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Zu den Kurzbiographien
AUTOR: Mayer, Karl Ulrich; Solga, Heike
TITEL: Mobilität und Legitimität. Zum Vergleich der Chancenstrukturen in der alten DDR und der alten BRD oder: Haben Mobilitätschancen zu Stabilität und Zusammenbruch der DDR beigetragen?
ENGL. TITEL: Mobility and Legitimacy. A Comparison of the Opportunity Structures in East and West Germany or: Did Mobility Chances Contribute to the Stability and Collapse of the Former GDR?
QUELLE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, 46, 1994, S. 193-208
ZUSAMMENFASSUNG: War die Überzeugung vieler DDR-Bürger, daß die ostdeutsche Gesellschaft ihren Bürgern mehr Aufstiegschancen verschafft habe als die westdeutsche Gesellschaft, begründet? Mit Hilfe von Daten über die Berufsverläufe von Männern der Geburtsjahrgänge 1929-31, 1939-41, 1951-53 und 1959-61, die im Rahmen des Projekts "Lebensverläufe und historischer Wandel in der ehemaligen DDR" am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung von 1991-92 erhoben wurden, und vergleichbaren Daten für die alte BRD wird versucht, dieser Frage nachzugehen. Unter Beachtung der notwendigen Anpassungsleistungen, die ein solcher Systemvergleich mit sich bringt, wird eine 6-stufige Klassifikation der Berufsstruktur verwendet: obere Dienstklasse, untere Dienstklasse, Facharbeiter, sonstige Arbeiter, Selbständige und Bauern. Betrachtet man die befragten Männer insgesamt, so zeigen sich keine Unterschiede zwischen den beiden Gesellschaften. Man könnte daher zu der Schlußfolgerung gelangen, daß der Mythos der besseren Aufstiegschancen für Arbeiterkinder in der DDR eher einer erfolgreichen Überzeugungsarbeit der SED entsprang, als daß er der Realität entsprach. Untersucht man die Mobilitätschancen jedoch in der historischen Kohortenfolge, dann war es für die um 1930 und 1940 Geborenen durchaus begründet, von der DDR als der Gesellschaft mit mehr Chancengleichheit zu sprechen. Für die um 1960 Geborenen galt dies eindeutig nicht mehr. Dies ist sicher nicht nur eine Fußnote zur Historie. Einiges spricht dafür, daß die Ungleichzeitigkeit von einerseits sehr hohen und andererseits blockierten Mobilitätschancen auch nach der Wende zu Generationskonflikten führen dürfte.
ABSTRACT: Is there any foundation to the belief of many former GDR-citizens that the East-German society provided its citizens with more opportunities for upward mobility than the West-German one? To answer this question we have used data on work histories of men belonging to four birth cohorts (1929-31, 1939-41, 1951-53, 1959-61), which were gathered within the framework of the research project "Life histories and historical change in the former GDR" at the Max Planck Institute for Human Development and Education in Berlin between 1991 and 1992, and comparable data for West Germany. In order to do such a system comparison, adjustments were necessary. We have used a 6-stepped classification of the occupational structure: higher service class, lower service class, skilled workers, other workers, self-employed, and farmers. If one considers all the men together, no significant difference can be found between the two societies. Hence, one could simply conclude that the myth of in the former GDR that children with working class origin had better chances for upward mobility was more a result of the powers of persuasion of the ruling party (SED) than anything else. Yet, if one considers the mobility chances by birth cohort, then for the men born in 1929-31 and 1939-41 it is thoroughly justified to speak about the GDR as the society with greater equality of opportunity. In contrast, for the men born between 1959-61 it is clearly no longer the case. This is certainly not just a footnote to history. There is strong evidence that the incongruity of extraordinary mobility chances on the one hand, and blocked chances on the other hand, should also lead to generational conflict following the "Wende".
