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Vorbemerkung
Dieses Glossar ist der Versuch, den Studierenden ausgewählte
Grundbegriffe eines Teiles der Statistischen Methodenlehre, der
Wahrscheinlichkeitsrechnung und der Statistischen Inferenz, wie sie im
Grundstudium der Wirtschaftswissenschaften und der Wirtschaftsinformatik
an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der
Universität zu Köln gelehrt werden, in verbalisierter Form
zugänglich zu machen. Es kommt damit dem Interesse nach, diesen Teil des
statistischen Grundstudiums in einer formelfreien Darstellung zum Nachschlagen
zu präsentieren. Die Beschränkung auf das Grundstudium schränkt
auch den inhaltlichen Teil stark ein. Das Glossar vermeidet die Verwendung von
Formeln, diese bleiben den üblichen Fachbüchern bzw. Formelsammlungen
vorbehalten. Die Verbalisierung statistischer Formeln und Begriffe verlangt
auch vom Autor eine besondere und ungewohnte Beschäftigung mit dem
Fachgebiet. Die Darstellung kann keinesfalls den Besuch einer Vorlesung oder
das Studieren von Fachbüchern ersetzen, sondern ist diesbzüglich als
Ergänzung zu sehen. Sie soll den Studierenden zum Wiederholen und
gleichzeitig zum Nachschlagen ausgewählter Begriffe dienen, ohne dass dies
zwangsläufig über den Formelapparat geschehen muss. Der dargelegte
Stoff stimmt inhaltlich weitgehend aber nicht vollständig mit meiner
Grundstudiumsvorlesung Wahrscheinlichkeitsrechnung und Statistische Inferenz
überein.
Die formelfreie Erläuterung beinhaltet teilweise eine gewisse
Unschärfe in den Begriffen, diese wurde bewusst in Kauf genommen. Dennoch
sind aus dem Zusammenhang genommen, einige Erläuterungen ohne
ergänzende Formel sicher nicht leicht verständlich. Dies hat seinen
Grund mit darin, dass bei der Verbalisierung die methodische Korrektheit
möglichst weitgehend erhalten bleiben sollte.
Die Benutzung der lexikographischen Darstellung soll
durch einige Hinweise erleichtert werden. Aus Adjektiv und Substantiv
bestehende Begriffe sind in der Regel unter dem Substantiv eingeordnet. Ein
Link bzw. ein durch "siehe" ergänzter Link verweist auf eine an
anderer Stelle definierte Größe, falls diese nicht unter demselben
Oberbegriff wie die Ausgangsgröße steht. Soweit für eine
Größe verschiedene Begriffe synonym benutzt werden, wird durch
"Syn." bzw. "Syn. für" darauf verwiesen. Eine
ausführliche Darstellung des Stoffes enthält der Studientext E.
Bomsdorf: Wahrscheinlichkeitsrechnung und Statistische Inferenz, 8. Auflage,
Lohmar - Köln 2002.
Das Glossar lässt sich ausdrucken, es kann ebenfalls als html-Datei
abgespeichert werden und dann interaktiv sowohl zum Nachschlagen als auch zum
Wiederholen der Begriffe Verwendung finden. Jegliche Nutzung ist nur zum
privaten Gebrauch gestattet.
© 1998, 1999, 2000, 2001, 2002 Eckart Bomsdorf,
Köln. Alle Rechte vorbehalten.
A B
C D E F
G H I K
L M N P
Q R S T
U V W Z
ABLEHNUNGSBEREICH EINES TESTS
ADDITIONSSATZ DER WAHRSCHEINLICHKEITSRECHNUNG
ALPHA-FEHLER
ALTERNATIVHYPOTHESE
ANNAHMEBEREICH EINES TESTS
ANPASSUNGSTEST
APPROXIMATION VON VERTEILUNGEN
AUSWAHLSATZ EINER STICHPROBE
AXIOME VON KOLMOGOROFF

BERNOULLI-EXPERIMENT
BERNOULLI-VERTEILUNG
BETA-FEHLER
BINOMIALVERTEILUNG

CHI-QUADRAT-ANPASSUNGSTEST
CHI-QUADRAT-UNABHÄNGIGKEITSTEST
CHI-QUADRAT-VERTEILUNG

DICHTEFUNKTION
DIFFERENZEREIGNIS
DURCHSCHNITTSEREIGNIS

EFFIZIENZ
EIN-STICHPROBEN-GAUß-TESTS
EIN-STICHPROBEN-t-TESTS
ELEMENTAREREIGNIS
ENDLICHKEITSKORREKTUR
EREIGNIS
ERGEBNISSE
ERGEBNISMENGE
ERGEBNISRAUM
ERWARTUNGSTREU
ERWARTUNGSWERT
ERWARTUNGSWERTTEST
EXPONENTIALVERTEILUNG

FAUSTREGEL
FEHLER 1. ART
FEHLER 2. ART
FEHLERVARIANZ
FORMEL VON BAYES
FREIHEITSGRAD
FUNKTIONAL
FUNKTIONALPARAMETER
F-VERTEILUNG

GAUß-TEST
GEGENHYPOTHESE
GEOMETRISCHE VERTEILUNG
GESETZ DER GROSSEN ZAHLEN VON BERNOULLI
GESETZ DER GROSSEN ZAHLEN VON TSCHEBYSCHEFF
GRENZVERTEILUNG
GRENZWERTSÄTZE
GRUNDGESAMTHEIT
GÜTEFUNKTION

HYPERGEOMETRISCHE VERTEILUNG

INTERVALLSCHÄTZUNG
IRRTUMSWAHRSCHEINLICHKEIT

KOMBINATION
KOMPLEMENTÄREREIGNIS
KONFIDENZINTERVALL
KONFIDENZKOEFFIZIENT
KONFIDENZNIVEAU
KONSISTENZ
KORRELATIONSKOEFFIZIENT
KOVARIANZ
KRITISCHER BEREICH EINES TESTS
KRITISCHER WERT EINES TESTS

LAPLACE-EXPERIMENT
LINEARE EINFACHREGRESSION

MAXIMUM-LIKELIHOOD-METHODE
MEDIAN
MEHRFELDERTAFEL-TEST
MINDESTSTICHPROBENUMFANG
MITTELWERT
MOMENTE
MOMENTENMETHODE
MULTIPLIKATIONSSATZ DER
WAHRSCHEINLICHKEITSRECHNUNG

NORMALVERTEILUNG
NULL-EINS-VERTEILUNG
NULLHYPOTHESE

PARAMETER
PARAMETERRAUM
PARTITION EINES EREIGNISSES
PARETO-VERTEILUNG
PERMUTATIONEN
POISSON-VERTEILUNG
PRÜFFUNKTION
PRÜFGRÖßE
PRÜFVERTEILUNG
PRÜFWERT
PUNKTSCHÄTZUNG

