Home
Aktuelles Heft
Archiv
Suche
Konventionen
Materialien
Links
Redaktion

Zusammenfassungen und English Summaries der Aufsätze in Heft 1, Jg. 47, 1995

AUTOR: Windolf, Paul; Bayer, Jürgen

TITEL: Kooperativer Kapitalismus. Unternehmensverflechtungen im internationalen Vergleich.

ENGL. TITEL: Cooperative Capitalism. Corporate Networks in Germany and Britain.

QUELLE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, 47, 1995, S. 1-36

KURZREFERAT: In diesem Aufsatz wird die Kapital- und Personalverflechtung der 623 größten Unternehmen in Deutschland und der 520 größten Unternehmen in Großbritannien untersucht. Die Struktur der Unternehmensverflechtung unterscheidet sich in den beiden Ländern in folgender Weise: 1. Während für Deutschland ein hoher Konzentrationsgrad des Eigentums nachgewiesen wurde, der eine Beherrschung der abhängigen Unternehmen ermöglicht, wurde für Großbritannien ein niedriger Konzentrationsgrad gefunden: 48,6 Prozent aller Anteile sind kleiner als 5 Prozent und werden von Unternehmen des Finanzsektors gehalten. 2. Für Deutschland wurde ein hoher Deckungsgrad zwischen Kapital- und Personalverflechtung gefunden, der darauf hinweist, daß die Personalverflechtung der Durchsetzung von Eigentümerinteressen dient. In Großbritannien sind diese beiden Netzwerke entkoppelt. 3. In Deutschland findet sich ein hohe horizontale Verflechtungsdichte, d.h. potentielle Konkurrenten sind miteinander verflochten. Dies gilt nicht für Großbritannien. Deutschland verkörpert den Typ des "kooperativen Kapitalismus", während Großbritannien ein Beispiel für den "Konkurrenz-Kapitalismus" ist.

"... people of the same trade seldom meet together, even for merriment and diversion, but the conversation ends in a conspiracy against the public, or in some contrivance to raise prices" (Adam Smith 1979 (1776). 232).

ENGL. KURZREFERAT: This study examines the capital network (ownership) and the network of interlocking directorates among the 623 largest business firms in Germany and the 520 largest in Great Britain. Three major differences are identified in the structure of these networks in the two countries: (1) In Germany ownership is highly concentrated, i.e. shareholdings - generally by the nonfinancial sector - tend to be sufficiently large to allow the owners to dominate the firm. In Britain ownership is much less concentrated, with almost half of all shareholdings - generally by the financial sector - amounting to less than 5% of company stock. (2) In Germany - in contrast to Britain - the network of interlocking directorates is closely related to the capital network, i.e. it serves to enhance the power of the owners. (3) In Germany - in contrast to Britain - both networks tend to be concentrated within the same industry, i.e. potential competitors are associated with one another. Germany thus illustrates "cooperative capitalism" whereas Britain exemplifies "competitive capitalism."

KORRESPONDENZANSCHRIFT: Prof. Dr. Paul Windolf, Jürgen Beyer, Fachbereich IV, Universität Trier, D-54286 Trier

AUTOR: Müller, Klaus

TITEL: Vom Postkommunismus zur Postmodernität? Zur Erklärung sozialen Wandels in Osteuropa.

ENGL. TITEL: From Post-communism to Post-modernity? Explaining Social Change in Eastern Europe.