KORRESPONDENZANSCHRIFT: Prof. Dr. Karl-Ulrich Mayer, Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, Forschungsbereich Bildung, Arbeit und gesellschaftliche Entwicklung, Lentzeallee 94, 14195 Berlin
AUTOR: Alba, Richard D.; Handl, Johann; Müller, Walter
TITEL: Ethnische Ungleichheit im deutschen Bildugssystem
ENGL. TITEL: Ethnic Inequality in the German Educational System
QUELLE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, 46, 1994, S. 209-237
ZUSAMMENFASSUNG: Es ist weiterhin ungewiß, wie groß und welcher Art die Benachteiligungen sind, denen sich Einwandererminderheiten im Schulsystem der Bundesrepublik Deutschland gegenübergestellt sehen. Wir untersuchen diese Frage mit Hilfe zweier großer Datensätze: des Mikrozensus von 1989 und des sozio-ökonomischen Panels. Mit der Analyse des Mikrozensus wird das Ausmaß der ethnischen Benachteiligungen von Schulkindern deutlich, das nach Kontrolle ihrer sozio-ökonomischen Herkunft und Generationenfolge bestehen bleibt. Die Kinder von drei ethnischen Gruppen, den Italienern, Türken und Jugoslawen, besuchen häufiger eine Hauptschule und verlassen häufiger das Bildungssystem ohne Lehrabschluß als ihre deutschen Mitschüler. Hingegen besuchen griechische Schüler sogar häufiger Gymnasien als dies bei deutschen der Fall ist. Die Analysen des sozio-ökonomischen Panels zeigen die Bedeutung des kulturellen Klimas im Elternhaus und eines kontinuierlichen Schulbesuchs in Deutschland für die ethnischen Benachteiligungen im Bildungssystem. Abschließend diskutieren wir diese Ergebnisse im Hinblick auf Theorien ethnischer Benachteiligungen.
ABSTRACT: On the basis of previous research, the degree and nature of the disadvantages faced by immigrant minorities in the school system of the Federal Republic of Germany remain uncertain. We address these issues by the analysis of two major data sets: the Microcensus of 1989 and the Socio-Economic Panel. Our analysis of the Microcensus reveals the extent of ethnic disadvantage remaining after the socio-economic origins and generational status of students are taken into account. The findings show that children from three groups, Italians, Turks, and Yugoslavs, are more likely than German children to be placed in the least desirable track of the school system, the Hauptschulen, and to leave the system without an apprenticeship (i.e., without a Lehre). Greek children, by contrast, are more likely even than Germans to be found in the most desirable track, the Gymnasium, which feeds into the higher educational system. Our analysis of the Socio-Economic Panel indicates that these ethnic disadvantages are associated with the cultural climate at home and with whether or not the student has had a continuous educational career in Germany. In closing, we discuss these findings in terms of theories about the nature of ethnic disadvantage.
KORRESPONDENZANSCHRIFT: Prof. Dr. Johann Handl, Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung, Universität Mannheim, 68131 Mannheim
AUTOR: Allmendinger, Jutta; Hackman, J. Richard
TITEL: Akzeptanz oder Abwehr? Die Integration von Frauen in professionelle Organisationen
ENGL. TITEL: Acceptance or Restraint: The Integration of Women in Professional Organizations
QUELLE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, 46, 1994, S. 238-258
ZUSAMMENFASSUNG: Welchen Stellenwert hat das Geschlecht, der Frauenanteil und die nationale Geschlechtskultur für die Beurteilung der Qualität der Gruppenbeziehung, der Arbeitszufriedenheit und der Arbeitsmotivation? Dieser Frage wird auf der Grundlage einer vergleichenden Studie von 78 Symphonieorchestern in den USA, Großbritannien, der DDR und Westdeutschland nachgegangen. Die Ergebnisse belegen, daß insbesondere der Frauenanteil und der nationale Kontext wichtig sind, um Einstellungsunterschiede zu erklären: Je mehr Frauen in einem Orchester spielen, desto negativer sind die Beurteilungen von Männern und Frauen. Für die meisten abhängigen Variablen besteht dieser Zusammenhang bis zu einem Frauenanteil von etwa 40-50 Prozent, danach kehrt sich der Prozeß um. Auch länderspezifische Unterschiede in den Auswirkungen des Frauenanteils in Orchestern können gezeigt werden.
ABSTRACT: The present research explores the main and interactive effects of individual gender, the proportion of women in orchestras and national gender culture in predicting individual motivation and satisfaction, the quality of relationships among players, and their reports about how, and how well, their orchestras function. Analyses draw on a comparative study of 78 symphony orchestras in four nations: the United States, the United Kingdom, the former East Germany, and the former West Germany. Results show significant effects for both gender composition and gender culture. As the proportion of women increases, dependent measures exhibit a decline - although, for many variables, this trend flattens or reverses as the proportion of women approaches fifty percent. The dynamics of gender composition effects were also found to differ as a function of gender culture at the national level.
KORRESPONDENZANSCHRIFT: Prof. Jutta Allmendinger, Ph.D., Institut für Soziologie, Ludwig-Maximilians-Universität München, Konradstr. 6, 80801 München; Prof. J. Richard Hackman, Ph.D., Harvard University, Department of Psychology and Harvard Business School, Cambridge, MA 02138.