QUANTIL EINER VERTEILUNG
QUANTILFUNKTION

RECHTECKVERTEILUNG
REPRODUKTIONSEIGENSCHAFT EINER
VERTEILUNG

SATZ VON DER TOTALEN WAHRSCHEINLICHKEIT
SCHARPARAMETER
SCHÄTZER
SCHÄTZFUNKTION
SCHÄTZWERT
SIGNIFIKANZNIVEAU
STANDARDABWEICHUNG
STANDARDFEHLER
STANDARDNORMALVERTEILUNG
STATISTIK
STETIGKEITSKORREKTUR
STICHPROBE
STICHPROBENANTEILSWERT
STICHPROBENFUNKTION
STICHPROBENMITTELWERT
STICHPROBENUMFANG
STICHPROBENVARIANZ
STICHPROBENVEKTOR
STICHPROBENVERTEILUNG
STICHPROBENWERTE

TEST
TESTPROBLEM
TESTSTATISTIK
TESTVERFAHREN
TRÄGER EINER ZUFALLSVARIABLEN
t-VERTEILUNG

UNABHÄNGIGKEIT
UNABHÄNGIGKEITSTEST
UNGLEICHUNG VON TSCHEBYSCHEFF

VARIANZ
VARIANZTEST
VARIATION
VEREINIGUNGSEREIGNIS
VERTEILUNG
VERTEILUNGSFAMILIE
VERTEILUNGSFUNKTION
VIERFELDERTAFEL-TEST
VOLLSTÄNDIGE ZERLEGUNG EINES EREIGNISSES

WAHRSCHEINLICHKEIT
WAHRSCHEINLICHKEITSBEGRIFF
WAHRSCHEINLICHKEITSDICHTEFUNKTION
WAHRSCHEINLICHKEITSFUNKTION
WAHRSCHEINLICHKEITSMASSEFUNKTION
WAHRSCHEINLICHKEITSTABELLE

ZENTRALER GRENZWERTSATZ
ZIEHEN MIT ZURÜCKLEGEN
ZIEHEN OHNE ZURÜCKLEGEN
ZUFALLSEXPERIMENT
ZUFALLSSTICHPROBE
ZUFALLSVARIABLE
ZWEIPUNKTVERTEILUNG
ZWEI-STICHPROBEN-GAUß-TESTS
ZWEI-STICHPROBEN-t-TESTS

A
ABLEHNUNGSBEREICH EINES TESTS
Teilmenge des Wertebereichs einer Prüfgröße. Syn.: kritischer Bereich.
Liegt der Wert der Prüfgröße in diesem Bereich, so wird die
Nullhypothese abgelehnt. Siehe
Annahmebereich eines Tests.
ADDITIONSSATZ DER WAHRSCHEINLICHKEITSRECHNUNG
Formel zur Berechnung der Wahrscheinlichkeit des Auftretens der
Vereinigung zweier Ereignisse A und B als
Summe der Einzelwahrscheinlichkeiten für A und für B vermindert um
die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten des
Durchschnittsereignisses von A und B. Wird
entsprechend für die Vereinigung von mehr als zwei Ereignissen angegeben.
ALPHA-FEHLER
Siehe Fehler 1. Art.
ALTERNATIVHYPOTHESE
Syn. für Gegenhypothese.
ANNAHMEBEREICH EINES TESTS
Teilmenge des Wertebereichs einer Prüfgröße. Liegt der Wert der
Prüfgröße in diesem Bereich, so wird die
Nullhypothese nicht abgelehnt. Siehe
Ablehnungsbereich eines Tests.
ANPASSUNGSTEST
Siehe Chi-Quadrat-Anpassungstest.
APPROXIMATION VON VERTEILUNGEN
Siehe Grenzverteilung.
AUSWAHLSATZ EINER STICHPROBE
Stichprobenumfang dividiert durch den
Umfang der Grundgesamtheit, aus der die
Stichprobe gezogen wird; wird häufig noch mit
100 multipliziert, d.h. in Prozent, angegeben.
AXIOME VON KOLMOGOROFF
Siehe Wahrscheinlichkeit.

B
BERNOULLI-EXPERIMENT
Zufallsexperiment bzw. unabhängige
Wiederholungen eines Zufallsexperiments, bei dem nur zwischen dem Eintreten
eines interessierenden Ereignisses und des hierzu komplementären
Ereignisses unterschieden wird.
BERNOULLI-VERTEILUNG
Spezielle Zweipunkt-Verteilung. Syn.:
Null-Eins-Verteilung. Binomialverteilung
für n=1.
BETA-FEHLER
Siehe Fehler 2. Art.
BINOMIALVERTEILUNG
Verteilung einer Zufallsvariablen, die
angibt, wie oft bei n-maligem Durchführen eines
Zufallsexperiments ein interessierendes
Ereignis auftritt, sofern die einzelnen Versuche
unabhängig sind (siehe Bernoulli-Experiment).
Häufig wird diese Unabhängigkeit durch ein Ziehungsmodell mit Zurücklegen erreicht. Siehe
Hypergeometrische Verteilung.

C
CHI-QUADRAT-ANPASSUNGSTEST
Test, ob für die Verteilung einer
Zufallsvariablen (eines Merkmals) eine
vorgegebene Verteilung in Frage kommt.
CHI-QUADRAT-UNABHÄNGIGKEITSTEST
Test, ob zwei Zufallsvariablen (Merkmale)
stochastisch unabhängig sind; die
Träger der Zufallsvariablen müssen hierbei jeweils in mindestens zwei
Teilmengen zerlegt sein (siehe Mehrfeldertafel-Test,
Vierfeldertafel-Test).
CHI-QUADRAT-VERTEILUNG
Spezielle stetige Verteilung, die vor allem in der
Testtheorie Verwendung findet. Die Summe der Quadrate von n
stochastisch unabhängigen,
standardnormalverteilten
Zufallsvariablen ist Chi-Quadrat-verteilt mit n
Freiheitsgraden. n ist der Scharparameter der
Chi-Quadrat-Verteilung.

D
DICHTEFUNKTION
Funktion, als deren von der Integrationsobergrenze abhängiges,
bestimmtes Integral sich die Verteilungsfunktion einer
stetigen Zufallsvariablen darstellen lässt;
bis auf die Stellen, an denen die Verteilungsfunktion nicht differenzierbar
ist, gleich der ersten Ableitung der Verteilungsfunktion. Syn.:
Wahrscheinlichkeitsdichtefunktion.
DIFFERENZEREIGNIS
Die Differenz zweier Ereignisse A und B enthält
alle Ergebnisse, die in A, aber nicht in B
enthalten sind; tritt ein, falls A, aber nicht B realisiert wird.
DURCHSCHNITTSEREIGNIS
Der Durchschnitt zweier Ereignisse A und B
enthält alle Ergebnisse, die sowohl in A
als auch in B enthalten sind; tritt ein, falls A und B gemeinsam realisiert
werden.

