KölnAlumni WELTWEIT Summer School 2025 | "Fake² - Fake News und Deep Fakes"
Web-Report "Fake² - Fake News und DeepFakes"
Web-Report der Summer School 2025
Die KölnAlumni WELTWEIT Summer School zum Thema „Fake² - Fake News und DeepFakes“ fand vom 28. September bis 02. Oktober 2025 vor Ort in Köln statt.
10 internationale Alumnae und Alumni nahmen am Programm teil, um über Herausforderungen und Chancen von Fake News und DeepFakes kritisch zu diskutieren. In der von der Kölner Universitätsstiftung und COLOGNE SUMMER SCHOOLS geförderten Fortbildungswoche für ehemalige internationale Studierende und Forschende der Universität zu Köln wurde sich in Seminaren und auf einer Exkursion mit aktuellen Fragen zu Themen KI, Fake News, Demokratie, Recht und Gesellschaft und DeepFakes interdisziplinär auseinandergesetzt.
Montag
Christiane Biehl, Abteilungsleiterin für Internationale Mobilität, eröffnete die Summer School und begrüßte die Alumnae und Alumni sehr herzlich, die in diesem Jahr aus Kanada, Mexiko, Ungarn, Indien, Griechenland, der Türkei, Japan und Italien angereist waren. Der erste Vortrag des Tages wurde von Prof. Dr. Berit Völzmann, momentan an der Humboldt Universität Berlin beschäftigt, gestaltet. Ihr Vortrag mit dem Thema Deep Nudes und Deepfake Porn: Schutz durch das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung? beleuchtete inwiefern Gesetze einen Schutz vor Deepfake Porn bieten kann. Professorin Völzmann erläuterte die aktuelle Rechtslage in Deutschland und zeigte Grenzen aber auch Möglichkeiten auf, in wie fern die Gesetzgebung Menschen vor Missbrauch durch Deepfake Pornographie schützen kann. In Ihrem Vortrag stellte Professorin Völzmann heraus, dass vor allem Frauen, insbesondere Frauen, die in der Öffentlichkeit auftreten (Schauspielerinnen, Influencerinnen, Athletinnen etc.) immer öfter Opfer von Deepfake Pornographie werden.
Am Nachmittag folgte der digitale Impulsvortrag von Ingo Kleiber, Senior-Experte Digitale Bildung & Educational Technology am Prorektorat für Lehre und Studium der Universität zu Köln.
Der Vortrag mit dem Titel Impuls zu Künstlicher Intelligenz behandelte zunächst Grundlagen von KI sowie eine Übersicht, was unter dem Begriff KI allgemein zusammengefasst wird. Es wurden verschiedene KI-Modelle sowie Möglichkeiten des Trainings von KI-Systemen vorgestellt. Anschließend stellte Herr Kleiber mögliche Anwendungsgebiete von DeepFakes vor, die durchaus einen positiven Einfluss auf die Gesellschaft haben können. Herr Kleiber ging aber auch auf die momentan in Anwendung befindlichen negativen Anwendungen von DeepFakes ein, wie z.B. Hybrid Warfare. Der Vortrag endete in einem Ausblick darüber, wie die Gesellschaft besser mit KI umgehen kann.
Am Abend fand die Welcome Ceremony der KölnAlumni WELTWEIT Summer School im International House der Universität zu Köln statt. Die KölnAlumni WELTWEIT Summer School jährte sich in diesem Jahr zum 18. Mal.
Bei kühlen Getränken und einem Fingerfood Buffet von Esskultour konnten die Gäste und Teilnehmenden der KAW Summer School sich weiter inhaltlich austauschen, ihr Wiedersehen feiern und sich mit neuen Alumnae und Alumni vernetzen.
Dienstag
Am Dienstag begann der Tag mit einem Vortrag von Oliver Rath aus dem Seminar für Wirtschaftsinformatik und Informationsmanagement der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Universität der Universität zu Köln. In dem Vortrag mit dem Titel Online Disinformation and Financial Fraud - Scenarios, Conceptualizations, and Countermeasures wurden ging es um die Herausforderungen de s technischen Wandels für den Finanzmarkt. Die Rolle von Finfluencers wurde beleuchtet und anhand von Beispielen und empirischen Studien des Seminars der Universität zu Köln Manipulationsmöglichkeiten an Finanzmärkten vorgestellt. Vor allem das Schema des Pump-and-Dump-Prinzips wurde näher erläutert. Finfluencer können Menschen helfen, sich im Finanzmarkt zurecht zu finden, sind aber nicht pauschal als verlässliche Quelle für Informationen zum Finanzmarkt zu betrachten.
