Deutschunterricht einmal ganz anders!


Eine Kooperation zwischen Grundschule und Universität: Lehrer- und Schülerbildung auf neuen Wegen!

Das Projektseminar "Computerpraktikum für Schülerinnen und Schüler"  ist eine gemeinsame Initiative der Universität zu Köln und der Katholischen Grundschule Lindenburger Allee.

 

Die Veranstaltung widmet sich der Kooperation zwischen Schule und Universität, um einerseits Studierenden ein praktisches Arbeitsfeld für die Umsetzung von Projektideen zur Verfügung zu stellen. Andererseits erhalten die Schulen durch diese Kooperation Unterstützung in ihren Prozessen der Schul- und Unterrichtsentwicklung.

Das Seminar wird von Herrn Prof. Dr. Becker-Mrotzek regelmäßig angeboten und richtet sich an Lehramtsstudentinnen und -studenten des Faches Deutsch.

Zur Idee und zum Ablauf des Seminars:

Zu Anfang der ersten Phase vermittelt Herr Prof. Dr. Becker-Mrotzek den Studenten didaktische Möglichkeiten zum Einsatz des Computers im Deutschunterricht der Grundschule. Darauf aufbauend werden wichtige Detailkenntnisse zu den Themenbereichen Mediendidaktik, Schriftspracherwerb, Schreibentwicklung, Schreibberatung vermittelt. Außerdem werden in einer „Technikeinführung“ vertiefte Kenntnisse für die Nutzung des Computers vermittelt. Die Studenten erhalten eine Einführung in den Homepageeditor KOMPOZER.

Daran schließt die Projektphase an. Für ungefähr fünf Wochen kommen ca. 50 SchülerInnen zweier dritter Grundschulklassen an die Universität zu Köln, arbeiten einmal wöchentlich 1,5 Stunden gemeinsam am PC und erstellen zu einem bestimmten Thema eine interaktive Geschichte.

Eine interaktive Geschichte besteht aus mehreren Abschnitten. Jede Seite erzählt einen Teil der Geschichte und endet mit Fragen zum Text. Zur Beantwortung stehen mehrere Antwortmöglichkeiten zur Verfügung. Der Leser erfährt nur dann wie die Geschichte weiter geht, wenn er die Fragen zur Geschichte richtig beantwortet.

Für die SchülerInnen bedeutet das, dass sie sich bei Erstellen der Geschichte, intensive Gedanken zum Text machen müssen. Sie entscheiden selbst, welche Fragen gestellt werden. Die Fragen sollen den Leser zum genauen Lesen anregen und ein Bewusstsein für die Kerninformationen schaffen.

Zudem entstehen die Geschichten durch gemeinschaftliches Schreiben. Die Kinder diskutieren über ihren Text, überlegen sich gemeinsam, ob die Geschichte verständlich ist und denken Schritt für Schritt darüber nach, wie sich die Geschichte fortsetzt. Durch die Arbeit am Computer wird den SchülerInnen die Textbearbeitung deutlich erleichtert.

Die SchülerInnen arbeiten in kleinen Gruppen (2-4 SchülerInnen) und werden jeweils von einem 2-3-köpfigen Studententeam betreut. Gemeinsam suchen sie sich ein Thema für die eigene interaktive Geschichte aus. Der Student/ die Studentin nimmt dabei die Rolle des Moderators ein und greift nur bedingt in den Schreibprozess ein. Er/ Sie unterstützt und berät die Kinder bei der Informationsbeschaffung, der Dokumentation der Ergebnisse und bei der Kommunikation untereinander. So ist gewährleistet, dass die Kinder eine ganz eigene Geschichte schreiben und nicht die der Studierenden.

Ziel der praktischen Phase ist es, dass jeder Schüler/ jede Schülerin ein vorzeigbares schriftliches Ergebnis vorliegen hat, das auf einer öffentlichen Veranstaltung der Schule den Mitschülern, Lehrern und Eltern präsentiert werden kann.

Darüber hinaus erstellt eine Gruppe von Studenten eine eigene Homepage, auf der die vielfältigen und individuellen Ergebnisse vorgestellt werden.

In einer letzten Phase werden die Erfahrungen von den Studierenden ausgewertet und reflektiert.

Diese Projektarbeit bietet den Kindern einen speziellen Raum, selbstbestimmt und selbsttätig zu lernen. Die Kinder arbeiten in diesem Projekt in hohem Maße selbstgesteuert. Methodische Kompetenzen, Teamkompetenzen und kommunikative Kompetenzen werden geübt, gesichert und weiterentwickelt!

Die Studierenden wiederrum lernen dabei die Lehrerrolle nicht nur theoretisch kennen, sondern können diese praktischen Erfahrungen mit den Schülern effektiv für ihre persönliche und berufliche Weiterentwicklung nutzen.

Die Basiskompetenzen (Informationsbeschaffung, Textbearbeitung etc.) sind Zielsetzungen des Deutschunterrichtes in der Grundschule. Hierbei kann der PC einen guten Beitrag leisten. Gerade die vielfältigen Möglichkeiten, Texte weiter zu verarbeiten und abzuändern bzw. zu korrigieren, bieten Gelegenheiten zum Umgang mit Texten wie kein anderes Medium!

Wir zitieren dazu passend Albert Einstein, der sagte:

„Neugier ist ein verletzliches Pflänzchen, das nicht nur Anregung, sondern vor allem Freiheit braucht“.

Auf dieser Homepage können nun alle interaktiven Geschichten gelesen werden.

 

Viel Spaß dabei!