E
EFFIZIENZ
Siehe effiziente Schätzfunktion.
EIN-STICHPROBEN-GAUß-TESTS
Tests über die Göße des
Erwartungswerts einer Verteilung (Zufallsvariablen) bzw. einer
Grundgesamtheit, bei denen die
Prüfgröße unter der Nullhypothese
normalverteilt ist.
EIN-STICHPROBEN-t-TESTS
Tests über die Größe des Erwartungswerts
einer Verteilung (Zufallsvariablen) bzw. einer
Grundgesamtheit, bei denen die
Prüfgröße unter der Nullhypothese
t-verteilt ist.
ELEMENTAREREIGNIS
Einelementige Teilmenge der Ergebnismenge
W.
ENDLICHKEITSKORREKTUR
Bei einer uneingeschränkten
Zufallsstichprobe ergibt sich die Varianz des
Stichprobenmittelwertes aus der Varianz
des Stichprobenmittelwertes bei einer einfachen
Zufallsstichprobe durch Multiplikation mit einem Faktor, der als
Endlichkeitskorrektur bezeichnet wird. Dieser berücksichtigt u.a., dass
der Umfang einer uneingeschränkten Zufallsstichprobe nicht
größer als der Umfang der Grundgesamtheit sein kann.
EREIGNIS
Teilmenge der Ergebnismenge W.
- disjunkte ~se:
Syn. für unvereinbare Ereignisse.
- global unabhängige ~:
Syn. für die Unabhängigkeit von mehr
als zwei Ereignissen.
- paarweise unabhängige ~se:
Ereignisse, bei denen für eine beliebige Auswahl von genau zwei
Ereignissen immer die Unabhängigkeit dieser Ereignisse gilt.
- sicheres ~:
Ereignis, das alle Ergebnisse enthält.
- stochastische unabhängige ~se:
Zwei Ereignisse A, B, für die sich die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten des
Durchschnittsereignisses von A und B als
Produkt der Einzelwahrscheinlichkeiten beider Ereignisse ergibt. Mehr als zwei
Ereignisse heißen stochastisch unabhängig oder unabhängig,
falls die Wahrscheinlichkeit für das gleichzeitige Eintreten einer
beliebigen Auswahl dieser Ereignisse immer gleich dem Produkt der
Einzelwahrscheinlichkeiten für diese Ereignisse ist, Syn. vollständig
oder global unabhängige Ereignisse.
- unmögliches ~:
Ereignis, das kein Ergebnis enthält.
- unvereinbare ~se:
Ereignisse, die kein Ergebnis gemeinsam
haben. Syn.: disjunkte Ereignisse.
- vollständig unabhängige ~se:
Syn. für die Unabhängigkeit von mehr
als zwei Ereignissen.
- zufälliges ~:
Nichtleere, echte Teilmenge der Ergebnismenge
W.
ERGEBNISSE
Resultate eines Zufallsexperiments.
Elemente der Ergebnismenge W.
ERGEBNISMENGE
Menge W aller möglichen Ergebnisse eines
Zufallsexperiments. Syn.: Ergebnisraum.
ERGEBNISRAUM
Syn. für Ergebnismenge.
ERWARTUNGSTREU
Siehe erwartungstreue Schätzfunktion.
ERWARTUNGSWERT
Spezieller Funktionalparameter der
Verteilung einer Zufallsvariablen, der den Schwerpunkt der
Verteilung dieser Zufallsvariablen angibt.
ERWARTUNGSWERTTEST
Siehe Test für Erwartungswerte.
EXPONENTIALVERTEILUNG
Stetige Verteilung, deren
Dichtefunktion für nichtnegative reelle
Zahlen eine fallende Exponentialfunktion ist, für negative Zahlen ist sie
Null.

F
FAUSTREGEL
Siehe Grenzverteilung.
FEHLER 1. ART
Ablehnung der Nullhypothese, obwohl sie wahr
ist. Die maximale Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 1. Art heißt
Signifikanzniveau des Tests und wird mit dem Symbol a bezeichnet. Syn.: a-Fehler.
FEHLER 2. ART
Nichtablehnung der Nullhypothese, obwohl sie
falsch ist. Die maximale Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art wird
mit dem Symbol b bezeichnet. Syn.:
b-Fehler.
FEHLERVARIANZ
Varianz einer Stichprobenfunktion.
FORMEL VON BAYES
Formel zur Berechnung der Wahrscheinlichkeit für das Eintreten eines
Ereignisses aus einer vollständigen Zerlegung einer Ergebnismenge unter der Bedingung, dass ein Ereignis
B eintritt bzw. eingetreten ist (auch a-posteriori-Wahrscheinlichkeit genannt).
FREIHEITSGRAD
Spezieller Scharparameter (siehe
Chi-Quadrat-Verteilung, F-Verteilung, t-Verteilung).
FUNKTIONAL
Vorschrift, die einer Verteilungsfunktion
eine reelle Zahl zuordnet.
FUNKTIONALPARAMETER
Einer Verteilungsfunktion (bzw. einer
Zufallsvariablen) durch ein
Funktional zugeordneter Wert.
F-VERTEILUNG
Spezielle stetige Verteilung, die vor allem in der
Schätz- und Testtheorie Verwendung findet. Falls X und Y
stochastisch unabhängige, Chi-Quadrat-verteilte Zufallsvariablen mit m bzw. n
Freiheitsgraden sind, so ist der Quotient aus den
durch die zugehörigen Freiheitsgrade dividierten Zufallsvariablen X und Y
F-verteilt mit m und n Freiheitsgraden. m und n sind die
Scharparameter der F-Verteilung.

