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TITEL: Diskursive versus liberale Öffentlichkeit. Eine empirische Auseinandersetzung mit Jürgen Habermas.
ENGL. TITEL: The Discursive versus the Liberal Public Sphere: An Empirical Critique of Jürgen Habermas` Concept of the Public Sphere
QUELLE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, 49, 1997, S. 1-34.
ZUSAMMENFASSUNG: Der Artikel rekonstruiert im ersten Teil das theoretisch anspruchsvolle Modell einer diskursiven Öffentlichkeit von Jürgen Habermas und kontrastiert dieses mit einer alternativen Theorie, einer liberalen Vorstellung von Öffentlichkeit. Die beiden Modellvorstellungen von Öffentlichkeit werden dann mit Ergebnissen einer systematischen Inhaltsanalyse des massenmedialen Diskurses über Abtreibungen in der Bundesrepublik von 1970-1994 konfrontiert. Da beide Öffentlichkeitsmodelle normative Modelle darstellen, lassen sie sich nicht direkt falsifizieren. Entsprechend geht der erste Teil der empirischen Überlegungen der Frage nach, welches der beiden Öffentlichkeitsmodelle für die analysierte öffentliche Debatte wirklichkeitsnäher ist. Die Ergebnisse zeigen, daß der öffentliche Diskurs über Abtreibungen bezüglich fast aller Kriterien nicht den Modellvorstellungen einer diskursiven, sondern denen einer liberalen Öffentlichkeit entspricht. Der zweite Teil der Ausführungen versucht, die in die normativen Modelle eingebauten empirischen Aussagen, die sich falsifizieren lassen, zu überprüfen. Habermas Plädoyer für eine autochthone Öffentlichkeit und eine Dominanz zivilgesellschaftlicher Akteure wird begründet durch die Hypothese, daß die Akteure der Zivilgesellschaft diskursiver und auf einem höheren Rationalitätsniveau argumentieren als die anderen Akteure. Empirisch zeigt sich aber, daß dies nicht der Fall ist. Die Folgen dieses Befundes für die Theorie diskursiver Öffentlichkeit werden diskutiert.
ABSTRACT: The article reconstructs the ambitious model of a discursive public sphere as it was developed by Jürgen Habermas and contrasts the discursive model with an alternative concept, a liberal model of the public sphere. It confronts the two theoretical models with empirical results of a content analysis of the mass media discourse on abortion in Germany between 1970 and 1994. Therefore the first part of the presentation of empirical results is guided by the question, which of the two normative models is more appropriate to describe the empirical discourse on abortion. The analysis demonstrates that the empirical discourse on abortion meets nearly all of the normative criteria of the liberal model of the public sphere and not those of the discourse model. There are some empirical hypotheses which are included into the normative models of the public sphere that can be tested empirically. Habermas´ support for the discursive model is based on the assumption, that actors of the civil society argue much more discursive and on a higher level of rationality than other collective actors do. The second part of the empircal analysis tries to test these hypotheses. The empirical results show that actors of the civil society are even less discursive than other actors. The consequences of these results for the discursive model of public sphere are discussed.
KORRESPONDENZANSCHRIFT: Prof. Dr. Jürgen Gerhards, Universität Leipzig, Institut für Kulturwissenschaften, Augustusplatz 9, D-04109 Leipzig
AUTOR: Schenk, Michael, Dahm, Herrmann und Sonje, Deziderio
TITEL: Die Bedeutung sozialer Netzwerke bei der Diffusion neuer Kommunikationstechniken.
ENGL. TITEL: The Importance of Social Networks Concerning the Diffusion of New Communication Technology
QUELLE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, 49, 1997, S. 35-52.