AUTOR: Lugt-Tappeser, Hiltrud; Jünger, Iris
TITEL: Moralisches Urteil und Geschlecht oder: Gibt es eine weibliche Moral?
ENGL. TITEL: Moral Judgement and Sex or: Is there a Female Moral?
QUELLE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, 46, 1994, S. 259-277
ZUSAMMENFASSUNG: In der vorliegenden Studie wird die Hypothese aufgestellt, daß Frauen moralische Konflikte überwiegend mit dem Urteilsstil "Care" bewerten, einer Moral der Fürsorge und Verantwortung, während Männer eher den Urteilsstil "Justice", entsprechend einer Moral der Gerechtigkeit, bevorzugen. Weiterhin wird differenzierend angenommen, daß aufgrund der sich verändernden Geschlechterrollen solche Urteile nicht in beruflichen Settings anzutreffen sind und hier beide Geschlechter den Urteilsstil "Justice" präferieren. Gravierende Unterschiede sollen sich jedoch für familiäre moralische Konflikte ergeben sowie für außerfamiliäre und -berufliche Bereiche.
ABSTRACT: This study presents the hypothesis that women judge moral conflicts mainly with the judgement style "Care", which is a moral of care and responsibility, while men rather prefer the judgement style of "Justice", which corresponds to a moral of justice. Furthermore it is differentiatedly assumed that these judgements are not found in professional settings, where both sexes prefer the judgement style "Justice" - the reason being the changed roles of sexes. Considerable differences, however, seem to exist in family moral conflicts and in extra-family and extra-professional areas.
KORRESPONDENZANSCHRIFT: Dr. Hiltrud Lugt-Tappeser, Fachbereich Psychologie der Philipps-Universität Marburg, Gutenbergstraße 18, 35032 Marburg/Lahn
AUTOR: Klein, Thomas; Lauterbach, Wolfgang
TITEL: Bildungseinflüsse auf Heirat, die Geburt des ersten Kindes und die Erwerbsunterbrechung von Frauen. Eine empirische Analyse familienökonomischer Erklärungsmuster
ENGL. TITEL: How does Women's Level of Education Effect Family Formation and Labor Force Interruption? An Empirical Analysis of Microeconomic Theory
QUELLE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, 46, 1994, S. 278-298
ZUSAMMENFASSUNG: In jüngster Zeit haben bei Untersuchungen über das Heirats- und Geburtenverhalten von Frauen zunehmend Aspekte des Timings familiärer Ereignisse Aufmerksamkeit erfahren. Der vorliegende Beitrag verfolgt drei Ziele: Er liefert zum einen einen Beitrag zur kontrovers geführten Diskussion über die Bedeutung des Bildungsniveaus und der Dauer der Ausbildung; zum anderen wird die Relevanz familienökonomischer Erklärungsansätze für die Erwerbsunterbrechung überprüft. Schließlich wird die Bedeutung von Bildungseinflüssen auf die Geburtenneigung in der DDR beleuchtet. Mit Hilfe ereignisanalytischer Verfahren konnte auf der Grundlage des DJI-Familiensurveys gezeigt werden, daß das Bildungsniveau sowohl auf das Heirats- und Geburtenverhalten wie auch auf das Unterbrechungsrisiko einen negativen Einfluß hat. Ähnliche Bildungseinflüsse zeigen sich unerwarteterweise auch in der DDR. Viele Einzelergebnisse sprechen, trotz verbleibender Unklarheiten, für die Gültigkeit familienökonomischer Erklärungsmuster.
ABSTRACT: Until recently life-course research and microeconomic theory showed that the level of education influences the date of marriage and time of becoming a mother. These family events depend not only on women's educational level, but also on the time women leave the institutionalized system of education. Our purpose in this article is to provide a contribution to three different questions: What is the relative power of the level of education and the duration of the educational or vocational training on the timing and probability of family events. Second, how are labor force interruptions influenced of the opportunity costs based on high levels of education, and third: are there any effects of the educational system in the former GDR on the process of becoming a mother. These questions are answered with event history analysis, based on the German DJI-family survey. Based on the analysis, we found that the date of the family events as well as the time of leaving the labor force are influenced by the level of education. Similar results were found for the GDR. At least the theoretical importance of the results for the GDR for the microeconomic theory has to be discussed furthermore.
