Literaturverwaltungsseite

 
  Zeit für den wissenschaftlichen Showdown? Die Diplomarbeit oder die Diss. steht vor der Tür? Um diese so angenehm wie möglich zu halten, haben wir Euch hier eine Aufstellung hilfreicher Tools zusammengestellt.

Begrüssen wollen wir an dieser Stelle insbesondere die Leser der c't, die in ihrem Heft 21/98 eine knappe Seite lang die Empfehlungen dieser Seite wiedergibt!

 
  Vorweg ein Verweis auf eine andere URL. Die Biliographic Software Seite in den USA bietet einen hervorragenden Überblick über weit mehr Programme als ich hier besprechen kann. Wer sich also weiter informieren will, sollte mal reinschaun.

Zum guten Ton einer wissenschaftlichen Arbeit gehört fast automatisch ein Literaturverzeichnis mit >100 Titel. Um in dieser Masse von Papier durchzublicken, gibt es mittlerweile eine Alternative zu handschriftlichen Notizen. Es folgen einige links mit kurzen Beschreibungen der Programme. Anschließend stellen wir Euch unseren Favorit vor:

Nicht berücksichtigt wurde LaTeX. Hier ein Mail, von Johannes Niess, der mich darauf aufmerksam machte und auch gleich ein paar Empfehlungen gibt.

 
Fangen wir mit den professionellsten Lösung an: Endnote ist wahrscheinlich der Standard, an dem sich alles andere messen muss. Vorteil: Man kann alles einstellen. Nachteil: Man muss alles einstellen. Das Programm gibt es als Probeversion. Die sehr teure Anschaffung lohnt sich wahrscheinlich für die meisten nicht. Wenn man aber wissen will, was möglich ist, sollte man es sich mal ansehen. Gleiches gilt für die Programme ProCite und Reference Manager, die wohl ähnlich umfangreich sind. Auch von diesen liegen Demo-Versionen vor, die ihr Euch anschauen solltet, wenn ihr an professionellen Lösungen interessiert seid.
 
Liman ist ein weiteres sehr anspruchsvolles Programm. Besonderheit ist, daß sich mit dieser Software Angaben zu Dokumenten, also die bibliographischen Angaben über Artikel, Bücher etc. und die tatsächlichen Dokumente in elektronischer Form gleichzeitig verwalten lassen. Hier gilt ansatzweise das gleiche wie für Endnote: Die Einarbeitungszeit dürfte für Ottonormalstudent zu aufwendig sein, es sei denn er hat Ambitionen, ein Programm zu erlernen, das auch im Beruf noch sehr interessant sein kann. Ein Leser machte mich darauf aufmerksam, daß Liman in einer älteren Version sehr günstig zu haben ist und sehr gut funktioniert. Hier sein ausführlicher Test als .pdf Datei.
 
Litdat ist eine für den Hochschulgebrauch unter DOS programmierte Literaturverwaltung. Vorteil ist der minimale Ressourcenverbrauch. Fuer den 286er mit Monochrombildschirm genau das richtige, unter Win 95 nicht mehr zeitgemäß.
 
Ein Student hat die "Ordinäre Literaturverwaltung" (kurz OLIVE) geschrieben. Sehr aufgeräumt und übersichtlich macht nur der Hinweis stutzig, diese befände sich in der permanenten Betaphase. Das ganze setzt auf der Borland Database-Engine auf, die man sich dort auch runterladen kann.
 
Zu der Literaturverwaltung MMLIT lassen wir den Autor selbst zu Wort kommen: MMLIT ist eine Literaturverwaltung für akademische Zwecke und läuft unter Microsoft Access 2.0 (MMLIT 2.x), MS-Access 7.0 (MMLIT 3.x) oder MS-Access 97 (MMLIT 4.x). MMLIT ist für die Verwaltung von Referenzen von Dissertationen oder Diplom- und Seminararbeiten konzipiert und bietet entsprechend umfangreiche Möglichkeiten zur Referenzierung. Die Datenwiedergewinnung erfolgt über komfortable Suchmechanismen. Zur weiteren Verarbeitung (z.B. Literaturverzeichnis in Winword) können Datensätze nach erfolgter Auswahl in gängige Formate exportiert werden. Auch der Datenimport sowie das Drucken von Einträgen in Listenform oder Volltext ist möglich.

Vorteil hier ist, daß das Access Format gut mit anderen Office Applikationen verknüpft werden kann. Nachteil ist, daß man Access braucht. Registrieren kann man die Version für 19 DM, der Autor ist auch Studi und sehr nett, daher wahrscheinlich bei Problemen erreichbar. Die Bedienungsoberfläche erschien sehr intuitiv.

 
Kommen wir nun zu den Empfehlungen. Je nach Geldbeutel sind hier zwei Programme zu erwähnen. Da ist zum ersten das Programm Literat, das als die absolute Budget-Empfehlung gelten kann.