QUELLE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, 47, 1995, S. 37-64

KURZREFERAT: In der Erklärung sozialen Wandels in Osteuropa muß die soziologische Theorie ihren Platz innerhalb des Transformationsdiskurses definieren, der von orthodoxen ökonomischen Modellen beherrscht wird. Gegenüber den vereinfachten Verhaltensannahmen einer 'Schocktherapie' und einer dualistischen Wahrnehmung der politischen Akteure ('Demokraten' vs. 'Konservative') gilt es, den langfristigen Horizont und die intrinsische Komplexität der stattfindenden Transformationen zu verstehen. Die Zukunft der hier vorgeschlagenen revidierten Modernisierungstheorie wird daher einerseits davon abhängen, ob sie die dynamischen Wechselbeziehungen zwischen ökonomischen, sozialen und politischen Reformen zu erfassen vermag - ein Problem, das auf dem Wege einer soziologischen Rekonstruktion des ökonomischen Transformationsdiskurses umrissen wird. Andererseits wird eine solche Theorie 'postmodernen' Versuchen entgegentreten müssen, fundamentalistische und exklusionistische (religiöse, nationalistische) Bewegungen als 'Kultur des Partikularismus' zu begrüßen, indem sie die universalistische Emphase des klassischen Modernisierungsansatzes reinterpretiert, ohne in eine evolutionistische Geschichtsphilosophie zurückzufallen.

ENGL. KURZREFERAT: In exploring social change in Eastern Europe sociological theory has to define its place in a transformation discourse dominated by orthodox economic models. Against the oversimplified behavioral assumptions underlying 'shock-therapy' and against a dualistic perception of the main political actors ('democrats' vs. 'conservatives') it has to come to an understanding of the long-term horizon and the intrinsic complexity of the transitions taking place. The future of a revised modernization theory will, therefore, depend on the one hand on its ability to explicate the dynamic interactions between economic, social and political reforms - a task which is outlined in this paper in terms of a sociological reconstruction of the dominant economic reform discourse. On the other hand it will have to counter some post-modernists' ambitions to hail fundamentalist and exclusive (religious, nationalistic) movements as a 'culture of particularism' by reinterpreting the universalistic emphasis of the 'classical approach' without falling back into an evolutionistic philosophy of history.

KORRESPONDENZANSCHRIFT: Dr. Klaus Müller, Friedrich-Schiller-Universität Jena, Institut für Soziologie, Otto-Schott Str. 41, D-07745 Jena

AUTOR: Rieger, Elmar

TITEL: Der Wandel der Landwirtschaft in der Europäischen Union. Ein Beitrag zur soziologischen Analyse transnationaler Integrationsprozesse.

ENGL. TITEL: The Transformation of Agriculture in the European Union. Towards a Sociological Analysis of Transnational Integration.

QUELLE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, 47, 1995, S. 65-94

KURZREFERAT: Der sozialstrukturelle Wandel der Landwirtschaft in der Europäischen Union wird zunehmend problematischer. Thema dieses Beitrags ist, wie sich die besonderen Merkmale der Vergemeinschaftung der Agrarpolitik im Zusammenspiel mit den institutionellen Grundlagen der landwirtschaftlichen Produktion und den historisch geprägten Unterschieden in der westeuropäischen Agrarstruktur auf die Gestaltung und Verteilung der Lebenschancen der agrarischen Erwerbsbevölkerung auswirken und wie sich die Besonderheiten dieses sozialen Wandels und seine hohe Konfliktträchtigkeit erklären lassen. Dabei steht die These im Mittelpunkt, daß die transnationale Integration der Agrarwirtschaften Westeuropas aufgrund der spezifischen institutionellen und politischen Binnenstrukturen der Gemeinsamen Agrarpolitik zu einer Vertiefung von bereits bestehenden wirtschaftlichen und sozialen Ungleichheiten und regionalen Ungleichgewichten geführt hat, die nur ansatzweise durch eine entsprechende mitgliedstaatliche und regionale Agrarpolitik kompensiert werden konnte. Ein besonderes Problem ist die große Bedeutung der Familienlandwirtschaft (großenteils als Nebenerwerb), insbesondere die dort zunehmende Frauenerwerbstätigkeit. Das komplexe Zusammenspiel sozialstruktureller Faktoren, institutioneller Variationen mitgliedstaatlicher Agrarverwaltungen und der Struktur der Gemeinsamen Agrarpolitik führt dazu, daß große Teile der landwirtschaftlichen Erwerbsbevölkerung in der Europäischen Union de facto zu einer Versorgungsklasse herabsinken.