ZUSAMMENFASSUNG: Die Diffusion von Innovationen kann durch interpersonale Kommunikation in sozialen Netzwerken erheblich unterstützt bzw. gebremst werden. Dennoch fehlt es nach wie vor an einem zuverlässigen theoretischen und methodischen Konzept zur Erfassung der sozialen Beeinflussung. Zur Untersuchung des interpersonalen Einflusses werden in der vorliegenden Studie zwei unterschiedliche Ansätze kombiniert (Konzept egozentrierter Netzwerke und die Theorie des geplanten Verhaltens von Ajzen/Fishbein). In der Studie wurden 367 Nutzer und Nicht-Nutzer von Computernetzwerken befragt. Die Ergebnisse weisen darauf hin, daß soziale Netzwerke, gerade im Falle der Ausbreitung moderner Kommunikationstechnologien, als entscheidende Vorhersagegröße für Innovationsentscheidungen angesehen werden können. Über das persönliche Kernnetzwerk hinaus besitzen frühe Übernehmer viele Kontakte zu Personen, die die Innovation bereits adoptiert haben. Dieses Beziehungen zu anderen Innovatoren stellen in der Mehrzahl der Fälle zwar homogene, aber eher schwache Beziehungen ("weak ties") dar. Das "Innovatorennetzwerk" bildet nicht nur einen innovationsfreundlichen sozialen Nährboden, sondern erweist sich auch als eine Quelle sozialen Einflusses bzw. sozialen Drucks, der auf die Übernahme der Innovation drängt.
ABSTRACT: The diffusion of innovations can be accelerated or slowed down by interpersonal communication in social networks. Nevertheless, there is still a lack of a reliable theoretical and empirical concepts of measuring social influence. For analysis of the interpersonal influence the present study combines two different approaches (concept of ego-centered networks and the theory of planned behavior by Ajzen/Fishbein). The study uses a questionnaire with 367 responses from German users and non-users of computer networks. The results point to social networks as a crucial determinant of innovation-decisions, especially in the case of the diffusion of modern communication technology. Not only in the personal core network have early adopters many relations with people who have already adopted the innovation, but also outside of it. In many cases these relations can actually be described as homogeneous, but also as "weak ties". The "innovator's-network" does not only form a pro-innovative background, but it also turns out to be a source of social influence or social pressure urging others to adopt the innovation.
KORRESPONDENZANSCHRIFT: Prof. Dr. Michael Schenk, Hermann Dahm und Deziderio Šonje, Universität Hohenheim, Lehrstuhl für Kommunikationswissenschaft und Sozialforschung, D-70593 Stuttgart
AUTOR: Vetter, Angelika
TITEL: Political Efficacy: Alte und neue Meßmodelle im Vergleich.
ENGL. TITEL: Political Efficacy: A Comparison of Old and New Measurement Models
QUELLE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, 49, 1997, S. 53-73.
ZUSAMMENFASSUNG: Verläßliche Untersuchungsergebnisse in der empirischen Politikforschung hängen zu einem erheblichen Teil von der Meßgüte der entsprechenden Konstrukte ab. Die Forschungsschritte der Begriffspräzisierung und Operationalisierung, die der Theorieüberprüfung vorausgehen, erhalten damit eine zentrale Bedeutung. Political Efficacy ist ein seit den 50er Jahren in der Forschung eingesetztes Konstrukt, das vielfach zur Erklärung politischer Partizipation benutzt wird. Dennoch ist man sich nicht sicher, wie zuverlässig die Standard-Indikatoren die anvisierte Einstellung tatsächlich messen. Dieser Beitrag verfolgt das Ziel, bislang verwendete Operationalisierungen von Internal und External Efficacy vergleichend auf ihre Meßgenauigkeit hin zu überprüfen. Dies geschieht mit Hilfe von konfirmatorischen Faktorenanalysen in LISREL anhand von Daten, die 1986 und 1989 mit einer repräsentativen Bevölkerungsstichprobe in der Bundesrepublik Deutschland erhoben wurden. Im Anschluß daran werden alternative Indikatoren vorgestellt, die 1994 zum ersten Mal in der Bundesrepublik getestet wurden. Aus einer Kombination von traditionellen und neuen Efficacy-Indikatoren wird ein alternatives Meßmodell entwickelt, das zu eindeutigeren Messungen führt, allerdings gleichzeitig neue theoretische Fragen nach einer dritten Dimension von Political Efficacy aufwirft.
ABSTRACT: Reliable results in empirical political science research depend strongly on the measurement quality of the relevant constructs. Political Efficacy, developed in the early Fifties by Angus Campbell et al., is a widely spread concept in political opinion research. After reviewing the existing research literature, many doubts on the reliability and validity of the standard efficacy indicators arise. In order to find a reliable and valid measurement model of Political Efficacy, several operationalizations of the concept with the traditional item battery are tested comparatively with LISREL 8 on German data from 1986 and 1989 to propose an adequate measurement model. Alternative indicators have been tested in Germany in 1994. Combining some of the traditional and the new items the author develops an alternative measurement model of Political Efficacy which could be used in further research. The results are leading towards theoretical reasoning about a third possible dimension of Political Efficacy.
