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Zusammenfassungen und English Summaries der Aufsätze in Heft 2, Jg. 47, 1995

AUTOR: Klein, Markus

TITEL: Wieviel Platz bleibt im Prokrustesbett? Wertewandel in der Bundesrepublik Deutschland zwischen 1973 und 1992.

ENGL. TITEL: How Much Space is Left in the Procrustean Bed? Value Changes in the Federal Republic of Germany from 1973 to 1992 as Measured by the Inglehart Index.

QUELLE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, 47, 1995, S. 207-230

KURZREFERAT: Ronald Inglehart entwirft im Rahmen seiner "Theorie der Silent Revolution" Materialismus und Postmaterialismus als die beiden Pole eines eindimensionalen Wertekontinuums. Das dem Inglehart-Index zugrundeliegende Ranking-Verfahren reflektiert diese theoretische Annahme, indem es die Befragten zwingt, eine Rangfolge der Bevorzugung zwischen materialistischen und postmaterialistischen Werten herzustellen, und die gleichrangige Orientierung auf beide Wertbereiche nicht zuläßt. Eine Kohortenanalyse der im Zeitraum von 1973 bis 1992 in der Bundesrepublik Deutschland (alte Bundesländer) durchgeführten Eurobarometer-Umfragen zeigt allerdings, daß sich selbst anhand von Daten, die über den Inglehart-Index erhoben wurden, das Inglehartsche Eindimensionalitätspostulat empirisch widerlegen läßt: An den beiden Schnittstellen zwischen den reinen Wertetypen POSTMAT und MAT mit dem Mischtyp zeigen sich unterschiedliche Wandlungsmuster, was im direkten Widerspruch zu der Annahme der Eindimensionalität von Materialismus und Postmaterialismus steht.

ENGL. KURZREFERAT: In his "Theory of Silent Revolution" Ronald Inglehart defines materialism and post-materialism as the poles of a one-dimensional continuum of values. The ranking procedure upon which the Inglehart Index is based reflects this theoretical assumption by forcing the interviewees to establish a ranking order between materialistic and post-materialistic values and by prohibiting the ascription of equivalence to both value ranges. A cohort analysis of the "Euro-Barometer" survey, conducted between 1973 and 1992 in the old FRG, reveals, however, that even data raised by the Inglehart Index itself can be used to refute Inglehart's postulate of one-dimensionality: different change patterns are manifest at the respective points of intersection of the pure value types POSTMAT and MAT with the combination type, which is in direct contradiction to the assumption of one-dimensionality of materialism and post-materialism.

KORRESPONDENZANSCHRIFT: Markus Klein, M.A., Institut für Politikwissenschaft, Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, D-55099 Mainz

AUTOR: Braun, Norman; Franzen, Axel

TITEL: Umweltverhalten und Rationalität.

ENGL. TITEL: Environmental Behavior and Rationality.

QUELLE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, 47, 1995, S. 231-248

KURZREFERAT: Nach einer Diskussion verschiedener Strategien zur Anwendung des Rational Choice Ansatzes ('Nutzenmessung versus Modellbildung') wird die Strategie der Modellbildung am Beispiel des kooperativen Umwelthandelns illustriert. Individuelles Umweltverhalten wird im Sinne von Beckers Markttheorie zur Analyse sozialer Interaktionen als Konsequenz des individuellen Interesses an sozialer Anerkennung modelliert. Neben einer Reihe von intuitiv plausiblen Effekten erlaubt das preistheoretische Modell die Ableitung der 'Low-Cost'-Hypothese von Diekmann und Preisendörfer, nach der sich bei steigenden Kosten des umweltgerechten Verhaltens der positive Effekt des Umweltbewußtseins auf das Ausmaß des Umwelthandelns abschwächt. Eine empirische Überprüfung bestätigt die untersuchten Modellfolgerungen

ENGL. KURZREFERAT: After discussing two distinct strategies of applying rational choice theory ('utility measurement vs. modeling'), this paper takes a closer look at the modeling strategy. Drawing on ideas from Becker's market theory of social interactions, cooperative environmental behavior is modelled as an outgrowth of individual interest in social approval. In addition to a series of intuitively plausible effects, the price-theoretic model provides the rationale for Diekmann and Preisendörfer's 'low-cost'-hypothesis, according to which rising costs of cooperative environmental behavior decrease the positive effect the environmental consciousness has on the extent of environmental action. An empirical analysis confirms the model conclusions under study.