ENGL. KURZREFERAT: The structural transformation of the agricultural sector in the European Union has become increasingly problematic. It is argued that the specific institutional features of the Common Agricultural Policy (CAP) in their interaction with the institutional structure of agricultural production and long-standing national differences in Western European agriculture play a major part in this development. This interaction shapes the distribution of life chances of the agrarian population in the European Union and is therefore a main factor in understanding the peculiar forms of the social transformation of Western European agriculture. In particular it is argued that the transnational integration of the transnational sectors has resulted in a deepening of already existing economic, social and regional inequalities. National and regional agricultural measures have only partly been able to compensate for this development. One of the main features of this transformation is the new prominence of family farming, combined with new forms of pluriactivity and a feminization of agricultural production. In an overall perspective, the complex interplay of social structural factors, institutional variations in national agricultural administration and the structure of the Common Agricultural Policy transformed the agricultural population of the European Union into a service class highly dependent on monetary transfers.

KORRESPONDENZANSCHRIFT: Dr. Elmar Rieger, Universität Mannheim, Lehrstuhl für Soziologie I, Seminargebäude A 5, 68131 Mannheim

AUTOR: Wimmer, Andreas

TITEL: Stämme für den Staat. Tribale Politik und die kurdische Nationalbewegung im Irak.

ENGL. TITEL: Tribes for the State. Tribal Politics and the Kurdish National Movement in Iraq.

QUELLE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, 47, 1995, S. 95-113

KURZREFERAT: In der sozialwissenschaftlichen Literatur werden üblicherweise Stämme und Staaten als gegensätzliche und einander ausschließende Formen politischer Organisation beschrieben. Die gegenwärtige politische Situation im Nordirak zeigt jedoch, daß diese typologische Entgegensetzung durch eine komplexere Analyse zu ersetzen ist. In einem Modell lege ich zuerst dar, welche Beziehungen zwischen Stammeskonföderationen unter der Führung von Emiren, Scheichs, oder heutzutage Nationalisten, der Zentralmacht sowie deren Rivalen in einem regionalen Staatensystem bestehen. Mit Hilfe dieses Modells wird in einem zweiten Schritt die politische Geschichte des Nordiraks von ca. 1850 bis zur Gegenwart analysiert.

ENGL. KURZREFERAT: In the social sciences tribes and states are usually described as opposed and mutually exclusive forms of political organization. The contemporary political situation in Northern Iraq shows, that this typological contrast has to be replaced by a more sophisticated analysis. In a first step I outline a model of the relationships between tribal confederacies under the rule of emirs, sheiks or nowadays nationalists, the central power and their rivals in the regional state system. This model is then used to understand the political history of Northern Iraq from ca. 1850 to the present.

KORRESPONDENZANSCHRIFT: Priv.-Doz. Dr. Andreas Wimmer, Ethnologisches Seminar, Universität Zürich, Freiensteinstr. 5, CH-8032 Zürich

AUTOR: Helbing, Dirk und Weidlich, Wolfgang

TITEL: Quantitative Soziodynamik. Gegenstand, Methodik, Ergebnisse und Perspektiven.

ENGL. TITEL: Quantitative Sociodynamics: Subject, Methods, Results and Perspectives.

QUELLE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, 47, 1995, S. 114-140

