Mathematische Methoden für Ökonomen
Das
Buch bietet eine Einführung in die wichtigsten mathematischen Methoden
für Ökonomen. Dazu gehören das Optimieren von Funktionen mit und ohne
Nebenbedingungen, das Lösen linearer Gleichungssysteme, die Analyse von
Differential- und Differenzengleichungen und die lineare Optimierung.
Die Autoren legen besonderen Wert auf die Darstellung von in den
Wirtschaftswissenschaften relevanten Begriffen und Modellen. Das
Lehrbuch richtet sich an Studierende im Bachelorstudium. Durch
ausführliche ergänzende Kapitel ist es auch für das Masterstudium und
als Nachschlagewerk geeignet. Zahlreiche durchgerechnete Beispiele und
Aufgaben mit Kurzlösungen ermöglichen ein Selbststudium.
Aus dem Vorwort zur ersten Auflage
Im
Wirtschaftsleben wird gerechnet. Es geht um Stückzahlen und Preise,
Umsätze und Gewinne und um ihre Beziehungen untereinander. Viele
ökonomische Probleme lassen sich lösen, indem man Zahlen addiert und
multipliziert und Prozente berechnet, aber nicht alle! Die moderne
Wirtschaftswissenschaft benutzt mathematische Symbole und Begriffe, um
ökonomische Sachverhalte allgemein und knapp darzustellen. Sie bedient
sich dabei vor allem der Differential- und Integralrechnung sowie der
linearen Modelle und Gleichungssysteme. Die ökonomische Literatur ist
deshalb voller Formeln und mathematischer Herleitungen. Wer
Betriebswirtschaftslehre oder Volkswirtschaftslehre studiert, mag das
anfangs schrecklich finden oder zumindest gewöhnungsbedürftig. Doch
braucht es für die Grundbegriffe kein vertieftes mathematisches
Verständnis, und der Nutzen ist leicht einzusehen. Grundsätzlich kann
man zwar alles, was sich durch eine mathematische Formel beschreiben
lässt, auch mit bloßen Worten ausdrücken, doch braucht man dafür in der
Regel sehr viel mehr Platz. Und: Wer will das alles lesen und sich auch
noch merken? Die mathematische Notation dient weitgehend lediglich als
Kurzschrift, um Sachverhalte knapp und einprägsam zu formulieren. Hinzu
kommt, dass die mathematische Sprache präziser ist als die gewöhnliche
Sprache. Schließlich erlaubt die mathematische Formulierung Kalküle und
Rechenverfahren, um etwa mit Hilfe der Differentialrechnung oder der
linearen Programmierung optimale Lösungen für ein ökonomisches Problem
zu berechnen. In diese Dinge soll das vorliegende Buch einführen. Es
soll die Studierenden in die Lage versetzen,
wirtschaftswissenschaftliche Texte zu lesen, ökonomische Modelle zu
verstehen und Optimierungsverfahren
einzusetzen.
Das Buch richtet sich an Studierende im Bachelorstudium. Für diese
sind vor allem die im Inhaltsverzeichnis schwarz markierten
Abschnitte gedacht. Darüber hinaus soll das Buch die Studierenden
im weiteren Studium begleiten und als Nachschlagewerk neben
Veranstaltungen zur Mikroökonomie, zum Operations Research, zur
Wahrscheinlichkeitsrechnung und ökonomischen Spezialfällen dienen. Die
im Inhaltsverzeichnis blau markierten Abschnitte und Kapitel sind zur
Ergänzung und für das Masterstudium gedacht. Zahlreiche Lernhilfen,
durchgerechnete Beispiele und Aufgaben mit Kurzlösungen ermöglichen ein
Selbststudium. [...]
Voraussetzung für dieses Lehrbuch ist ein Grundkurs Mathematik,
wie er an deutschen Gymnasien zum Abitur üblich ist, wobei die
inhaltlichen Schwerpunkte des Abiturs (Funktionen, Grenzprozesse
und Approximation, Modellierung, algorithmische Berechnung,
Darstellung und Messung im Euklidischen Raum) in knapper Form
aufgegriffen und wiederholt werden. Streng genommen setzen wir
lediglich eine gewisse Erfahrung und Gewandtheit im Umgang mit
mathematischen Begriffsbildungen und Formeln voraus. Anhänge über
Mengen, Summen und Produkte sowie komplexe Zahlen enthalten
Zusammenfassungen von speziellem Schulstoff. Das
Literaturverzeichnis verweist auf geeignete Lehrbücher zu dessen
Wiederholung sowie auf weiterführende Literatur.
Eine Besonderheit des Buches ist die enge Verknüpfung von
mathematischen Begriffen mit solchen der Volkswirtschaftslehre und
des Operations Research. Produktions- und Nutzenfunktionen werden
frühzeitig eingeführt, ebenso wie Modelle der Verzinsung und des
Wachstums einer Volkswirtschaft. Dies soll die Rolle der
mathematischen Methoden als Teil der Grundausbildung in den
Wirtschaftswissenschaften klären und den Transfer in die übrigenökonomischen Disziplinen erleichtern. [...]
