| Kommen wir nun zu den Empfehlungen. Je nach
Geldbeutel sind hier zwei Programme zu erwähnen. Da ist
zum ersten das Programm Literat,
das als die absolute Budget-Empfehlung gelten kann. Diese
Datenbank ist von der Uni-Düsseldorf entwickelt worden
und kommt daher unseren Anforderungen sehr weit entgegen.
Die Daten werden im Access 2.0 Format verwaltet, was
bedeutet, daß man bei Spezialbedürfnissen per Access
eigene Abfragen starten kann. Dies ist aber eigentlich
nicht nötig, die Eingabe und Verwaltung klappen prima.
Dem Programm liegt ein Makro bei, mit dem sich am Schluss
automatisch ein Literaturverzeichnis generieren läßt,
obwohl dessen Format evtl. noch angeglichen werden muss.
Ausserdem lassen sich Arbeitblätter drucken, die man in
der Bibliothek zur Literatursuche verwenden kann. Für
dieses Jahr ist eine Nachfolgeversion vorgesehen, die
neue Funktionen enthalten soll. Das Programm ist
kostenlos, sollte aber bei häufiger Nutzung mit DM 25
registriert werden.
Was das Programm noch nicht kann, ist Deckblätter zu
kopierten Artikeln und Aufsätzen zu drucken. Diese
Funktion erfüllt der Bericht von Stefan Ems,
der per Zugriff auf die Datei mit Access die Erstellung
solcher Deckblätter ermöglicht. Dieser läßt sich hier abrufen.
Die Programmieren bieten ein Datenbankbörse an, in
der sich die gemachten Recherchen auch anderen verfügbar
gemacht werden können. Eine sehr gute Initiative, der
ihr Eure Datenbanken zukommen lassen solltet, wenn die
Arbeit fertig ist.
Wünschenswert wäre noch ein Wordmakro, das das
Literaturverzeichnis gemäß Kölner Spezifikation
formatiert. Für einen versierten Wordnutzer sollte dies
kein Problem sein. Man könnte sich dabei an dem Makro
orientieren, das dem Programm beiliegt. Sollte sich
jemand mal die Arbeit machen, würden wir das gerne
veröffentlichen.
Daß Literat ganz speziell für Anwender an deutschen
Unis geschrieben wurde, ist sein größter Vor-, aber
gleichzeitig auch Nachteil. Was sich in einfacher
Bedienbarkeit positiv bemerkbar macht, erweist sich dann
als Nachteil, wenn man individuelle Einstellungen machen
möchte. So sind Datenbankabfragen nach mehreren
Kriterien (z.B. Stichwort & Autor) nicht möglich.
Auch dürfte das generierte Literaturverzeichnis kaum auf
Anhieb übernehmbar sein, da es an die Formvorschriften
des jeweiligen Lehrstuhls angepasst werden muss. Für
eine durchschnittliche Diplomarbeit sollte das jedoch
kaum ein Problem sein. Schließlich ist das
zugrundeliegende Access Format zwar mit Access einsehbar,
der spätere Umstieg auf ein leistungsfähigeres Programm
ist damit fast unmöglich.
Der Power-User hingegen sollte einen Blick auf das
Programm Bibliographica
werfen. Dieses bietet eine Vielzahl sehr sinniger
Funktionen, die man sonst nur in den Profiprogrammen wie
Endnote findet und ist unsere Empfehlung.
Interessant ist zum Beispiel, daß sich das Programm in
Word einklinkt. Dort kann dann durch einen Menüeintrag
eine Fußnote eingefügt werden. Die Erstellung eines
Literaturverzeichnisses kann individuell konfiguriert
werden und funktioniert derart, daß das Programm den
Text auf Fußnoten hin untersucht und nur diejenigen
Werke im Literaturverzeichnis führt, die auch
tatsächlich verwendet wurden. Dabei zeigt sich das
Programm als sehr flexibel, was die Formatierung angeht.
Man kann selbst einstellen, wie die Quellen ausgegeben
werden.
Desweiteren wird eine Vielzahl von Import- und
Exportfiltern angeboten (seit neuestem sogar ein
Importfilter für LiteRat!, der allerdings nicht perfekt
funktioniert). Mediziner finden
sicherlich Filter für Medline interessant, aber auch an
Chemiker und Psychologen wurde gedacht. Der Autor bietet
zudem an, für andere Standardformate und eine minimale
Gebühr Filter zu erstellen, so daß in Zukunft die
Rechercheergebnisse der CD-Rom Recherche direkt in das
Programm übernommen werden können, ohne daß man alles
nochmal tippen muß.
Schließlich sei noch das gute Handbuch im Word-Format
erwähnt, das die Funktionsvielfalt zu beherrschen hilft.
Die Lightversion, die auf 500 Quellen eingeschränkt ist,
kostet 50 DM und kann damit durchaus als sehr günstig
gelten.
Wer's erstmal ausprobieren will sollte sich die
Probeversion runterladen. Diese erlaubt die Verwaltung
von bis zu 50 Quellen und dürfte für die ersten Wochen
einer Arbeit reichen. Englisch sollte man allerdings
schon verstehen, da das ganze Programm in dieser Sprache
gehalten ist.
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