KURZREFERAT: In den vergangenen Jahren wurden, beispielsweise in der Synergetik, wichtige mathematische Einsichten über Systeme gewonnen, die aus sehr vielen nichtlinear wechselwirkenden Subsystemen bestehen. Diese haben unter anderem zu Fortschritten in der mathematischen Soziologie und den Sozialwissenschaften geführt. Der vorliegende Artikel referiert neuere Ergebnisse des aus der Theorie interagierender Populationen hervorgegangenen Gebiets der 'quantitativen Soziodynamik'. Dabei wird zum Zwecke der Allgemeinverständlichkeit auf mathematische Formulierungen vollständig verzichtet, obwohl diese eigentlich das Kernstück der quantitativen Soziodynamik darstellen. Der mathematisch interessierte Leser findet sie in den zitierten Quellen. Statt dessen konzentriert sich der Artikel auf die Darstellung der Schlüsselbegriffe und Zusammenhänge der in der quantitativen Soziodynamik verwendeten Konzepte. Besondere Bedeutung kommt dabei der Selbstorganisation (Emergenz) kollektiver Verhaltensmuster und sozialer Strukturen zu. In diesem Zusammenhang werden auch die Beziehungen zur allgemeinen Systemtheorie aufgezeigt. Die quantitative Soziodynamik kann insofern als eine Art 'Metatheorie' verstanden werden, als sie eine allgemeine Modellierungsstrategie zur Verfügung stellt und eine Reihe etablierter Modelle aus den Sozialwissenschaften als Spezialfälle enthält. Dazu zählen die logistische Gleichung, das Gravity-Modell, einige Diffusionsmodelle, die evolutionäre Spieltheorie, die soziale Feldtheorie und entscheidungstheoretische Konzepte. Die Anwendungsmöglichkeiten reichen vom Meinungsbildungs-, Migrations-, Fußgänger-, Siedlungs- und Wahl-Verhalten bis zur Gruppendynamik und Modellen der evolutionären und Nichtgleichgewichts-Ökonomik.

ENGL. KURZREFERAT: During the last years important insights have been gained, e.g. in synergetics, concerning systems that consist of a large number of non-linearly interacting subsystems. These have brought about advances in mathematical sociology and the social sciences. This paper gives a review of recent results of quantitative sociodynamics which is an extension of the theory of interacting populations. In order to be generally intelligible mathematical formulations are omitted, even though they build the central part of quantitative sociodynamics. Mathematically interested readers can find these in the cited literature. The paper rather focuses on the discussion of the key terms and interrelations of the concepts that play a role in quantitative sociodynamics. Particularly important is the self-organization (emergence) of collective behavior patterns and social structures. In this connection the interrelations with general system theory are pointed out. Quantitative sociodynamics can be understood as a kind of "meta theory" since it provides a general modeling strategy and implies a number of established models from the social sciences as special cases. These include the logistic equation, the gravity model, some diffusion models, the evolutionary game theory, the social field theory and decision theoretical concepts. Applications reach from opinion formation, migration-, pedestrian-, settling- and voting-behavior to group dynamics and models of evolutionary and nonequilibrium economics

KORRESPONDENZANSCHRIFT: Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang Weidlich, Dr. Dirk Helbing, II. Institut für Theoretische Physik, Universität Stuttgart, Pfaffenwaldring 57/III, 70550 Stuttgart

AUTOR: Lange, Hellmuth

TITEL: Automobilarbeiter über die Zukunft von Auto und Verkehr. Anmerkungen zum Verhältnis von "Umweltbewußtsein" und "Umwelthandeln".

ENGL. TITEL: Workers in the Car Industry on the Future of Cars and Traffic. Notes Concerning the Relation between Environmental Consciousness and Practice.

QUELLE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, 47, 1995, S. 141-156

KURZREFERAT: Erklärtes ökologisches Bewußtsein und praktisches Umweltverhalten klaffen oft auseinander. Eine verbreitete Erklärung sieht die Ursachen in persönlicher Bequemlichkeit. Anstelle einer solchen individualpsychologischen Sicht verfolgt der Artikel eine stärker soziologische Perspektive. Auf der Grundlage einer Befragung von Automobilarbeitern wird das Verhältnis ihrer erklärten ökologischen Besorgnisse zu ihren Vorstellungen über die wünschenswerte Zukunft von Auto und Verkehr und zu ihren Routinen der Autonutzung untersucht. Im Mittelpunkt stehen materiell-technische Aspekte (Infrastruktur) und Routinen der arbeitsteiligen Organisation des Alltags als relevante Faktoren der Autonutzung. Die ökologischen Besorgnisse der Befragten sind groß - auch in bezug auf die Folgen des Autoverkehrs. Verkehrsberuhigende Maßnahmen werden teilweise breit akzeptiert. Trotzdem wird das Auto von der großen Mehrheit intensiv genutzt. Fehlende Alternativen spielen dabei eine bedeutsame Rolle. Nur 25 Prozent würden auch bei optimal ausgebauten öffentlichen Verkehrssystemen ihre Autonutzung nicht einschränken. Verbesserte Angebote sind daher eine wichtige Voraussetzung, um die vorhandenen Bereitschaften zu ökologisch günstigerer Verkehrsbeteiligung zu nutzen. Die am wenigsten akzeptierten Maßnahmen sind finanzielle Mehrbelastungen und Geschwindigkeitsbeschränkungen. Die Befragung wurde Ende 1991 an vier westdeutschen Standorten als Repräsentativerhebung durchgeführt.