KORRESPONDENZANSCHRIFT: Angelika Vetter, M.A., Institut für Politikwissenschaft der Universität Stuttgart, Keplerstr. 17, D-70174 Stuttgart
AUTOR: Renner, Ilona
TITEL: Soziale Kohärenz und Innovativität. Struktureffekte zur Akzeptanz neuer Themen in sozialwissenschaftlichen Forschungsfeldern.
ENGL. TITEL: Social Coherence and Innovativeness. Structural Effects on the Acceptance of New Subjects in Social Science Research Fields
QUELLE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, 49, 1997, S. 74-97.
ZUSAMMENFASSUNG: Es wird die Frage untersucht, inwieweit das Beziehungsnetzwerk zwischen wissenschaftlichen Akteuren die thematische Innovativität der scientific community beeinflußt: Wirkt sich ein ausgeprägtes Beziehungsnetzwerk eher fördernd oder eher hemmend auf die Akzeptanz neuer Themen aus? Ausgangspunkt der Untersuchung ist ein Netzwerkmodell der Diffusion von Innovationen. Das Modell legt zwei konträre Effekte nahe: Neue Ideen werden in kohärenten sozialen Einheiten leichter akzeptiert als in fragmentierten, wenn integrierte Akteure besonders kreativ bzw. aufgeschlossen gegenüber Neuem sind. Demgegenüber erweisen sich fragmentierte Kontexte als innovationsfreundlicher, wenn neue Ideen eher von marginalen Akteuren frühzeitig aufgegriffen werden. Es werden Rahmenbedingungen vermutet, unter denen mit einem der beiden Effekte zu rechnen ist. Im Zusammenhang mit diesen Überlegungen werden Hypothesen zur Beziehung zwischen der Integration eines Akteurs und seiner thematischen Kreativität einerseits und zu Korrespondenzen zwischen der Kohärenz der scientific community und ihrer thematischen Innovativität andererseits generiert. Diese Hypothesen werden auf der Grundlage einer Netzwerkanalyse umfangreichen bibliographischen Datenmaterials geprüft.
ABSTRACT: It is explored how the network of ties between scientific actors affect the thematic innovativeness of the scientific community: Does a coherent network support the acceptance of new subjects or is social coherence more likely to hinder thematic innovativeness? The starting point of the study is a network model of the diffusion of innovations. The model predicts two opposite effects: New ideas are more easily accepted in coherent networks than in fragmented social units, if integrated actors are particularly creative, respectively open to new ideas. In contrast to this, fragmented contexts are more innovative if new ideas are more likely to be adopted early by marginal actors. It is assumed that certain conditions of the production of scientific knowledge may support one of both effects. Hypotheses about the impact of the social integration of a scientific actor on his thematic creativity and about the impact of the social coherence of a research field on its thematic innovativeness are generated. They are tested relying on findings of a network analysis of bibliographic data.
KORRESPONDENZANSCHRIFT: Ilona Renner, M.A., IZ - Informationszentrum Sozialwissenschaften. Lennéstr. 30, 53113 Bonn
AUTOR: Koch, Achim
TITEL: Teilnahmeverhalten beim ALLBUS 1994. Soziodemographische Determinanten von Erreichbarkeit, Befragungsfähigkeit und Kooperationsbereitschaft.
ENGL. TITEL: Participation in the German General Social Survey (ALLBUS) 1994: Sociodemographic Determinants of Accessibility, Ability and Willingness to Participate.
QUELLE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, 49, 1997, S. 98-122.
