Archivmitteilungen 3/1988, S. 90-95


 

Stadtbücher im Archivwesen der DDR

 

Reinhard Kluge

 

1. Entstehung und Funktion der Stadtbücher

"Sindmal der mensche von rechtir natur crank ist und mit der zitt vorgeht, so ist eine lere des wisin, was vor dem rate gehandilt wirt, da not an ist, das man das mit schriftlicher kuntschaft durch nucz der luthe in gedechtnis behalte." Deshalb, so lautete es weiter in einem Stadtbuch von Dresden von 1404, werde dieses Buch geführt, "... und wer sich leszit inschribin, der sal dem schriber viergroschin gebin, und wer sich leszit usschriebin, der sal dem schriber zwene groschin gebin"(1).

In diesem Eintrag wird jenes Denken mittelalterlicher Menschen, die Motivation des Stadtbürgers hervorgehoben, die der zunehmenden Schriftlichkeit der Verwaltung und des Geschäftsverkehrs zugrunde liegt: Schriftliche Aufzeichnungen über wichtige Handlungen des Rates oder der Bürger vor dem Rat bzw. vor Gericht dienen als Gedächtnisstütze. Die Notiz in dem dafür bestimmten Stadtbuch kann gleichzeitig Zeugnis sein. Für den Amtsakt der Aufzeichnung erhält der Stadtschreiber eine Gebühr, und diese ist, wie wir lesen, nicht gerade niedrig. Mit diesem zitierten Selbstzeugnis aus der Entstehungszeit der Bücher sind zweifellos wichtige ihrer Merkmale erfaßt.

Nun hat es die Geschichtswissenschaft aber längst gelernt, nicht das Bewußtsein einer Epoche über ihr Leben als deren Ursprung und alleinigen Untersuchungsgegenstand anzusehen. Und so hat die historische Erforschung der Stadtbücher selbst schon eine lange Geschichte. K. G. Homeyer hat 1861 seine den Stadtbüchern des Mittelalters, insbesondere dem ältesten Quedlinburger Stadtbuch, gewidmete Akademie-Abhandlung veröffentlicht und damit Anregungen für Archivare und Landeshistoriker gegeben, dieser damals vielfach durch Kassation bedrohten Quellengruppe Aufmerksamkeit zu schenken, sie zu beschreiben und damit für die Forschung zugänglich zu machen(2). Zu nennen sind weiter H. Ermisch für Sachsen(3) und A. Warschauer für die Provinz Posen(4). Neben den Urkundeneditionen kam auch die Edition ausgewählter mittelalterlicher Stadtbücher in Gang, und vor allem Rechtshistoriker, wie P. Rehme, wandten sich. der Untersuchung des Stadtbuches als Quelle zu. Damit entstanden erste Definitionen, so bei Rehme, der die schon im Mittelalter so genannten Stadtbücher als von den städtischen Behörden geführte Amtsbücher bestimmt(5), eine Definition, die in ihrer Allgemeinheit richtig ist, aber für die auswertenden Historiker kaum zureichende Informationen bietet.

Weitere Anstrengungen zur theoretischen Beschäftigung mit dem Quellentyp Stadtbuch gingen von Archivaren aus. H.O. Meisner, hat das Problem der Klassifizierung der Archivgutgattungen über Jahrzehnte beschäftigt(6). Von seinem Blickpunkt, dem Schriftstück der neuzeitlichen Aktenkunde, aus vermochte er im Unterschied zu A. Brenneke(7) dem Amts- und damit dem Stadtbuch nicht den Status einer selbständigen Archivgutgattung zuzugestehen. Er sah in ihnen, wie A. von Brandt(8), nur eine besondere Form. Inhaltlich seien sie entweder den Urkunden oder Akten zuzuordnen Diese allzu abstrahierende Auffassung wird den Stadtarchivar vor seinen reichgefüllten Regalen an Stadtbüchern, die sich so deutlich von Urkunden, Akten, Karten und modernen Archivdokumenten unterscheiden und deshalb auch eine spezifische Erschließung verlangen, ebensowenig befriedigen wie den Historiker, der zwar bei der Auswertung der Stadtbücher, etwa von Urkundenabschriften in städtischen Kopiaren, der Diplomatik nicht entraten kann, in der Urkunden- und Aktenlehre aber bei weitem nicht alle Fragen beantwortet erhält, die sich ihm bei der Auswertung von verschiedenen Stadtbüchern, stellen: Wie sind die Stadtbücher entstanden; warum ist ein Eintrag vorgenommen worden; wie ist das Verhältnis der Einträge zu den abgebildeten Gegenständen; sind alle gleichartigen Rechtsakte seien es Ratsbeschlüsse, Urteile oder Vermögensveränderungen an Immobilien, eingetragen; sind die Schuldverhältnisse oder andere finanzielle Transaktionen vollständig aufgezeichnet; wenn nicht, welches Auswahlprinzip herrschte, und welche Folgerungen ergeben sich daraus für die Auswertung?

Es ist also unbestreitbar, daß neben der Diplomatik und der Aktenkunde eine Amtsbuchkunde benötigt wird. Ansätze dazu für das Spezialgebiet der Urbare liegen etwa vore in der Arbeit von G Richter, der die württembergischen Lagerbücher unter quellenkundlichern Gesichtspunkt untersucht hat(9). Sein Verdienst liegt in dem Nachweis, daß die Einträge wie die Glieder eines Körpers voneinander abhängig und einander zugeordnet sind, daß also der einzelne Eintrag nicht für sich allein betrachtet werden darf, sondern nur im Zusammenhang besonders mit dem Protokoll, d. h. der Einleituna oder Vorbemerkung(10), und wir möchten hinzufügen: mit der durch die Niederschrift beabsichtigten Informationsfunktion, gleichgültig, ob sie expressis verbis formuliert ist oder nicht, dann also aus dem Zusammenhang erschlosse werden muß. Die Probleme einer Amtsbuchlehre liegen in der Vielfalt allein der Stadtbücher, ihrer unterschiedlichsten Stellung im Verwaltungs- und Rechtsprozeß, ihrem Verhältnis zu anderen Dokumenten der Entstehungszeit, der Entwicklung der Stadtbücher selbst von den Anfängen bis ins 19. Jahrhundert, eine Vielfalt, die leicht die Versuchung mit sich bringt, inhaltsschwache, wenig nützliche Abstraktionen zu erdenken, die das Gesamtgebiet der Untersuchung im doppelten Sinne des Wortes "abdecken", es also umfassen, aber zugleich dem Durchblick entziehen.

Um dieser Gefahr zu entgehen, ist die Entstehung der Stadtbücher und ihre Entwicklung ins Auge zu fassen, sind sie in den Zusammenhang der Zeit, in das mittelalterliche Städtewesen und seine sozialökonomischen Grundlagen, in ihre Beziehungen vor allem zur Verwaltungsentwicklung sowie zu ihrer Schriftlichkeit überhaupt zu stellen, und es ist die Spezifik der Überlieferungslage mittelalterlicher städtischer Schriftlichkeit in unseren Archiven zu betrachten. Manche Anregung für ein solches Herangehen vermittelt die Arbeitvon E. Pitz über "Das Schriftwesen und die Verwaltung der Städte im Spätmittelalter"(l1).

