehung aus makro- und mikrosoziologischen Perspektive plausibel gemacht wird. Der theoretische Zugang untersucht zum einen Sprachverhalten als Folge sprachpolitisch geschaffener Sprachstrukturen und zum anderen als Folge der Einbindung in soziale Interaktionszusammenhänge. Daraus ergibt sich eine spezifische Prägung der kulturellen Identität, die in der Sprachwahl zum Ausdruck gebracht wird. Mit diesem Erklärungsansatz wird am Beispiel Belarus das Sprachverhalten untersucht. Mit Hilfe eines multinomialen Logit Modells wird der Einfluss entsprechend der Theorie ermittelter sozioökonomischer und kultureller Indikatoren auf die Wahl einer Sprache geschätzt.

SCHLÜSSELWÖRTER: Sprachverhalten ∙ Sprachsoziologie ∙ Belarus ∙ Gemischte Rede

TITLE: The social background of language choice in Belarus. A sociological language analysis of the “mixed speech”

ABSTRACT: This paper analysis the language behavior in the bilingual society of Belarus. Therefore we look at language usage in dependence of individual values. The development of those values is considered under a macro- and micro sociological perspective. The theoretical approach examines language behavior in consequence of politically created language structures on the one hand and in consequence of integration in social interaction structures on the other hand. Hence a special imprint of cultural identity arises, which is expressed by language behavior. This approach is used for the examination of language behavior in Belarus. The influence of corresponding socioeconomic and cultural indicators of language usage is estimated by a multinomial Logit model.

KEYWORDS: Language usage ∙ Sociology of language ∙ Belarus ∙ Mixed language

KORRESPONDENZANSCHRIFT/ADDRESS: B. Kittel, D. Lindner, Institut für Sozialwissenschaften, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, A6 3-318, 26111 Oldenburg, Deutschland

E-Mail: bernhard.kittel@uni-oldenburg.de

E-Mail: diana.lindner@uni-oldenburg.de

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Datei aktualisiert am 01.12.2011 in der Redaktion der KZfSS