G
GAUß-TEST
In strengem Sinne Erwartungswerttest bei
normalverteilten Zufallsvariablen mit bekannter
Varianz, findet auch Verwendung sofern die Normalverteilung für die
Teststatistik nur approximativ gilt. Bei Verwendung der t-Verteilung wird von t-Tests gesprochen.
GEGENHYPOTHESE
Gegenstück zur Nullhypothese. Bei
parametrischen Testverfahren in der Regel
Differenzmenge des Parameterraumes und der durch
die Nullhypothese erfassten Teilmenge des Parameterraumes. Gegensatz:
Nullhypothese.
GEOMETRISCHE VERTEILUNG
Verteilung der Zufallsvariablen, die angibt,
wann bei einem Bernoulli-Experiment zum ersten Mal
das interessierende Ereignis eintritt.
GESETZ DER GROSSEN ZAHLEN VON BERNOULLI
Spezialfall des Gesetzes der großen Zahlen von
Tschebyscheff für Bernoulli-verteilte
Zufallsvariablen.
GESETZ DER GROSSEN ZAHLEN VON TSCHEBYSCHEFF
Besagt, dass die Wahrscheinlichkeit, dass
das arithmetische Mittel von n insgesamt stochastisch unabhängigen, identisch verteilten
Zufallsvariablen um mehr als einen beliebig kleinen vorgegebenen positiven
Wert vom Erwartungswert der betrachteten
Zufallsvariablen abweicht, für n gegen Unendlich gegen Null strebt.
Liefert eine erste Rechtfertigung für die Schätzung des
Erwartungswertes einer Zufallsvariablen durch den
Stichprobenmittelwert.
GRENZVERTEILUNG
Verteilung, durch die eine andere - evt.
unbekannte - Verteilung approximiert werden kann. Unter im einzelnen hier nicht
aufgeführten Bedingungen kann die Hypergeometrische Verteilung durch die
Binomialverteilung, die Binomialverteilung
durch die Poissonverteilung approximiert werden. Die
Normalverteilung kann ebenso als
Grenzverteilung der Binomialverteilung, der Poissonverteilung und der
t-Verteilung Verwendung finden; bei der Approximation von
diskreten Verteilungen durch stetige ist eine Stetigkeitskorrektur zu berücksichtigen.
Für die praktische Anwendung werden sogenannte Faustregeln aufgestellt,
die angeben, unter welchen Bedingungen in der Praxis eine Approximation
vorgenommen werden kann.
GRENZWERTSÄTZE
Siehe Gesetz der großen Zahlen von
Bernoulli, Gesetz der großen Zahlen von
Tschebyscheff , zentraler Grenzwertsatz.
GRUNDGESAMTHEIT
Menge von Einheiten bzw. Merkmalsträgern. In der Stichprobentheorie
Menge von Einheiten, über die bzgl. eines Merkmals (oder mehrerer
Merkmale) mit Hilfe einer Stichprobe Informationen
beschafft werden sollen. Häufig ist, wenn von einer Grundgesamtheit
gesprochen wird, das in der Grundgesamtheit interessierende Merkmal bzw. die
zugehörige Zufallsvariable gemeint. Syn.:
Auswahlgesamtheit, Gesamtheit.
- dichotome ~:
Null-Eins-verteilte
Grundgesamtheit.
GÜTEFUNKTION
Gibt bei einem Parametertest die
Wahrscheinlichkeit die Nullhypothese abzulehnen
als Funktion des wahren Parameterwertes an.

H
HYPERGEOMETRISCHE VERTEILUNG
Verteilung einer Zufallsvariablen, die
angibt, wie oft bei n-maligem Durchführen eines
Zufallsexperiments nach dem
Ziehungsmodell ohne Zurücklegen ein
interessierendes Ereignis auftritt. Siehe
Binomialverteilung.

I
INTERVALLSCHÄTZUNG
Ergänzt die Schätzfunktion bzw. den
Schätzwert für einen Parameter - bei
gegebenem Konfidenzniveau - durch ein Intervall.
Siehe Konfidenzintervall.
IRRTUMSWAHRSCHEINLICHKEIT
Syn. für Signifikanzniveau.

K
KOMBINATION
Auswahl von k Objekten aus n verschiedenen Objekten ohne
Berücksichtigung der Reihenfolge der Objekte. Siehe Variation.
- ~ mit Wiederholung:
Kombination, bei der das mehrfache Auftreten eines Objekts erlaubt ist
(Auswahl erfolgt nach dem Ziehungsmodell mit
Zurücklegen).
- ~ ohne Wiederholung:
Kombination, bei der das mehrfache Auftreten eines Objekts nicht erlaubt ist
(Auswahl erfolgt nach dem Ziehungsmodell ohne
Zurücklegen).
KOMPLEMENTÄREREIGNIS
Das komplementäre Ereignis zu A bzgl. der
Ergebnismenge W
enthält alle Ergebnisse, die nicht in A,
aber in W enthalten sind; tritt ein, falls
W, aber nicht A realisiert wird.
KONFIDENZINTERVALL
- abstraktes ~:
Intervall, das den zu schätzenden Parameter
mit einer vorgegebenen Wahrscheinlichkeit
überdeckt.
- konkretes ~:
Intervall, das sich ergibt, wenn die Schätzwerte in die Intervallgrenzen des abstrakten
Konfidenzintervalls eingesetzt werden. Hier sind keine
Wahrscheinlichkeitsaussagen wie beim abstrakten Konfidenzintervall
möglich.
KONFIDENZKOEFFIZIENT
Syn. für Konfidenzniveau. Mitunter wird
der Begriff Konfidenzkoeffizient auf stetige
Zufallsvariablen beschränkt und nur bei diskreten Zufallsvariablen von Konfidenzniveau
gesprochen.
KONFIDENZNIVEAU
Wahrscheinlichkeit, mit der ein
(abstraktes) Konfidenzintervall den zu
schätzenden Parameter überdeckt. Syn.:
Konfidenzkoeffizient.
KONSISTENZ
Siehe konsistente Schätzfunktion.
KORRELATIONSKOEFFIZIENT
Auf das Intervall von -1 bis +1 beschränktes Maß für den
linearen Zusammhang zweier Zufallsvariablen. Bei
Unabhängigkeit der Zufallsvariablen ist der
Korrelationskoeffizient Null.
KOVARIANZ
Maß für den linearen Zusammenhang zweier
Zufallsvariablen; ist Null bei
Unabhängigkeit dieser Zufallsvariablen.
KRITISCHER BEREICH EINES TESTS
Syn. für Ablehnungsbereich eines
Tests.
KRITISCHER WERT EINES TESTS
Wert (bzw. Werte), der (die) Annahme- und
Ablehnungsbereich(e) eines Tests trennt
(trennen).

L
LAPLACE-EXPERIMENT
Experiment, bei dem davon ausgegangen wird, dass keines der Ergebnisse
bevorzugt wird und demnach der Wahrscheinlichkeitsbegriff von Laplace
angewendet werden kann.
LINEARE EINFACHREGRESSION
Lineare Beziehung zwischen zwei metrischen Merkmalen (Variablen); die Werte
der zu erklärenden Variablen werden in der statistischen Inferenz als
Funktion der Werte der erklärenden Variablen und einer Störvariablen
aufgefasst. Die Störvariable ist dabei eine Zufallsvariable. Für die unbekannten
Größen (die Regressionsparameter) der Beziehung werden
Schätzfunktionen konstruiert, die ebenfalls
Zufallsvariable sind, und für die RegressionsparameterKonfidenzintervalle bestimmt sowie
Tests durchgeführt.