Nur in den skizzierten Zusammenhängen und Beziehungen können wir jene vor allem in der Stadtbuchforschung vornehmlich des 19. Jahrhunderts anzutreffende Einengung überwinden, die das ältere Stadtbuch isoliert betrachtet, so, wie,es im Archivbestand neben den Urkunden augenfällig auf uns gekommen ist. Auch die äußere Form, häufig durch prachtvolle Ledereinbände mit metallenen Schließen geschmückt, hat für diesen vordergründigen, lange als gesicherte Erkenntnis geltenden Eindruck gesprochen. Aber dieser sich zunachst aufdrängende Quellenbefund ist, wie wir heute wissen, nicht richtig. Das Stadtbuch war von Anfang an eingebettet in eine sich rasch entwickelnde Schriftlichkeit der Verwaltung. In der Regel ist allerdings von der insgesamt entstandenen Dokumentation mit den Stadtbüchern und den Urkunden nur der rechtlich bedeutsamste Teil auf uns gekommen. Das darf uns aber den Blick für die Ausgangslage nicht verstellen.

Wenden wir uns der Entstehung der Schriftlichkeit der städtischen Verwaltung zu. Feudale Wirtschaft und Verwaltung hatte der Schriftlichkeit weitgehend entbehren können. Die frühe Buchführung karolingischer Königsgüter war eine Ausnahme geblieben(12). Abgaben und Arbeitsleistungen der feudalabhängigen Bauern, Dienste der Ministerialen, Abgaben der Marktsiedlungen an ihre geistlichen oder weltlichen Herren, sie waren durch Gewalt erzwungen bzw. durch Gewohnheitsrecht fixiert. Auch der Fernhandel mit Luxuswaren der reisenden Kaufleute bedurfte mit seinen einfachen Austauschformen noch nicht der Schriftlichkeit. Eine neue Situation bildete sich heraus, die - ohne sie hier im einzelnen darzustellen - durch solche Tatsachen gekennzeichnet ist wie Entwicklung von gewerblicher Produktion und Geldwirtschaft, zunehmende Arbeitsteilung zwischen Stadt und Land, intensiver Handel, mehr und mehr auch mit Massengütern bei anwachsender Kreditierung, Herausbildung. des Städtebürgertums aus Kaufleuten und Handwerkern, Entwicklung der Stadt im ökonomischen und im Rechtssinn, kommunale Bewegung und Entwicklung der Ratsverfassung, breite Stadtentwicklung auch in unserem Raum im Rahmen der Ostexpansion.

Der wachsendel Umfang des Handels, des Kundenkreises und die zunehmende Zahl von Warenarten verlangten ebenso wie die sich weiter entwickelnden Austauschformen die Schriftlichkeit im Handelsgeschäft. (Seite 91) Solange der Kaufmann selbst auf Reise ging und Ware gegen Ware oder Geld direkt tauschte, hatte das Manneswort wie in Rechtsgeschäften ausgereicht. Schreibwerk war dazu nicht nötig. Jetzt aber begann der Fernhändler seßhaft zu werden und seine wachsenden Geschäfte mit Hilfe von Gehilfen, sogenannten Faktoren, abzuwickeln, die für einen Kaufmann gleichzeitig mehrere Warentransporte in unterschiedliche Richtungen begleiten konnten. Den Faktoren war Order zu geben. Saßen sie an einem anderen Platz, konnte das nur schriftlich geschehen. Auch der ferne Geschäftspartner erhielt schriftliche Nachricht. Für die zunehmenden Kredit- und Zielgeschäfte und andere finanzielle Transaktionen auf Zeit gewährte das schriftliche Zeugnis und die eigene Notiz Sicherheit vor Mißverständnissen und Vergessen. Offensichtlich entwickelte der Kaufmann die Schriftlichkeit als Mittel, den neuen Handelsformen gerecht zu werden. Der Zusammenhang dieser neuen Stufe der Handeisentwicklung und der Schriftlichkeit ist so offensichtlich, daß F. Rörig gar meinte, diese sei dieUrsache für jene(13).

Gleichzeitig bildeten sich die Städte als ökonomischer, sozialer und politischer Faktor heraus. In der Zeit der politischen Zersplitterung des Reiches mußte das Städtebürgertum den Schutz seiner Interessen gegen den Feudaladel, aber auch gegen das Ausland in seine eigenen Hände nehmen. Die neuen Aufgaben erforderten neue politische Organisationsformen und eine intensivierte Verwaltungstätigkeit. Mit der entstehenden Ratsverfassung gelang es, die ökonomischen und sozialen Potenzen der Stadtgemeinden zur Entfaltung zu bringen und solche großen Aufgaben wie die planmäßig angelegten Stadterweiterungen oder Neugründungen, die Errichtung von Stadtmauern, Häfen und die Wasserversorgung, den Bau von Rathäusern, Stadtkirchen und Schulen erfolgreich zu lösen. Es war die Zeit der aufblühenden Stadt und ihrer Verbindung in Städtebünden. Welche Leistung durch Zusammenfassung und Integration von Kräften, durch Planung und Koordinierung lag in diesen Aktivitäten! Diese Leistungen wären ohne Intensivierung der Verwaltung und ohne das Werkzeug der Schriftlichkeit und des damit entstehenden Aktenwesens nicht denkbar gewesen.Zugleich dienten diese neu gewonnenen Mittel der Sicherung der speziellen Interessen der Fernhändler, die die Ratsfunktion besetzten, gegenüber der Mehrheit der Bürger.

Es ist nicht zu bezweifeln, die Stadt ist dem Territorialstaat in der Entwicklung der Verwaltung vorangegangen, worauf G. von Below schon 1895 hinwies(14). Aber wer hat die neuen Wege in der Stadt zuerst eingeschlagen? Sind sie vom Stadtschreiber ausgegangen, wie die ältere Forschung meint, oder von den Kaufleuten? E. Pitz spricht nach seinen Untersuchungen der Kölner, Nürnberger und Lübecker Verhältnisse im Anschluß an Rörig die Überzeugung aus, daß es der Kaufmann ist, "der gerade durch seine eigenste Tätigkeit zu Buchführung und Rechnungswesen getrieben ward und sich deren auch ... zum Zweck seines wirtschaftlichen Fortkommens bediente"(15). Der Gedanke liegt nahe, daß der Kaufmann das Werkzeug der Schriftlichkeit aus seinem täglichen Geschäft auch in seine Ratsfunktion übernahm. Oder ist es umgekehrt? Wir können das mangels Quellen nicht sicher entscheiden. Gewiß ist aber, daß der Fernhandelskaufmann die Schriftlichkeit gleichzeitig in beiden Gebieten, in seinem Geschäft und in der Ratsfunktion, anwendete, und beides hat sich gegenseitig beeinflußt, denn beide Funktionen waren durch den Ort ihrer Ausübung eng miteinander verbunden. War der Kaufmann zum Beispiel als Kämmerer des Rates tätig, so führte er zwar die Entscheidungen über wichtige Finanzfragen in der Ratssitzung im Rathaus herbei. Die täglichen Finanzgeschäfte der Stadt erledigte er aber hauptsächlich zu Hause, und die Aufzeichnungen, die später ein städtischer Schreiber ins Reine brachte, fertigte er am gleichen Pult mit der gleichen Feder, die ihm auch für seine eigenen geschäftlichen Aufzeichnungen dienten.