KORRESPONDENZANSCHRIFT: Norman Braun, Ph.D., Dipl.-Soz. Axel Franzen, Universität Bern, Institut für Soziologie, Lerchenweg 36, CH-3000 Bern 9

AUTOR: Kelle, Udo; Lüdemann, Christian

TITEL: "Grau, Teurer Freund, ist alle Theorie ...". Rational Choice und das Problem der Brückenannahmen.

ENGL. TITEL: Rational Choice and the Problem of Generating Bridge Assumptions.

QUELLE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, 47, 1995, S. 249-267

KURZREFERAT: Rational Choice Theorien wird oft vorgeworfen, daß ihr Theoriekern empirisch gehaltlos sei und es deshalb nicht erlaube, Erklärungen oder Prognosen von spezifischem Verhalten zu formulieren. Um dies zu leisten, ist es erforderlich, zusätzliche "Brückenannahmen" über die für Akteure jeweils relevanten Handlungsalternativen, Handlungsfolgen, deren Erwartungen und Bewertungen sowie über Handlungsrestriktionen zu formulieren. In diesem Artikel wird Lindenbergs Heuristik sozialer Produktionsfunktionen, die eine deduktive Gewinnung solcher Brückenannahmen ermöglichen soll, einer Kritik unterzogen. Es wird gezeigt, daß sich mit Hilfe dieser Heuristik keine spezifischen und gehaltvollen Brückenannahmen für die Erklärung konkreten Verhaltens ableiten lassen und daß der Forscher dabei verleitet wird, eine problematische "Gewohnheitsheuristik des Alltagswissens" anzuwenden. Wir vertreten dagegen die Auffassung, daß sich das Problem der Gewinnung von Brückenhypothesen nicht theoretisch, sondern nur methodologisch lösen läßt. Daher werden zwei Verfahren der Gewinnung von Brückenannahmen auf der Grundlage empirischer Daten vorgestellt, die es ermöglichen, mit Hilfe explorativer Studien sowie unter Verwendung computergestützter Analysen von unstrukturiertem verbalen Datenmaterial derartige Zusatzannahmen zu gewinnen.

ENGL. KURZREFERAT: It has often been emphasized that the leading assumptions or the "hard core" of the research program of Rational Actor Theory lack empirical content: it is not possible to derive propositions about concrete empirical facts from the hard core without using auxiliary assumptions about the content of actors' goals, beliefs, and restrictions. Such auxiliary assumptions have been referred to as "bridge assumptions". In this paper we discuss some strategies for the construction of bridge theories. Examining Lindenberg's heuristic of social production functions, we argue that empirically meaningful bridge assumptions about actors' goals, beliefs, and restrictions cannot be derived exclusively from theoretical assumptions. Furthermore, researchers are seduced into employing an implicit heuristic of common-sense knowledge for constructing bridge theories if they try to restrict themselves to deductive heuristics. In this paper a strategy is proposed as an explicit alternative to this implicit heuristic of common-sense knowledge: the use of qualitative computer-assisted methods for constructing bridge theories on the basis of empirical material. Finally, examples of such a strategy of an empirically grounded construction of bridge theories are presented.

KORRESPONDENZANSCHRIFT: Dr. Udo Kelle, Dr. Christian Lüdemann, Institut für empirische und angewandte Soziologie, Universität Bremen, Postfach 33 04 40, D-22334 Bremen

AUTOR: König, Thomas

TITEL: Die Koordination in politischen Verhandlungssystemen.

ENGL. TITEL: Coordination in Political Negotiation Systems.