M
MAXIMUM-LIKELIHOOD-METHODE
Im Rahmen der Schätztheorie Methode zur Konstruktion von
Schätzfunktionen. Bei der
Maximum-Likelihood-Methode werden die zu schätzenden Parameter so bestimmt, dass - falls die
Zufallsvariable diskret ist - die
Wahrscheinlichkeit bzw. - falls die
Zufallsvariable stetig ist - die Wahrscheinlichkeitsdichte für
das Auftreten der mittels einer einfachen
Zufallsstichprobe gewonnenen konkreten Stichprobe
maximal wird.
MEDIAN
0,5-Quantil einer Zufallsvariablen bzw. einer
Verteilung. Syn.: Zentralwert.
MEHRFELDERTAFEL-TEST
Syn. für Chi-Quadrat-Unabhängkeitsstest; evt.
auf den Fall beschränkt, dass mindestens der Träger einer der beiden Zufallsvariablen in mehr als zwei Teilmengen
zerlegt ist.
MINDESTSTICHPROBENUMFANG
Bei der Schätzung von Erwartungswerten
Stichprobenumfang, der notwendig ist, damit
die halbe Breite des Konfidenzintervalls bei
gegebenem Konfidenzniveau einen vorgegebenen
Wert nicht überschreitet.
MITTELWERT
Mitunter Syn. für Erwartungswert der
Verteilung einer Zufallsvariablen.
MOMENTE
Spezielle Funktionalparameter einer
Zufallsvariablen bzw. Verteilung (z.B. Erwartungswert, Varianz).
MOMENTENMETHODE
Methode zur Konstruktion von Schätzfunktionen. Prinzip der Momentenmethode
ist es, den zu schätzenden Parameter einer
Verteilung mit Hilfe von Momenten der Verteilung darzustellen und anschließend
diese Momente durch die vergleichbaren (empirischen) Momente aus der
Stichprobe zu ersetzen und derart
Schätzfunktionen für die unbekannten Parameter zu konstruieren.
MULTIPLIKATIONSSATZ DER
WAHRSCHEINLICHKEITSRECHNUNG
Formel zur Berechnung der Wahrscheinlichkeit des
Durchschnitts zweier Ereignisse A und B als Produkt der
(bedingten) Wahrscheinlichkeit von A unter
der Bedingung B und der Wahrscheinlichkeit von B. Wird entsprechend für
den Durchschnitt von mehr als zwei Ereignissen angegeben.

N
NORMALVERTEILUNG
Verteilung, deren Dichtefunktion eine Gaußsche Glockenkurve ist.
Wichtige Verteilung in der Stichproben- sowie Test- und Schätztheorie.
Siehe zentraler Grenzwertsatz.
- Standard~: Normalverteilung mit dem Erwartungswert 0 und der Varianz 1.
NULL-EINS-VERTEILUNG
Spezielle Zweipunkt-Verteilung. Syn.:
Bernoulli-Verteilung.
NULLHYPOTHESE
Zu überprüfende Hypothese. Bei parametrischen Testverfahren Hypothese, dass der
unbekannte Parameter in einer nichtleeren Teilmenge
des Parameterraums liegt. Gegensatz:
Gegenhypothese.
- einfache ~:
Bei parametrischen Testverfahren Nullhypothese,
die nur ein Element des Parameterraums
enthält.
- zusammengesetzte ~:
Bei parametrischen Testverfahren Nullhypothese,
die mehr als ein Element des Parameterraumes
enthält, d.h. nicht einfach ist.

P
PARAMETER
Scharparameter einer Verteilung. Häufig werden auch
Funktionalparameter kurz als Parameter
bezeichnet; siehe auch Momente.
PARAMETERRAUM
Menge der zulässigen Werte eines Parameters.
PARTITION EINES EREIGNISSES
Syn. für vollständige Zerlegung eines
Ereignisses.
PARETO-VERTEILUNG
Stetige Verteilung, die u.a . für die
Beschreibung der Verteilung von Einkommen und Vermögen Anwendung findet.
PERMUTATIONEN
Unterschiedliche Anordnungen von n verschiedenen Objekten. Siehe
Kombination, Variation.
POISSON-VERTEILUNG
Diskrete Verteilung, die u.a. Anwendung findet als
Verteilung von seltenen, unabhängigen Ereignissen,
deren Anzahl des Auftretens innerhalb eines Zeitintervalls nur von der Breite
des Intervalls abhängig ist.
PRÜFFUNKTION
Syn. für Prüfgröße,
Teststatistik.
PRÜFGRÖßE
Stichprobenfunktion (Statistik), die zur
Entscheidung über eine Nullhypothese
herangezogen wird. Syn.: Prüffunktion, Teststatistik. Der Wertebereich
einer Prüfgröße wird bei einem Test in
Annahme- und Ablehnungsbereich zerlegt.
PRÜFVERTEILUNG
Verteilung der Prüfgröße.
PRÜFWERT
Realisation der Prüfgröße. Syn.:
Wert der Prüfgröße.
PUNKTSCHÄTZUNG
Der mit Hilfe einer Schätzfunktion
erhaltene Schätzwert.

Q
QUANTIL EINER VERTEILUNG
Kleinster Wert einer Zufallsvariablen,
für den die zugehörige Verteilungsfunktion den gegebenen Wert p (0
< p < 1) erreicht oder überschreitet. Syn.: Quantil einer
Zufallsvariablen, p-Quantil. Siehe Quantilfunktion.
QUANTILFUNKTION
Funktion, die bei gegebener Verteilungsfunktion einer
Zufallsvariablen jedem Wert p (0 < p < 1)
das p-Quantil dieser Verteilung zuordnet.

R
RECHTECKVERTEILUNG
Stetige Verteilung, deren
Dichtefunktion innerhalb eines gegebenen
Intervalls konstant und ungleich Null ist und deren Dichtefunktion
außerhalb dieses Intervalls den Wert Null annimmt.
REPRODUKTIONSEIGENSCHAFT EINER
VERTEILUNG
Eigenschaft einiger Verteilungen, dass die
Verteilung der Summe (zum Teil sogar der Linearkombination der Summe)
unabhängiger, derselben Verteilungsfamilie angehörender
Zufallsvariablen unter im einzelnen variierenden
Bedingungen wieder dieser Verteilungsfamilie angehört. U. a. besitzen
Binominalverteilung, Poisson-Verteilung und Normalverteilung diese Eigenschaft.