Das städtische Aktenwesen dürfte also nicht der Initiative progressiver Stadtschreiber entsprungen sein. Es erscheint vielmehr als "integrierender Bestandteil der neuen Regierungs- und Verwaltungstätigkeit, welche bürgerliche Lebensart ... erzeugte"(l6). Wenn wir diese These auf den Begriff bringen wollen, können wir formulieren: Es war die neue Handelspraxis, die den Kaufmann dazu brachte, die Schriftlichkeit zu nutzen. Sie bewährte sich im Geschäft ebenso wie im Stadtrat. Der Nachweis für diese Hypothese ist quellenmäßig nicht zu belegen. Die frühesten Überreste von Kaufmannsregistraturen sind einige Jahrzehnte jünger als das sich entwickelnde städtische Aktenwesen(17). Dennoch gibt es keinen Grund, die durch Zufälligkeiten geprägte Überlieferungslage gegen die These, der Kaufmann habe die Umwälzung der Verwaltungstechnik bewirkt, auszuspielen. Gerade die im Handel des ausgehenden 12. und beginnenden 13. Jahrhunderts sich vollziehende Entwicklung in Bezug auf Organisation, Größenordnung, Kredit machen sie wahrscheinlich. Dazu ist ferner die Tatsache in Betracht zu ziehen, daß die Pfarrschulen in den Städten - die frühesten in unserem Raum sind im frühen 13. Jahrhundert begründet - neben Religion auch Latein, Schreiben und Rechnen lehrten, also wichtiges Grundwissen vermittelten, das der Kaufmann für seine erfolgreiche Geschäftsführung ebenso brauchte wie als Ratsherr. In der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts kamen diese Schulen unter den direkten Einfluß des Rates, wonach der Unterricht noch stärker auf die Bedürfnisse der Kaufleute ausgerichtet wurde(18). In der Anfangszeit lassen sich Geistliche als Urheber städtischen Schriftverkehrs nachweisen. In Freiberg war gar die Hand eines landesherrlichen Notars beteiligt(19). Das sind aber wohl Ausnahmen. Entscheidend waren die Fernhändler. die im Rat die neue Verwaltungspraxis formten(20). Hand in Hand mit dem Ausbau der Ratsverfassung und -verwaltung nahm die Schriftlichkeit schnell zu, und bald benötigte der Rat dafür einen beamteten Stadtschreiber, der später aufstieg und selbst Ratsmitglied werden konnte(21). Zweifellos haben dann diese Stadtschreiber, die man sich als eine Art Verwaltungschef vorzustellen hat, einen wesentlichen Einfluß auf die Ausgestaltung der Verwaltung, auf die Formen der Schriftlichkeit und besonders der Bücher des Rates genommen. Aber durch die Tatsache, daß vor allem ihre Erzeugnisse auf die Gegenwart gekommen sind, dürfen wir uns den Blick auf die Ursachen der Schriftlichkeit und die größeren Zusammenhänge nicht verbauen lassen. Ohne Zweifel gehörte es auch zu den Obliegenheiten der sitzenden Ratsmitqlieder, über Handlungen im Amt selbst schriftliche Aufzeichnungen zu machen, sie in Auftrag zu geben und zu kontrollieren bzw. sie im Rat zu verlesen.

Wenn wir vom Zusammenhang der historischen Wandlungen des 13. Jahrhunderts im Handel und in der Entwicklung der Stadt einerseits und der Schriftlichkeit andererseits sprechen, so sollten wir nicht aus den Augen verlieren, daß auch in einzelnen Städten des 12. Jahrhunderts schon, wenn auch noch nicht häufig, geschrieben wurde. So gehen etwa die späteren Gerichtsbücher mit Eintragungen über Eigentumswechsel an Immobilien auf die Grundbuchführung in den zwölf Sondergemeinden Kölns zurück, die im 12. Jahrhundert begann(22). Andererseits darf auch die neue Verwaltungspraxis der kommunalen Stadt mit ihrer Schriftlichkeit nicht aus der Sicht des entwickelten Aktenwesens des 15. Jahrhunderts betrachtet werden. Die Frage nach dem Umfang der Schriftlichkeit in der Verwaltung ist dabei nicht eine rein verwaltungsrechtliche Frage, die nur den Spezialisten angeht. Welche Handlung und Aktivität aus welchen Gründen schriftlichen Niederschlag fand und welche nicht, ist zugleich für die Auswertung von Belang, muß also unter quellenkundlichern Aspekt interessieren.

Betrachtet man die uns überlieferten Zeugnisse des frühen Schriftwerks der Städte und des mittelalterlichen Kaufmanns, so will uns, die wir diese Quellen unwillkürlich mit der Brille entwickelter Verwaltungstätigkeit betrachen, manches als unvollständig, ja unordentlich erscheinen. Gleiches gilt für die überlieferten Kaufmannsregistraturen des 15. Jahrhunderts(23). Verständlich ist Inhalt und Form dieses Schriftwerkes nur, wenn wir seinen Zweck in statu nascendi, seine primäre Funktion, richtig auffassen. Dies soll an drei Beispielen gezeigt werden, an Aufzeichnungen über den Grundstücksverkehr, über städtische Finanzen und über Ratshandlungen.

Bildhaft deutlich wird der Zusammenhang von Schriftwerk und zugrundeliegender Rechtshandlung am Beispiel der Kölner Schreinskarten und Schreinsbücher, die der Ursprung der Grundbücher, also der Beurkundung des Verkehrs mit Grund- und Hausbesitz sind(24). Das eigentliche Geschäft wurde im 12. Jahrhundert noch schriftfrei abgeschlossen. Zur Rechtssicherung waren Zeugen anwesend, die im Streitfall vor Gericht aussagen konnten. Als Zeugen traten u. a. (Seite 92) auch die Amtsleute auf, die als Vorsteher der Gemeinden wirkten.Diese Amtsleute begannen 1135 damit, sich die Namen jener zu notieren, denen ein solches Zeugnis zugesagt worden war. Denn bis ins 13. Jahrhundert galt im Prozeß ausschließlich das mündliche Zeugnis. Erst in diesem Jahrhundert verschiebt sich der Schwerpunkt des Beweisverfahrens vom mündlichen zum schriftlichen Zeugnis, und erst damit wird es notwendig, Käufer, Verkäufer, Zeugen und Gegenstand des Geschäfts aktenkundig zu machen. Das bedeutete aber noch nicht, daß die Schriftform für die Gültigkeit des Rechtsaktes Ausschließlichkeit erlangt hätte. Diese konstitutive Bedeutung der Schriftlichkeit im Rechtsgeschäft mit Immobilien wurde territorial differenziert erst im 16. Jahrhundert erreicht und führte dann, etwa in Kursachsen, zu jenen reichhaltigen Grundbuchserien, die Eigentumsveränderungen an Immobilien, auch unter Angabe der an den Grundstücken haftenden feudalen Lasten und Kreditgeschäfte umfassen und flächendeckend belegen. Erst von diesem Zeitpunkt an sind diese Quellen also "vollständig", und damit entstehen Möglichkeiten auch für ihre statistische Auswertung.

Frühe städtische Niederschriften betreffen - zweitens - Finanzen der Stadtgemeinde(25). Sie beginnen mit urbarähnlichen Aufzeichnungen. Diese enthalten die Quellen der städtischen Einkünfte, bald auch Notizen über die tatsächlich daraus erzielten Gelder. Aber auch diese Aufzeichnungen sind lange Zeit noch nicht vollständig. Denn es gab noch keinen modernen Staatshaushalt, ebensowenig Aufzeichnungen über laufende Ausgaben: Die städtischen Beamten finanzierten sich aus Gebühren für einzelne Amtshandlungen, städtische Einrichtungen wurden aus Legaten, aus Renten wohlangelegter Kapitalien oder Stiftungen unterhalten, und all dies funktionierte ohne schriftlichen Beleg. Die Schriftlichkeit erfaßte zunächst auch hier nicht jeden Verwaltungsakt. Sie diente in erster Linie, wie im Kaufmannskontor, als Gedächtnisstütze, vor allem über Schuldverhältnisse(26). Für den einzelnen Verwaltungsakt war sie genausowenig konstitutiv wie, um einen Vergleich zu wählen, heute für den Einkauf von Waren des täglichen Bedarfs in der Konsumkaufhalle. Wer trägt sich heute diese Ausgaben noch zu Hause ein, wie es unsere Großmütter gewohnt waren? Kaufmännisch Buchführung und städtische Finanzbuchhaltung stimmten überein: Aufgezeichnet wurden zunächst nur die Geschäfte bzw. Akte, die nicht mit Bargeld erledigt wurden. Der Gesamthaushalt der Stadt existierte, wenn überhaupt, zunächst nur im Kopfe des Kämmerers, ebenso wie die Bilanz der Aktiva und Passiva des Kaufmanns! Die Rechnungsunterlagen des mit der Finanzverwaltung beauftragten Ratsmitgliedes wurden "nur zu dem Zweck geführt, bei dem Wechsel (im Amt) ... nachzuweisen, ob und in welcher Höhe sie Schuldner oder Gläubiger der Stadt waren", also zur Rechenschaftslegung vor dem Rat(27). Schriftlich sind Gesamtrechnungen z.B. in Lübeck erst seit 1408 erhalten und offensichtlich nicht viel älter(28).