QUELLE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, 47, 1995, S. 268-294

KURZREFERAT: Empirische Beobachtungen beispielsweise von Proporzdemokratien oder von korporatistischen Systemen beschreiben eine Transformation von majoritären Entscheidungssystemen in konsensuelle Verhandlungssysteme, über deren Koordinationsmechanismen wenig bekannt ist. In der politischen Theorie kann die Koordination von unterschiedlichen politischen Positionen entweder mit makropolitischen Ansätzen oder mit einem "Makro-Mikro"-Paradigma erklärt werden. Während mit der makro-politischen Vorgehensweise ein politisches oder ein politisch/privates Mehrheitsmodell ohne Verhaltensannahmen verbunden ist, steht für die Analyse des verhaltenstheoretischen Umweges mit der Tauschtheorie ein Ansatz zur Verfügung, der eine optimale Koordination der Verhandlungsressourcen in politischen Verhandlungssystemen verspricht. Nach der hier entwickelten Auffassung stehen formale Verhandlungsressourcen lediglich politischen Akteuren zur Verfügung, die privaten Akteuren einen Zugang zum Verhandlungsprozeß gewähren können. Dieser Zugang privater Akteure war in der Vergangenheit ein zentraler Forschungsgegenstand der Policy-Analyse, und es konnten Beziehungsmuster zwischen privaten und politischen Akteuren identifiziert werden, die ein politisches System oder einen Politikbereich charakterisieren. Die Einbindung solcher Beziehungsmuster und ihre Trennung vom institutionellen Element politischer Verhandlungssysteme wird am Beispiel eines Modells vorgestellt, das sich sowohl zur Beschreibung als auch zur Erklärung von Verhandlungsresultaten in komplexen Verhandlungssystemen eignet. In diesem Zusammenhang wird insbesondere die Frage untersucht, wie ein politisches Verhandlungssystem dekompositioniert wird und welche Auswirkungen soziale Kooperationsmuster auf den Verhandlungsausgang haben können.

ENGL. KURZREFERAT: Recent empirical studies describe the transformation of majority decision systems into consensual negotiation systems without shedding light on their coordination mechanisms. In political theory, the co-ordination of different political positions can be explained either by macro-political approaches or by a macro-micro-macro paradigm. While the one approach will tend to specify political or private/political majority models without making any behavioral assumptions, exchange theory, on the other hand, offers a macro-micro-macro approach that promotes an optimum allocation of formal resources within political negotiation systems. Whereas political actors are endowed with formal resources, private actors have only indirect access to political negotiation systems. In the past, studies on access linkages from private to political actors detected different patterns of social relationships which characterize a political system. Both elements, the institutional and the social resources, have been integrated into this present analysis of the coordination exercised in political coordination systems. A political exchange model is offered consisting of either a relational or an institutional component. The impact of social coordination patterns on collective negotiation systems is the central focus of the analysis.

KORRESPONDENZANSCHRIFT: Dr. Thomas König, Universität Mannheim, Lehrstuhl für Politische Wissenschaft I, A5, D-68159 Mannheim

AUTOR: Breiter, Andreas

TITEL: Die Forschung über Künstliche Intelligenzund ihre sanduhrförmige Entwicklungsdynamik. Die Dynamik einer Wissenschaft im Spiegel ihrer Wahrnehmung in der Öffentlichkeit.

ENGL. TITEL: The Egg-Timer of Artificial Intelligence - The Dynamics of a Research Program in the Mirror of Public Opinion.

QUELLE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, 47, 1995, S. 295-318

KURZREFERAT: Anhand der Analyse von 283 Artikeln dreier Zeitschriften (Scientific American, New Scientist, The Economist) aus den Jahren 1949-1993 kann eine Entwicklungsdynamik der Forschung über Künstliche Intelligenz aufgezeichnet werden. Die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit entspricht einer Sanduhrform von fünf sich ablösenden Forschungsansätzen, denen ein gemeinsames Muster zugrunde liegt: schnelle Erfolge, plötzliche Schwierigkeiten und ein nachfolgendes Ablösen des zuvor vertretenen Ansatzes, obwohl in jeder der fünf Phasen die optimistischen Prognosen überwogen. Die Gründe für die Ablösungsprozesse werden offengelegt und die Ankündigungspraxis einer kritischen Betrachtung unterzogen. Zukünftige Entwicklungen können durch diese Analyse als weitere Wellen innerhalb der Sanduhrform erachtet werden. Die Defizite der Forschung werden anhand einiger soziologischer Argumente deutlich gemacht und damit betont, daß die Integration der Soziologie in den Forschungsbereich der Kognitionswissenschaften zur Überwindung einiger prinzipieller Schwierigkeiten notwendig ist.