Errata
Leider hat auch bei uns der Dreckfuhlerteufel zugeschlagen. Die wichtigsten
Korrekturen haben wir in einer Errata-Liste zur ersten Auflage
und in einer Errata-Liste zur zweiten Auflage zusammengefasst.
Inhaltsverzeichnis
1 Funktionen
1.1 Grundbegriffe
1.2 Umkehrfunktion, Verkettung
1.3 Bivariate Funktionen
1.4 Multivariate Funktionen
1.5 Weitere Eigenschaften multivariater Funktionen
1.6 Ordnungen und Äquivalenzrelationen
Aufgaben
2 Matrizen und Vektoren
2.1 Matrizen
2.2 Addition und Skalarmultiplikation von Matrizen
2.3 Multiplikation von Matrizen
2.4 Inverse Matrizen
2.5 Lineare Abbildungen
2.6 Geometrie des IRn
2.7 Weitere Eigenschaften von Mengen im IRn
2.8 Orthogonale Matrizen und Abbildungen
Aufgaben
3 Folgen und Reihen
3.1 Zahlenfolgen
3.2 Mehrdimensionale Folgen
3.3 Weitere Eigenschaften von Folgen
3.4 Reihen
3.5 Geometrische Reihe
3.6 Anwendung: Finanzmathematik
3.7 Konvergenzkriterien für Reihen
3.8 Stetigkeit von Funktionen
3.9 Weitere Eigenschaften stetiger Funktionen
3.10 Fixpunkte einer Funktion
3.11 Stetigkeit von Funktionen mehrerer Veränderlicher
Aufgaben
4 Differenzierbare Funktionen einer Variablen
4.1 Ableitung, Differential, Elastizität
4.2 Ableitungsregeln
4.3 Erste und zweite Ableitung
4.4 Nullstellen und Extrema
4.5 Wendepunkte
4.6 Monotonie, Konkavität, Konvexität
4.7 Höhere Ableitungen und Taylor-Polynom
4.8 Regel von L’Hospital
4.9 Mittelwertsatz
4.10 Numerische Verfahren zur Nullstellenbestimmung
Aufgaben
5 Differenzierbare Funktionen mehrerer Variablen
5.1 Ableitung, Differential, Elastizitäten
5.2 Ableitungsregeln
5.3 Ableitung vektorwertiger Funktionen
5.4 Kettenregel und totale Ableitung
5.5 Homogenität
5.6 Implizite Funktionen
5.7 Richtungsableitung
5.8 Lokale lineare Approximation
Aufgaben
6 Optimierung von Funktionen mehrerer Variablen
6.1 Extrema im Innern des Definitionsbereichs
6.2 Extrema am Rand des Definitionsbereichs
6.3 Globale Extrema
6.4 Extrema unter Nebenbedingungen
6.5 Enveloppentheorem
6.6 Hinreichende Charakterisierung von Extrema unter
Nebenbedingungen
6.7 Karush-Kuhn-Tucker-Bedingungen
6.8 Taylor-Polynom
Aufgaben
7 Integralrechnung
7.1 Stammfunktionen
7.2 Unbestimmte Integrale
7.3 Bestimmte Integrale
7.4 Weitere Rechenregeln für bestimmte Integrale
7.5 Berechnung von Flächen
7.6 Partielle Integration
7.7 Integration durch Substitution
7.8 Uneigentliche Integrale
7.9 Integralrechnung in mehreren Variablen
7.10 Ableitung unter dem Integral
Aufgaben
8 Lineare Gleichungen
8.1 Lösung einer linearen Gleichung
8.2 Elementare Zeilenumformungen
8.3 Das Gauß-Jordan-Verfahren
8.4 Inversion einer Matrix
Aufgaben
9 Grundbegriffe der linearen Algebra
9.1 Linearkombinationen und Erzeugnis
9.2 Lineare Unterräume
9.3 Lineare Unabhängigkeit
9.4 Basis und Dimension
9.5 Rang einer Matrix
9.6 Mehr über lineare Gleichungen
9.7 Vektorräume
Aufgaben
10 Determinanten und Eigenwerte von Matrizen
10.1 Determinanten
10.2 Eigenwerte
10.3 Eigenwerte von symmetrischen Matrizen
Aufgaben
11 Lineare Optimierung
11.1 Grafische Lösung
11.2 Das Simplexverfahren
11.3 Die Mathematik des Simplexverfahrens
11.4 Das Simplexverfahren in Tableauform
11.5 Die Zweiphasenmethode zur Gewinnung einer Anfangslösung
11.6 Dualität
Aufgaben
12 Differential- und Differenzengleichungen
12.1 Differentialgleichungen
12.2 Differenzengleichungen
Aufgaben
A Das griechische Alphabet
B Mengen
C Summen und Produkte
D Komplexe Zahlen
E Kurzlösungen
Ausgewählte Lehrbücher
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