Der dritte frühe Aufzeichnungsbereich sind die Ratsbeschlüsse(29). In der Frühzeit der Schriftlichkeit wurden nur langfristig gültige Beschlüsse notiert, so daß die ältesten speziellen Ratsbücher Statutenbücher sind. Erst mit der Häufung der Geschäfte gelangte man zur Aufzeichnung auch kurzfristig zu erfüllender Aufgaben, allerdings zunächst vielfach in den Sonderbüchern einzelner Ämter, für die sie zur Aufgabenerfüllung direkt von Belang waren.

Als Gründe für diese noch begrenzte Schriftlichkeit ist einmal der Mangel an billigen Beschreibstoffen anzusehen, denn bis zum Aufkommen der Papiermühlen in Deutschland um die Wende zum 15. Jahrhundert war auch das im Vergleich zum Pergament billigere Papier Importware. Zum anderen, und das ist sicher die wichtigere Ursache, verlangten Charakter und Umfang der Verwaltungsakte im 13. und 14. Jahrhundert die Schriftform noch nicht durchgehend. So wurden etwa die Finanzgeschäfte einer Stadt noch durch den Rat direkt geleitet, und für die Richtigkeit der Durchführung bürgten der zuständige Ratsherr und die Beamten mit ihrer Person, unterstützt durch Notizen. Erst im 15. Jahrhundert trat ein entscheidender Wandel dadurch ein, daß die Beamten zur Rechenschaftslegung zunehmend vollständige Aufzeichnungen anfertigten, ja daß der Rat solche forderte(30). Die jetzt auftretenden Hallenschreiber, Kranenschreiber, Weinschreiber, Söldnerboten, Viehschreiber, Zollschreiber waren ursprünglich Beamte bzw. Diener in einzelnen Ratsämtern, die nun auch durchgehend zur Schriftlichkeit übergehen. Das Amt hatte sich damit wohl kaum verändert. Aber der Verwaltungsakt war erst vollzogen, wenn er dokumentiert war. Die Erforschung dieser Prozesse, vor allem die der Entwicklung der Schriftlichkeit in ihren verschiedenen Stadien, ist für die Quellenauswertung jedes Stadtarchivs deshalb von nicht zu unterschätzender Bedeutung. Sie deckt die Funktion der spätmittetalterlichen Verwaltungsdokumentation im Verhältnis zum realen Fakt, den sie abbildet, auf, sie macht Umfang und Art des Abbildes deutlich und bietet damit wichtige quellenkritische Ansatzpunkte.

Wir können an diesen Beispielen verfolgen, wie sich die Schriftlichkeit im Zusammenhang mit den wachsenden Anforderungen, die sich aus Umfang und Kompliziertheit der Geschäfte ergaben, entwickelte. Zugleich wurde die Schrift den neuen Bedürfnissen angepaßt: Eine schneller schreibbare Kursive entsteht: die gotische Kursive(31). Die Schriftkchkeit in der Verwaltung begann im 13. Jahrhundert mit mehr oder sporadischen Notizen als Gedächtnisstütze, nahm im 14. Jahrhundert immer mehr zu, wobei der Wert des schriftlichen Nachweises vor Rat und Gericht an Bedeutung gewann, und erlangte vom 15. Jahrhundert an immer mehr konstitutive Kraft in dem Sinne, daß das beschriebene Papier den Verwaltungs und Rechtsakt bewies oder verkörperte. Dieser Prozeß vollzog sich im allgemeinen in den großen Städten mit ausgeprägtem Gewerbe- und Fernhandel früher als in kleinen, stärker auf Landwirtschaft, Handwerk und Nahmarktfunktion geprägten Städten, wie die Überlieferung auch der Stadtbücher ausweist. Bei den kleineren Städten setzte dieser Entwicklungsgang um Generationen verzögert ein, und das entstehende Schriftwerk war bei weitem nicht so entwickelt und differenziert, da die Geschäftsführung offenbar einfacher, und überschaubarer war.

Das frühe städtische Schriftwerk ist, abgesehen von den Urkunden, vor allem in den schon durch ihren Umfang beeindruckenden Reihen der städtischen Amtsbücher entstanden und überliefert. Das darf aber, wie bereits angedeutet, nicht dazu verführen, die Stadtbücher neben den Urkunden als einzige Form der Schriftlichkeit der Entstehungszeit anzusehen. Schon die ältere Stadtbuchforschung hat darauf aufmerksam gemacht: Stadtbücher sind zumeist Reinschriften, denen Konzepte zugrunde lagen(32). Vielfach ist auch das Buch nicht die ursprüngliche Form. Besonders den Finanzbüchern gehen Aufzeichnungen auf einzelnen Blättern, die zu Rollen zusammengenäht sein können oder blattweise dem späteren Stadtbuch zugeheftet werden, voraus. In anderen Büchern sind offensichtlich ursprünglich selbständige Lagen nachträglich zusammengefaßt, weitere schließlich sind von Anfang an als Bücherr geführt, nach einem bestimmten Programm und zu einem bestimmten Zweck. Als Konzepte dienten Pergamentzettel, die beim Zuschnitt der Pergamente für Urkunden und Bücher angefallen sein mögen, auch Papierzettel, Konzeptbücher und vor allem sicherlich die damals verbreiteten und für Leipzig und Wismar erhaltenen Wachstafeln, die ja den Vorzug hatten, daß sie nach Löschung der Schrift - ähnlich den Schiefertafeln - wieder verwendbar waren, dem Historiker zum Nachteil. Die Urheber solcher Konzepte sind unterschiedlich. Sie stammten vom Stadtschreiber selbst, von einzelnen Ratsherren, bald auch von den Schreibern der einzelnen Ämter, von Markt- und Hafenbeamten. Als Beispiel sei auf die Zöllner verwiesen, die das Geld einnahmen, worüber die Kanzlei Quittungen ausstellte und ein Zollregister führte, wie das im Zusammenhang mit dem 1368 in den Hansestädten eingeführten Pfundzoll in Lübeck geregelt worden war(33). Konzepte und Notizen als Vormaterial zu Einträgen in Stadtbücher wurden je nach Trägermaterial gelöscht oder vernichtet, wenn sie ihren Zweck erfüllt hatten. Wenn sie doch auf uns gekommen sind, dann weil sie den Stadtbüchern lose beigelegt wurden. Manches Blatt mag später herausgefallen oder aus Unkenntnis der ursprünglichen Absicht herausgenommen worden sein.

Mit wachsendem Schriftverkehr ist das übliche Umschreiben des Vormaterials in die Stadtbücher wohl zu belastend geworden. Die Bücher wurden bei der allein möglichen chronologischen Führung und zunehmendem Umfang immer unübersichtlicher. Der Ausweg bestand in der mehr oder weniger geordneten Aufbewahrung des Vormaterials der Bücher in der Art, wie sie nach den Urkunden am frühesten mit den von außerhalb empfangenen Briefen, den Literae, in Gebrauch gekommen war(34).