ENGL. KURZREFERAT: From the analysis of 238 articles appearing between 1949 and 1993 in three different journals (Scientific American, New Scientist, The Economist), the development of research on artificial intelligence can be described using the metaphor of an egg-timer. Five successive phases have been identified, all of which reveal a common pattern: quick initial success followed by sudden difficulties and a subsequent change in scientific perspective. In every phase, the prognoses as to the possibility of mimicking human cognitive abilities have been optimistic. Some reasons for the changes in perspective have been identified, and future developments (e.g. artificial life, genetic algorithms) can be seen as further waves inside of the egg-time image. This leads to the assumption that the deficits underlying the actual approaches can only be dealt with when other theories about knowledge and cognition(especially the sociology of knowledge) are included in the research program of cognitive science. Nevertheless, some principle obstacles will remain, reinforcing the doubts that AI is possible in its original sense.

KORRESPONDENZANSCHRIFT: Andreas Breiter, Egelsbacher Str. 18, D-60528 Frankfurt a.M.

AUTOR: Barlösius, Eva

TITEL: Worüber forscht die deutsche Agrarsoziologie? Zum Verhältnis von Agrarsoziologie und Agrarpolitik.

ENGL. TITEL: What is the Subject of German Agricultural Sociology? On the Relation Between Science and Policy.

QUELLE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, 47, 1995, S. 319-338.

KURZREFERAT: Die deutsche Agrarsoziologie als eigenständige soziologische Teildisziplin befindet sich in der Krise. Diese zeichnet sich auf drei Ebenen ab: der geringen institutionellen Verankerung des Fachs, der rückläufigen Bedeutung ihres traditionellen Forschungsgegenstandes sowie dem Fehlen eines geeigneten Forschungskonzeptes. Damit kontrastiert, daß die gesamtgesellschaftliche Relevanz des Agrarbereiches kaum abgenommen hat, wie beispielsweise die agrarpolitischen Maßnahmen belegen. Bisher werden die gesellschaftlichen und sozialen Folgen der Agrarpolitik kaum soziologisch untersucht. Sie bestehen im wesentlichen darin, daß die landwirtschaftliche Produktion immer weiter aus dem Marktvergesellschaftungsprozeß herausgenommen wird und ihr agrarpolitisch Aufgaben und Funktionen zugeordnet werden, die von gesamtgesellschaftlichem Interesse gelten, wodurch die gesellschaftliche Legitimierung des wirtschaftlichen Sonderstatus der Landwirtschaft gesichert wird.

In der deutschen Agrarsoziologie herrscht seit einigen Jahren Krisenstimmung. Diese resultiert daraus, daß die Agrarsoziologie als soziologische Teildisziplin immer mehr in eine Randposition gedrängt wird. Die soziale Relevanz ihres originären Forschungsgegenstandes - die Landwirtschaft und der ländliche Raum - hat sich so verringert, daß sich damit eine eigenständige soziologische Teildisziplin kaum mehr begründen läßt. Um dieser Marginalisierung zu entgehen, haben sich in den letzten Jahren viele Agrarsoziologen und Agrarsoziologinnen in ihrem Forschungsgebiet umorientiert. Sie beschäftigen sich immer weniger mit der Landwirtschaft industrialisierter Gesellschaften und statt dessen mit der Landwirtschaft in weniger entwickelten Gesellschaften.1 Diese Verlagerung agrarsoziologischen Forschens, die vielfach Ausweichcharakter hat, soll hier nicht untersucht, sondern nur als Beleg dafür angeführt werden, daß große Teile der Agrarsoziologie ihren traditionellen Gegenstand als immer weniger forschungsrelevant betrachten. Die agrarsoziologische Krise zeichnet sich im wesentlichen auf drei Ebenen ab: der institutionellen (I), der geringer werdenden Relevanz ihres Forschungsgegenstandes (II) und dem Fehlen eines theoretischen Konzeptes, das den agrarsozialen Wandel erfassen und außerdem die Eigenständigkeit der Agrarsoziologie für die Zukunft legitimieren kann (III).