S
SATZ VON DER TOTALEN WAHRSCHEINLICHKEIT
Formel zur Berechnung der Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses B mit Hilfe
der Wahrscheinlichkeiten für das Eintreten der einzelnen Ereignisse einer
vollständigen Zerlegung der Ergebnismenge und von bedingten Wahrscheinlichkeiten von B.
SCHARPARAMETER
Größe bzw. Größen, durch dessen bzw. deren Wahl eine
Verteilung aus einer Verteilungsfamilie spezifiziert wird.
SCHÄTZER
Syn. für Schätzfunktion.
SCHÄTZFUNKTION
Spezielle Stichprobenfunktion (Statistik)
mit der aus einer Stichprobe auf den unbekannten Wert
des Parameters einer Verteilung geschlossen werden soll. Syn.: Schätzer.
- asymptotisch erwartungstreue ~:
Schätzfunktion für einen Parameter, deren
Erwartungswert bei wachsendem
Stichprobenumfang n (n gegen Unendlich) gegen
den Wert des Parameters strebt.
- effiziente ~:
Erwartungstreue Schätzfunktion für einen Parameter, die unter allen erwartungstreuen
Schätzern für diesen Parameter die geringste Varianz hat.
- erwartungstreue ~:
Schätzfunktion für einen Parameter, deren
Erwartungswert gleich dem Wert des Parameters
ist. Syn.: unverzerrte Schätzfunktion.
- Forderungen an eine ~:
(Asymptotische) Erwartungstreue, Effizienz, Konsistenz.
- konsistente ~:
Schätzfunktion, bei der die Wahrscheinlichkeit dafür, dass die
Schätzfunktion um mehr als eine beliebig kleine positive Größe
vom wahren Wert des zu schätzenden Parameters
abweicht, mit wachsendem Stichprobenumfang n
(n gegen Unendlich) gegen Null strebt (siehe Gesetz der
großen Zahlen).
SCHÄTZWERT
Wert, den eine Schätzfunktion für
eine konkrete Zufallsstichprobe annimmt.
SIGNIFIKANZNIVEAU
Maximale Wahrscheinlichkeit einen
Fehler 1. Art zu begehen. Syn.:
Irrtumswahrscheinlichkeit.
STANDARDABWEICHUNG
Positive Quadratwurzel aus der Varianz.
STANDARDFEHLER
Positive Quadratwurzel aus der Fehlervarianz.
STANDARDNORMALVERTEILUNG
Normalverteilung mit dem
Erwartungswert 0 und der Varianz 1.
STATISTIK
Syn. für Stichprobenfunktion.
STETIGKEITSKORREKTUR
Korrektur, die bei der Berechnung von Wahrscheinlichkeiten einer
diskreten Zufallsvariablen notwendig ist, wenn
deren Verteilungsfunktion durch die
Verteilungsfunktion einer stetigen
Zufallsvariablen approximiert wird.
STICHPROBE
Echte, nichtleere Teilmenge einer Grundgesamtheit.
STICHPROBENANTEILSWERT
Spezielle Stichprobenfunktion.
Stichprobenmittelwert bei Null-Eins-verteilter Grundgesamtheit bzw. Null-Eins-verteilter Zufallsvariablen.
STICHPROBENFUNKTION
Funktion eines Stichprobenvektors (eines
Vektors von Zufallsvariablen), die nicht von
unbekannten Parametern abhängt. Syn.: Statistik.
- Realisation einer ~:
Wert, den eine Stichprobenfunktion für eine
konkrete Zufallsstichprobe annimmt.
STICHPROBENMITTELWERT
Spezielle Stichprobenfunktion.
Arithmetisches Mittel der Komponenten einer Stichprobe; im Fall einer konkreten Zufallsstichprobe arithmetisches Mittel
der Werte der Stichprobe.
STICHPROBENUMFANG
Anzahl der Einheiten in einer Stichprobe.
STICHPROBENVARIANZ
Spezielle Stichprobenfunktion. Varianz
der Komponenten einer Stichprobe; im Fall einer
konkreten Zufallsstichprobe Varianz der Werte
der Stichprobe. Bei der formalen Darstellung der Stichprobenvarianz wird danach
unterschieden, ob der Erwartungswert der
Verteilung bzw. der Zufallsvariablen bekannt ist oder ob er durch den
Stichprobenmittelwert geschätzt wird.
Im letzten Fall wird häufig eine korrigierte Stichprobenvarianz verwendet,
bei deren Berechnung die gesamte Streuung nicht durch n sondern durch n-1
dividiert wird.
STICHPROBENVEKTOR
Vektor von Zufallsvariablen.
STICHPROBENVERTEILUNG
Verteilung einer Stichprobenfunktion.
STICHPROBENWERTE
Beobachtete Werte der Zufallsvariablen in
einer Zufallsstichprobe.

T
TEST
Regel zur Überprüfung von Hypothesen unter Verwendung von
Zufallsstichproben. Siehe auch
Testproblem.
- ~ für Erwartungswerte:
Test über die Göße des Erwartungswerts
einer Zufallsvariablen (Verteilung, Grundgesamtheit) (Ein-Stichproben-Gauß- oder
t-Test) bzw. Test über die Differenz der
Erwartungswerte zweier Zufallsvariablen (Verteilungen, Grundgesamtheiten) (Zwei-Stichproben-Gauß-
oder t-Test).
- nichtparametrischer ~:
Test, bei denen weder Scharparameter getestet,
noch Voraussetzungen über Scharparameter gemacht werden.
- parametrischer ~:
Test über die Größe von Scharparametern (z.T. auch
Funktionalparametern) einer
Verteilung.
- ~ für Varianzen:
Test über die Größe der Varianz einer
Zufallsvariablen (Verteilung, Grundgesamtheit) bzw. Test
über die Differenz der Varianzen zweier Zufallsvariablen (Verteilungen, Grundgesamtheiten).
- ~ für Wahrscheinlichkeiten oder Anteilswerte:
Test für Erwartungswerte bei Null-Eins-verteilten
Zufallsvariablen bzw. Null-Eins-verteilten Grundgesamtheiten. Siehe
Einstichproben-Gauß- oder t-Tests, Zweistichproben-Gauß- oder t-Tests.
TESTPROBLEM
Null- und Gegenhypothese eines Tests.
- einseitiges ~:
Test, bei dem - bestimmt durch Null- und
Alternativhypothese - der
Ablehnungsbereich vollständig links
(linksseitiger Test) oder rechts (rechtsseitiger Test) vom
Annahmebereich liegt, d.h. nur ein
kritischer Wert existiert.
- zweiseitiges ~:
Test, bei dem sich - bestimmt durch Null- und
Alternativhypothese - der
Ablehnungsbereich in zwei links und rechts vom
Annahmebereich liegende Bereiche aufteilt, d.h.
zwei kritische Werte existieren.
TESTSTATISTIK
Syn. für Prüfgröße.
TESTVERFAHREN
Syn für Test.
TRÄGER EINER ZUFALLSVARIABLEN
Bei diskreten Zufallsvariablen identisch mit
dem Wertebereich der Zufallsvariablen (d.h. gleich der Menge der Punkte mit
positiven Wahrscheinlichkeiten für die
Zufallsvariable), bei stetigen Zufallsvariablen
gleich der kleinsten abgeschlossenen Menge, die alle Punkte enthält,
für die die Dichtefunktion positiv ist.
t-VERTEILUNG
Spezielle stetige Verteilung, die vor allem in der
Schätz- und Testtheorie Verwendung findet. Falls U eine
standardnormalverteilte Zufallsvariable
und Z eine davon stochastisch unabhängige,
Chi-Quadrat-verteilte Zufallsvariable mit n
Freiheitsgeraden ist, so ist der Quotient aus U
und der Wurzel aus der durch die Anzahl der Freiheitsgrade dividierten
Zufallsvariablen Z t-verteilt mit n Freiheitsgraden.