Im 15. Jahrhundert wurden z. B. wichtige Rechnungen als Beleg zu den Hauptbüchern aufbewahrt. Für das Vormaterial, die "Akten", richtete man Schubladen ein, in die die Blätter ungeheftet eingelegt wurden. Sobald die teuren Behältnisse gefüllt waren, wurden die Akten ohne viel Federlesen gebündelt und auf den Rathausboden geschafft, wo sie nach langem Dornröschen-Dasein entweder irgendeinmal bis ins 19. Jahrhundert kassiert oder, nachdem unter Einfluß weitblickender Archivare und Historiker die Bildung von archivarisch-historisch geführten Stadtarchiven in Gang gekommen war, in diese übergehen konnten. Nach den Bestandsübersichten der Städtarchive Erfurt und Mühlhausen scheint es solch frühe Akten, wie wir sie aus dem Bestand und aus der Literatur für Lübeck und Frankfurt (Main) kennen, auch in diesen Städten für die Beziehungen zu Reich und Fürsten sowie zu anderen Städten, für Bau-, Stiftungs-, Lehns- und Universitätssachen schon im 14. Jahrhundert zu geben(35). Von der Aufbewahrung der Zettel in Laden bis zur Sachakte des ausgehenden 15. und des 16. Jahrhunderts war also der Weg nicht mehr weit.

Betrachten wir das Schriftwerk der mittelalterlichen Stadt insgesamt, so wird deutlich, daß wir die Dualität der Urkunden und Stadtbücher durch ein Drittes ergänzen müssen, auch wenn dies nicht immer überliefert ist: Neben Urkunden und Amtsbüchern stehen von früh an Akten, und die thematisch orientierte Auswertung jener wird diese nicht übersehen-dürfen. Daraus ist der Wunsch abzuleiten, über die zentrale Erfassung der Stadtbücher in einem Stadtbuchinventar hinaus auch die Erarbeitung der Bestandsübersichten der Stadtarchive wieder ins Auge zu fassen, die allein den Gesamtbestand des Archivgutes einer Stadt in seinem bestandsmäßigen und verwaltungsrechtlichen Zusammenhang darbieten kann, wie das z. B. in den beispielhaften Bänden für Erfurt und Mühlhausen demonstriert worden ist. Leider haben diese Beispiele eine breitere Nachfolge bisher nicht gefunden.

 

2. Der Stadtbücher-Bestand in den Archiven der DDR

Wie auf den Jahrestagungen der Hansischen Arbeitsgemeinschaft 1979 und 1982 berichtet worden ist, sind in den Stadt- und Kreisarchiven ca. 21.000 Stadtbücher erfaßt worden. Diese Zahl wird sich durch Verzeichnungsarbeiten an Beständen von Städten im Bezirk Gera noch etwas erhöhen. Die Stadtbuchüberlieferung umfaßt in der DDR einen Zeitraum vom 13. bis zum 20. Jahrhundert. Für das Inventar sind die Bücher bis zum Übergang vom Feudalismus zum Kapitalismus mit dem einheitlichen Stichjahr 1800 berücksichtigt worden.

Vor 1300 beginnt die Überlieferung der Stadtbücher - genannt werden Beispiele, ohne Anspruch auf Vollständigkeit - in Aken, Haldensleben, Greifswald, Mühlhausen, Ribnitz, Rostock, Stralsund, Wismar. Zwischen 1300 und 1400 liegen erste Stadtbücher vor u. a. für Bautzen, Berlin, Burg, Chemnitz, Dresden, Freiberg, Görlitz, Halle, Leipzig, Leisnig, Naumburg, Parchim, Pegau, Pirna, Plauen, Salzwedel, Groß-Salze (Salzelmen), Stendal, Zerbst, Zwickau. Zu den Städten, deren Stadtbuchüberlieferung im 15.Jahrhundert beginnt, zählen u.a. Borna, Eilenburg, Halberstadt, Löbau, Merseburg, Oschatz, Quedlinburg, Perleberg, Schwerin, Tangermünde. In vielen im Mittelalter gegründeten Städten, vor allem in kleineren, beginnt die Überlieferung erst im 16. oder 17. Jahrhundert, z. B. in Allstedt (1530), Bernburg (1662), Hettstedt (1578), Meißen (1531), Sangerhausen (1500), Schönebeck (1659) oder in Weißenfels (1542).

Insgesamt ist die mittelalterliche Überlieferung bei weitem nicht vollständig auf uns gelangt. So sind möglicherweise ältere Verfestungsbücher schon im Mittelalter kassiert worden, wenn die betreffenden Vergehen gesühnt worden waren oder die Einträge ihre Bedeutung verloren hatten(36). Noch gültige Einträge wurden in ein neu angelegtes Buch übernommen. Solche Bücher sind also selten erhalten.

Kriegsverluste und auch Rathausbrände in friedlichen Zeiten haben große Lücken geschlagen. Bekannt sind Beispiele wie Magdeburg, dessen ältere Überlieferung im 30jährigen Krieg zugrunde ging, oder Dessau, dessen Stadtarchiv im 2. Weltkrieg große Verluste erlitt. Das älteste Leipziger Stadtbuch verbrannte im 2. Weltkrieg in der Stadtbibliothek. Die mittelalterlichen Stadtbücher von Wernigerode sind bei dem Stadtbrand von 1529, die von Bischofswerda 1596 betroffen worden. Bekannt ist die Praxis des 16. und 17. Jahrhunderts, wichtige Akten in die Pergamentblätter mittelalterlicher Codices einzubinden, etwa Rechnungen. Ob sich dort in einzelnen Stadtarchiven noch mittelalterliche Quellen auch zur Stadtgeschichte, verbergen? Große Verluste an der älteren historischen Überlieferung der Städte sind im 19.Jahrhundert eingetreten, bevor unter dem Einfluß weitschauender bürgerlicher Archivare in den Staatsarchiven und Historiker vielerorts moderne Stadtarchive gebildet und in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts der juristisch vorgebildete Registrator durch den als Historiker ausgebildeten Stadtarchivar abgelöst werden konnte. Offenbar haben die historischen Dokumente der Städte in der Mitte des 19. Jahrhunderts eine tiefe Krise erlebt, in der umfangreiche Archivbestände vernichtet worden sind. Für viele Stadtarchive, neben Leipzig sind als Beispiele Berlin, Eisleben, Halle und Plauen zu nennen, gibt es Nachrichten darüber, daß die älteren Dokumente mit Ausnahme lediglich der Urkunden wagenweise als Altpapier verkauft wurden, auch Stadtbücher. Wertvolle Dokumente wie Stadtbücher und Wachstafein gelangten, zum-Teil über Auktionen, in Privathand oder in Bibliotheken und Museen. Viele Stadtbücher wurden in den Staatsarchiven gesichert, wo sie sich zum Teil heute noch befinden.