ENGL. KURZREFERAT: Often there is a dichotomy between ecological consciousness and practice. A widespread view sees the reasons in personal indolence. In contrary to such a psychological perspective which centers on individual aspects the focus of the article is more sociological. On the basis of a survey concerning workers in the car industry the relationship between their ecological preoccupations, their visions of a desirable future of cars and traffic and their every-day-routines of car-using are examined. Central aspects are the material and technical aspects (infrastructure) and the social routines of interdependent organization of every-day-life as relevant factors of car using. The ecological anxieties of the interviewees are great, also with regard to the consequences of car traffic. Numerous measures to decrease traffic are accepted. Nevertheless cars are intensively used by the great majority. This is especially due to the lack of alternatives. If the public traffic systems were considerably optimized only 25% would continue to use their cars as before. The improvement of offers is therefore an important prerequisite in support of the existing willingness to reach an ecologically more favorable participation in traffic. The least accepted changes are financial burdens and speed limitations.

KORRESPONDENZANSCHRIFT: Prof. Dr. Hellmuth Lange, Universität Bremen, artec, Forschungszentrum Arbeit und Technik, Postfach 330440, 28334 Bremen

AUTOR: Zürcher, Markus

TITEL: Der Mythos der Gemeinschaft: René König als Emigrant in der Schweiz.

ENGL. TITEL: The Myth of Community: René König in Switzerland.

QUELLE: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, 47, 1995, S. 157-165

KURZREFERAT: René König lehrte zwischen 1938 und 1952 an der Universität Zürich Soziologie. In Anlehnung an Emile Durkheim vertrat er hier eine praxisorientierte, empirische Sozialforschung. Dieses Programm, das die bundesrepublikanische Soziologie später maßgeblich prägen sollte, erwuchs aus Zeiterfordernissen, mit denen er sich erstmals in Zürich konfrontiert sah. Vor allem mit seinem im Auftrag der schweizerischen Regierung erstellten Bericht zur Lage der Familie in der Schweiz trug er wesentlich zur Klärung einer das Land polarisierenden, politischen Debatte bei. Trotz seines großen akademischen Erfolges verweigerten die Erziehungsbehörden die von der Universität geforderte Errichtung eines Extraordinariates. Die Soziologie stieß auf Widerstand, weil sie zentrale Aspekte des schweizerischen Selbstverständnisses in Frage stellte. Die vorliegende Fallstudie will die Gründe aufspüren, die zu einer im europäischen Vergleich verspäteten Institutionalisierung der Soziologie in der Schweiz geführt haben.

ENGL. KURZREFERAT: Between 1938 and 1952 René König taught sociology at the university of Zurich (Switzerland). Following Emile Durkheim, he favored a pragmatic empirical research program. The latter had, later on, a decisive impact on German sociology. It was an outgrowth of conditions he faced at Zurich. Specifically, his report on Swiss families to the government clarified the political discussion which had, beforehand, polarized the country. Despite his great academic success and against the declared recommendation of the faculty, the educational board refused to give tenure to König. Sociology evoked strong opposition, because it questioned central aspects of the dominant Swiss ideology. This case study reveals reasons for the delayed establishment of sociology at Swiss universities.

KORRESPONDENZANSCHRIFT: Dr. Markus Zürcher, Institut für Soziologie der Universität Bern, Lerchenweg 36, CH-3000 Bern 9


Datei aktualisiert am 31.03.2000 in der Redaktion der KZfSS
Home
Aktuelles Heft
Archiv
Suche
Konventionen
Materialien
Links
Redaktion