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Haikos Restaurant-Tipps: Frankreich



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Essen in Frankreich

Die Zeiten, dass man in Frankreich auch in den guten Restaurants in der Regel für etwa 15 bis 20 € (früher 100 bis 140 Francs) tolle Menüs bekommt, für die man hier in Deutschland fast das Doppelte zahlen musste, sind wohl vorbei. Denn die Preise im Gastronomie- wie auch im Lebensmittelbereich haben in den letzten Jahren (im Vergleich zu Deutschland) enorm angezogen. Dennoch kann man in der Regel für ca. 25-30 € schon "gut" essen gehen. (Allerdings haben u.a. Paris und die Cote d'Azur ein deutlich höheres Preisniveau.) Der "Preisvorteil" kommt im Wesentlichen durch den Menü-Preis zustande, denn die Einzelgerichte sind in Frankreich auch nicht preiswerter. Eine Anmerkung noch zu den Menüs im Elsass: anders als im übrigen Frankreich gibt es dort meistens wenig, häufig genug gar keine Möglichkeiten zur Auswahl, zum anderen ist der Preisvorteil dort wesentlich geringer, so dass es dort praktisch genauso teuer ist, a-la-carte zu essen.

Menüs

Fast jedes Restaurant bietet (in der Regel) mehrere 3-Gänge (manchmal auch 4 Gänge) Menüs an: inzwischen eins zu etwa 20-25, eins zu 25-35 und eins zu etwa 45 €.Man kann dann bei jedem Menü zwischen mehreren Vorspeisen, mehreren Hauptspeisen und mehreren Desserts auswählen. Häufig gibt es auch noch einen Käsegang dazwischen, für den man alternativ auch einen Salat serviert bekommt. Der Preis richtet sich dann nach dem, was angeboten wird, ob Lachs oder Lotte, Crevetten oder Hummer. Gelegentlich werden einige Wahlmöglichkeiten nur gegen einen Aufpreis ("supplement") im Menü angeboten. Die Menüs sind immer wesentlich preiswerter als eine Zusammenstellung a la Carte. Einige Restaurants bieten ein "Menue-Carte" an: man zahlt einen festen Preis und kann dafür aus der normalen Karte Vorspeise, Hauptspeise und Dessert beliebig auswählen. Als Preisorientierung habe ich für die Restaurants in meinen Listen (fast) immer einen Menüpreis angegeben, und zwar für ein 3-Gänge-Menü, das auch am Wochende erhältlich ist. Viele bieten Mittags-Menüs ("Menue affaires") und auch Werktags-Menüs, allerdings nur montags bis freitags, zu reduzierten Preisen an.

Öffnungszeiten

Im Gegensatz zu Deutschland haben (fast) alle Restaurants, auch die "ambitionierteren", auch mittags geöffnet und bieten ein besonders preiswertes Menü ("Menue d'affaires") an. Nur Vorsicht: mittags rechtzeitig da sein, denn häufig werden nur bis 13.30 Uhr Bestellungen angenommen. Samstag Abend und Sonntag Mittag (wo in Deutschland höchstens die "Ausflugslokale" geöffnet haben) geht man in Frankreich ins Restaurant. Da empfiehlt es sich, rechtzeitig zu reservieren. Umso schwieriger ist es, für Sonntag Abend ein Restaurant zu finden: da ruht man sich von dem anstrengenden Wochenende aus. Und noch etwas: die gehobenen Restaurants öffnen ihre Terrassen bei gutem Wetter bestenfalls zum Mittagessen (Dejeuner); abends im Freien ist eine Rarität (natürlich Touristenlokale ausgenommen).

Brasserie und Bistrot

Noch ein paar Worte zu den Bezeichnungen Brasserie und Bistrot (oder Bistro): Brasserie heißt eigentlich von der Wortbedeutung Brauerei. In Deutschland haben meistens diese auch Brauereigaststätten, bei denen es im Vergleich zu Restaurants sowohl hinsichtlich des Ambiente als auch der Speisenkarten lässiger und einfacher zugeht. Genauso verhält es sich in Frankreich mit den Brasserien, wenn auch dort in der Regel heute keine Brauerei mehr dazu gehört. Typischerweise haben Brasserien eine feste Speisenkarte und kaum saisonabhängige Gerichte, z.B. Steak Frites, Choucroute oder Tarte flambée. Sehenswert sind die alten Brasserien in Paris sowie in den großen Städten in Frankreichs Nordosten aus der Zeit um 1900. Bistrots sind vom Ursprung kleine Cafes, die auch Speisen anbieten. Auch hier ist in der Regel das Ambiente lässiger und das Speisenangebot einfacher als in Restaurants. Insbesondere seit der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts führen viele Nobelrestaurants zusätzlich eine einfachere Dependance (Annex), die sie Bistrot nennen. Typische Gestaltungsmerkmale sind Holzböden und einfache Holztische, die nicht weiß eingedeckt sind. Heutzutage sind diese Begriffe so weit verbreitet, dass man sich auf die typischen Merkmale nicht immer verlassen kann.

Gute Adressen

Eine gute Adresse in Frankreich sind (fast) immer die Logis (früher: Logis de France) Hotel-Restaurants, die gute regionale französische Küche relativ preiswert anbieten. Logis de France Hotel-Restaurants sind immer gut an dem grün-gelben Hinweisschild (oder in der älteren Variante ) zu erkennen, das einen Kamin symbolisiert. Sie werden mit ein bis drei Cheminees (Kamine) kategorisiert. Wer es lieber etwas fürstlicher mag, dem seien die zahlreichen Schloss-Hotel-Restaurants (z.B. Chateaux et Hotels, Relais et Chateaux oder Chateaux Demeures de Tradition) in Frankreich empfohlen.

Als Restaurant-Führer ist neben dem Michelin unbedingt der Bottin Gourmand zu empfehlen, der ebenfalls "Sterne" vergibt. Die meisten vom BG empfohlenen Restaurants haben auch ein entsprechendes Hinweisschild am Eingang angebracht , meistens mit Angabe der Klassifikation. Aber man sollte die Jahreszahl beachten, denn viele Restaurants lassen das BG-Hinweisschild als "Lockvogel" hängen, obwohl sie im Bottin Gourmand gar nicht mehr erwähnt werden. Sofern Restaurants einen Michelin- oder Bottin Gourmand-Stern bekommen haben, so ist dies unten meistens erwähnt. Schließlich sind noch zu erwähnen der Gault Millau, Pudlo und Champérard. Wem es nur auf die Klassifikation ankommt, der schaut am besten in Gustav Volkenborns Restaurant Hitliste nach. Schließlich ist noch die Vereinigung der "Maître Cuisinier de France” zu erwähnen, die nur die Besten in ihre Reihen aufnehmen.

Meine Tipps

Infos und Tipps zum Thema Übernachten gibt es bei meinen Reise-Infos unter Übernachten in Frankreich - Hotels und Chambres d'Hotes.

Der Norden (Nord/Pas de Calais, Picardie) (7/09)
Die Normandie (Cote Fleurie) (Basse Normandie) (5/11)
Bretagne (Nordküste) (7/08) neu
An der Seine (7/09)
Paris (10/10)
Die Ardennen und Lothringen (10/04)
Centre - Loire (7/08)
Burgund, Saone und Rhone (10/04)
In den Alpen (2/10)
Der Südwesten (L'Aquitaine und Charente-Maritime) (8/00)
Die Cote d'Azur (10/02)
Der Elsass (1/12)
Korsika (9/11)


Haiko Lüpsen, Mai 2011