Diese Krise der archivischen Überlieferung der Städte, die der unmittelbar folgenden Generation als Folge eines verbreiteten Vandalismus, von Unwissenheit und Gleichgültigkeit erscheinen mußte, hat, wie M. Unger in seiner Untersuchung der Geschichte des Stadtarchivs Leipzig zeigte(37), seine Gründe in den gesellschaftlichen Umwälzungen der Zeit. Es ist letztendlich auf das Vordringen der kapitalistischen Produktionsverhältnisse und auf ihre Folgen für die städtische Verfassung und Verwaltung zurückzuführen. Verwiesen sei auf die Städteordnungen sowie die Verstaatlichung der Gerichtsbarkeit, die die mehrhundertjährigen Stadtgerichte aufhob. Die Akten, die bis dahin wegen ihrer Rechtserheblichkeit bewahrungswürdig waren, erschienen städtischen Beamten und dem Rat jetzt ganz und gar entbehrlich. Waren doch die feudalen Bedingungen auf dem Landbesitz, die die Dokumente abbildeten, ebenso gefallen, wie das Zunftwesen durch die Gewerbefreiheit oder das Stapelrecht durch die neue Zollverfassung ersetzt worden waren. Nur gut, daß wenigstens in Sachsen die neuen staatlichen Gerichte, 1856 gebildet, die Dokumente der aufgelösten Patrimonialgerichte als Vorakten beanspruchten, von wo sie überwiegend ins Staatsarchiv Dresden gelangten. Das hat hier zur weitgehenden Erhaltung wenigstens der Gerichtsbücher geführt. Da Stadt- und Gerichtsbuch anfangs vielfach eins sind, gewinnt diese Überlieferung besonderen Wert. Für die Mehrheit der sächsischen Städte sind diese Gerichtsbücher die einzige auf uns gekommene Stadtbuchüberlieferung.

Eine kurze Beschreibung der überlieferten Stadtbuchbestände ist mit mancherlei Schwierigkeiten verbunden. Sie liegen vor allem in der außerordentlichen Vielfalt der Arten, Formen und Bezeichnungen(38). So ist ein "Achtbuch" in Chemnitz inhaltlich mit einem "Verzählbuch" in Freiberg oder mit einem Liber proscriptionum" identisch. Ein Stadtbuch heißt"Liber memorialis" oder "Registrum civitatis". Das älteste Gerichtsbuch in Grimma trägt die Bezeichnung "Cartula nostri oppidi", in Leisnig "Rapularium", nach Dieffenbach also ein Buch von mancherlei Dingen. Die historischen Selbstbezeichnungen der Bücher sind nicht immer originär. So trägt das zweitälteste Stadtbuch in Zwickau, begonnen 1352, vom 15. Jahrhundert eine Aufschrift "Liber proscriptionum"; es diente jedoch erst ab 1379 nur noch-der Eintragung von Stadtverweisungen, bis dahin als allgemeines Stadtbuch zur Notierung von Sachen und Geschäften, die vor dem Rat verhandelt worden sind.

Die Aufspaltung und Bezeichnung der Bücher in den größeren Stadterichten ist je nach Umfang der zu bewältigenden Geschäfte geschehen und müßte für jeden Bestand gesondert untersucht werden. Es ist für die Auswertung unerläßlich, den Zweck und Inhalt jedes Buches, selbst wenn es in Selbstbezeichnungen genannt ist, aus dem Gesamttext als Voraussetzung für die Interpretation der Einträge zu ermitteln. Für die ältesten Stadtbücher liegen z. T. Editionen, beispielhaft (Seite 94) ist Stralsunds Liber memorialis zu nennen, vor (39), die sich häufig auch zu dieser Frage äußern; insgesamt ist aber auf diesem Feld noch ein gerüttelt Maß empirischer Untersuchung gemeinsam von Stadtarchivaren und auswertenden Historikern zu leisten, wobei verwalungsgeschichtliche Ergebnisse unmittelbar in quellenkundlich nutzbare umschlagen. Im Rahmen der Erfassung der Stadtbücher für das Spezialinventar konnte beim Umfang der Aufgabe und dem insgesamt noch nicht befriedigenden Erschließungsstand eine durchgehende Überprüfung der Übereinstimmung von Inhalt und Bezeichnung nicht ins Auge gefaßt werden, noch viel weniger die Autopsie durch die Kollegen, die die regionale Redaktion übernommen haben.

Die Erfüllung dieser Forderung, so berechtigt sie an sich ist, müssen wir uns versagen, wenn wir das geplante Inventar in absehbarer Zeit vorlegen wollen. Sie bleibt also ein Desiderat für die Zukunft.

Bei aller Vielfalt und Unterschiedlichkeit ist es aber möglich, bei Abstraktion von Besonderheiten eine Gruppierung und Gliederung vorzunehmen, wobei es sich anbietet, von Funktion und Inhalt der Bücher auszugehen.

Im allgemeinsten Sinne können wir die Bücher in drei Gruppen einteilen: die Bücher des Rates, der Finanzverwaltung und des Gerichtes (40). Unter den Büchern des Rates ist als erstes das ältere sogenannte vermischte Stadtbuch hervorzuheben. Es ist dadurch charakterisiert, daß es zu Beginn der Entwicklung der Schriftlichkeit als allein geführtes Buch alle Nachrichten aufzunehmen hat, die der Aufzeichnung wert gehalten wurden. Gleich einer Urzelle eines Lebewesens ist in ihm die ganze künftige Entwicklung der Stadtbücher angelegt. Es enthält städtische Willküren, also vom Rat beschlossene Rechtssatzungen, und andere Ratsbeschlüsse, wofür in den größeren Städten spätestens seit dem 15. Jahrhundert selbständige Buchserien ("Willküren", "Ratsprotokolle") entstanden. Das vermischte Stadtbuch verzeichnete weiterhin Ratslisten oder einzelne wichtige Privilegien. Auch dafür gab es dann bei wachsender Schriftlichkeit vielfach selbständige Bücher ("Kopiare" für die empfangenen Urkunden und Briefe, "Register" für die Ausfertigungen der städtischen Kanzlei). Frühe Stadtbücher enthalten oft Aufzeichnungen urbarialen Charakters. Die Aufzeichnungen über Stadtvermögen und -finanzen verselbständigten sich wohl am ehesten, denn die Finanzverwaltung war zu umfangreich, als daß sie der Rat insgesamt zu tragen vermochte. Häufig waren damit ein oder zwei Ratsmitglieder beauftragt, die eigene Bücher führen ließen. Die selbständigen Kammerbücher sind häufig vergleichsweise sehr alt. In Dresden z. B. beginnen sie 1384, zwanzig Jahre vor dem gemischten Buch, wenn wir von der gegenwärtigen Überlieferung ausgehen. Bald wurden neben den Firianzquellen auch die tatsächlichen Einkünfte notiert, zunächst über Jahrzehnte nur die Schuldner, bei Zahlungseingang wurde der Eintrag gestrichen. Kämmereibücher können auch Ratsbeschlüsse in Finanzfragen enthalten, die man dort notierte, wo man sie brauchte, nicht nach einer formalen Gliederung. Im 15. Jahrhundert begann die vollständige Erfassung aller Einnahmen und Ausgaben, darunter auch der Einnahmen aus dem Erwerb des Bürgerrechts. Da diese Aufzeichnungen die Richtigkeit der Kassenführung zu dokumentieren hatten, sind sie z. B. in Görlitz von 1379-1488 integrierter Bestandteil der Stadtrechnungen, ehe sie sich 1515 verselbständigten.

Diese primäre Funktion bestimmt auch den Charakter ihrer Vollständigkeit, sie enthalten den Erwerb des Bürgerrechts durch Fremde, nicht die gesamte Bürger- oder Einwohnerschaft. Diese bieten erst polizeiliche Einwohnermelderegister des 19.Jahrhunderts. Die differenzierte Geschäftsregistratur der Vermögens- und Finanzverwaltung umfaßt neben den Stadtrechnungen häufig auch Bücher über Steuern, vor allem über die zunächst dem Stadtherrn zustehende Bede, auch Schoß genannt, eine direkte Vermögenssteuer, die meist bald in die Verfügungsgewalt der Räte gelangt. Die Städte nahmen andere landesherrliche Steuern ein, wie die Türkensteuer, oder eigene, wie Ungeld, eine indirekte Steuer, oder Zölle. Leider ist die Überlieferung der Steuer- und Zollbücher nur selten in größerem Umfang auf die Gegenwart gekommen, um so wertvoller sind die erhaltenen Stücke. Zu den speziellen Büchern gehören auch Zinsregister über Einkünfte aus dem Landbesitz der Städte, "Rentenbücher" genannt.