U
UNABHÄNGIGKEIT
- ~ von zwei Ereignissen:
Zwei Ereignisse heißen stochastisch
unabhängig oder unabhängig, falls die Wahrscheinlichkeit für das gleichzeitige
Eintreten der Ereignisse A und B gleich dem Produkt der beiden
Wahrscheinlichkeiten für die Ereignisse A bzw. B ist. Dieser
Unabhängigkeitsbegriff lässt sich auf mehr als zwei Ereignisse
verallgemeinern.
- ~ von mehr als zwei Ereignissen:
Mehr als zwei Ereignisse heißen stochastisch
unabhängig oder unabhängig, falls die Wahrscheinlichkeit für das gleichzeitige
Eintreten einer beliebigen Auswahl dieser Ereignisse immer gleich dem Produkt
der Einzelwahrscheinlichkeiten für diese Ereignisse ist. Syn.
vollständig oder global unabhängig unabhängige Ereignisse. Mehr
als zwei Ereignisse heißen paarweise unabhängig, falls für eine
beliebige Auswahl von genau zwei Ereignissen immer die Unabhängigkeit
dieser Ereignisse gilt.
- ~ von Zufallsvariablen:
Zufallsvariablen heißen stochastisch
unabhängig oder unabhängig, falls die gemeinsame Verteilungsfunktion dieser
Zufallsvariablen gleich dem Produkt der Verteilungsfunktionen der einzelnen
Zufallsvariablen ist.
UNABHÄNGIGKEITSTEST
Siehe Chi-Quadrat-Unabhängigkeitsstest.
UNGLEICHUNG VON TSCHEBYSCHEFF
Ermöglicht die Abschätzung von Wahrscheinlichkeiten bei unbekannter
Verteilung einer Zufallsvariablen, sofern Erwartungswert und Varianz
der betrachteten Zufallsvariablen bekannt sind.
- ~ für Anteilswerte:
Spezialfall der Ungleichung von Tschebyscheff für den Fall, dass die
betrachtete Zufallsvariable das arithmetische
Mittel von insgesamt stochastisch
unabhängigen, Bernoulli-verteilten
Zufallsvariablen ist.
- ~ für Mittelwerte:
Spezialfall der Ungleichung von Tschebyscheff für den Fall, dass die
betrachtete Zufallsvariable das arithmetische
Mittel von insgesamt stochastisch
unabhängigen, identisch verteilten
Zufallsvariablen ist.

V
VARIANZ
Spezieller Funktionalparameter, der die
Streuung einer Zufallsvariablen bzw. einer
Verteilung um ihren Erwartungswert misst.
VARIANZTEST
Siehe Test für Varianzen.
VARIATION
Auswahl von k Objekten aus n verschiedenen Objekten unter
Berücksichtigung der Reihenfolge der Objekte. Siehe Kombination.
- ~ mit Wiederholung:
Variation, bei der das mehrfache Auftreten eines Objekts erlaubt ist
(Auswahl entspricht dem Ziehungsmodell mit
Zurücklegen).
- ~ ohne Wiederholung:
Variation, bei der das mehrfache Auftreten eines Objekts nicht erlaubt ist
(Auswahl entspricht nach dem Ziehungsmodell ohne
Zurücklegen).
VEREINIGUNGSEREIGNIS
Die Vereinigung zweier Ereignisse A und B
enthält alle Ergebnisse, die in A oder in
B enthalten sind; tritt ein, falls mindestens eines der beiden Ereignisse A
oder B realisiert wird.
VERTEILUNG
Auch Verteilungsfunktion.
- ausgewählte ~:
Siehe unter jeweiligem Namen: Bernoulli-,
Binomial-, Exponential-, Geometrische -, Hypergeometrische -, Pareto-, Poisson-,
Rechteck-, Exponential-, Normalverteilung.
- diskrete ~:
Verteilungsfunktion einer diskreten
Zufallsvariablen; grafische Darstellung ergibt eine Treppenfunktion.
- standardisierte ~:
Verteilung, deren Erwartungswert 0 und deren
Varianz 1 ist.
- stetige ~:
Verteilungsfunktion einer stetigen
Zufallsvariablen; ist stetig.
- symmetrische ~:
Verteilung, bei der für die Wahrscheinlichkeits- bzw.
Dichtefunktion f(x) für alle x und ein
reelles a f(a + x)=f(a - x) gilt. a heißt Symmetriemittelpunkt.
VERTEILUNGSFAMILIE
Viele Verteilungen - wie Bernoulli-, Binomial-,
Hypergeometrische -, Poisson-, Rechteck-,
Exponential-, Normalverteilung etc. - stellen jede für sich
eine Familie von Verteilungen mit demselben Funktionstyp dar, aus der erst
durch die Festlegung der Werte der jeweiligen Parameter, der sogenannten
Scharparameter, eine Verteilung spezifiziert
wird.
VERTEILUNGSFUNKTION
Funktion, die für eine gegebene Zufallsvariable die Wahrscheinlichkeit dafür angibt, dass diese
Zufallsvariable einen Wert kleiner oder gleich einer beliebig vorgegebenen
reellen Zahl annimmt; bei Erweiterung des Begriffs auf eine
mehrdimensionale Zufallsvariable wird von der
gemeinsamen Verteilungsfunktion der (eindimensionalen) Zufallsvariablen
gesprochen. Siehe Verteilung.
VIERFELDERTAFEL-TEST
Chi-Quadrat-Unabhängkeitsstest für den Fall
dass die Träger beider Zufallsvariablen jeweils
in genau zwei Teilmengen zerlegt sind.
VOLLSTÄNDIGE ZERLEGUNG EINES EREIGNISSES
Paarweise unvereinbare, nicht leere Teilmengen eines zu einer
Ergebnismenge W
gehörenden Ereignisses B, deren Vereinigung das Ereignis B ist. Syn.:
Partition eine Ereignisses.