ENGL. KURZREFERAT: German agricultural sociology as a sociological sub-discipline in its own right is approaching a crisis. This crisis is evident on three levels: the low institutional establishment of the subject, the decreasing importance of its traditional field of research, and the lack of a suitable theoretical research conception. This stands in sharp contrast to the continuing societal importance of the agricultural sector, as demonstrated by the number of governmental regulations concerned with agricultural policy. To date, the societal and social consequences of such agricultural policy have hardly been investigated. These consequences are mainly twofold. On the one hand, agriculture is being separated from the process of its integration (and sociation) in the regular market; on the other, tasks and functions are being assigned to it by agricultural policy which might be considered to be of high societal interest. This process ensures the societal legitimization of the exceptional economic position of agriculture.

KORRESPONDENZANSCHRIFT: Priv.-Doz. Dr. Eva Barlösius, Institut für Agrarpolitik, Marktforschung und Wirtschaftssoziologie der Universität Bonn, Nußallee 21, D-53115 Bonn

AUTOR: Minssen, Heiner

TITEL: Spannungen in teilautonomen Fertigungsgruppen. Gruppensoziologische Befunde für einen arbeitssoziologischen Gegenstand.

ENGL. TITEL: Tensions in Semi-Autonomous Work Groups - Findings of the Sociology of Groups for an Issue within Occupational Sociology.

QUELLE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, 47, 1995, S. 339-353

KURZREFERAT: In den industriellen Kernsektoren wird zunehmend mit Gruppenarbeit in der Fertigung experimentiert. Damit wird ein Konzept realisiert, das in der wissenschaftlichen Diskussion mit Hoffnungen auf Flexibilität, Handlungsautonomie und Zeitsouveränität, letztlich also auf Humanisierung der Arbeit verbunden ist. Gruppensoziologisch allerdings ist zu vermuten, daß in teilautonomen Fertigungsgruppen erheblich mehr Spannungen bestehen als gemeinhin angenommen. Denn Fertigungsgruppen sind Zwitter zwischen sozialer Gruppe auf der einen und Organisation auf der anderen Seite und damit konträren Anforderungen ausgesetzt; als soziale Gruppen müssen sie sich an den Motivationen ihrer Mitglieder ausrichten, als Teil der Organisation müssen sie funktionalen Anforderungen nachkommen. Die daraus entstehenden Widersprüche müssen gruppenintern balanciert werden, wobei erschwerend hinzu kommt, daß Fertigungsgruppen einem starken externen Handlungsdruck unterliegen.

ENGL. KURZREFERAT: Enterprises in industry increasingly experiment with teamwork in production. Thus a concept will be realized which scientific discussions associate with greater flexibility, autonomy of action and sovereignty of time, ultimately with the humanization of work. But the findings of group sociology suggest that there are considerably more tensions in semi-autonomous work groups than are commonly assumed. Work groups are a combination of social groupings and organization generally, and because of that they are exposed to conflicting demands. As social groups they have to orient themselves towards the motivations of their members; as part of the organization they have to accede to functional demands. The arising contradictions must be internally balanced and, to make matters worse, work groups act under strong external pressure.

KORRESPONDENZANSCHRIFT: Prof. Dr. Heiner Minssen, Institut für Arbeitswissenschaft, Ruhr-Universität Bochum, Universitätsstraße 150, D-44780 Bochum


Datei aktualisiert am 31.03.2000 in der Redaktion der KZfSS
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