Diese Datenbank ist von der Uni-Düsseldorf entwickelt worden und kommt daher unseren Anforderungen sehr weit entgegen. Die Daten werden im Access 2.0 Format verwaltet, was bedeutet, daß man bei Spezialbedürfnissen per Access eigene Abfragen starten kann. Dies ist aber eigentlich nicht nötig, die Eingabe und Verwaltung klappen prima. Dem Programm liegt ein Makro bei, mit dem sich am Schluss automatisch ein Literaturverzeichnis generieren läßt, obwohl dessen Format evtl. noch angeglichen werden muss. Ausserdem lassen sich Arbeitblätter drucken, die man in der Bibliothek zur Literatursuche verwenden kann. Für dieses Jahr ist eine Nachfolgeversion vorgesehen, die neue Funktionen enthalten soll. Das Programm ist kostenlos, sollte aber bei häufiger Nutzung mit DM 25 registriert werden.

Was das Programm noch nicht kann, ist Deckblätter zu kopierten Artikeln und Aufsätzen zu drucken. Diese Funktion erfüllt der Bericht von Stefan Ems, der per Zugriff auf die Datei mit Access die Erstellung solcher Deckblätter ermöglicht. Dieser läßt sich hier abrufen.

Die Programmieren bieten ein Datenbankbörse an, in der sich die gemachten Recherchen auch anderen verfügbar gemacht werden können. Eine sehr gute Initiative, der ihr Eure Datenbanken zukommen lassen solltet, wenn die Arbeit fertig ist.

Wünschenswert wäre noch ein Wordmakro, das das Literaturverzeichnis gemäß Kölner Spezifikation formatiert. Für einen versierten Wordnutzer sollte dies kein Problem sein. Man könnte sich dabei an dem Makro orientieren, das dem Programm beiliegt. Sollte sich jemand mal die Arbeit machen, würden wir das gerne veröffentlichen.

Daß Literat ganz speziell für Anwender an deutschen Unis geschrieben wurde, ist sein größter Vor-, aber gleichzeitig auch Nachteil. Was sich in einfacher Bedienbarkeit positiv bemerkbar macht, erweist sich dann als Nachteil, wenn man individuelle Einstellungen machen möchte. So sind Datenbankabfragen nach mehreren Kriterien (z.B. Stichwort & Autor) nicht möglich. Auch dürfte das generierte Literaturverzeichnis kaum auf Anhieb übernehmbar sein, da es an die Formvorschriften des jeweiligen Lehrstuhls angepasst werden muss. Für eine durchschnittliche Diplomarbeit sollte das jedoch kaum ein Problem sein. Schließlich ist das zugrundeliegende Access Format zwar mit Access einsehbar, der spätere Umstieg auf ein leistungsfähigeres Programm ist damit fast unmöglich.

Der Power-User hingegen sollte einen Blick auf das Programm Bibliographica werfen. Dieses bietet eine Vielzahl sehr sinniger Funktionen, die man sonst nur in den Profiprogrammen wie Endnote findet und ist unsere Empfehlung. Interessant ist zum Beispiel, daß sich das Programm in Word einklinkt. Dort kann dann durch einen Menüeintrag eine Fußnote eingefügt werden. Die Erstellung eines Literaturverzeichnisses kann individuell konfiguriert werden und funktioniert derart, daß das Programm den Text auf Fußnoten hin untersucht und nur diejenigen Werke im Literaturverzeichnis führt, die auch tatsächlich verwendet wurden. Dabei zeigt sich das Programm als sehr flexibel, was die Formatierung angeht. Man kann selbst einstellen, wie die Quellen ausgegeben werden.

Desweiteren wird eine Vielzahl von Import- und Exportfiltern angeboten (seit neuestem sogar ein Importfilter für LiteRat!, der allerdings nicht perfekt funktioniert). Mediziner finden sicherlich Filter für Medline interessant, aber auch an Chemiker und Psychologen wurde gedacht. Der Autor bietet zudem an, für andere Standardformate und eine minimale Gebühr Filter zu erstellen, so daß in Zukunft die Rechercheergebnisse der CD-Rom Recherche direkt in das Programm übernommen werden können, ohne daß man alles nochmal tippen muß.

Schließlich sei noch das gute Handbuch im Word-Format erwähnt, das die Funktionsvielfalt zu beherrschen hilft. Die Lightversion, die auf 500 Quellen eingeschränkt ist, kostet 50 DM und kann damit durchaus als sehr günstig gelten.

Wer's erstmal ausprobieren will sollte sich die Probeversion runterladen. Diese erlaubt die Verwaltung von bis zu 50 Quellen und dürfte für die ersten Wochen einer Arbeit reichen. Englisch sollte man allerdings schon verstehen, da das ganze Programm in dieser Sprache gehalten ist.

 
Wer noch Fragen oder Anregungen hat, schicke uns doch eine Mail .
 

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