W
WAHRSCHEINLICHKEIT
Funktion P, die Ereignissen eine reelle Zahl
zuordnet, falls sie den folgenden Axiomen von Kolmogoroff genügt:
Axiom 1: P nimmt nur nichtnegative Werte an.
Axiom 2: P ordnet dem sicheren Ereignis den Wert 1 zu.
Axiom 3: P ordnet der Vereinigung paarweise unvereinbarer Ereignisse aus
derselben Ergebnismenge die Summe der
Funktionswerte für die einzelnen Ereignisse zu.
- bedingte ~:
Wahrscheinlichkeit für das Eintreten eines Ereignisses unter der Bedingung, dass ein anderes Ereignis
eintritt bzw. eingetreten ist.
WAHRSCHEINLICHKEITSBEGRIFF
- klassischer ~ (nach Laplace):
Die Wahrscheinlichkeit für das
Auftreten eines Ereignisses A wird durch den Quotienten
aus der Anzahl der für A günstigen Ergebnisse und der Gesamtzahl der Ergebnisse
bestimmt, sofern davon ausgegangen werden kann, dass kein Ergebnis bevorzugt
auftritt.
- statistischer ~ (nach von Mises):
Die Wahrscheinlichkeit für das
Auftreten eines Ereignisses A wird für große
n durch die relative Häufigkeit für das Auftreten des Ereignisses A
in einer Serie von n Versuchen approximiert.
WAHRSCHEINLICHKEITSDICHTEFUNKTION
Syn. für Dichtefunktion.
WAHRSCHEINLICHKEITSFUNKTION
Funktion einer diskreten Zufallsvariablen,
die die Wahrscheinlichkeit dafür angibt,
dass diese Zufallsvariable einen gegebenen Wert annimmt. Syn.:
Wahrscheinlichkeitsmassefunktion.
WAHRSCHEINLICHKEITSMASSEFUNKTION
Syn. für Wahrscheinlichkeitsfunktion.
WAHRSCHEINLICHKEITSTABELLE
Zweidimensionale Tabelle, die bei Vorgabe von zwei vollständigen Zerlegungen einer gegebenen
Ergebnismenge die Wahrscheinlichkeiten für das Auftreten des
Durchschnitts eines Ereignisses der einen und eines Ereignisses aus der
anderen Zerlegung angibt. Enthält die eine Zerlegung J Ereignisse, die
andere K Ereignisse, so umfasst das Innere der Wahrscheinlichkeitstabelle die
Wahrscheinlichkeiten für J×K Durchschnittsereignisse. Die Ränder
der Tabelle enthalten die Wahrscheinlichkeiten für die Ereignisse der
jeweiligen Zerlegungen.

Z
ZENTRALER GRENZWERTSATZ
Besagt, dass für große, einfache
Zufallsstichproben der Stichprobenmittelwert approximativ
normalverteilt ist. Ein entsprechender Satz
gilt für uneingeschränkte
Zufallsstichproben, sofern der Umfang der Grundgesamtheit mehr als doppelt so groß wie
der Umfang der Stichprobe ist.
ZIEHEN MIT ZURÜCKLEGEN
Auswahl von Einheiten aus einer Grundgesamtheit, bei der die gezogenen Einheiten
nach jedem Zug in die Grundgesamtheit zurückgelegt werden.
ZIEHEN OHNE ZURÜCKLEGEN
Auswahl von Einheiten aus einer Grundgesamtheit, bei der die gezogenen Einheiten
nicht in die Grundgesamtheit zurückgelegt werden.
ZUFALLSEXPERIMENT
(Wiederholbares) Experiment, dessen Ergebnis nicht
mit Sicherheit vorausgesagt werden kann.
ZUFALLSSTICHPROBE
Stichprobe, deren Komponenten
Zufallsvariablen mit derselben
Verteilungsfunktion darstellen bzw. deren
Elemente durch Zufallsauswahl aus ein und derselben Grundgesamtheit gewonnen werden.
- einfache ~:
Uneingeschränkte und unabhängige Zufallsstichprobe.
- konkrete ~:
Vektor der Werte einer Zufallsstichprobe.
- unabhängige ~:
Zufallsstichprobe, deren Komponenten insgesamt
stochastisch unabhängig sind.
- uneingeschränkte ~:
Zufallsstichprobe, deren Komponenten identisch
verteilt sind.
ZUFALLSVARIABLE
- eindimensionale ~:
Funktion, die jedem Ergebnis einer
gegebenen Ergebnismenge W eine reelle Zahl zuordnet.
- diskrete ~:
Zufallsvariable, deren Wertebereich endlich oder abzählbar unendlich
viele Werte enthält.
- identisch verteilte ~n:
Zufallsvariablen, die alle dieselbe Verteilungsfunktion besitzen.
- insgesamt stochastisch unabhängige ~n:
Zufallsvariablen, deren gemeinsame
Verteilungsfunktion sich als Produkt der Verteilungsfunktionen der
einzelnen Zufallsvariablen darstellen lässt.
- kontinuierliche ~:
Zufallsvariable, die nicht diskret ist; ihr Wertebereich enthält
überabzählbar viele Werte.
- mehrdimensionale ~:
Vektor, dessen Komponenten eindimensionale Zufallsvariablen sind.
- Realisation einer ~n:
Wert einer Zufallsvariablen bei gegebenem realisierten Ergebnis.
- standardisierte ~:
Zufallsvariable, deren Erwartungswert 0 und
deren Varianz 1 ist.
- Standardisierung einer ~:
Eine Zufallsvariable X wird standardisiert, wenn sie so transformiert wird,
dass der Erwartungswert der transformierten Zufallsvariablen 0 und deren
Varianz 1 ist; die transformierte Zufallsvariable ergibt sich aus X durch
Subtraktion des Erwartungswertes von X und Division mit der Standardabweichung
von X.
- stetige ~:
Zufallsvariable deren Verteilungsfunktionan der Stelle x sich als
bestimmtes Integral einer nichtnegativen Funktion (der Dichtefunktion) im
Intervall von minus Unendlich bis x darstellen lässt.
- Träger einer ~:
Bei diskreten Zufallsvariablen identisch mit dem Wertebereich der
Zufallsvariablen (d.h. gleich der Menge der Punkte mit positiven
Wahrscheinlichkeiten für die
Zufallsvariable), bei stetigen Zufallsvariablen gleich der kleinsten
abgeschlossenen Menge, die alle Punkte enthält, für die die
Dichtefunktion positiv ist.
- Wertebereich einer ~n:
Menge der Werte, die eine Zufallsvariable gemäß Definition
annehmen kann.
ZWEIPUNKTVERTEILUNG
Verteilung einer Zufallsvariablen, deren Wertebereich bzw. deren Träger nur aus zwei Werten besteht. Sind diese zwei
Werte Null und Eins, so wird auch von einer Bernoulli-Verteilung bzw. einer
Null-Eins-Verteilung gesprochen.
ZWEI-STICHPROBEN-GAUß-TESTS
Tests über die Gleichheit bzw. die Differenz der
Erwartungswerte zweier Verteilungen (Zufallsvariablen) bzw. zweier
Grundgesamtheiten, bei denen die
Prüfgröße unter der Nullhypothese
normalverteilt ist.
ZWEI-STICHPROBEN-t-TESTS
Tests über die Gleichheit bzw. die Differenz der
Erwartungswerte zweier Verteilungen (Zufallsvariablen) bzw. zweier
Grundgesamtheiten, bei denen die
Prüfgröße unter der Nullhypothese
t-verteilt ist.

A B
C D E F
G H I K
L M N P
Q R S T
U V W Z
Version 2.4
© 1998, 1999, 2000, 2001 Eckart Bomsdorf, Köln. Alle Rechte
vorbehalten.
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