ZUSAMMENFASSUNG: Durch Nichtteilnehmer an Umfragen wird die Generalisierbarkeit von Umfrageergebnissen in Frage gestellt, wenn die Ausfälle nicht zufällig erfolgen, sondern bestimmten systematischen Mustern folgen. Da normalerweise keine Informationen über die Ausfälle vorliegen, ist das Wissen über Regelmäßigkeiten des Teilnahmeverhaltens begrenzt. Im ALLBUS 1994 waren aufgrund des Einsatzes einer Stichprobe aus Einwohnermelderegistern Angaben zu Geschlecht, Alter, Nationalität und Wohnortgröße für alle Personen der Bruttostichprobe (d.h. Teilnehmer und Nichtteilnehmer) verfügbar, die für eine Analyse des Teilnahmeverhaltens genutzt werden konnten. In dem Beitrag wird das Teilnahmeverhalten als Ergebnis eines mehrstufigen Prozesses analysiert, bei dem zwischen der Erreichbarkeit, der Befragungsfähigkeit und der Kooperationsbereitschaft der Zielpersonen differenziert wird. Die bi- und multivariaten Analysen zeigen verschiedene, meist schwach ausgeprägte Effekte der Merkmale Geschlecht, Alter, Nationalität und Wohnortgröße auf das Teilnahmeverhalten, die das Resultat zum Teil in gleicher, zum Teil in unterschiedlicher Richtung wirkender Effekte auf die drei Komponenten des Teilnahmeverhaltens darstellen.
ABSTRACT: Nonresponses jeopardize the generalizability of survey results, if they do not occur completely at random, but follow some systematic pattern. Since we have only little information about nonresponses, our knowledge about patterns of survey participation is limited. In the 1994 German General Social Survey (ALLBUS) study, however, the sampling frame used provides information on sex, age, nationality and urbanicity for responses and for nonresponses. The article analyses participation in the ALLBUS 1994 as a process composed of three steps: (1) the target person must be contacted; (2) the person must be able to participate; and (3) the person must be willing to participate. Bi- and multivariate analyses show some weak effects of sex, age, nationality and urbanicity on survey participation. These effects prove to be the result of partly reinforcing, partly contradicting effects on the three components of survey participation.
KORRESPONDENZANSCHRIFT: Dipl.-Soz. Achim Koch, ZUMA - Zentrum für Methoden, Umfragen und Analysen, Postfach 125969, D-68072 Mannheim, E-Mail: Koch@ZUMA-Mannheim.de
AUTOR: Sebaldt, Martin
TITEL: Organisierte Dienstleistungsgesellschaft. Ökonomische Funktionssektoren und ihre sich wandelnde Bedeutung im Kräftefeld deutscher Interessengruppen.
ENGL. TITEL: The Organized Service-Society: The Evolution of Economic Sector and their Changing Representation by German Interest Groups.
QUELLE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, 49, 1997, S. 123-146.
ZUSAMMENFASSUNG: In dem vorliegenden Beitrag wird untersucht, ob sich die Entwicklung der bundesdeutschen Gesellschaft hin zu einer Dienstleistungsgesellschaft auch in einer entsprechenden Veränderung des Kräftefeldes deutscher Interessengruppen widerspiegelt. Anhand einer statistischen Auswertung der seit 1974 vom Deutschen Bundestag jährlich veröffentlichten Lobbylisten, in denen sich offiziell bundespolitisch tätige Interessengruppen registrieren lassen müssen, läßt sich ein derartiger Trend eindeutig nachweisen: Der Anteil derjenigen Organisationen, welche den tertiären Sektor repräsentiert, dominiert schon zu Beginn des Untersuchungszeitraums und vergrößert sich bis zum Ende der erfaßten Periode (1994) noch weiter zuungunsten der Interessengruppen des primären und des sekundären Sektors. Politikfeld- und politiksektorspezifische Analysen weisen aber auf, daß die drei Sektoren dabei keineswegs in sich homogen sind, sondern Teilspektren mit ganz unterschiedlichen Entwicklungspotentialen umfassen. Drei Fallstudien zu den Politiksektoren "Medizinisches Personal", "Wissenschaft" und "Rechtsberufe" belegen dies zusätzlich.
ABSTRACT: The question is approached whether the spectrum of German interest groups reflects the transformation of Germany into a "service-society" with a dominant tertiary sector. Based on a statistical analysis of the "lobby lists", published since 1974 by the German Bundestag, the question can be answered in the affirmative: Already 1974 such interest groups dominated the field of German lobbies which represented the tertiary sector and since then they enlarged their share at the cost of groups of the primary and the secondary sector. Yet the three sectors are not homogeneous but composed of many subsectors with very different evolutionary potential. Three case studies on medical personnel, science, and legal professions confirm these findings.
KORRESPONDENZANSCHRIFT: Priv.-Doz. Dr. Martin Sebaldt, Universität Passau, Lehrstuhl für Politikwissenschaft, D-94030 Passau
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