Ein Drittel der ca. 6500 Sprachen, die zur Zeit noch weltweit gesprochen werden, wird innerhalb der nächsten Jahrzehnte aussterben. Pessimistische Schätzungen gehen sogar davon aus, daß im Laufe dieses Jahrhunderts bis zu 90 % der jetzt noch gesprochenen Sprachen aussterben könnten. Sprachen und Dialekte sind nicht nur Ausprägungen menschlicher Kultur und menschlichen Geistes, sondern auch Mittel der Welterschließung und des Sozialkontakts für ihre Sprecher. Sie stellen einen Wert an sich dar und sollten deshalb - auch als Manifestationen der Kreativität und der Vielfalt des menschlichen Geistes - erhalten und dokumentiert werden.

Eine Gruppe von deutschen Linguistinnen und Linguisten hat im November 1997 zusammen mit den Mitgliedern der Arbeitsgruppe Bedrohte Sprachen der Deutschen Gesellschaft für Sprachwissenschaft in Köln die eigenständige Gesellschaft für bedrohte Sprachen e.V. gegründet. Dieser gemeinnützige Verein verfolgt das Ziel, den Gebrauch, den Erhalt und die Dokumentation bedrohter Sprachen und Dialekte zu fördern.

Dieses Ziel will die Gesellschaft für bedrohte Sprachen vor allem dadurch erreichen, indem sie sich bemüht,

  • Projekte, die sich mit bedrohten Sprachen und Dialekten befassen, zu unterstützen und Mitarbeiter solcher Projekte bei der Vorbereitung, Durchführung und Evaluation dieser Projekte zu beraten;
  • Feldforschungs- und Dokumentationsprojekte sowie andere wissenschaftlich fundierte Vorhaben, die zum Erhalt oder zum Ausbau von bedrohten Sprachen und Dialekten beitragen können, zu fördern;
  • Maßnahmen zu initiieren und zu unterstützen, die dazu geeignet sind, die Beschäftigung mit bedrohten Sprachen und Dialekten in der universitären Lehre zu fördern;
  • nationale und internationale Kooperation zwischen Wissenschaftlern, die sich mit Problemen bedrohter Sprachen und Dialekte befassen, zu fördern und
  • generell die wissenschaftliche und die allgemeine Öffentlichkeit über bedrohte Sprachen und Dialekte sowie über die Probleme der betroffenen Sprechergemeinschaften so umfassend wie möglich zu informieren.

Es versteht sich von selbst, daß die GBS in all ihren Aktivitäten bestrebt ist, nicht nur mit den betreffenden Sprachgemeinschaften auf möglichst optimale Weise zu kooperieren, sondern auch deren Wünsche und Vorstellungen bei der Dokumentation und bei Fördermaßnahmen zur Erhaltung ihrer Sprache oder ihres Dialekts zu berücksichtigen und zu realisieren.

Mitglied des Vereins kann jede natürliche und juristische Person werden. Aufnahmeanträge sind schriftlich an den Vorstand (siehe Kontaktadresse unten) zu richten, der über die Aufnahme entscheidet. Nach Erhalt der Mitgliedsbestätigung wird gebeten, den Jahres-Mitgliedsbeitrag von 30 Euro (für Mitglieder mit Einkommen) bzw. 15 Euro (für Studierende und Mitglieder ohne Einkommen) auf das Konto der Gesellschaft für bedrohte Sprachen e.V., Konto-Nr.: 4033 513 900 bei der GLS Gemeinschaftsbank Bochum (BLZ 430 609 67) zu überweisen (SWIFT-BIC: GENODEM1GLS. IBAN: DE48 4306 0967 4033 5139 00). Auf dieses Konto können auch Spenden (gegen Spendenquittungen) überwiesen werden.

Gesellschaft für bedrohte Sprachen
Allgemeine Sprachwissenschaft
Institut für Linguistik
Universität zu Köln
50923 Köln
e-mail: GBS@uni-koeln.de




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