KORRESPONDENZANSCHRIFT: HDoz. Dr. habil. Thomas Klein; Dr. Wolfgang Lauterbach, Universität Konstanz, Fakultät für Verwaltungswissenschaft, Postfach 5560, 78434 Konstanz
AUTOR: Mansel, Jürgen
TITEL: Schweigsame "kriminelle" Ausländer? Eine Replik auf Jo Reichertz und Norbert Schröer
ENGL. TITEL: Do Foreigners Disavow "Criminality"? A Reply to Jo Reichertz and Norbert Schröer
QUELLE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, 46, 1994, S. 299-307
ZUSAMMENFASSUNG: Der Anteil der jungen Ausländer, die in der Bundesrepublik Deutschland von der Polizei als Tatverdächtige registriert werden, übersteigt zwar den bei Deutschen um etwa das Zwei- bis Dreifache, aber dennoch werden Ausländer gemessen am jeweiligen Bevölkerungsanteil nicht häufiger durch ein Gericht verurteilt als Einheimische. Ursächlich für die nationalitätsspezifische Selektion innerhalb der Organe der Strafrechtspflege sind jedoch nicht vermehrt auftretende Beweisschwierigkeiten als vielmehr Prozesse, die dem Strafprozeß zum Teil vorgelagert sind. Einerseits wird bei vermeintlich abweichendem Verhalten junger Ausländer aufgrund von Vorurteilen in Teilen der einheimischen Bevölkerung eher Anzeige erstattet. Andererseits wird in Teilen der Polizei bei über Anzeigen oder durch eigene Ermittlungen bekannt gewordene kriminalisierbare Handlungen eher nach dem Legalitätsprinzip vorgegangen und ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Hinzu kommen von speziell zur Ausländerüberwachung eingerichteten Sondereinheiten eingeleitete Verfahren. In der Folge liegen den Strafverfahren gegen junge Ausländer überproportional häufig Bagatelldelikte zugrunde, so daß diese Verfahren seitens der Staatsanwaltschaft häufiger wegen Geringfügigkeit oder fehlendem öffentlichen Verfolgungsinteresse eingestellt werden. Dieser Erklärungsansatz wird durch den Befund gestützt, daß in Dunkelfeldforschungen nur ein marginal höherer Anteil der Ausländer angibt, eine unter Strafe gestellte Handlung ausgeführt zu haben.
ABSTRACT: Although approximately two to three times more young foreigners than young Germans are registered as suspects by the police in the Federal Republic of Germany, the number of young foreigners sentenced by the courts is proportionately not higher than for Germans. This nationality-specific selection process within the criminal justice system is not due to increased difficulties in conviction, but to processes that are partly located before the court trial. On the one hand, prejudice in part of the German population leads to a greater willingness to report apparently deviant behavior to the police. On the other hand, some sections of the police tend to process incriminating actions brought to their attention by public reports or their own investigations (not just by special units set up to monitor foreigners) according to the legality principle, and charges are preferred. As a result, an unequally large proportion of criminal proceedings against young foreigners are for petty crimes. These are more frequently dropped by the public prosecutor because of their pettiness or the lack of public interest in their prosecution. This explanation is supported by findings from research on undetected crime in which only a slightly higher proportion of foreigners report that they have committed a punishable act.
KORRESPONDENZANSCHRIFT: Dr. Jürgen Mansel, Universität Bielefeld, Sonderforschungsbereich 227, Postfach 8640, 33501 Bielefeld.
AUTOR: Reichertz, Jo; Schröer, Norbert
TITEL: Gute Gesinnung oder prüfende Forschung? Eine Erwiderung zu Jürgen Mansels Replik
ENGL. TITEL: A Reply to Jürgen Mansel
QUELLE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, 46, 1994, S. 308-311
ZUSAMMENFASSUNG: Der vorliegende Beitrag ist eine Antwort auf eine Kritik von Jürgen Mansel. Die Autoren stellen klar, daß a) ihre qualitative Erforschung der 'Reduktion des Tatvorwurfs durch die Strafjustiz' möglich und gesichert und b) ihre Erklärungshypothese zu diesem Sachverhalt kultursoziologisch ausgerichtet ist. Jürgen Mansel halten sie vor, einen gesinnungssoziologischen Ansatz zu verfolgen.
ABSTRACT: This article is a response to Jürgen Mansel's critical review of Reichertz' and Schröer's contribution to the previous issue of this journal. The authors reply that a) in the present case the use of qualitative research techniques is not only practicable but also the most adequate method to be used in this problem area and b) that their explaining hypotheses are orientated by a sociology of culture approach. They reproach Jürgen Mansel an inclination for a sentimental and not a value free sociological disposition.
KORRESPONDENZANSCHRIFT: Prof. Dr. Jo Reichertz, Universität Gesamthochschule Essen, FB III Kommunikationswissenschaft, Universitätsstr. 12, 45117 Essen
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