Kehren wir zum vermischten Stadtbuch zurück, so sind als weiterer bestimmender Aufzeichnungsgegenstand Geschäfte von Bürgern vor dem Rat zu nennen. Aufnahme fanden Käufe und Verkäufe sowie Verpachtung von Häusern und Grundstücken, Renten- und Kreditgeschäfte, bei denen Immobilien als Sicherheit dienten, Testamente, Verträge zwischen Ehepartnern oder die sogenannten "Gelübde" zur Regelung der Erbschaft bzw. zur Versorgung der Kinder sowie die Bestätigung von Vormundschaften für unmündige Kinder, um die wichtigsten zu nennen. Auch Aufzeichnungen über zivile Streitfälle bzw. Rügen, also Strafsachen, wurden angefertigt, wobei die begriffliche Abgrenzung nicht der modernen entspricht: Der zahlungsunfähige Schuldner wurde gefänglich festgesetzt, der Straftäter an Haut und Haar oder an Leib und Leben zur Verantwortung gezogen bzw. der Stadt verwiesen und entsagte durch die Einhaltung der Urfehde der Rache. In Pegau heißt die entsprechende Lage eines Stadtbuchs "Lotterregister et excessum". Bei kleineren Städten oder Gerichten sind alle Eintragungen in einer oder zwei Buchserien enthalten, bei größeren gibt es praktisch für alle die genannten Gegenstände selbständige Bücher. Leipzig und Löbau haben für ihre Dörfer ein spezielles Gericht bzw. eigene Bücher. Andere Städte, z. B. Freiberg, teilten Bücher über den Verkehr mit Grundstücken nach Stadtvierteln ein. Die Mehrheit der erhaltenen Gerichtsbücher betrifft den Immobilienverkehr, "Kaufbücher", "Stadtlehnbücher", "Gerichtshandelsbücher", lateinisch: "libri recognitionum, resignationum, traditionum" genannt; wegen der obrigkeitlichen Bewilligung begegnet auch die Bezeichnung "Konsensbücher".

In der Mehrzahl etwa der sächsischen Kleinstädte gibt es bis ins 18. Jahrhundert neben den meist nicht erhaltenen Rechnungsbüchern nur das vermischte Stadtbuch, wir können es auch Gerichtsbuch nennen, denn es enthält vor allem zivilrechtliche Aufzeichnungen. Als Beispiel seien etwa Frankenberg, Kamenz und Löbau genannt, deren Stadtbücher hauptsächlich Grundstücksgeschäfte, Testamente und Erbsonderungen enthalten, aber auch Ratsherrnlisten, Neubürger, Ratsbeschlüsse über die Stadtwachen, die Brauerei und anderes.

Wenn wir uns abschließend kurz der Auswertungsmöglichkeiten der Stadtbücher zuwenden, so ist einschränkend zu bemerken, daß diese Thematik außerordentlich breit und vielfältig ist und eine selbständige Behandlung ermöglichen würde. Stadtbücher sind in der Stadt- und Hansegeschichtsschreibung seit mehr als einhundert Jahren ausgewertet worden, wobei zunächst die politische Geschichte, die Verfassungs- und Rechtsgeschichte im Vordergrund stand, wofür vor allem die als besonders wertvoll erscheinenden Unikate spätmittelalterlicher vermischter Stadtbücher ediert und ausgewertet wurden. Als diese Thematik nach Meinung eines großen Teils der bürgerlichen Historikerzunft, als Beispiel sei Dietrich Schäfer genannt(41), im ersten Jahrzehht dieses Jahrhunderts ausgeschrieben erschien und sich die Forschung der See- und Verkehrsgeschichte zuwandte, rückten die wirtschaftsgeschichtlichen Quellen wie die (Pfund-)Zollregister, daneben die Handlungsbücher der Kaufleute stärker ins Blickfeld. Auch eine so geraffte Darstellung wie diese hat zu erwähnen, daß wesentliche Anregungen zur zunehmend breiteren Auswertung der Stadtbücher und verwandter Quellen wie der Kirchenbücher von der Stadtgeschichtsforschung und nicht zuletzt von der Hansischen Arbeitsgemeinschaft ausgegangen sind(42). Läßt man die Hauptthemen der Tagungen der letzten Jahrzehnte vor seinem Gedächtnis passieren, so gibt es nur wenige, für die Stadtbücher nicht ausgewertet worden sind. Für wichtige Problemkomplexe bildeten sie vielmehr die entscheidende Basis. Zu nennen sind Untersuchungen zum Bevölkerungsumfang, zur Herkunft der Bürger und zur Sozialstruktur der Städte vom Spätmittelalter an bis zum Ende des Feudalismus, wofür insbesondere die Bürgerbücher, Schoßregister und dann die Türkensteuerregister fruchtbar gemacht worden sind. Zusammen mit anderen Quellen ermöglichen sie bei methodisch entwickelter Interpretation die Beantwortung von Fragen der sozialen Differenzierung bei Kaufleuten und Handwerkern sowie die Bestimmung des Umfangs und der Lebenslage der Stadtarmut. Vermischte Stadtbücher, Gerichts- und Kämmereibücher sind mit Erfolg für die Aufhellung der Stadt-Land-Beziehungen und der Rolle der Kleinstädte genutzt worden.

(Seite 95) Wir können z.B. daraus erkennen, wie im Handel erworbenes Vermögen zum Erwerb von Grund und Boden, als zeitweilige oder langfristige Kapitalanlage genutzt wird, welche Einkünfte feudalen Charakters aus diesem Eigentum gezogen werden. Diese Quellen wurden ferner genutzt für die Untersuchung der Geld- und Kreditpolitik der Städte und der Bürger, für die Ermittlung von Löhnen und Preisen. Die in den Gerichtsbüchern Niederschlag findenden zivilrechtlichen Streitigkeiten sind zwar nicht das normale Leben, um deswillen "die amtlichen Federn nicht über das Pergament oder das Papier zu rascheln brauchten", wie F. Röhrig einmal bildhaft-überzeugend geschrieben hat(43), aber sie lassen doch das reale Dasein, die Lebenslage, den Alltag als Hintergrund des Verfahrens besser erkennen als Verordnungen, Statuten und geschriebenes Recht, die doch nur den Sollzustand abbilden. Finanzbücher vermitteln Nachrichten über solche Fakten des gesellschaftlichen Lebens der Städte, die irgendwie einen Preis hatten und damit über einen Ein- oder Ausgabebeleg bzw. eine entsprechende Notiz in die Bücher gerieten, also über Handel und Wandel im weitesten Sinne, städtische Bauwerke und damit ein Stück Kunst- und Kulturgeschichte, Bau von Straßen und Häfen, Verpachtung von Liege- und Lagerplätzen und Gewölben, wodurch sich Nachrichten für die verschiedenen Gewerke und ihre Entwicklung ergeben. Löhne für Stadtbedienstete, Preise für Waren und Leistungen. Städtebücher sind wichtige sprach- und namensgeschichtliche Quellen. Ihrer bedient sich die Genealogie, die Topographie, die Häuserforschung und manches mehr.

Die meisten dieser Themen sind erst für eine Stadt im Längsschnitt oder mehrere Städte im Querschnitt angegangen. Das von der Staatlichen Archivverwaltung und der Hansischen Arbeitsgemeinschaft gemeinsam vorbereitete Stadtbuchinventar wird zeigen, wo die Quellenüberlieferung breitere vergleichende Untersuchungen zuläßt und herausfordert. Dabei sind vom ausgehenden 15. Jahrhundert an die an Bedeutung und Umfang zunehmende Aktenüberlieferund und andere parallele Quellen zu beachten. Wir dürfen überzeugt sein, daß auf dieser Grundlage vertiefte Einsichten zur historischen Rolle der Stadt und des Bürgertums bei der Entfaltung des Feudalismus und seiner Krise möglich sind.