Abschließend bleibt zu sagen, dass es für die regulierenden Behörden des internationalen Finanzmarktes weiteren Handlungsbedarf besteht, um vor den Folgen von Desinformationen und FakeNews sowie digitaler Einflussnahme zu schützen
Am Dienstagnachmittag hielt Prof. Dr. Stephan Packard aus dem Institut für Medienkultur und Theater der Philosophischen Fakultät der Universität zu Köln den Vortrag Digitale Fake News gegen die Demokratie? Medienkritische Perspektiven auf Lügen und Lügenvorwürfe in der postdigitalen Gesellschaft. In seinem Vortrag schilderte Professor Packard zunächst die Anfänge der bürgerlichen Öffentlichkeit über die Entstehung von Salons, dem Aufstieg von Journalen und der Entstehung eines demokratischen Bürgertums.
Es folgte eine Übersicht über die Veränderung von Verwendung und Zugänglichkeiten von Massenmedien (Rundfunk, Fernsehen, Zeitungen, Social Media). Durch den technologischen Wandel stehen nun moderne Medien um einiges mehr Menschen zur Verfügung also noch in der Vergangenheit. Es wurde den Fragen nachgegangen, ob es zu einer „Bubblefication“ gekommen ist oder nicht und in welchem Maße populistische Diskurse die fragmentierte Öffentlichkeit gezielt mit Falschinformationen versorgen, um diese zu steuern.
Des Weiteren wurde die Rolle unabhängiger Medien als Quelle vertrauenswürdiger Informationen hervorgehoben.
Mittwoch
EXKURSIONEN
Der Mittwoch stand ganz im Zeichen von Technologie und Perspektivwechseln. Am Vormittag unternahm die Gruppe einen Ausflug zum Kölner Dom, wo die Teilnehmenden eine Virtual-Reality-Tour durch die Geschichte des Doms erleben konnten. Ausgestattet mit VR-Brillen „reisten“ sie durch die Baugeschichte des Wahrzeichens Kölns. Die Tour war ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie digitale Technologien historische Erfahrungen lebendig machen können.
Im Anschluss folgte ein gemeinsames Mittagessen im Studentenviertel, dem Kwatier Läteng. Nach dieser Stärkung begab sich die Gruppe am frühen Nachmittag zum IT Competence Center (ITCC) der Universität zu Köln. Dort erhielten die Teilnehmer:innen eine exklusive Führung durch den Supercomputer RAMSES, einen der leistungsstärksten Hochleistungsrechner Deutschlands. Die Gruppe erfuhr, wie RAMSES in der Forschung eingesetzt wird, etwa in der Medizin, Physik oder KI-gestützten Datenanalyse und wie hohe Datensicherheit und Energieeffizienz miteinander verbunden werden.
Abgerundet wurde der Besuch durch eine Demonstration in der CAVE (Cave Automatic Virtual Environment), einer 3D-Visualisierungsumgebung, in der Forschungsergebnisse immersiv dargestellt werden. Der Nachmittag zeigte eindrucksvoll, wie digitale Technologie zwischen Wissenschaft, Wahrnehmung und Innovation vermittelt.
Donnerstag
Der Donnerstagvormittag stand im Zeichen neuer deutscher Geschichte. Am Tag vor dem 3. Oktober haben die Teilnehmer:innen eine kurze Einführung zur Geschichte der DDR erhalten. Anschließend wurde gemeinsam die Ausstellung „Generation 1975 | Mit 14 ins neue Deutschland“ besucht, in welcher 26 Menschen, die zum Zeitpunkt des Mauerfalls 14 Jahre alt waren, von Ihren Erfahrungen und Erinnerungen berichten. Veranstaltet wurde diese Ausstellung von der Demokratie-Stiftung der Universität zu Köln.
Am letzten Tag erhielten alle Teilnehmenden ihre Zertifikate im Rahmen einer feierlichen Abschlussrunde auf dem Albertus-Magnus-Platz, die Gelegenheit zur Reflexion über die intensive Woche bot. Gruppenfotos und persönliche Rückblicke machten den Moment zu einem würdigen Abschluss der gemeinsamen Zeit.
Präsentationen und Abschied
Neben den Seminaren hielten am Montag und Dienstag, zwei Alumnae Vorträge zu selbstgewählten Themen aus dem Bereich Fake News, die u.a. Fake News in Lateinamerika umfassten.
Auch in diesem Jahr folge die KölnAlumni WELTWEIT Summer School einer geliebten Tradition mit Abschiedsessen und anschließendem Kegeln im Haus Unkelbach. Hier verbrachten die internationalen Teilnehmenden einen letzten gemeinsamen Abend zusammen, vertieften Gespräche zu Seminarthemen, tauschten Kontakte aus und verlebten einen fröhlichen kölschen Abend – gemäß dem Motto: KölnAlumni WELTWEIT – Immer eine gute Zeit!