Siegel der Universität
Home  |  Kontakt  |  A-Z  |  Druck  |  English  |  Impressum 

Universität zu Köln   Institut für Kristallographie








Sie sind hier: Uni KölnKristallographieForschungProjekte

A1.3. Multifunktionale Lasermaterialien



Die Grundlage für die Erzeugung kohärenten Lichtes in allen Lasersystemen ist die stimulierte Emission. Die Palette der zur Verfügung stehenden kohärenten Wellenlängen kann über dieses, in Festkörperlasern durch laseraktive Ionen und geeignete Wirtskristalle zuerst vorgegebene Arsenal hinaus deutlich über χ(2)-und/oder χ(3)-Frequenzkonversionsprozesse in nichtlinear optischen Kristallen erweitert und ergänzt werden. Eine reizvolle Möglichkeit in dieser Hinsicht bieten Kristalle, in denen mehrere Funktionalitäten gekoppelt werden, wie beispielsweise selbst-frequenzverdoppelnde Kristalle (Vereinigung von stimulierter Emission und Frequenzverdopplung), selbst-SRS-aktive Kristalle, die stimulierte Laseremission und stimulierte Ramanstreuung in einem Kristall vereinen oder die Vereinigung von stimulierter Emission, Frequenzverdopplung und SRS in einem Kristall. Derartige Materialien bieten die Vorteile der Möglichkeit zur Miniaturisierung bis hin zum Chiplaser, Wegfall von Grenzflächen und damit von Reflexion und Streuverlusten und gestatten für Anwendungen einfaches, robustes Bauteildesign. Im Forschungsprojekt wird die lanthanoidspezifische Funktionalität von Nd3+ als laseraktives Ion mit der kristallstrukturspezifischen Funktionalität der stimulierten Ramanstreuung (SRS) in Mischkristallen von nichtlinear optischen Seltenerdboratmolybdaten und -wolframaten kombiniert und die Möglichkeit der Realisierung von Selbst-Stimulierter Ramanstreuung untersucht. Große Einkristalle von La1-yNdyBO2MO4 (M = Mo, W) werden nach dem TS(S)G-Verfahren gezüchtet und ihre spektroskopischen, linearen und nichtlinearen optischen Eigenschaften studiert. SRS-Eigenschaften der Kristalle werden analysiert und Versuche zur Anregung stimulierter Emission der Nd3+-dotierten Kristalle durchgeführt. Diese Arbeiten im Rahmen zweier DFG-Projekte (BO 1017/5 und BE 2147/6) stellen einen Beitrag zur Suche nach neuen Materialsystemen für die Realisierung eines effektiv arbeitenden Selbst-SRS-Lasersystems dar.
Nach einer nun knapp zweijährigen Bearbeitung konnte bereits eine Reihe von Ergebnissen gewonnen werden, die den Weg zu einer Realisierung der oben formulierten selbst-stimulierten Ramanstreuung vielversprechend ebnen. Im Einzelnen wurden Möglichkeiten zur Züchtung großer Einkristalle der primär bearbeiteten Verbindung LaBO2MoO4 (und Nd3+:LaBO2MoO4) exploriert sowie Kristalle von einer, für die Untersuchung der optischen Eigenschaften hinreichenden Größe gezüchtet. In diesen Zusammenhang ergab sich allerdings die nicht vorhergesehene Problematik eines ferroelektrischen Phasenübergangs der Kristalle, für deren Behandlung weitere Arbeiten erforderlich sind. Die erzeugten Kristallindividuen ermöglichten jedoch bereits die Bestimmung linear optischer Eigenschaften (Brechwerte und ihre Dispersion, optische Transmission) sowie eine Untersuchung der stimulierten Ramanstreuung an LaBO2MoO4, die überzeugend die Effizienz dieses χ(3)-Effektes in diesem Kristall belegt. Die erfolgreiche Dotierung von LaBO2MoO4-Kristallen mit Nd3+ ermöglichte das Studium der spektroskopischen Eigenschaften dieser Kristalle sowie die Erzeugung stimulierter Emission bei einer Wellenlänge von 1058,5 nm.
Arbeiten in der Weiterführung dieses Projektes befassen sich auf Seiten der Materialpräparation mit der Verbesserung der erzielbaren Kristallqualität (Beherrschung der Polydomänigkeit) des LaBO2MoO4. Hier werden im Zuge des Versuchs der Aufklärung der strukturellen Phasenumwandlung auch das kristallchemische Umfeld dieser Verbindung miteinbezogen und die vermutlich strukturverwandten Verbindungen SEBO2MoO4 (SE = Ce, Pr, Nd) präpariert, strukturell charakterisiert und auf eventuelle Phasenumwandlungen hin analysiert. Parallel hierzu werden die entsprechenden Verbindungen des Wolframs hergestellt, kristallographisch charakterisiert und Versuche zur Züchtung großer Einkristalle vorgenommen.

Abb.4: (a) Stimulierte Emission von Nd3+ bei 1.0585 μm in LaBO2MoO4 (in Vergleich zur Nd3+-Emission in YAlO3 und Y3Al5O12).
(b) Abhängigkeit der Emission von der Pumpenergie (Xe-Blitzlampen) für LaBO2MoO4:Nd (bei 1.0585 μm und 1.0675 μm) im Vergleich mit YAlO3:Nd (bei 1.0796 μm).
(c) LaBO2MoO4:Nd-Einkristall (Bildbreite 1.8 cm).

Projekte:

A1.1. Auf χ(2)-Prozessen basierende Frequenzkonvertoren

A1.2. Auf χ(3)-Prozessen basierende Frequenzkonvertoren und χ(2) ↔ χ(3)-Kaskadenprozesse

A1.3. Multifunktionale Lasermaterialien

A2. Elektrooptische Kristalle

A3. Neue Quellen für verschränkte Photonen

Peter Held für webmaster am 07.08.2008 um 10.01 Uhr