 

(1) Zitiert nach: Rehme, P.: Stadtbücher des Mittelalters. - In: Festschrift der Leipziger Juristenfakultät für Victor Ehrenberg. - Leipzig, 1927. Separatabdr. S. 64

(2) Homeyer,K.G.: Die Stadtbücher des Mittelalters. - Berlin, 1861.

(3) Ermisch, H.: Die sächsischen Stadtbücher des Mittelalters. - In: Neues Archiv für sächsische Geschichte und Altertumskunde. - Dresden 10 (1889). - S. 81-143, 177-215.

(4) Warschauer, Adolf: Die städtischen Archive in der Provinz Posen. - Leipzig, 1901. - XL, 323 S. - (Mitteilungen der preußischen Archivverwaltung; 5). -- Vgl. auch: Beyerle, K.: Die deutschen Stadtbücher. - In: Deutsche Geschichtsblätter. - Gotha ll(1910). - 145-200.

(5) Rehme, P.: Über die Stadtbücher als Geschichtsquelle. - Halle (Saale) 1913. - S.7.

(6) Meisner, Heinrich Otto: Archivalienkunde vom 16. Jahrhundert bis 1918. Leipzig, 1969. - S. 201 f.

(7) Brenneke, Adolf: Archivkunde: e. Beitr. zur Theorie u. Geschichte d. europ. Archivwesens / bearb. nach Vorlesungsnachschr. u. Nachlaßpapieren u. erg. von Wolfgang Leesch. - Leipzig, 1953. - S. 8.

(8) Brandt, Ahasver von: Vorbemerkungen zu einer mittelalterlichen Aktenlehre. - In: Archivar und Historiker. - Berlin, 1956. - S. 434- (Schriftenreihe der Staatlichen Archivverwaltung; 7).

(9) Richter, Gregor: Lagerbücher oder Urbarlehre: hilfswiss. Grundzüge nach württemberg. Quellen. - Stuttgart, 1979. - (Veröffentlichungen der Staatlichen Archivverwaltung Baden-Württemberg; 36).

(10) Ebenda, S.16ff.

(11) Pitz, Ernst: Schrift- und Aktenwesen der städtischen Verwaltung im Spätmittelalter: Köln-Nürnberg-Lübeck; Beitr. zur vergleichenden Städteforschung u. zur spätmittelalterl. Aktenkunde. - Köln, 1959. - Mitteilungen aus dem Stadtarchiv Köln; 45).

(12) Unger, M.: Kaufmännische Brakteatenbücher: zur archival. Überlieferung e. Leipziger Handelshauses. - In: AM 37(1987)1. - S. 13.

(13) Rörig, F.: Mittelalter und Schriftlichkeit. - In: Die Weit als Geschichte. - Stuttgart 13(1953). - S. 29-41.

(14) Below, G. von: Die städtische Verwaltung des Mittelalters als Vorbild der späteren Territorialverwaltung. - In: Historische Zeitschrift. - München, Berlin 75(1895). - S. 396ff.

(15) Pitz, E.: (vgl. Anm. 11). - S. 278f.

(16) Ebenda.

(17) Ebenda, S. 437.

(18) Schildhauer, Johannes: Die Hnse: Geschichte u. Kultur. - Leipzig, 1984. - S. 178ff. -- Pitz, E.: (Vgl. Anm. 11). - S. 437

(19) Ermisch, H.: (Vgl. Anm. 3). - S. 92.

(20) Pitz, E.: (Vgl. Anm. 11). - S. 436ff.

(21) Ermisch, H.: (Vgl. Anm. 3). - S. 92.

(22) Pitz, E.: (Vgl. Anm.11). - S. 43ff.

(23) Über Auswertungsmöglichkeiten der Kaufmannsbücherim 15. und 16. Jh. aüßert sich: Stark, W.: Zins und Profit beim Hansischen Handelskapital. - In: Zins - Profit - Ursprüngliche Akkumulation. - Weimar, 1981. -S. 19ff. - (Hansische Studien; 5) (Abhandlungen zur Handels- und Sozialgeschichte; 21).

(24) Vgl. zum folgenden: Pitz, E.: (Vgl. Anm. 11). - S. 44f.

(25) Vgl. ebenda, S. 438. -- Bräuer, H.: Zu einigen Problemen der Finanzpolitik des Chemnitzer Rates im 15.-16. Jahrhundert. - In: Zins - Profit - Ursprüngliche Akkumulation (vgl. Anm. 23). - S. 185.

(26) Peters, I.M.: Das mittelalterliche Zahlungssystem als Problem der Landesgeschichte. - In: Blätter für deutsche Landesgeschichte. - Göttingen 112(1976). - S. 139-183; 113(1977). - S. 141-202, bes. S. 198.

(27) Pitz E.:(Vgl. Anm. 11). - S.457.

(28) Ebenda, S. 355.

(29) Ebenda, S.458f.

(30) Ebenda, S.112ff.

(31) Beck, F.: Zu Herausbildung der gotischen Kursive im Gebiet der deutschen Ostexpansion. - In: Jahrbuch für Geschichte des Feudalismus. - Berlin 2(1978). - S. 101-118.

(32) Warschauer, A.: (Vgl. Anm. 4). - S. XX f. -- Ermisch, H.: (Vgl. Anm. 3). - S.105f.

(33) Pitz, E.: (Vgl. Anm. 11). - S. 400 ff.

(34) Ebenda, S.466 ff.

(35) Ebenda. -- Wiegand, Fritz: Das Stadtarchiv Erfurt und seine Bestände. - Berlin 1962. -S. 96ff. --Lösche, Dietrich; Günther, Gehard: Das Stadtarchiv Mühlhausen und seine Bestände. Mühlhausen, 1965. S. 58 ff.

(36) Ermisch, H.: (Vgl. Anm. 3). - S. 106.

(37) Unger, M.: Geschichte des Stadtarchivs Leipzig. - Leipzig, 1967. - S. 11ff. - Arbeitsberichte zur Geschichte der Stadt Leipzig; 12).

(38) Ermisch, H.: (Vgl.Anm.3). - S. 105f.

(39) Der Stralsunder Liber memorialis / bearb. von Horst-Diether Schroeder. - Bd. 1. - Schwerin, 1964; Bd. 2. - Weimar, 1969; Bd. 3. -Weimar, 1972; Bd. 4. - Rostock, 1966; Bd. 5. - Weimar, 1982. - (Veröffentlichungen des Stadtarchivs Stralsund; Nr. 5).

(40) Zur folgenden Beschreibung wird auf Einzelnachweis in den Anmerkungen aus Platzgründen verzichtet. Die Darstellung beruht auf dem vorliegenden Manuskrpt des Inventars der Stadtbücher.

(41) Vgl: Rörig, F.: Stand und Aufgaben der Hansischen Geschichtsforschung. - In: Hansische Geschichtsblätter. - Köln; Graz 69(1950). - S. 1-13.

(42) Bürgertum-Handelskapital-Städtebünde. - Weimar, 1975. - Gewerbliche Produktion und Stadt-Land-Beziehungen. - Weimar, 1979. - Zins-Profit-Ursprüngliche Akkumulation. - Weimar, 1981. - Autonomie, Wirtschaft und Kultur der Hansestädte. - Weimar, 1984. - (Hansische Studien; 3-6)(Abhandlungen zur Handels- und Sozialgeschichte; Bd. 15; 18; 21; 23).

(43) Röhrig, F.: (Vgl. Anm. 41). - S. 13.